Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Marienburg führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Marienburg auf.
Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.
Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.
Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Johanna Auerbach (Parkstraße 10) Hier wohnteJohanna Auerbach, geb. Rothschild (Jahrgang 1873) Flucht Holland Deportiert Bergen-Belsen Ermordet Parkstr. 10()120px Der Stolperstein erinnert an Johanna Selma Auerbach (geb. Rothschild), geboren am 2. April 1873 in Köln.
Johanna Selma Auerbach war die Frau des Kölner Justizrates Selmar Auerbach. Das Ehepaar hatte zwei Töchter. Die Anwaltspraxis ihres Mannes befand sich seit 1917 in der Villa Parkstraße 10, die 1914 von dem Architekten Paul Pott erbaut wurde. Da Selmar Auerbach bereits vor 1914 seine Ernennung zum Anwalt erhalten hatte, blieb ihm auch nach 1933 die Zulassung erhalten. Er erkrankte im Frühjahr 1933 und verstarb am 5. Mai 1934. Johanna flüchtete nach 1938 vor den Nationalsozialisten nach Holland (Bussum, Groot Hertoginnelaan 44).Digital Monument to the Jewish Community in the Netherlands: Johanna Auerbach-Rothschild Das Haus in der Parkstraße 10 ging in das Eigentum der Familie Richard Fackeldey (Opekta) über. Am 12. September 1942 wurde sie in das Durchgangslager Westerbork deportiert. Zwei Tage später, am 14. September 1942 wurde Johanna Auerbach gemeinsam mit 901 anderen Häftlingen nach Auschwitz transportiert, wo sie am 16. September ankam. Am 17. September 1942 wurde sie vermutlich mit einem Großteil der Häftlinge des Transportes in Auschwitz ermordet.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Auerbach, Johanna Selma 120px Hier wohnteMarianne Auerbach (verh. Starkand), (Jahrgang 1914) gedemütigt/entrechtet Flucht 1936 Palästina Parkstr. 10()120px 120px Hier wohnteDr. Selmar Auerbach (Jahrgang 1872) gedemütigt/entrechtet tot 5. Mai 1934 Parkstr. 10() 120px|Stolperstein für Ulrike Auerbach (Parkstraße 10).jpg Hier wohnteUlrike Auerbach (Jahrgang 1907) Flucht Holland Deportiert Bergen-Belsen Ermordet Parkstr. 10() Der Stolperstein erinnert an Ulrike Auerbach, geboren am 13. August 1907 in Köln.
Ulrike Auerbach war die Tochter von Johanna und Selmar Auerbach. Sie flüchtete zusammen mit ihrer Mutter nach 1938 nach Holland. Ebenso wie die Mutter wird sie am 12. September 1942 über Westerbork nach Auschwitz deportiert und vermutlich nach der Ankunft am 17. September 1942 ermordet.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Auerbach, Ulrike 120px|Stolperstein für Maria Bing (Oberländer Ufer 208) Hier wohnteMaria Bing (verh. Fittler), (Jahrgang 1908) Flucht 1936 Schweiz Oberländer Ufer 208() Der am 23. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Maria Fittler (geb. Bing), geboren 1908 in Köln.
Der Stolperstein für Moritz Bing und seine Familie wurde gestiftet von der Sektion Rheinland-Köln des Deutschen Alpenvereins. 120px|Stolperstein für Dr. Moritz Bing (Oberländer Ufer 208) Hier wohnteDr. Moritz Bing (Jahrgang 1875) Berufsverbot 1938 Verhaftet Interniert Brauweiler 'Schutzhaft' 1938 Dachau Flucht 1938 Schweiz Oberländer Ufer 208() Der am 23. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Moritz Bing, geboren am 23. März 1875 in Köln.
Moritz Bing war der Sohn eines israelitischen Kaufmanns und studierte Rechtswissenschaften. Am 5. Juli 1897 bestand er sein Referendarsexamen in Köln und promovierte am 28. Oktober 1897 in Erlangen. Das Assessorexamen bestand er im September 1901 und wurde Gerichtsassessor. Am 21. April 1902 wurde Moritz Bing am Amts- und Landgericht Köln als Rechtsanwalt zugelassen. 1915 wurde Moritz Bing zum Kriegsdienst an der Westfront einberufen. Moritz Bing war in verschiedenen Sozietäten tätig und arbeitete zudem seit Ende der 1920er Jahre als Patentanwalt für den Kölner Kleidungshersteller Bierbaum-Proenen. Da der Inhaber Franz Proenen (Mitglied der NSDAP) an seinen jüdischen Mitarbeitern festhalten wollte, musste er sich später einem Parteiausschlussverfahren stellen. Moritz Bing war für Bierbaum-Proenen bis zu seiner Flucht 1938 tätig. Auf Grund des Verbotes von Sozietäten von jüdischen und arischen Rechtsanwälten schied Moritz Bing am 29. September 1933 aus seiner bisherigen Bürogemeinschaft aus und schloss sich mit Justizrat Albert Cahen II zusammen. Als ehemaliger Frontkämpfer konnte Moritz Bing seinen Beruf zunächst weiter ausüben. Im Rahmen der 5. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz wurde ihm zum 30. November 1938 die Anwaltszulassung entzogen. Während der Novemberpogrome 1938 wurde er verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. Erst nachdem Moritz Bing seine Häuser Oberländer Ufer 208 und Kermeterstraße 3a verkauft hatte, wurde er wieder freigelassen. Moritz Bing flüchtete 1938 in die Schweiz. Laut Reichsanzeiger Nr. 143 wurde sein Vermögen am 23. Juni 1941 „als dem Reich verfallen“ erklärt.
Moritz Bing starb am 13. November 1947 in Bern.
Wiedergutmachungsansprüche seiner Erben auf Rückübertragung des Anwesens Oberländer Ufer 208 wurden später mit einer Vergleichszahlung von 35.000 DM für das im Kriege beschädigte Haus abgegolten. Das Grundstück Kermeterstraße 3a wurde den Erben rückübertragen und zu Wiedergutmachungsansprüchen bezüglich entzogener Vermögen, Wertpapieren und Schmuck wurden weitere Vergleiche geschlossen.
Der Stolperstein für Moritz Bing und seine Familie wurde gestiftet von der Sektion Rheinland-Köln des Deutschen Alpenvereins. Moritz Bing war langjähriges Mitglied des Kölner Alpenvereins, unter anderem Darlehensgeber für den Bau des Kölner Hauses oberhalb von Serfaus in Tirol. Moritz Bing war bis zum 1. August 1937 das letzte Mitglied jüdischen Glaubens des Kölner Alpenvereins und bis zuletzt ein Verfechter gegen antisemitischen Tendenzen im Kölner Alpenverein.dav-koeln.de: Thema Antisemitismus, abgerufen am 28. Dezember 2017dav-koeln.de: „Wer Mitglied werden will, muß arischer Abstammung sein.“ Der Antisemitismus in der Sektion Rheinland-Köln des Alpenvereins (PDF; 6,3 MB), abgerufen am 28. Dezember 2017 120px|Stolperstein für Dr. Susanne Bing (Oberländer Ufer 208) Hier wohnteDr. Susanne Bing (verh. Schmalenbach), (Jahrgang 1905) Flucht 1938 Schweiz Oberländer Ufer 208() Der am 23. November 2017 verlegte Stolperstein erinnert an Susanne Schmalenbach (geb. Bing), geboren am 11. November 1905 in Köln. Susanne Bing war die älteste Tochter des Rechtsanwaltes Moritz Bing und seiner Frau Alice.
Die promovierte Literaturwissenschaftlerin floh 1938 mit ihrem Vater in die Schweiz. 1945 heiratete sie den aus Köln stammenden Kunsthistoriker Fritz Schmalenbach. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1992 lebte sie in Lübeck.
Der Stolperstein für Moritz Bing und seine Familie wurde gestiftet von der Sektion Rheinland-Köln des Deutschen Alpenvereins. 120px|Stolperstein für Anna Johanna Blumenfeld (Robert-Heuser-Straße 3) Hier wohnteAnna Johanna Blumenfeld, geb. Wallach (Jahrgang 1903) Deportiert 1942 Theresienstadt Für tot erklärt Robert-Heuser-Str. 3() Der Stolperstein erinnert an Anna Johanna Blumenfeld, geboren am 20. Juli 1903 in Köln.
Anna Johanna Blumenfeld war die Tochter des Kaufmanns Albert Wallach und die Ehefrau von Paul Blumenfeld. Das Haus der Familie Wallach-Blumenfeld in der Robert-Heuser-Str.3, errichtet 1909/10 von Joseph Brandt, wurde von den Eheleuten im Sommer 1941 an den Architekten Wilhelm Hüttenmeister verkauft. Der Familie Blumenfeld wurde 1942 eine Ausreise aus Deutschland verwehrt und die Familie wurde im Fort V Müngersdorf interniert. Nur mit Handgepäck wurden die Familie gemeinsam mit 444 Kölner Juden am 10. Juni 1942 in das Durchgangslager Bardenberg bei Aachen verschleppt. 230 von ihnen wurden am 14. Juni zurück nach Köln gebracht. Von dort aus wurde die Familie Blumenfeld am 15. Juni 1942, 3.50 Uhr mit einem Transport gemeinsam mit 1000 anderen Personen aus dem Raum Koblenz, Aachen, Köln und Düsseldorf mit unbekanntem Ziel Richtung Osten deportiert, wo sich ihre Spur verliert.Deportationsliste des Zuges am 15. Juni 1942 Koblenz - Aachen - Köln - Düsseldorf nach unbekannt Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurde die Familie für tot erklärt. 120px|Stolperstein für Paul Blumenfeld (Robert-Heuser-Straße 3) Hier wohntePaul Blumenfeld (Jahrgang 1892) Deportiert 1942 Theresienstadt Für tot erklärt Robert-Heuser-Str. 3() Der Stolperstein erinnert an Paul Blumenfeld, geboren 29. Juni 1892 in Essen.
Paul Blumenfeld war ein jüdischer Rechtsanwalt und Notar. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst in Essen und zog 1935 nach Köln.Liesel und Ursel eine Kinderfreundschaft. Ursula Blumenfeld (1831-). In: Kirsten-Serup Bilfeldt: Stolpersteine – Vergessene Namen, verwehte Spuren. Wegweiser zu Kölner Schicksalen in der NS-Zeit. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, 2. Auflage, ISBN 3-462-03535-5, S. 13–21. Seine Kanzlei befand sich in der Wörthstraße 17 und er wohnte in der Robert-Heuser-Straße 3. Paul Blumenfeld war verheiratet mit Anna Johanna Blumenfeld (geb. Wallach), einer Tochter des Kölner Kaufmanns Albert Wallach. Gemeinsam hatte das Ehepaar eine Tochter (Ursula Blumenfeld, geb. 1931). 1942 wurde der Familie eine Ausreise aus Deutschland verwehrt und die Familie wurde im Fort V Müngersdorf interniert. Am 15. Juni 1942 wurde die Familie mit unbekanntem Ziel in den Osten deportiert. Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurde die Familie für tot erklärt. Die Schwester von Paul Blumenfeld, Anna Rosa Blumenfeld machte nach dem Krieg Rückerstattungsansprüche wegen des, nach der 11. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz, verfallenem Vermögens der Familie geltend. 120px|Stolperstein für Ursula Blumenfeld (Robert-Heuser-Straße 3) Hier wohnteUrsula Blumenfeld (Jahrgang 1931) Deportiert 1942 Theresienstadt Für tot erklärt Robert-Heuser-Str. 3() Der Stolperstein erinnert an Ursula Blumenfeld, geboren am 12. August 1931 in Essen.
Ursula Blumenfeld war die Tochter von Paul und Anna Johanna Blumenfeld. Die Familie Blumenfeld zog 1935 nach Köln in das Haus der Eltern von Anna Johanna Blumenfeld. Ursel besuchte den katholischen Kindergarten der Schwestern vom Heiligen Kreuz in der Schillerstraße. Aus dieser Zeit existiert auch eine fotografische Aufnahme von ihr. Der Familie wurde 1942 eine Ausreise aus Deutschland verwehrt und die Familie wurde im Fort V Müngersdorf interniert. Am 15. Juni 1942 wurde sie zusammen mit ihren Eltern mit unbekanntem Ziel in den Osten deportiert. Mit Wirkung vom 8. Mai 1945 wurde die Familie für tot erklärt. 120px|Stolperstein für Julius Dannenbaum (Tiberiusstraße 14) Hier wohnteJulius Dannenbaum (Jahrgang 1875) Deportiert 1945 Auschwitz Befreit Tot an den Folgen Katowice Tiberiusstr. 14() Der am 11. März 2015 verlegte Stolperstein erinnert an Julius Dannenbaum, geboren 1875.
Julius Dannenbaum starb nach seiner Befreiung an den Folgen der Haft. 120px Hier wohnteHelmut Goldberg (Jahrgang 1916) Flucht 1939 Brasilien Bayenthalgürtel 30()120px 120px Hier wohnteMargarethe Betty Goldberg, geb. Philippstein (Jahrgang 1892) Flucht 1939 Brasilien Bayenthalgürtel 30()120px 120px Hier wohnteRudolf Goldberg (Jahrgang 1914) Flucht Holland deportiert 1944 KZ Bergen-Belsen 'der verlorene Zug' befreit 23.4.1945 Tröbitz