Huilly-sur-Seille [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Cuiseaux und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Huillytais, resp. Huillytaises genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse im Südwesten des Arrondissement Louhans in einem Bogen der SeilleLa Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr, welche die östliche und südliche Gemeindegrenze bildet. Ein kurzes Stück der nordöstlichen Gemeindegrenze bildet das Flüsschen La SerréeLa Serrée, Länge 11,6 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Montret auf ca. 204 m, Mündung bei in Savigny-sur-Seille auf ca. 175 m, La Serrée auf sandre.eaufrance.fr und der Étang Pitou mit seinem Bief (künstlicher Wasserlauf zur Bewirtschaftung der Étangs). Das zentrale Gemeindegebiet wird durch den Ruisseau du Moulin du RoiRuisseau du Moulin du Roi, Länge 4,8 km, Zuflusse zur Seille, Quelle bei in Loisy auf ca. 210 m, Mündung bei in Huilly-sur-Seille auf ca. 175 m, Ruisseau du Moulin du Roi auf sandre.eaufrance.fr in die Seille entwässert. Durch den südlichen Teil der Gemeinde führt die Departementsstraße D175 (Loisy–Rancy) in West-Ost-Richtung. Das nördliche Gemeindegebiet ist stark bewaldet mit Laubwald. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: les Archers, le Bief, les Bois, les Brussillets, Chardenet, Chavanut, les Crochets, la Crôte, la Cure, la Défriche, Écuelle, Étang-Neuf, les Farges, la Folie, le Marnaud, les Maupreys, Molaise, le Moley, le Pin, Port-de-Chevreux, le Quart, la Rippe-à-Peine, Romaine, le Rompois, Tiffailles. Klima Das Klima in Huilly-sur-Seille ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,4 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1121 mm, dabei ist der November mit 118 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 82 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2754 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung geht zurück auf 981, als Ecclesia Sancti-Johannis in villa quae dicitur Anguliacus erwähnt wird. Es bestand also bereit in dieser Zeit eine Kirche, die Johannes dem Täufer geweiht war. Offensichtlich war das Gebiet schon zu gallo-römischer Zeit besiedelt, denn diese Kirche stand in einem Ort, der Anguliacus genannt wurde. Ernest Nègre ISBN 978-2-600-02883-7 führt den Namen zurück auf den Personennamen Angulius, mit dem Possessivsuffix -acum wurde sein Besitz zu Anguiliacum. Dass der Name auf den lateinischen Anguilla, den Aal zurückzuführen ist, scheint eher zweifelhaft.

Geschichte Molaise war als eigene Gemeinde genannt und wurde erst 1823 mit Huilly-sur-Seille vereinigt, verfügte aber über ein Schloss, das 1868 erbaut wurde und heute noch besteht. Vorher bestand ein älteres Schloss, von dem die Motte untersucht wurde. Neben Molaise waren auch Romaine und Port-de-Chevreux eigene Lehen, während das übrige Gebiet zur Baronie von Loisy gehörte.

Henri, Herzog von Burgund schenkte die Kirche von Huilly dem Abt des Klosters Tournus, unter der Bedingung, dass die Erträge bei ihm verblieben. Eude, der Abt von Tournus übertrug ihm dafür die Kapelle des Heiligen Martin in Jouvençon mit zugehörigen Ländereien. Die Kirche ist dem Heiligen Georg geweiht und wurde 1877 erweitert. Die Statue des Heiligen aus verschiedenfarbenen Hölzern aus dem 15. Jahrhundert ist nach wie vor vorhanden. 1934 wurde die Mairie-École erbaut, 1950 wurde die Brücke über die Seille erbaut, sie ersetzte die frühere Fähre. 1988 bestanden noch etwa 17 Landwirtschaftsbetriebe, heute werden rund 50 Liegenschaften als Ferienhäuser genutzt. Die Herren von Huilly 981 schenkte der Herzog von Burgund, Heinrich der Große, die Kirche der Benediktinerabtei Tournus. Huilly-sur-Seille war Teil der Baronie von Loisy und mit deren Geschichte verbunden.

Es bestanden aber noch weitere Lehen im Gemeindegebiet: Molaise: 1533 gehörte der Weiler ebenfalls zur Baronie von Loisy, 1662 gehörte es Pierre de Thoisy, Herr von Gamay, Molaise und Joudes. Im 18. Jahrhundert gehörte es den de Berbis, Marquis von Rancy, Baron des Barres und Herren von Molaise Romaine: dazu ist nur bekannt, dass der Weiler im 18. Jahrhundert den de Berbis, Marquis von Rancy, Baron des Barres und Herren von Molaise gehörte. Chevreux-sur-Seille hatte einen Hafen für die Schifffahrt auf der Seille. Er gehörte im 18. Jahrhundert ebenfalls den de Berbis, Marquis von Rancy, Baron des Barres und Herren von Molaise.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Georges in Huilly-sur-Seille

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %352178174102,8

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 49 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 33 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Generell ist die Bevölkerung jünger als der Durchschnitt im Arrondissement Louhans (44 % unter 45 und 36 % über 60 Jahre alt). Offensichtlich hat die Bautätigkeit zu Neuzuzügen mit Kindern geführt. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19992052032+14,5 % = 26 WE davon Hauptwohnsitz 151Zweit- oder Ferienwohnsitz39vakant15

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe1Baugewerbe2Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie5Information und KommunikationFinanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen2Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und SozialwesenSonstige Dienstleistungen2Land- und Forstwirtschaftsbetriebe7 In der Gemeinde befinden sich ein Coiffeursalon und ein Bauunternehmen sowie eine Gîte und eine Bibliothek. Für die Güter des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Cuisery oder Tournus.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Huilly-sur-Seille Crème et beurre de Bresse zugelassen, ferner Volaille de Bresse und Dinde de Bresse.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon untersteht und von 36 Schülern in zwei Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025). Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.

Öffentlicher Verkehr Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Georges, ehemals Saint-Jean aus dem 12. Jahrhundert

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté