Solingen Stadtbezirk Mittezentriert|214x214px|Stadtwappen von Solingenzentriert|168x168px|Lage des Stadtbezirks innerhalb SolingensGeographische Lage:Fläche:12,51 km²Einwohner:43.630 (31. Dezember 2023)Bezirksbürgermeister:Dirk Errestink (CDU)Stellvertretender Bezirksbürgermeister:Hans-Eberhard Bisier (SPD)Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin:Helga Bisier (GRÜNE)Website:www.ratsportal.solingen.de/ Solingen-Mitte ist einer der fünf Stadtbezirke sowie ein Stadtteil der bergischen Großstadt Solingen. Er ist mit rund 44.000 Einwohnern der einwohnerstärkste Solinger Bezirk. Er umfasst die Solinger Innenstadt, die Nordstadt sowie nördlich der Krahenhöhe auch Teile der Südstadt, östlich und westlich der Innenstadt aber auch einige Außenbezirke, darunter Kohlfurth, Müngsten oder Gönrath.
Die Solinger Innenstadt bildet einen wichtigen Einzelhandelsstandort, auch viele der für Solingen bedeutsamen öffentlichen Einrichtungen befinden sich in Solingen-Mitte, wie etwa das Rathaus, das Amts- und das Arbeitsgericht oder das Theater und Konzerthaus. Ansonsten dominieren in dem Stadtbezirk die Wohngebiete. Auch einige Grün- und Parkanlagen von Bärenloch bis Volksgarten befinden sich in Solingen-Mitte. Geographie mini|Solingen-Mitte mini|Blick über die wiederaufgebaute Solinger Innenstadt Geographische Lage Solingen-Mitte liegt im Nordwesten der Bergischen Hochflächen am Übergang vom Ohligser Terrassenriedel zur Solinger Hochfläche. Der Kernbereich der heutigen Solinger Innenstadt liegt dabei auf dem höchsten Punkt (= Plateau) eines von Nord nach Süd verlaufenden Höhenrückens auf rund 225 Meter über NHN. Die Topographie fällt nach Osten zum Fluss Wupper auf teils bis zu 110 Meter über NHN ab. Von West nach Ost zerschneiden zahlreiche Bachläufe das Gelände, die die Solinger Hochfläche in Richtung der Wupper entwässern.Rheinischer Städteatlas Solingen; Lfg. V Nr. 30, 1979; Bearbeiter: Reinhold Kaiser; Rheinland-Verlag Köln, ISBN 3-7927-0482-X
Nach (Nord-)Westen hin fällt das Gelände von der Innenstadt zu der Talsenke am Weyersberg demgegenüber nur geringfügig ab. Die Bebauung konzentriert sich dort hauptsächlich entlang der beiden Höhenrücken zwischen Nacker Bach und Viehbach (= entlang der heutigen Mangenberger Straße) sowie zwischen Viehbach und Lochbach (= entlang der heutigen Kronprinzenstraße/Beethovenstraße). Dabei haben die zahlreichen Bäche die Entstehung des Solinger Klingenhandwerkes begünstigt, die Ausbildung von Verkehrswegen aber erschwert.
Den Stadtbezirk Mitte begrenzt heute nach Süden von Nacken bis zum Bahnhof Mitte die Bahnstrecke Solingen–Remscheid, dann die Bundesstraße 229 bis zur Stadtgrenze bei Müngsten. Solingen-Mitte grenzt dabei in südliche Richtung an den Stadtbezirk Burg/Höhscheid. Die Bezirksgrenze folgt der Stadtgrenze nach Wuppertal, die nach Norden dem Verlauf der Wupper folgt. Bei Kohlfurth verläuft die Grenze des Stadtbezirks Mitte dann entlang des Fleußmühler Baches bis in das Bärenloch. Nördlich grenzt Solingen-Mitte dabei an Gräfrath. Ab dem Schlagbaum verläuft die Grenze des Stadtbezirks ein kurzes Stück entlang der Korkenziehertrasse bis zum Botanischen Garten, bevor sie in westliche Richtung dem Verlauf des Lochbachs bis zur Scheider Mühle folgt. Die Grenze des Stadtbezirks verläuft dann in südliche Richtung entlang der Höher und der Untengönrather Straße bis zum Viehbach, ehe sie bei Nacken wieder in südliche Richtung verläuft und dort wieder auf die Bahnstrecke trifft.
Stadtstruktur und Ortsbild Der Kernbereich der Solinger Innenstadt sowie Teile der Südstadt und von Mangenberg wurden im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe auf Solingen im November 1944 fast vollständig zerstört und in den 1950er und 1960er Jahren im funktionalen Stil der Nachkriegsmoderne wieder aufgebaut. Der Wiederaufbau erfolgte nach den Grundzügen der Solinger Altstadt rund um die Hauptstraße, die ab 1969 zur Fußgängerzone umgewidmet wurde. Allerdings wurden einige Straßen verbreitert und diverse Straßenverläufe begradigt. Die Nordstadt war von den Luftangriffen kaum betroffen, so dass sich dort einige historische Bausubstanz aus der Zeit der Stadterweiterung im späten 19. Jahrhundert erhalten hat.
In den Außenbezirken der Stadt herrschte ursprünglich eine weilerartige Besiedlung in Form von Hofschaften vor, die sich durch die zerklüftete Topographie teilweise bis heute erhalten hat. Im Bereich Meigen und Feld südöstlich der Innenstadt sind die einstigen Hofschaften nahezu vollständig in der geschlossenen Bebauung aufgegangen. Wo es die Geländeform zuließ, verdichtete sich die Bebauung außerhalb der Kernstadt zu geschlossenen Wohnvierteln, etwa am Kannenhof, am Mangenberg oder an der Hasseldelle.
Da es lange Zeit keine klare räumliche Trennung zwischen Wohnen und Industrie gegeben hat, siedelten sich viele Industriebetriebe an den Hauptausfallstraßen außerhalb der Kernstadt an, etwa am Birkenweiher, an der Kronprinzenstraße, der Schützenstraße, der Kuller Straße oder an der Straße Stöcken. Bedingt durch den Strukturwandel und die Deindustrialisierung ab den 1980er Jahren liegen heute einige ehemals industriell genutzte Flächen brach, sollen aber teils einer neuen gewerblichen Nutzung zugeführt werden, wie beispielsweise der alte Firmensitz der Firma Rasspe. Erst ab den 1990er Jahren wurden am Mangenberg und in den 2000er Jahren am Südpark sowie am Gleisdreieck räumlich abgegrenzte Gewerbegebiete ausgewiesen.
Ortsteile und Wohnplätze mini|Fachwerkhaus in der Hofschaft TheegartenNeben dem Kernbereich der Solinger Innenstadt gehören zum Stadtbezirk Solingen-Mitte folgende Ortsteile und Wohnplätze:
Altenbau | Bellenhäuschen | Büschberg | Dickenbusch | Dingshaus | Eick | Erbenhäuschen | Eulswaag | I. Feld | II. Feld | III. Feld | IV. Feld | Felsenkeller | Fleußmühle | Geilenberg | Grunenburg | Halfeshof | Hasseldelle | I. Heidberg | II. Heidberg | Höfchen | Hoffnung | Jakobshäuschen | Kannenhof | Kirschbaumer Hof | Kirschbaumshöhe | Klauberg | Im Klauberg | Kleinenberg | Kohlfurth | Kotten | Krahenhöhe | Kullen | Lehn | Mangenberg | Meigen | Mittelgönrath | Nacken | Neuenkulle | Obengönrath | Papiermühle | Potshaus | Schlagbaum | Schrodtberg | Stöcken | Stöckerberg | Südpark | Theegarten | Untengönrath | Untenscheidt | Vorspel | Waardt | Werwolf | Weyersberg | Windfeln
Geschichte
Geschichte bis zur Städtevereinigung Das Bergische Land blieb aufgrund seiner dichten Wälder und des unwegsamen Geländes lange Zeit nahezu unbesiedelt, im Solinger Raum ließen sich vermutlich im 8. oder 9. Jahrhundert die ersten Siedler nieder. Den Ausgangspunkt der späteren Siedlung Solingen bildete die Anlage eines Fronhofes. Am Ende des 10. Jahrhunderts bestand bereits eine erste Saalkirche in unmittelbarer Nähe des Fronhofes, aus der später die Evangelische Stadtkirche hervorging. Nur langsam entwickelte sich aus dem Ort ein Dorf.mini|Stadt Solingen im 17. JahrhundertIm Jahre 1374 bekam Solingen die Stadtrechte verliehen, was die Siedlungsentwicklung beschleunigte. Ab 1450 wurde der innere Stadtring rund um den Fronhof, seine Ländereien und die Kirche sowie die angrenzenden Wohn- und Geschäftshäuser durch eine Stadtmauer vor feindlichen Militärs befestigt. Der 1374 gefreite Wochenmarkt befand sich am Dreieck außerhalb dieser Stadtmauer. Nördlich der befestigten Stadt, am heutigen Mühlenplatz, entstand 1515/1516 die Stadtwindmühle. Zwischen den nördlichen Mauern und der Windmühle befand sich der 1527 erstmals erwähnte Altenberger Grashof. Das Gelände rund um den Fronhof wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Erbpacht gegeben und dicht bebaut. Nördlich der Stadtmauer verhinderte die Windmühle eine dichtere Bebauung, stattdessen breitete sich die Bebauung in südliche Richtung entlang der Ausfallstraßen aus. Der Stadtwall wurde ab 1690 zur Bebauung freigegeben, Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Stadttore niedergelegt. Schwere Stadtbrände, die große Teile der Häuser und teils auch die öffentlichen Gebäude zerstörten, wüteten unter anderem 1535 und 1581 in der Stadt.
Im Jahre 1889 wurde die benachbarte Stadt Dorp nach Solingen eingemeindet, wodurch sich das Stadtgebiet in südliche und östliche Richtung erheblich erweiterte. 1889/1890 wird der Neumarkt mit einer Markthalle ausgestattet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Höhenrücken in Richtung, Krahenhöhe, Cronenberg, Gräfrath, Merscheid, Wald und Höhscheid entlang den Ausfallstraßen teils auch dichter bebaut. Eine Entwicklung, die durch den 1929 erfolgten Zusammenschluss der Städte des oberen Kreises Solingen zur neuen Großstadt Solingen noch begünstigt wurde, die auch die Grenzgebiete am Schlagbaum nach Norden, am Mangenberg nach Westen oder am Grünewald nach Süden baulich zusammenwachsen konnten.
Geschichte seit der Städtevereinigung Nach der Städtevereinigung wurden in Solingen-Mitte einige Infrastrukturprojekte verwirklicht, darunter der Ausbau der Kreuzung Schlagbaum, der Bau der August-Dicke-Schule bis 1930 sowie zahlreiche Straßenbaumaßnahmen, die als Notstandsprojekte unter der nationalsozialistischen Diktatur durchgeführt wurden. In diesem Rahmen wurde etwa ab 1934 der Frankfurter Damm gebaut.Ralf Rogge, Armin Schulte, Kerstin Warncke: Solingen – Großstadtjahre 1929–2004. Wartberg Verlag 2004, ISBN 3-8313-1459-4 Anfang der 1930er Jahre erwarb die Stadt Solingen in der Nordstadt die Gebäude der insolventen Waffen- und Fahrradfabrik Weyersberg, Kirschbaum & Cie. (WKC) und richtete in den Verwaltungsgebäuden ab 1937 das Rathaus ein, das somit in unmittelbarer Nähe zum Stadthaus an der Potsdamer Straße lag. Als eines der Industriezentren des Rheinlandes war Solingen stark gefährdetes Ziel des Luftkriegs der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, blieb aber bis 1944 weitgehend verschont. In zwei Großangriffen am 4. und 5. November 1944 wurde die Solinger Altstadt sowie Teile der Südstadt schließlich doch noch getroffen und fast vollständig zerstört. Auch große Teile der Infrastruktur wurden zerstört, darunter zahlreiche öffentliche Gebäude und das Straßenbahnnetz. Bis zum Jahr 1950 wurden die Trümmer abgetragen, bevor hauptsächlich in den 1950er Jahren der Wiederaufbau der Innenstadt nach Plänen der ehemaligen Solinger Altstadt erfolgte. Der Neubau der zerstörten evangelischen Stadtkirche am Fronhof wurde 1956 fertiggestellt, die letzte Baulücke der unteren Hauptstraße schloss Ende 1963 der Neubau des Versandhauses Quelle. Als beinahe einzige große Straße ohne historisches Vorbild wurde die Goerdelerstraße als Umgehungsstraße zur Hauptstraße neu gebaut. Bereits 1950 eröffnete am Neumarkt das neugebaute Monopolkino, das erste große Neubauprojekt in der Innenstadt nach dem Krieg. mini|Das 2011 gesprengte Turmhotel 1957 brannte die Stadthalle in der Nordstadt ab. Zwischen 1960 und 1963 wurde an gleicher Stelle das Theater und Konzerthaus errichtet. Teile der Nordstadt mussten ab 1962 weichen, da die Stadt Solingen die damalige Hauptstraße (heute Konrad-Adenauer-Straße) verbreitern und hinter dem WKC-Gebäude ein neues Rathaus errichten wollte. Der Rathausneubau kam jedoch damals nicht zustande. Ab 1967 begannen die Planungen für den Abriss des Monopolkinos und den Neubau eines Warenhauses an gleicher Stelle, das neue Karstadt-Warenhaus mit dem Turmhotel konnten schließlich am 13. Mai 1969 Eröffnung feiern. Ebenfalls 1969 konnte die zur Fußgängerzone umgebaute Hauptstraße als Teil der neuen autofreien Innenstadt eingeweiht werden. Bis zum Jahr 1971 entstand mit der Hasseldelle ein neuer Stadtteil auf der grünen Wiese. Im Jahre 1977 eröffnete das Bekleidungshaus C&A seine Filiale am Neumarkt.