Die Qualifikationsspiele für die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2017 wurden in der Zeit vom 4. April 2015 bis 25. Oktober 2016 ausgetragen. 46 der 54 UEFA-Mitglieder spielten um 15 Startplätze bei der Endrunde in den Niederlanden, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wird. Die Auswahl des Gastgebers war automatisch qualifiziert. Keine Mannschaft meldeten die Verbände aus Armenien, Aserbaidschan, Bulgarien, Gibraltar, Liechtenstein, San Marino und Zypern. Erstmals hatten die Verbände von Albanien, Andorra, Moldau und Montenegro ihre Mannschaften gemeldet. Albanien und Montenegro hatten aber bereits an der Qualifikation für die WM 2015 teilgenommen und Moldau hatte bereits in der Kategorie B der Qualifikation für die WM 2007 teilgenommen, um die Chance zu erhalten, bei der nächsten Qualifikation in der dann aber abgeschafften A-Kategorie zu starten.
Modus Die Qualifikation fand über drei Runden statt. Die 1. Qualifikationsrunde bestritten nur die acht schwächsten Nationalmannschaften. Sie wurden auf zwei Gruppen zu je vier Mannschaften aufgeteilt, die in Miniturnieren zwei Teilnehmer an der 2. Qualifikationsrunde ausspielten.
In der 2. Qualifikationsrunde bildeten die zwei Gruppensieger der 1. Runde und die 38 gesetzten Mannschaften acht Gruppen zu je fünf Mannschaften. Innerhalb jeder Gruppe spielte jede Mannschaft ein Heim- und ein Auswärtsspiel gegen jede andere. Die Gruppensieger und die sechs besten Gruppenzweiten qualifizierten sich direkt für die Endrunde der Europameisterschaft. Die beiden schlechtesten Gruppenzweiten spielten in den Play-offs der 3. Qualifikationsrunde um den letzten freien Platz bei der Endrunde.
Wenn zwei oder mehr Mannschaften einer Gruppe nach Abschluss eines Miniturniers die gleiche Anzahl Punkte aufwiesen, wurde die Platzierung nach folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge ermittelt: a. höhere Punktzahl aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften; b. bessere Tordifferenz aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften; c. größere Anzahl erzielter Tore aus den Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften; d. wenn nach der Anwendung der Kriterien a) bis c) immer noch mehrere Mannschaften denselben Platz belegen, werden die Kriterien a) bis c) erneut angewendet, jedoch ausschließlich auf die Direktbegegnungen der betreffenden Mannschaften, um deren definitive Platzierung zu bestimmen. Führt dieses Vorgehen keine Entscheidung herbei, werden die Kriterien e) bis h) angewendet; e. bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen; f. größere Anzahl erzielter Tore aus allen Gruppenspielen; g. geringere Gesamtzahl an Strafpunkten auf der Grundlage der in allen Gruppenspielen erhaltenen gelben und roten Karten (rote Karte = 3 Punkte, gelbe Karte = 1 Punkt, Platzverweis nach zwei gelben Karten in einem Spiel = 3 Punkte); h. Platzierung in der UEFA-Frauen-Nationalmannschafts-Koeffizientenrangliste, die für die Auslosung der Vorrunde verwendet wurde
Trafen zwei Mannschaften im letzten Gruppenspiel aufeinander, die dieselbe Anzahl Punkte, die gleiche Tordifferenz und dieselbe Anzahl Tore aufweisen, und endete das betreffende Spiel unentschieden, wurde ihre endgültige Platzierung durch Elfmeterschießen ermittelt, vorausgesetzt, dass keine andere Mannschaft derselben Gruppe nach Abschluss der Gruppenspiele dieselbe Anzahl Punkte hatte. Hatten mehr als zwei Mannschaften dieselbe Anzahl Punkte, fanden die oben genannten Kriterien Anwendung. Dieses Verfahren war nur dann erforderlich, wenn die Platzierung der Mannschaften ausschlaggebend war.
Zur Ermittlung des/der besten Zweitplatzierten wurden nur die Ergebnisse gegen die erst- und drittplatzierten Mannschaften gewertet. Dabei galten die folgenden Kriterien in dieser Reihenfolge: a. höhere Punktzahl; b. bessere Tordifferenz; c. größere Anzahl erzielter Tore; d. geringere Gesamtzahl an Strafpunkten auf der Grundlage der erhaltenen gelben und roten Karten (rote Karte = 3 Punkte, gelbe Karte = 1 Punkt, Platzverweis nach zwei gelben Karten in einem Spiel = 3 Punkte); e. Platzierung in der UEFA-Frauen-Nationalmannschafts-Koeffizientenrangliste, die für die Auslosung der Vorrunde verwendet wurde (vgl. Anhang B.1.2a).
1. Qualifikationsrunde Die 1. Qualifikationsrunde wurde am 19. Januar 2015 in der UEFA-Zentrale in Nyon ausgelost. Die Gastgeber der Miniturniere sind fett markiert. In Klammern ist der UEFA-Koeffizient vom November 2014 aufgeführt. Für Moldau waren die Qualifikationsspiele die ersten Länderspiele seit 2006, für Andorra die ersten Wettbewerbsspiele überhaupt.
Gruppe 1 Gruppe 2 (-) (45) (48) (-) (46) (42) (47) (44)
Gruppe 1 Das Turnier in der Republik Moldau wurde vom 4. bis 9. April 2015 ausgetragen.
04.04.2015 Orhei Luxemburg – Lettland 4:3 (1:1) Vadul lui Vodă Moldau – Litauen 2:0 (0:0) 06.04.2015 Orhei Litauen – Luxemburg 2:0 (1:0) Vadul lui Vodă Moldau – Lettland 0:1 (0:1) 09.04.2015 Vadul lui Vodă Luxemburg – Moldau 0:3 (0:1) Orhei Lettland – Litauen 1:1 (0:1)
Gruppe 2 Das Turnier auf der Insel Malta wurde vom 4. bis 9. April 2015 ausgetragen.
Georgien wurde Gruppensieger aufgrund der besseren Tordifferenz in den direkten Vergleichen mit den Färöer und Malta. 04.04.2015 Ħamrun Georgien – Färöer 2:0 (1:0) Ħamrun Andorra – Malta 3:5 (1:4) 06.04.2015 Ħamrun Färöer – Andorra 8:0 (2:0) Ħamrun Georgien – Malta 1:2 (0:0) 09.04.2015 Ħamrun Malta – Färöer 2:4 (1:2) Attard Andorra – Georgien 0:7 (0:4)
2. Qualifikationsrunde Die Auslosung der 2. Qualifikationsrunde wurde am 20. April 2015 in Nyon durchgeführt. Es wurden insgesamt acht Gruppen mit je 5 Mannschaften ausgelost. Die Gruppenspiele fanden zwischen dem 14. September 2015 und 20. September 2016 statt. Für die Endrunde qualifizierten sich die acht Gruppensieger und sechs der besten Zweitplatzierten direkt.
Die weiteren zwei Zweitplatzierten ermittelten in Entscheidungsspielen (3. Qualifikationsrunde) mit Hin- und Rückspiel den 16. Teilnehmer. Für die Ermittlung der besten Gruppenzweiten zählten in den Gruppen nur die Spiele gegen den Ersten, Dritten und Vierten.
Farbindex: grüne Hintergrundfarbe = Platzierung berechtigt zur Teilnahme an der EM-Endrunde. gelbe Hintergrundfarbe = 2. Gruppenplatz, berechtigt zur Ermittlung der direkten EM-Endrundenteilnahme als beste Gruppenzweite. ohne Hintergrundfarbe = Mannschaften können sich noch qualifizieren. rosa Hintergrundfarbe = Mannschaften konnten sich nicht qualifizieren.
Lostöpfe: 1: Deutschland, England, Frankreich, Island, Italien, Norwegen, Schweden, Spanien 2: Belgien, Dänemark, Finnland, Österreich, Russland, Schottland, Schweiz, Ukraine 3: Irland, Polen, Rumänien, Serbien, Tschechien, Ungarn, Wales, Belarus 4: Bosnien und Herzegowina, Griechenland, Israel, Nordirland, Portugal, Slowakei, Slowenien, Türkei, 5: Albanien, Estland, Georgien, Kasachstan, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Montenegro
Übersicht UEFA-Rang der Teilnehmer in Klammern.
Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4 1. (8) 1. (7) 1. (2) 1. (3) 2. (13) 2. (11) 2. (15) 2. (10) 3. (24) 3. (20) 3. (21) 3. (17) 4. (31) 4. (25) 4. (32) 4. (27) 5. (37) 5. (38) 5. (36) 5. (40) Gruppe 5 Gruppe 6 Gruppe 7 Gruppe 8 1. (1) – Titelverteidiger 1. (6) 1. (5) 1. (4) 2. (9) 2. (12) 2. (16) 2. (14) 3. (22) 3. (18) 3. (23) 3. (19) 4. (29) 4. (26) 4. (28) 4. (30) 5. (34) 5. (39) 5. (33) 5. (35)
Gruppe 1 In Gruppe 1, der einzigen Gruppe ohne einen Teilnehmer der WM 2015, ist Island die einzige Mannschaft, die sich schon für EM-Endrunden qualifizieren konnte und Schottland die Mannschaft, die bisher die meisten Länderspiele bestritten hat. Island und Schottland trafen bisher achtmal aufeinander, zuletzt im Juni 2013, aber nur zweimal in Pflichtspielen (1992 in der Qualifikation für die EM 1993). Die Bilanz spricht mit vier Siegen bei je zwei Remis und Niederlagen für Island. Auf Belarus trafen die Isländerinnen bisher zweimal, in der Qualifikation für die WM 2007 wurden beide Spiele gewonnen. Dagegen ist die Bilanz gegen Slowenien ausgeglichen: je ein Sieg und eine Niederlage gab es in der Qualifikation für die EM 2009. Gegen Mazedonien haben Island ebenso wie Schottland noch nie gespielt. Die Sloweninnen bestritten dagegen bereits 2005 ein Freundschaftsspiel gegen Mazedonien, das sie mit 7:1 gewannen und damit ihren höchsten Länderspielsieg erreichten. Gegen Schottland haben die Sloweninnen dagegen noch nie gespielt und die Schottinnen spielten auch erst einmal gegen Belarus und kamen dabei im September 2000 nur zu einem 2:2. Belarus und Mazedonien spielten in der Qualifikation für die WM 2011 gegeneinander, wobei die Belarussinnen in beiden Spielen je sechs Tore erzielten.
22.09.2015 Ajdovščina Slowenien – Schottland 0:3 (0:2) Reykjavík Island – Belarus 2:0 (1:0) 19.10.2015 Kranj Slowenien – Belarus 3:0 (1:0) 22.10.2015 Skopje Mazedonien – Island 0:4 (0:4) 23.10.2015 Motherwell Schottland – Belarus 7:0 (1:0) 26.10.2015 Lendava Slowenien – Island 0:6 (0:2) 27.10.2015 Skopje Mazedonien – Schottland 1:4 (1:4) 26.11.2015 Skopje Mazedonien – Belarus 0:2 (0:0) 29.11.2015 Paisley Schottland – Mazedonien 10:0 (6:0) 08.04.2016 Paisley Schottland – Slowenien 3:1 (2:1) 12.04.2016 Minsk Belarus – Island 0:5 (0:3) Lendava Slowenien – Mazedonien 8:1 (1:0) 03.06.2016 Skopje Mazedonien – Slowenien 0:9 (0:6) Falkirk Schottland – Island 0:4 (0:1) 07.06.2016 Minsk Belarus – Schottland 0:1 (0:1) Reykjavík Island – Mazedonien 8:0 (6:0) 15.09.2016 Minsk Belarus – Mazedonien 6:2 (4:1) 16.09.2016 Reykjavík Island – Slowenien 4:0 (2:0) 20.09.2016 Reykjavík Island – Schottland 1:2 (1:1) Minsk Belarus – Slowenien 2:0 (1:0)
Gruppe 2 Von den fünf Mannschaften der Gruppe 2 spielten Finnland und Portugal bisher am häufigsten gegeneinander, zumeist beim Algarve-Cup, wo sie allein sechsmal im Spiel um Platz 7 aufeinandertrafen. Mit fünf Siegen, zwei Remis (beide im Elfmeterschießen entschieden) und vier Niederlagen haben die Finninnen noch knapp die Nase vorn. Spanien traf dagegen erst dreimal auf Finnland, gewann in der Qualifikation für die WM 2007 einmal und spielte ebenso wie in einem Freundschaftsspiel einmal remis gegen die Nordeuropäerinnen. Auch gegen Irland haben die Spanierinnen mit zwei Siegen bei einer Niederlage (beide gewannen die Auswärtsspiele in der Qualifikation für die EM 1993 gegeneinander) eine positive Bilanz. Gegen den Nachbarn Portugal gab es dagegen erst zwei Freundschaftsspiele, wovon jede Mannschaft eins gewann – aber noch kein Wettbewerbsspiel. Auf Montenegro treffen die Spanierinnen dagegen erstmals in dieser Qualifikation. Montenegro hat aber auch gegen die anderen Gruppengegner noch nicht gespielt. Irland hat außer gegen Spanien bisher nur gegen Finnland gespielt, zuletzt beim Zypern-Cup 2013 das Spiel um Platz 7 verloren. Zuvor gab es 1987 noch ein Freundschaftsspiel, das torlos endete.
17.09.2015 Turku Finnland – Montenegro 1:0 (0:0) 21.09.2015 Dublin Irland – Finnland 0:2 (0:1) 27.10.2015 Moreira de Cónegos Portugal – Irland 1:2 (1:2) Helsinki Finnland – Spanien 1:2 (1:2) 26.11.2015 Dublin Irland – Spanien 0:3 (0:2) Estoril Portugal – Montenegro 6:1 (4:1) 01.12.2015 Badajoz Spanien – Portugal 2:0 (2:0) 24.01.2016 Petrovac Montenegro – Spanien 0:7 (0:3) 07.04.2016 Petrovac Montenegro – Irland 0:5 (0:3) 08.04.2016 Covilhã Portugal – Spanien 1:4 (0:2) 12.04.2016 Petrovac Montenegro – Finnland 1:7 (1:3) Las Rozas de Madrid Spanien – Irland 3:0 (0:0) 03.06.2016 Valkeakoski Finnland – Irland 4:1 (2:0) Petrovac Montenegro – Portugal 0:3 (0:2) 07.06.2016 Helsinki Finnland – Portugal 0:0 Dublin Irland – Montenegro 9:0 (3:0) 15.09.2016 Las Rozas de Madrid Spanien – Montenegro 13:0 (8:0) 16.09.2016 Trofa Portugal – Finnland 3:2 (2:2) 20.09.2016 Leganés Spanien – Finnland 5:0 (1:0) Dublin Irland – Portugal 0:1 (0:0)
Gruppe 3