mini|Sitzblockade vor dem Gebäude bei der Revolution 2011

Das Repräsentantenhaus () in der Hauptstadt Kairo ist gemäß der ägyptischen Verfassung von 2014 das Einkammerparlament Ägyptens.

Geschichte Das Repräsentantenhaus hieß bis 2012 Volksversammlung (), war das Unterhaus im ägyptischen Zweikammersystem und besaß mehr gesetzgeberische Vollmachten als der Schura-Rat (das durch die Verfassung von 2014 abgeschaffte ägyptische Oberhaus). Damals bestand die Volkskammer aus 508 Abgeordneten, wovon 498 vom Volk gewählt wurden; die übrigen 10 Mandate wurden vom Staatsoberhaupt vergeben.

Die letzten Wahlen zur Volksversammlung hatten im Winter 2011/12 stattgefunden. Allerdings wurde das Repräsentantenhaus am 15. Juni 2012 aufgrund eines Urteils des Obersten Verfassungsgerichts aufgelöst. Die Richter urteilten, einige Artikel des Wahlgesetzes seien verfassungswidrig gewesen, da es den politischen Parteien möglich war, auch Kandidaten für das Drittel der Sitze zu nominieren, das nach der Verfassung unabhängigen Kandidaten zustand. Damit sei die Gleichheit der Wahl verletzt worden. Somit sei die Zusammensetzung der gesamten unteren Kammer ungesetzlich und damit Neuwahlen nötig gewesen.Parlament in Ägypten aufgelöst - Verzweifelter Kampf gegen das Chaos Süddeutsche.de vom 15. Juni 2012 (abgerufen am 7. Juli 2013)

In der Folgezeit wurden Neuwahlen wiederholt angekündigt, doch immer wieder verschoben. Erst nach Verabschiedung der Verfassung von 2014 fanden im Herbst 2015 Wahlen zum nun so benannten Repräsentantenhaus statt.

Siehe auch Politisches System Ägyptens Liste politischer Parteien in Ägypten

Literatur

Reiner Biegel: Die Parlamentswahlen 2000 in Ägypten. Pyrrhussieg der Regierungspartei wird zur Niederlage. In: KAS-Auslandsinformationen 1/01. S. 4–34.

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Einzelnachweise

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