Die RD-Baureihe ЭД4 (ED4) ist ein bei der Maschinenfabrik Demichowo gebauter Triebzug der Rossijskije schelesnyje dorogi, der speziell im Vorortverkehr eingesetzt wird. Er gehört zu einer Serie von Elektrotriebwagen für Gleichstrom-Antrieb mit Rekuperationsbremse und Länge des Kastens von 22.056 mm. Er wurde auf der Basis des ЭД2T gebaut. Mit allen Modifikationen wurden ab 1996 bis Mitte 2014 insgesamt 475 Fahrzeuge gefertigt.

Geschichte Die Fahrzeuge entstanden als Folge der politischen Veränderungen bei den GUS-Staaten in der Zeit der 1990er Jahre. Das Vorgängerfahrzeug ЭД2T war noch mit einer Elektroausrüstung der Rigaer Elektromaschinenwerke aus Lettland hergestellt worden. Der ЭД4 (ED4) hingegen entstand 1996 bei der Maschinenfabrik Demichowo, wobei auf die Verwendung einer Elektroausrüstung aus russischer Produktion Wert gelegt wurde. Der mechanische Teil und der Kasten wurden vom ЭД2T übernommen. Die Elektroausrüstung wurde hingegen von der bewährten SŽD-Baureihe ЭР22 aus dem Jahr 1964 abgeleitet.

Die Traktions-Elektrofahrmotoren wurden in dem Elektromaschinenwerk in Nowosibirsk hergestellt, die übrige Elektroausrüstung stammt aus der Elektrolokomotivenfabrik Nowotscherkassk. Der neue Elektrozug erhielt die Bezeichnung ЭД4 (ED4). Der neue Zug wurde für den großflächigen Ersatz der SŽD-Baureihe ЭР2 geschaffen. Auch ist dieser Zug als Ableitung vom ЭР29 entstanden, der als Urvater dieser Triebwagenfamilie gilt. Gegenüber der SŽD-Baureihe ЭР2 unterschied er sich durch den vergrößerten Fahrgastraum und die breitere Türöffnung (1250 mm). Das beschleunigte den Fahrgastfluss. Im Fahrgastraum waren halbweiche Sitzplätze in der Anordnung 2+2 sowie 3+3 installiert; diese bestanden aus zwei Variationen: einmal mit dichter Verkleidung aus künstlichem Bezug oder mit Verkleidung aus Plastik mit weicher Auflage. mini|links|Foto des ersten Triebwagens ЭД4.0001 Der erste Triebwagenzug der Serie wurde 1996 fertiggestellt und bestand aus sechs Waggons. Am 13. März 1997 wurden Probefahrten auf dem Gleisring des Allrussischen Forschungsinstituts für Schienenverkehr durchgeführt. In der Hauptcharakteristik zeigte der Zug weitgehende Übereinstimmung mit dem Elektrozug ЭД2T. Nach der Absolvierung der Überprüfungen auf dem Gleisring wurde das Fahrzeug dem Versuchsbetrieb bei dem Depot Mineralnyje Wody der Sewero-Kawkasskaja schelesnaja doroga übergeben. Später änderte das Werk die Produktion des Elektrozuges ЭД4M (ED4M) mit geändertem Führerstand um, diese Modifikation besaß eine durchgehende Nummerierung mit dem ЭД4. Nach den ersten Fahrzeugen ЭД4M aus dem Jahr 1997 stellte die Maschinenfabrik Demichowo noch fünf Elektrozüge der Ursprungsausführung ЭД4 her, die sich äußerlich nicht vom ersten Fahrzeug der Serie unterschieden. 1997 erschien der Triebzug mit der Inventarnummer 0005 als 10-Waggon-Einheit, 1998 die Fahrzeuge mit den Inventarnummern 0006 und 0007 als 10-Wagen-Einheit sowie der Triebzug mit der Inventarnummer 0010 (6-Wagen-Einheit) sowie mit der Inventarnummer 0014 (8-Wagen-Einheit).

Der erste Triebzug der Serie wurde im Depot Mineralnyje Wody der Sewero-Kawkasskaja schelesnaja doroga auf dem Abschnitt Mineralnyje Wody – Kislowodsk betrieben. 2007 wurde er auf den Großen Eisenbahnring in Moskau verlegt und dient dort bis zur heutigen Zeit. Die übrigen Züge der Reihe ЭД4 wurden mit Ausnahme der Inventarnummern 0007 und 0010 in das Depot Pererwa der Moskowskaja schelesnaja doroga für die Bedienung der Linien nach Kursk verlegt. Der ЭД4.0007 wurde vom Werk in das Depot Belgorod gegeben, der ЭД4.0010 in das Depot Mineralnyje Wody, später gelangte er in das Depot Tuapse.

Modifikationen und Modernisierungen ЭД4M mini|links|Foto des ЭД4M.0205 2009 in Jekaterinburg mini|Foto des ЭД4M.0103 2006 in Moskau Jaroslawler Bahnhof mini|links|Foto des ЭД4M.0074 2005 in Moskau mini|Foto des ЭД4M.0321 als Flughafen-Express 1997 wurden auf der Basis des ЭД4 (ED4) die ersten drei Elektrozüge dieser Serie ausgeliefert; die Fahrzeuge ЭД4M mit den Inventarnummern 0002, 0003 und 0004. Die Züge besaßen im Vergleich mit der Ursprungsausführung völlig neue Führerstände mit geänderter Kopfform. Diese wurde auf der Grundlage einer Analyse der Tendenzen der Formbildung für die Fahrzeuge in der heimischen sowie der ausländischen Industrie ausgearbeitet. Die Führerkabinen der neuen Züge besaßen gegenüber denen der Ursprungsausführung eine ganze Reihe von Konstruktionsunterschieden; vergrößerte Abmessungen der Frontscheiben der Kabinen; Anwendung von Scheibenwischern mit Elektroantrieb; Anwendung von Scheinwerfern kleinerer Abmessungen mit effektiver Wirkung der Reflexion; der Lokführerstand besitzt verbesserte Bedienmöglichkeiten, erhöhte Wärmeisolation und Verwendung schwer brennbarer Materialien; auf allen Wagen waren diskrete Einrichtungen der Gleitschutz-Kontrolle verwendet, die später wieder abgenommen wurden; es wurden elektronische Systeme für die Signalisierungen der Entflammung und Defekte installiert; die Lokführersessel haben eine erhöhte Vibrationssicherheit; in den Fahrgastabteilen wurden ebenfalls nicht brennbare Materialien verwendet. die Fenster der Fahrgastabteile wurden aus hermetischer Festverglasung hergestellt und bestehen aus getöntem Glas. für die Beleuchtung in den Fahrgastabteilen wurden Leuchtstofflampen anstatt der bisher verwendeten Glühlampen verwendet; über den Einstiegstüren des Abteiles der Reisenden wurde ein Informationstableau installiert, diese Informationen werden ebenso durch automatische Sprache unterstützt.

Die ersten Elektrozüge der Serie wurden an das Depot Pererwa der Moskowskaja schelesnaja doroga übergeben. 1998 durchlief der ЭД4M.0004 eine Kontrollüberprüfung auf dem Gleisring des Allrussischen Forschungsinstituts für Schienenverkehr. Auf den Elektrozügen ЭД4M wurde die komplette Elektroausrüstung aus der Produktion der Elektrolokomotivenfabrik Nowotscherkassk verwendet, die Traktionselektrofahrmotoren wurden teilweise aus sowjetischer bzw. aus der Produktion der Rigaer Elektromaschinenwerke verwendet.

Gleichfalls stellte die Maschinenfabrik Demichowo auf der Basis des ЭД4M noch Elektrozüge her, bei denen anstatt der Elektroausrüstung der Elektrolokomotivenfabrik Nowotscherkassk solche aus der Produktion der Rigaer Elektromaschinenwerke verwendet wurde, da diese zuverlässiger arbeitete. Diese Züge erhielten die Bezeichnung ЭД4M1 und besaßen die Inventarnummern 0008, 0009 und 0011. Mit den Inventarnummern 0012, 0013 und 0015 begann das Werk mit der Umänderung der Serienproduktion der Elektrozüge ЭД4M. Die vollständige Auslieferung der Fahrzeuge ЭД4M ist aus der Tabelle ersichtlich.

Mitteilung über die Nummerierung der Elektrozüge ЭД4M, ihr Bestandteil, und gleichfalls der Bau der gesonderten Waggons der Elektrozüge Jahr der Auslieferung Nummer der ausgelieferten Elektrozüge Zahl der Waggons in den Elektrozügen Nummer der gesondert hergestellten WaggonsSteuerwagen BeiwagenZwischenwagen MotorwagenZwischenwagen Beiwagen 1997 0002—0004 10 — — — 1998 0012, 0013, 0015 10 — — — 1999 0016—0019, 0027 10 — — — 0021 6 2000 0031—0035, 0040, 0043—0047 10 — — — 0036, 0037 3 0038, 0039 5 0042 6 2001 0049, 0050, 0053—0064 10 — — — 2002 0065—0068, 0070, 0071, 0077, 0079, 0080 10 — — — 2003 0081, 0082, 0084, 0086—0088, 0091, 0093—0096, 0100, 0103 10 1003, 1004 — — 0102 8 2004 0105, 0107—0109, 0113—0115, 0119, 0124, 0125, 0127, 0129, 0130 10 1005–1008 2003, 2004 — 0116, 0120, 0121, 0123 8 0126, 0128, 0131 6 2005 0133—0138, 0140, 0142, 0144, 0146, 0148, 0149 10 1009 — — 0132, 0139, 0141, 0143, 0145, 0147, 0150 8 2006 0156—0159, 0161—0166, 0168—0170, 0172—0180 10 1011–1014 2005 3001 0154, 0160, 0167, 0171 8 2007 0181—0183, 0192—0201, 0203, 0207, 0208, 0210—0217, 0219—0221 10 — 2006, 2007 3002—3021 0191, 0202, 0204, 0206, 0209, 0218 8 0205 6 2008 0222, 0224—0227, 0229, 0230, 0232, 0234—0238, 0241—0243, 0245, 0247—0255 11 — — 3022—3031 0240, 0244, 0246, 0257 10 0223, 0228, 0231, 0233, 0239, 0256 8 2009 0258—0262, 0264, 0266—0270, 0272, 0273, 0278, 0283, 0286—0289, 0291, 0293, 0295—0297, 0299, 0302 11 — — 3032—3047 0263, 0271, 0274, 0275, 0277, 0280—0282, 0285, 0290, 0292, 0294, 0298, 0301 10 0265, 0276, 0279, 0284, 0300 8 2010 0303, 0304, 0306—0308, 0310—0313, 0315—0318, 0320—0323, 0325, 0326, 0328, 0330, 0332, 0334, 0335, 0337, 0341, 0343, 0345—0347, 0349, 0352, 0353 11 1015–1018 — 3048—3057 0305, 0336, 0338, 0340, 0351 10 0314, 0319, 0324, 0327, 0329, 0331, 0333, 0339, 0344, 0348, 0354, 0355 8 0309, 0342, 0350 6 2011 0356—0359, 0362, 0363, 0366—0368, 0370, 0372, 0374, 0375, 0377—0380, 0382, 0383, 0386—0388, 0390, 0391, 0394—0399, 0500 11 1019–1034 2014–2022 3063—3065 0360, 0361, 0364, 0365, 0369, 0371, 0373, 0376, 0381, 0384, 0385, 0389, 0392, 0393 8 2012 0427—0428 12 1035–1052 2023–2025 3066—3067 0400—0403, 0405—0409, 0412—0414, 0420, 0426, 0429—0431 11 0415, 0417 10 0411, 0418—0419, 0421—0425, 0432, 0500 (вагоны 03—09 и 11) 8 0410, 0416 6 0404 4 2013 0433—0437, 0439—0443 11 1053–1058 2026 3068, 3069 0438 8 0444—044712 2014 0448—0450, 0453—0481, 0501—0503 11 — — — 0451—0452 12 mini|links|Foto mehrerer Elektrozüge der ЭД4M in Wyborg Im Jahr 2000 stellten die Werke Электросила (Elektrokraft) einen ersten Komplex Elektroausrüstung für die Elektrozüge für Wechselstrom mit der Bezeichnung ЭД9M her, der sich praktisch als eine Analogie zu dem ЭД4M für Wechselstrom darstellte. Von diesem Moment an begann die allseitige Einführung der Elektroausrüstung von dieser Firma.

Die Maschinenfabrik Demichowo lieferte 480 Züge der Modifikationen ЭД4M, ЭД4M1, ЭД4MK und ЭД4Э aus, wobei ihre Serienproduktion auch noch weiter fortgesetzt wird. Gleichfalls wurden auch eine bedeutende Anzahl von Elektrosektionen für die Möglichkeit des Ersatzes von beschädigten Wagen hergestellt; dabei erhielten die Steuerwagen die Nummern 1001 und höher, die Motorwagen die Nummern 2001 und höher und die Beiwagen die Nummern 3001 und höher.

Die Elektrozüge, die von 2007 an ausgeliefert wurden (Inventarnummern ab 182), besaßen eine neue Verkleidung des Fahrgastabteiles mit Lärmisolierung und neuer Festverglasung. Das brachte eine bedeutende Erhöhung des Fahrkomforts der Wagen. Allerdings wurde bei diesen Fahrzeugen die Luftzirkulation wesentlich verschlechtert, in den Vorräumen war eine Ventilation gar nicht vorhanden. Von 2010 an wurden in den Fahrgastabteilen Systeme der Luftreinigung mit Teilung der Kreise für die Heizung und Kühlung eingebaut. Das erlaubte eine automatische Regulierung und Stützung der Temperatur in den Fahrgasträumen. In den Vorräumen wurden eigene Systeme der Ventilation verwendet. Die Fenster in den neuen Elektrowagen wurden gleichfalls ausgewechselt. Dadurch wurde ebenfalls der Frischluftstrom für den Fahrgastraum vergrößert.

In den Fahrgasträumen werden zeitgemäße Sitzblöcke verwendet. Im oberen Teil der Decke sind ununterbrochene Lichtbänder mit Leuchtstofflampen installiert, sie besorgen die gleichmäßige Ausleuchtung des Raumes ohne den Effekt der blinkenden Lampen. Außer den Elementen der Beleuchtung waren in den Lichtbändern Lautsprecher und Geber für die Brandsignalisierung installiert.

Die Fahrzeuge sind mit äußeren Anlehn-Schiebetüren mit automatischer Türblockierung ausgerüstet. Sie stellen einen hermetischen Verschluss des Wagenkastens sicher, wobei ein Öffnen der Türen während der Fahrt ausgeschlossen ist. Auch die Übergänge von Wagen zu Wagen wurden hermetisch geschlossen gestaltet, sie stellen einen sicheren und bequemen Übergang von einem Wagen zum anderen sicher, vollständig geschützt vor Störungen von der Außenumgebung. Außerdem besitzen sie auch keine Zwischentüren.