Der Artikel ist eine ausführliche Darstellung der US-amerikanischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Weltmeisterschaften. Die USA konnten sich als einziges nordamerikanisches Team für alle WM-Endrunden der Frauen qualifizieren und belegt in der ewigen Tabelle Platz 1. Die USA wurden erster Weltmeister der Frauen und sind mit vier Titeln Rekordweltmeister und die einzige nordamerikanische Nation, die im Fußball Weltmeister wurde. Die USA erreichten als einziges Team bis 2019 immer mindestens das Halbfinale und bestritten die bis zum Achtelfinal 2023 mögliche Maximalzahl von bisher 54 Spielen, dann schieden sie im Achtelfinale aus. Sie sind das einzige Team, das auf zwei Belägen – Rasen und Kunstrasen – sowie auf drei Kontinenten (Nordamerika, Asien und Europa) Weltmeister wurde.

Die Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab, siehe , Seite 159 Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1991 Volksrepublik China Finale Norwegen Weltmeister Anson DorranceMichelle Akers erste Torschützenkönigin 1995 Schweden Spiel um Platz 3 Volksrepublik China 3. Tony DiCiccoNiederlage gegen späteren Weltmeister im Halbfinale 1999 USA Finale Volksrepublik China Weltmeister Tony DiCiccoSieg im Elfmeterschießen 2003 USA Spiel um Platz 3 Kanada 3. April Heinrichs 2007 Volksrepublik China Spiel um Platz 3 Norwegen3. Greg Ryan 2011 Deutschland Finale Japan Vizeweltmeister 2015 Kanada Finale Japan Weltmeister Jill Ellis Höchster Finalsieg (5:2) 2019 Frankreich FinaleNiederlandeWeltmeisterJill Ellis Als Sieger des CONCACAF Women’s Gold Cup 2018 qualifiziert. In Frankreich waren Chile, Schweden und Thailand die Gegner in der Gruppenphase. Mit drei Siegen, darunter dem 13:0-Rekordsieg gegen Thailand wurde als Gruppensieger die K.-o.-Runde erreicht. 2023 Australien/Neuseeland AchtelfinaleSchweden 9. Nach 2 Siegen bei der CONCACAF W Championship 2022 qualifiziert, zum ersten Mal schied das Team bei einer WM vor dem Halbfinale aus

Statistik (Angaben inkl. 2023: Neun Weltmeisterschaften)

nicht teilgenommen: nie (0 %) ohne Qualifikation qualifiziert (als Gastgeber): zweimal (22,2 %; 1999 und 2003) sportlich qualifiziert: siebenmal (77,7 % bzw. 100 % der Versuche; 1991, 1995, 2007, 2011, 2015, 2019 und 2023) Achtelfinale: einmal (11,1 %; 2023) Spiel um Platz 3: dreimal (33,3 %; 1995, 2003 und 2007) Vizeweltmeister: einmal (11,1 %; 2011) Weltmeister: viermal (44,4 %; 1991, 1999, 2015 und 2019)

Die Turniere WM 1991 in der Volksrepublik China mini|Aufstellungen im ersten WM-Finale der Frauen Für die erste WM der Frauen qualifizierten sich die USA als Sieger der Nord- und Mittelamerika-Qualifikation. Bei einem Turnier in Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis trafen sie in der ersten Runde auf Trinidad und Tobago, Mexiko und Martinique, das sich als Nicht-FIFA-Mitglied aber nicht für die WM qualifizieren konnte. Die USA setzten sich mit drei Siegen durch und erzielten dabei 34:0 Tore. Im Halbfinale wurde dann Gastgeber Haiti mit 10:0 und im Finale Kanada, das ebenfalls ohne Gegentor das Finale erreicht hatte, mit 5:0 geschlagen. Damit qualifizierte sich die USA als einziger CONCACAF-Vertreter für die WM-Endrunde.

In der Volksrepublik China traf die Mannschaft in der Gruppenphase auf Schweden, Südamerikameister Brasilien und Japan. Am 17. November 1991 bestritten sie in Panyu ihr erstes WM-Spiel und gewannen gegen Schweden mit 3:2. Dabei erzielte Carin Jennings die ersten beiden WM-Tore für die USA.Schweden - USA 2:3 (0:1) Nach einem 5:0 gegen Brasilien und einem 3:0 gegen Japan wurde als Gruppensieger das Viertelfinale erreicht. Hier folgte ein 7:0 gegen die Republik China und im Halbfinale ein 5:2 gegen Europameister Deutschland, wobei Carin Jennings die USA mit einem „lupenreinen“ Hattrick in Führung brachte. Im Finale war dann Vizeeuropameister Norwegen der Gegner und hier war es Michelle Akers, die mit zwei Toren den 2:1-Sieg sicherte und auch mit insgesamt 10 Toren erste Torschützenkönigin wurde. Mit dem Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers wurde Carin Jennings ausgezeichnet.

WM 1995 in Schweden Anders als bei der WM der Männer, bei der der Titelverteidiger bis 2002 automatisch qualifiziert war, musste sich für die zweite WM der Frauen auch der Titelverteidiger qualifizieren. Den USA gelang das beim Qualifikations-Turnier in Montreal mit vier Siegen und 34:1 Toren eindrucksvoll. Gegner waren Kanada, das sich als Zweiter ebenfalls qualifizierte da den CONCACAF-Mannschaften nun zwei Startplätze zustanden, Mexiko, Trinidad und Tobago sowie Jamaika.

In Schweden trafen die USA im ersten Gruppenspiel auf den Asienmeister Volksrepublik China und gaben beim 3:3 nach 3:1-Führung erstmals in einem WM-Spiel einen Punkt ab. Im zweiten Spiel folgte gegen Dänemark ein 2:0 und im letzten Gruppenspiel gegen Ozeanienmeister Australien ein 4:1. Damit waren die USA vor den punktgleichen Chinesinnen durch die bessere Tordifferenz Gruppensieger. Im Viertelfinale trafen sie auf Japan und gewannen mit 4:0, so dass es im Halbfinale zur Revanche für das vorherige WM-Finale kam. Diesmal hatten die Norwegerinnen aber das bessere Ende für sich und gewannen mit 1:0. Damit hatten die USA erstmals ein WM-Spiel verloren. Im Spiel um Platz 3 war dann wieder China der Gegner und diesmal konnte der Zweitorevorsprung gehalten und mit 2:0 gewonnen werden.

WM 1999 in den USA Für die dritte Weltmeisterschaft musste sich die USA als Gastgeber nicht qualifizieren. 1996 hatten die USA das erste Fußballturnier der Frauen bei den Olympischen Spielen gewonnen und galten auch deshalb als Favorit auf den WM-Titel. Dieser Rolle wurden sie in den ersten Spielen auch gerecht. Im ersten Gruppenspiel trafen sie auf Dänemark und gewannen mit 3:0. Im zweiten Spiel wurde Afrikameister Nigeria mit 7:1 besiegt und im dritten Spiel Nordkorea mit 3:0. Im Viertelfinale wurde dann Europameister Deutschland nach 1:2-Rückstand mit 3:2 besiegt und im Halbfinale Südamerikameister Brasilien mit 2:0. Das Finale in Los Angeles gegen Asienmeister China fand dann vor der Rekordkulisse von 90.185 Zuschauern statt. Bei keinem von der FIFA anerkannten Frauenfußballspiel gab es mehr Zuschauer.Das Finale der 2. inoffiziellen Weltmeisterschaft 1971 in Mexiko zwischen Dänemark und Mexiko fand vor 110.000 Zuschauern im Aztekenstadion statt, siehe Mundial (Women) 1971 Das Finale war das erste torlose und so musste nach 120 Minuten erstmals im Finale ein Elfmeterschießen ausgetragen werden. Während alle fünf US-amerikanischen Schützinnen erfolgreich waren, scheiterte Liu Ying an Briana Scurry. Besonders in Erinnerung blieb Brandi Chastain, die, nachdem sie als letzte Schützin erfolgreich war, sich das Trikot auszog und im schwarzen Sport-BH auf dem Spielfeld kniete.youtube.com: „Brandi Chastain Remembers WWC“

WM 2003 in den USA Eigentlich sollte die WM 2003 wieder in der Volksrepublik China stattfinden. Wegen der SARS-Epidemie wurde das Turnier kurzfristig in die USA verlegt. Damit fand die Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in den USA statt, womit die USA als einzige Nation zweimal nacheinander eine Fußball-WM ausrichteten. Als Gastgeber waren die USA zwar wieder automatisch qualifiziert, sie nahmen aber dennoch am als Qualifikation dienenden CONCACAF Women’s Gold Cup 2002 teil, den sie auch durch ein Golden Goal mit 2:1 gegen Kanada gewannen. Mit der Finalteilnahme wären sie auch sportlich für die WM qualifiziert gewesen.

In der Gruppenphase der WM trafen sie im ersten Spiel auf Schweden und gewannen mit 3:1. Danach folgte ein 5:0 gegen Afrikameister Nigeria und ein 3:0 gegen Asienmeister Nordkorea. Als Gruppensieger trafen die USA dann auf Norwegen und gewannen mit 1:0. In einem der besten WM-Spiele der Frauen verloren sie dann im Halbfinale gegen Europameister Deutschland mit 0:3, wobei die beiden letzten Tore erst in der Nachspielzeit fielen als die USA auf den Ausgleich bzw. Anschlusstreffer drängten.2003 WOMENS WORLD CUP USA vs. Germany (Match 5) Im Spiel um Platz 3 wurde dann Nachbar Kanada mit 3:1 besiegt. Deutschland sicherte sich im Finale durch ein Golden Goal von Nia Künzer zum ersten Mal den WM-Titel, womit der DFB als erster Verband sowohl bei den Männern als auch den Frauen Weltmeister wurde.

WM 2007 in der Volksrepublik China Vier Jahre später fand dann die WM doch zum zweiten Mal in der Volksrepublik China statt. Der CONCACAF Women’s Gold Cup 2006 diente wieder als Qualifikationsturnier, wobei die USA erst im Halbfinale eingreifen mussten. Mit einem 2:0 gegen Mexiko qualifizierten sie sich für die WM und das Finale. Dieses konnten sie wie vier Jahre zuvor wieder mit 2:1 gegen Kanada gewinnen, allerdings erst durch einen in der 120. Minute verwandelten Foulelfmeter.

Die USA reisten als Olympiasieger zur WM. In China hatten sie die gleichen Vorrundengegner wie vier Jahre zuvor, starteten aber mit einem 2:2 gegen Nordkorea, wobei sie zwischenzeitlich mit 1:2 zurücklagen. Gegen Schweden folgte dann ein 2:0 und gegen Afrikameister Nigeria ein 1:0, durch ein von Lori Chalupny in der ersten Spielminute erzieltes Tor. Das Viertelfinale gegen England wurde durch drei Tore in der zweiten Halbzeit mit 3:0 gewonnen. Für das Halbfinale gegen Brasilien ersetzte dann Trainer Greg Ryan Stammtorhüterin Hope Solo durch Briana Scurry, die als einzige Torhüterin zuvor bei 10 WM-Spielen kein Gegentor kassiert hatte, verlor aber mit 0:4. Solo warf dem Trainer in einem Interview vor, mit dem Wechsel einen Fehler gemacht zu haben, sie selbst hätte die Gegentreffer verhindern können. Obwohl sich Solo wenig später für ihre Äußerungen entschuldigte, kam sie weder im Spiel um Platz drei zum Einsatz, das gegen Norwegen mit 4:1 gewonnen wurde, noch trat sie mit der Mannschaft die Heimreise an. Solo wurde erst zum Trainerwechsel durch Pia Sundhage Anfang 2008 zurück in den Kader der US-Nationalmannschaft berufen. Halbfinalsieger Brasilien scheiterte dann im Finale an Titelverteidiger Deutschland, dem als erster Mannschaft im Frauenfußball die Titelverteidigung gelang und dabei als erste Mannschaft überhaupt bei einer WM kein Gegentor kassierte.

WM 2011 in Deutschland

mini|Aufstellungen im Finale

Für die WM in Deutschland qualifizierte sich die USA nur über den Umweg der Interkontinental-Playoffs. Zuvor wurde beim CONCACAF Women’s Gold Cup 2010, der wieder als Qualifikationsturnier diente die Vorrunde mit drei Siegen gegen Haiti (5:0), Guatemala (9:0) und Costa Rica (4:0) problemlos überstanden. Dann wurde aber mit dem 1:2 im Halbfinale gegen Mexiko erstmals ein Spiel beim Gold Cup verloren. Durch ein 3:0 gegen Costa Rica wurde dann zwar Platz drei erreicht, dieser reichte aber nicht zur direkten Qualifikation. Stattdessen mussten noch zwei Spiele gegen Italien bestritten werden, die beide mit 1:0 gewonnen wurden.