Oskar Rosendahl, auch Oscar Rosendahl, (geboren am 27. Dezember 1876 in Witten; gestorben am 8. April 1941 in Huizen, Niederlande) war ein deutscher Architekt. Er war ein Opfer des NS-Regimes und beging Suizid.
Leben Oskar Rosendahl wurde als Sohn des Düsseldorfer Kaffeegroßhändlers und Kaffeeröstereibesitzers Josef RosendahlNeustraße 25, Rosendahl, Josef, Kafeehandl. und Brennerei, E.(=Eigentümer), in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1887 geboren. Der Architekt Willy (Wilhelm) Rosendahl (* 1881) war sein jüngerer Bruder.Civilstand der Oberbürgermeisterei Düsseldorf: Den 15. März, Wilhelm, S. d. Kaufmannes Josef Rosendahl, Neustr., in Düsseldorfer Volksblatt, No. 90, vom 4. April 1881 Nach seiner Abschlussprüfung an der Baugewerkschule Köln 1895 arbeitete er fünf Monate in Dortmund. In den Jahren 1897 und 1898 unternahm er mehrere Reisen nach Belgien, Frankreich und Großbritannien. Ab 1898 bis 1902 war er in verschiedenen Architekturbüros in Köln tätig. Zwischen 1902 und 1914 war er einer der wichtigsten Architekten für den linksrheinischen Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel mit zweiter Anschrift am Barbarossaplatz 2.Rosendahl, Oscar, Architekt, Ellerstr. 115, Obercassel, Barbarossaplatz 2, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 5. Teil, 1905, S. 60 Bis zu seiner Emigration nach Amsterdam 1937 war er hauptsächlich in Düsseldorf, aber auch in Köln und Amsterdam tätig. Aus der Zeit im Exil ist bisher nur eine Arbeit bekannt, der Umbau und die Renovierung des Lichtspieltheaters Lumière mit A. Krijgsman in Rotterdam. Wohl angesichts der blutigen Niederschlagung des Februarstreiks der niederländischen Bevölkerung und der Aussichtslosigkeit seiner Lage beging er am 8. April 1941 in Huizen Suizid.Wolfram Hagspiel: Köln und seine jüdischen Architekten. J. P. Bachem Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-7616-2294-0, S. 348 f. Er war Mitglied des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin.Myra Warhaftig: Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933. Das Lexikon. Dietrich Reimer, Berlin 2005, ISBN 978-3-496-01326-6, S. 413.
Kinoarchitektur Rosendahl war ein bekannter Kinoarchitekt. 1911 veröffentlichte er im Fachmagazin Der Kinematograph den Aufsatz: Das Kinematographentheater der Neuzeit, sein Bau und seine architektonische Entwicklung. Da das Kino nicht mehr nur die „niederen Volksschichten“, sondern auch ein bürgerliches Publikum anziehe, plädierte Rosendahl für eine „würdige, monumentale Erscheinung“ „der inneren und äußeren Raumgestaltung dieses Gebäudes“. Eine Bestuhlung in parallelen Sitzreihen mit Ausrichtung auf die Leinwand, die Verlegung der Gänge an die Seiten, eine Steigung des Saals und eine erhöhte Hängung der Leinwand schaffe ein freies Blickfeld und lenke die Aufmerksamkeit auf das Sehen der Filme.Daniel Fritsch: Georg Simmel im Kino. Die Soziologie des frühen Films und das Abenteuer der Moderne. transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1315-5, S. 54 ff.
Bauwerke (Auswahl)
Lichtspieltheater 1910: Wohn- und Geschäftshaus mit Lichtspieltheater „Lichtspiele Königsallee“ in Düsseldorf, Königsallee 38–40Geschichte, Lichtburg (Düsseldorf) 1925: „Kur-Lichtspiele“ Bad Oeynhausen, Klosterstraße 12Bad Oeynhausen Kurlichtspiele, Kinowiki auf filmtheater.square7.ch 1927/1928: Lichtspieltheater „Capitol“ für E. Neuhaus in Düsseldorf, Worringer Platz 4 (Kölner Straße 68) 1934/1935: City-Theater in Amsterdam, Kleine Gartmanplantsoen 15–19 (mit Jan Wils)Herman van Bergeijk: Jan Wils: de stijl en verder. Uitg. 010, Rotterdam 2007, ISBN 978-90-6450-567-6, S. 100, 187. 1935/1936: Swinden Theater in Amsterdam, Van Swindenstraat 72-76 (mit Jan Wils) 1939: Umbau und Renovierung des Lichtspieltheaters „Lumière“ in Rotterdam, Coolsingel 83 (mit A. Krijgsman)
Kaufhäuser 1911–1913: Kaufhaus Isay für Gebr. Isay oHG in Köln, Zeppelinstraße 4–6 1932: Umbau des Kaufhauses Gebr. Hartoch AG in Düsseldorf, Bolkerstraße 17/19/21, Flinger Straße 20 und Marktplatz 2
Weitere Bauwerke 1906/1907: Villa für Julius Isaac Berger in Langenfeld, Rheindorfstraße 3Zeitschrift für Architektur und Ingenieurwesen, 54. Jahrgang 1908, S. 117. 1908: Mehrfamilienhaus in Düsseldorf-Bilk, Witzelstraße 48 1909/1910: Mehrfamilienhaus in Düsseldorf-Bilk, Ludgerusstraße 5 1909/1910: Mehrfamilienhaus in Düsseldorf-Bilk, Ludgerusstraße 7 1909/1910: Mehrfamilienhaus-Gruppe in Düsseldorf-Friedrichstadt, Gustav-Poensgen-Straße 5–15
Bauwerke in Oberkassel, heute unter Denkmalschutz Reihenhäuser 1911–1914: Reihenhäuser Siegfriedstraße 5–23
Wohn- und Geschäftshäuser 1903: Dominikanerstraße 2 1904: Dominikanerstraße 12 / Cheruskerstraße 1904/1905: Barbarossaplatz 4 / Dominikanerstraße 1906/1907: Dominikanerstraße 5 1906/1907: Dominikanerstraße 7
Mehrfamilienhäuser 1904/1905: Düsseldorfer Straße 6, für Peter Grohmann 1905: Steffenstraße 33 1905/1906: Düsseldorfer Straße 12 1906: Dominikanerstraße 10 1906: Columbusstraße 11, für Fritz Peckhaus 1906: Düsseldorfer Straße 10, für Peter Grohmann 1909: Düsseldorfer Straße 14 1909: Düsseldorfer Straße 16 / Markgrafenstraße
Stadtvilla 1905: Villa Lauf, Kaiser-Wilhelm-Ring 10für Jos. Lauf, Holzhandlung, Eigentümer (E.) Kaiser-Wilhelm-Ring 10, in Adreßbuch für die Stadtgemeinde Düsseldorf, 1910, S. 184
Einfamilienhäuser 1907/1908: Glücksburg Straße 3 1908/1909: Brend’amourstraße 78 1908/1909: Brend’amourstraße 80 1908/1910: Brend’amourstraße 76 Quelle:Wolfram Hagspiel: Oskar Rosendahl. In: Köln und seine jüdischen Architekten. J. P. Bachem Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-7616-2294-0, S. 350 f.
Schriften Das Kinematographentheater der Neuzeit, sein Bau und seine architektonische Entwicklung. In: Der Kinematograph, Organ für die gesamte Projektionskunst, 4, 8. März 1911, Nr. 219, S. 10–12.
Literatur Baugewerks-Zeitung, 40. Jahrgang 1908, S. 621 f. 50 Jahre Staatliche Baugewerkschule Köln 1879–1929. Köln 1929, S. 18. Daniel Fritsch: Georg Simmel im Kino. Die Soziologie des frühen Films und das Abenteuer der Moderne. transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1315-5, S. 55 ff. () Wolfram Hagspiel: Oskar Rosendahl. In: Köln und seine jüdischen Architekten. J. P. Bachem Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-7616-2294-0, S. 348–353.
Weblinks
, abgerufen am 20. Januar 2015.
Einzelnachweise
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