mini|Bahnhofstrasse, Blick nach Nordosten mini|Bahnhofstraße, Blick nach Südwesten mini|Gemeindehaus Ullersdorf ()Eintrag „Kuša“ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de ist ein Ortsteil der Gemeinde Jamlitz im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg). Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war der Ort ein Vasallengut des Klosters Neuzelle, 1811 kam er wieder unter die direkte Verwaltung des Klosters. Der Ort war bis 2003 eine eigenständige Gemeinde.
Geographische Lage Ullersdorf liegt im nördlichen Teil des Gebietes der Gemeinde Jamlitz. Die Gemarkung grenzt im Norden an Weichensdorf, im Nordosten an Groß Muckrow, im Osten an Klein Muckrow (alle drei Orte sind Ortsteile der Stadt Friedland (Niederlausitz)), im Südosten an Leeskow (Ortsteil der Gem. Jamlitz), im Süden an den Kernort Jamlitz und im Westen an Trebitz (Ortsteil der Stadt Lieberose).
Auf der Gemarkung liegen der größte Teil des Schwansees und der Kleine See. Durch den Ort hindurch fließt die Sangasse, die im Ortsgebiet einen Bach aufnimmt, der von Nordosten der Sangasse zufließt. Im Nordosten zieht sich das Gelände der Kaserne Weichensdorf auf die Gemarkung Ullersdorf. Nördlich des Ortskerns liegt der Glinsberg mit einer Höhe von 95,2 m, im weiteren Verlauf nach Norden folgen die Beeskower Berge mit einer Höhe bis 90,7 m. Nordwestlich des Ortskerns liegt der Weinberg mit einer Höhe von 89,2 m, an dem noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts tatsächlich auch Wein angebaut wurde.
Durch den Ort hindurch verläuft die L434. In Ullersdorf gab es einen Haltepunkt der Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder), die heute nur noch zu einem kleinen Teil in Betrieb ist. Das Teilstück zwischen Grunow und Peitz, das Ullersdorf berührt, wurde 1996 stillgelegt.
Geschichte Der Ort wird in einem Urkundenbuch des Klosters Neuzelle 1370 erstmals als Vlrichsdorff genannt. Der Name leitet sich von einem Lokator namens Ulrich ab. Nach Rudolf Lehmann im Historischen Ortslexikon der Niederlausitz soll es ursprünglich ein Straßendorf gewesen sein, auch soll der Ort wohl (schon) vor 1317 an das Kloster Neuzelle gekommen sein. Er wurde Anf. des 16. Jh. verlehnt und kam in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an die von Zabeltitz. Lehmann nennt aber keine Einzelheiten.
mini|Ullersdorf auf dem Urmesstischblatt 3952 Groß Muckrow von 1844 Nach Houwald war der erste in Ullersdorf nachgewiesene von Zabeltitz ein Georg von Zabeltitz, der 1561 gestorben war. Er hatte eine Tochter Elisabeth. Über die Ehegelder für diese damals noch nicht verheiratete Tochter entstanden Unklarheiten, die in einer Beurkundung vom 20. März 1561 beigelegt wurden. Eine weitere Tochter könnte die Ursula von Zabeltitz und Frau des Georg von Zabeltitz auf Laasow gewesen sein, der nach der Turmknopfurkunde von 1585 Patron der Laasower Kirche war. Ursula wird dabei als von Ullersdorf stammend bezeichnet. Nach dem Tod Georgs hatte sein Neffe Antonius Ullersdorf übernommen, denn er wird ausdrücklich zu Ulbersdorf genannt. Die Witwe des verstorbenen Georg, deren Name nicht überliefert ist, hatte in zweiter Ehe Friedrich von Zabeltitz auf Peitzendorf (Gemeindeteil von Altdöbern) und Ogrosen, Bruder des Antonius und damit einen Neffen ihres verstorbenen ersten Mannes in 2. Ehe geheiratet. Antonius hatte die Söhne Fabian, Christoph, der am 13. Mai 1609 einen Lehnbrief über Ranzow und das Vorwerk bei Cottbus erhielt, Georg und Hans sowie die Tochter Eva. Friedrich, der Bruder des Anton nennt sich in einer Urkunde über eine Streitsache vom 13. Januar 1628 ebenfalls von Ullersdorf. In einem Lehnbrief vom 4. Oktober 1599, den Heinrich von Zabeltitz zu Groß Leine für ein Freihaus in Lübben erhielt, wird als Mitbelehnter ein Anton von Zabeltitz zu Ullersdorf genannt. 1609 war dieser Antonius gestorben. Fabian hatte zunächst Ullersdorf übernommen. Er hatte aber keine Leibeserben. Der Sohn Georg war 1609 bereits vor seinem Vater verstorben. Er hatte zwei 1609 und auch noch 1614 minderjährige Söhne hinterlassen, Antonius und Friedrich. Antonius von Zabeltitz (von Ullersdorf) übernahm das Gut und heiratete am 23. Januar 1627 Margaretha von Burgsdorf, Tochter des Friedrich von Burgsdorf aus Merz. Sie brachte 1.000 Taler Ehegeld mit in die Ehe. Antonius und Margaretha hatten zwei Söhne und drei Töchter, Anna Maria und die 1627 geborenen Zwillinge Margarethe Elisabeth und Anna Sabina. Der Sohn Johann Georg war am 24. April 1631 geboren worden. Er ist jung und/oder unverheiratet gestorben; er wird jedenfalls nicht mehr in den Urkunden erwähnt. Der zweite Sohn war Joachim Friedrich. Bei der Niederlage der brandenburgischen Truppen in der Schlacht bei Lyck im Zweiten Nordischen Krieg am Michaelistag (29. September) 1656 wurde der brandenburgische Quartiermeister Joachim Friedrich von Zabeltitz von tatarischen Truppen gefangen genommen und als Sklave in die Türkei verkauft. 1657 traf ein anderer in die Sklaverei verkaufter niederlausitzischer Adliger, Caspar von Kalckreuth aus Grano den Joachim Friedrich von Schlieben auf einer türkischen Galeere vor Rhodos. Dieser vermachte ihm ein Kruzifix, in das er seine Initialen J. F. v. Z. eingeschnitten hatte. Falls Joachim Friedrich verheiratet war, könnte die Notiz in Georg Schmidts Die Familie von Zabeltitz (Zobeltitz), dass Ullersdorf von einer Frau von Zabeltitz an einen Rittmeister von Schlieben verkauft wurde, durchaus zutreffen.
Nach R. Lehmann soll Ullersdorf nun 1661 an die von Schlieben gegangen sein. Da R. Lehmann generell keine Urkundenbelege nennt, sind die Angaben im Einzelnen nicht nachvollziehbar. Götz Freiherr von Houwald führt dagegen eine Urkunde vom 17. Oktober 1666 an, in der es heißt, dass Zacharias Otto von Schlieben seinen Vetter Joachim Friedrich von Schlieben auf Golzig (heute Kasel-Golzig) in die Belehnung zur gesamten Hand seines neuerkauften Gut Ullersdorf aufgenommen habe. In einer Nebenbemerkung erwähnt er, dass er seinen Vetter Joachim Friedrich auch in die Belehnung des Gutes Mochlitz aufnehmen wolle. Leider wird der Vorbesitzer der beiden Güter nicht genannt, auch dürfte der Kauf erst 1665/6 erfolgt sein, da Zacharias Otto bei einem etwaigen Kauf im Jahre 1661 am 17. Oktober 1666 sicher nicht mehr von einem neuerkauften Gut gesprochen hätte. Zacharias Otto war einer der drei Söhne des Zacharias von Schlieben auf Rutzko (Rutzkau, Gemeindeteil von Bronkow). Seine Mutter war Felicia von Stutterheim. Der Bruder Adam Christian war schon um 1650/1 gestorben, der dritte Bruder hieß Caspar Loth. Seine Schwestern waren Felicia Magdalena, verheiratet mit Georg von Zschertwitz auf Briesen und Tornow und Anna Catharina, seit dem 8. August 1651 verheiratet mit Caspar von Leipzig(er) auf Herbersdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Niederer Fläming). Zacharias Otto hatte bereits 1653 mit Einwilligung seines Bruders Caspar Loth das Gut Rutzkau an Hans Christoph von Muschen (oder Mosch) verkauft. Sein Bruder Caspar Loth hatte dagegen 1664/6 das Gut Reicherskreuz gekauft. Der neue Besitzer von Ullersdorf (und Mochlitz) war mit Margarethe Elisabeth von Petersdorf verheiratet. Sie war die Tochter des Joachim von Petersdorf, dem die Hälfte von Groß Drewitz (Ortsteil von Schenkendöbern) gehörte. Zacharias Otto hatte zwei Söhne, Georg Friedrich und Johann Zacharias sowie einige, namentlich nicht bekannte Töchter. 1670 kaufte er von seinem Schwiegervater die Hälfte des Dorfes Groß Drewitz. Um den Kauf von halb Groß Drewitz finanzieren zu können, hatte er 1671 Ullersdorf an die von Stutterheim verkauft (nach R. Lehmann). Houwald dagegen fand keinen Hinweis auf einen Besitz der von Stutterheim in Ullersdorf. Zacharias Otto starb am 23. Februar 1675 und wurde in Grano beigesetzt. Zu diesem Zeitpunkt waren seine beiden Söhne noch minderjährig. Nach R. Lehmann soll Ullersdorf bereits 1674 in den Besitz der von Schönermark gekommen sein. Dagegen fand Houwald nur einen vom 5. Oktober 1690 datierten Lehnsbrief für Hans Caspar von Schönermark über die Gütter Mochlitz und Ullersdorf. Dieser war mit einer Elisabeth Gertraud von Stutterheim, Tochter des Georg von Stutterheim und der Margaretha Barbara von Schönfeld auf Werben verheiratet. 1662 hatte Sigismund d. J. von Schönfeld Ernstens Hof in Werben an seinen Schwager Georg von Stutterheim verkaufen müssen. Mochlitz dürfte somit wohl erst von dem Sohn des Zacharias Otto, einem Hans Zacharias von Schlieben an den Hans Caspar von Schönermark verkauft worden sein.
Der am 7. Januar 1631 in Hartmannsdorf geborene Hans Caspar von Schönermark war in erster Ehe mit Polixena Elisabeth von Löben verheiratet, mit der er vier Kinder hatte, die Söhne Hans Caspar d. J., Cuno Ernst, Hans Adam (1679–1753) und Sofie Eleonore (* 1677). 1682 heiratete er in zweiter Ehe Elisabeth Gertraud von Stutterheim, Tochter des Georg von Stutterheim und der Margaretha Barbara von Schönfeld auf Werben. Hans Caspar d. Ä. hatte noch einen Bruder Alexander von Schönermark auf Hohenahlsdorf. Hans Caspar d. Ä. starb am 18. Februar 1714; sein Grabstein ist in der Kirche von Trebitz aufgestellt. Er hinterließ die beiden Söhne Hans Caspar d. J. und Hans Adam, die 1714 einen Erbvergleich schlossen, nachdem Ullersdorf an Hans Caspar d. J. und Mochlitz an Hans Adam ging. Hans Caspar d. J. starb am 5. Mai 1740 ohne Leibeserben; Ullersdorf fiel deshalb an seine Neffen Erdmann Heinrich von Schönermark und August Wilhelm von Schönermark (Schönnermark). Letzterer ist später auf Hohenahlsdorf nachgewiesen. Er war mit Caroline von Weisse verheiratet, mit der er einen Sohn Ludwig Carl Constantin hatte, der später nach Österreich ging. Erdmann Heinrich von Schönermark (* 27. August 1708 in Mochlitz) erhielt nun Ullersdorf. Er hatte am 7. November 1741 in Trebitz Eva Caroline Johanna Sophia von Thümmel geheiratet. Er besaß außerdem das Gut Linderode (heute Lipinki Łużyckie, Powiat Żarski, Polen).
1775 verkaufte der sächsische Leutnant Erdmann Heinrich von Schönermark das Gut Ullersdorf für 16.000 Taler und 200 Taler Schlüsselgeld an den königlich-preußischen Hauptmann Ernst Sigismund von Mosch auf Kunersdorf (heute ein Ortsteil der Gemeinde Rietz-Neuendorf, Lkr. Oder-Spree). Bei der Übergabe des Gutes wurden 9.000 Taler und die 200 Taler Schlüsselgeld in bar bezahlt. Die restlichen 7.000 Taler blieben zunächst auf dem Gut stehen und wurden mit 5 % verzinst. Der Käufer erhielt am 18. Juli 1776 den Lehnbrief von Abt Edmundus des Klosters Neuzelle. Mitbelehnt waren der Landesälteste und Hauptmann Ernst Abraham von Stutterheim auf Wiese und Hans Heinrich Ludwig von Winterfeld auf Krayne und Lübbinchen.
1779 kaufte Ernst Sigismund von Mosch auch noch Mochlitz, das an die Schwester des Erdmann Heinrich, Johanna Christiane gekommen war. Sie war mit Johann Gottlob von Karras aus dem Hause Schenkendorf verheiratet, diese Ehe blieb aber kinderlos und Johann Gottlob von Karras fiel 1745 als kursächsischer Leutnant in der Schlacht bei Kesselsdorf. 1748 hatte sie Mochlitz um 9.000 Taler an Georg Anton Graf von der Schulenburg und Besitzer der Standesherrschaft Lieberose verkauft. Als dieser 1778 starb, erbte Carl Ernst Georg Graf von Podewils Mochlitz. Er verkaufte Mochlitz am 9. November 1779 an den Hauptmann Ernst Sigismund von Mosch. Der Kaufvertrag wurde vom Kloster am 2. Mai 1780 bestätigt.