Der Artikel enthält eine ausführliche Darstellung der Schweizer Fussballnationalmannschaft bei Fussball-Weltmeisterschaften. Die Schweiz nahm 2026 zum 13. Mal an einer Weltmeisterschaft teil und konnte bei maximal 16 WM-Teilnehmern dreimal den Viertelfinal erreichen, was 2026 auch bei 48 Teilnehmern gelang. Nach Erhöhung der Teilnehmerzahl auf 24 bzw. 32 konnte maximal die erste K.-o.-Runde erreicht werden. In der ewigen Rangliste belegt die Schweiz Platz 16. Von den Mannschaften, die in den Top-20 platziert sind, hat nur Mexiko eine schlechtere Tordifferenz.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 195 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien Viertelfinal Tschechoslowakei 7. Aus gegen den späteren Vizeweltmeister. 1938 Frankreich Viertelfinal Ungarn 7. Erneut am späteren Vizeweltmeister gescheitert. 1950 Brasilien Vorrunde Jugoslawien, Brasilien, Mexiko 6. 1954 Schweiz Viertelfinal Österreich 8. Hitzeschlacht von Lausanne 1958 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert. 1962 Chile Vorrunde Deutschland, Italien, Chile 16. 1966 England Vorrunde Deutschland, Spanien, Argentinien 16. 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien gescheitert. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Ungarn und England gescheitert. 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und der UdSSR gescheitert. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den punkt- und tordifferenzgleichen Belgiern und Tschechoslowaken gescheitert. 1994 USA Achtelfinal Spanien 15. 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen und Ungarn gescheitert, das in den Playoffs scheiterte. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Russland und Slowenien gescheitert. 2006 Deutschland Achtelfinal Ukraine 10. 0:3-Niederlage im Penaltyschiessen 2010 Südafrika Vorrunde Spanien, Chile, Honduras 19. Einzige Mannschaft, die gegen den späteren Weltmeister gewinnen konnte. 2014 Brasilien Achtelfinal Argentinien 11. Niederlage in der Verlängerung. 2018 Russland Achtelfinal Schweden 14. Vladimir Petković In der Qualifikation belegte die Schweiz in einer Gruppe mit Portugal, Ungarn, den Färöern, Lettland und Andorra den zweiten Platz und setzte sich in den Playoffspielen der Gruppenzweiten gegen Nordirland durch. 2022 Katar Achtelfinal Portugal 12. Murat Yakin In der Qualifikation traf die Schweiz auf Italien, Nordirland, Bulgarien und Litauen. Bei der Endrunde waren Brasilien, Serbien und Kamerun die Vorrundengegner. Im Achtelfinal mit 1:6 gegen Portugal ausgeschieden. 2026 Kanada/Mexiko/USA Viertelfinal Argentinien 8. Murat Yakin In der Qualifikation gegen das Kosovo, Slowenien und Schweden durchgesetzt. Gegner in der WM-Vorrunde waren Co-Gastgeber Kanada und Katar sowie Bosnien-Herzegowina. In der K.-o.-Runde waren Algerien und Kolumbien die ersten Gegner.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der Schweizer Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Teilnahmeverzicht: 1× (4,3 %; 1930) Nicht qualifiziert: 9× (39,1 %; 1958, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1998 und 2002) Sportliche Qualifikation: 11× (47,8 % bzw. bei 55,0 % der Versuche) Ohne Qualifikation teilgenommen (durch automatische Qualifikation als Gastgeber oder weil der Gegner verzichtete): 2× (8,7 %; 1950 und 1954) Vorrunde: 4× (17,4 %; 1950, 1962, 1966 und 2010) Achtelfinal: 5× (21,7 %; 1994, 2006, 2014, 2018 und 2022) Viertelfinal: 4× (17,4 %; 1934, 1938, 1954 und 2026)

Häufigster letzter Gegner: Argentinien (3×)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay An der ersten WM nahm die Schweiz nicht teil.

1934 in Italien mini|Szene aus dem ersten WM-Spiel gegen die Niederländer

Während für 1930 noch keine Qualifikationsspiele notwendig waren und die FIFA überhaupt froh war, dass sich 13 Teilnehmer fanden, mussten sich vier Jahre später alle teilnehmenden Mannschaften qualifizieren, da sich allein aus Europa mehr Mannschaften angemeldet hatten, als Startplätze vorhanden waren. Die Schweiz musste gegen die beiden WM-Teilnehmer von 1930 Rumänien und Jugoslawien antreten, wobei jede Mannschaft ein Heim- und ein Auswärtsspiel hatte und die beiden besten Mannschaften zur WM fahren durften. In ihrem ersten WM-Qualifikationsspiel am 24. September 1933 erreichten die Schweizer in Belgrad ein 2:2 gegen Jugoslawien nach 0:2-Rückstand. Dabei erzielte Alessandro Frigerio das erste WM-Qualifikationstor für die Schweiz.Yugoslavia – Switzerland 2:2. In: eu-football.info. Auch das Heimspiel gegen Rumänien endete 2:2. Da die Rumänen aber einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatten, wurde das Ergebnis nachträglich am Grünen Tisch mit 2:0 Toren und 2:0 Punkten für die Eidgenossen gewertet. Damit wurden die Schweizer Gruppensieger vor Rumänien, das gegen Jugoslawien gewann. Beide fuhren damit zur WM.

In Italien trafen die Schweizer in ihrem ersten WM-Spiel auf die Niederlande und gewannen mit 3:2. Dabei erzielte Leopold Kielholz mit dem 1:0 das erste WM-Tor für die Schweiz und auch das zwischenzeitliche 2:1. Im Viertelfinal trafen sie dann auf die Tschechoslowakei. Wieder erzielte Kielholz das 1:0, aber am Ende hatten diesmal die Tschechoslowaken mit 3:2 die Nase vorn. Sie erreichten dann auch den Final, in dem sie dem Gastgeber Italien unterlagen und Vizeweltmeister wurden.

1938 in Frankreich Für die erste WM im Nachbarland Frankreich musste sich die Schweiz gegen Portugal qualifizieren. Beide einigten sich auf ein Spiel auf neutralem Platz, das die Schweiz in Mailand mit 2:1 gewann.

In Frankreich trafen die Schweizer auf Deutschland, das nach dem Anschluss Österreichs mit einer Mannschaft antrat, in der fünf Wiener Spieler mitspielten und die nicht harmonierte. Zwar ging die deutsche Mannschaft nach 29 Minuten mit 1:0 in Führung, aber in der 43. Minute konnte die Schweiz ausgleichen. Dabei blieb es auch bis zur 120. Spielminute, obwohl die Schweizer die letzten 24 Minuten in Überzahl spielten, nachdem Johann Pesser aufgrund eines Revanchefouls vom Platz gestellt worden war. Da es noch kein Penaltyschiessen gab, fand fünf Tage später ein Wiederholungsspiel statt. Zwar gerieten die Schweizer bereits nach 22 Minuten mit 0:2 in Rückstand, aber noch vor der Pause gelang der Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit konnten sie das Spiel drehen und mit 4:2 gewinnen. Es blieb 88 Jahre lang das letzte WM-K.-o.-Spiel, das die Schweiz gewinnen konnte. Drei Tage später trafen sie im Viertelfinal auf die Ungarn, die nach einem leichten Sieg gegen Niederländisch-Indien eine Woche Pause gehabt hatten. Mit 0:2 wurde dann dieses Spiel verloren, womit die Schweiz zum zweiten Mal gegen den späteren Vizeweltmeister ausschied.

1950 in Brasilien Für die erste WM nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich 1946 auch die Schweiz beworben. Da die Kleinheit des Landes und die Stadien mit geringer Zuschauerkapazität bei den meisten FIFA-Mitgliedern Skepsis hervorriefen, wurde ein Kompromiss ausgehandelt. Brasilien erhielt die WM für 1949, die Schweiz sollte 1951 eine Zwischen-WM ausrichten und danach mit dem Austragungsland Schweden wieder zum vierjährigen Turnus zurückgekehrt werden. Aufgrund von Organisationsproblemen wurde dann die WM von 1949 nach 1950 verschoben und die Zwischen-WM 1951 gestrichen, dafür sollte die Schweiz die WM 1954 ausrichten. Die Schweiz musste sich also für die WM 1950 qualifizieren, da aber Belgien, gegen das die Schweizer spielen sollten, nicht antrat, war die Schweiz ohne Qualifikationsspiel für die WM qualifiziert.

Um die Kosten für die Stadienneubauten in Brasilien zu refinanzieren, was damals nur über Eintrittsgelder möglich war, wurde wie 1930 wieder zuerst eine Gruppenphase durchgeführt. Zudem gab es Zweier-, Dreier- und Vierergruppen, da einige Mannschaften abgesagt hatten. Die Schweiz wurde in eine Vierergruppe «gelost». In dieser traf sie auf Jugoslawien, Gastgeber Brasilien und Mexiko. Im ersten Spiel gegen Jugoslawien hielten die Schweizer eine Stunde lang das 0:0, mussten dann aber noch drei Gegentore hinnehmen. Gegen den Gastgeber erkämpften sie dann ein achtbares 2:2, und gegen Mexiko gelang ein 2:1-Sieg. Damit belegte die Schweiz Platz 3 und schied aus.

1954 in der Schweiz Für die Heim-WM mussten sich die Schweizer dann nicht qualifizieren. Anders als bei den folgenden Weltmeisterschaften wurden je Gruppe zwei Mannschaften gesetzt, die nicht gegeneinander spielen mussten, sondern nur gegen die beiden ungesetzten Mannschaften, die ihrerseits nicht gegeneinander spielen mussten. Der Schweizer Gruppe wurden als gesetzte Mannschaft England und der Nachbar Italien zugelost sowie als ungesetzte Mannschaft Belgien, gegen das die ebenfalls ungesetzten Schweizer somit nicht spielen mussten. Im ersten Spiel gegen Ex-Weltmeister Italien gewannen die Schweizer überraschend mit 2:1. Gegen England wurde dann mit 0:2 verloren. Da die Italiener gegen Belgien gewonnen hatten, waren Schweizer und Italiener punktgleich und weil weder die von den Italienern mehr erzielten Tore noch der von den Schweizern gewonnene direkte Vergleich zählte, gab es ein Entscheidungsspiel um Platz 2. Dieses gewannen die Schweizer mit 4:1 und waren damit für den Viertelfinal qualifiziert. In diesem trafen sie auf den Nachbarn Österreich. Das als Hitzeschlacht von Lausanne in die Geschichte eingegangene Spiel (es fand bei 40° im Schatten statt) wurde mit 5:7 verloren. Dabei führten die Schweizer bereits nach 19 Minuten mit 3:0, mussten dann aber fünf Gegentore hinnehmen, ehe ihnen der 4:5-Anschlusstreffer gelang. Die weiteren Tore fielen dann abwechselnd. Es ist bis heute das WM-Spiel mit den meisten Toren. Einige Spieler, wie der österreichische Goalie Kurt Schmied und der Schweizer Roger Bocquet, überstanden das Spiel nicht unbeschadet. Schmied erlitt bereits in der ersten Halbzeit einen Sonnenstich und wurde vom Masseur seiner Mannschaft dirigiert, der hinter dem Tor stand, und Bocquet brach in der Schlussphase aufgrund eines Hirntumors zusammen. Die entkräftete österreichische Mannschaft ging dann im Halbfinal mit 1:6 gegen den späteren Weltmeister Deutschland unter, und die Schweiz verabschiedete sich für acht Jahre von der WM-Bühne. Mit dem Viertelfinaleinzug wurde aber mit Platz 7 die bis dato beste Platzierung in der ewigen Rangliste erreicht.

1958 in Schweden Da die WM 1954 in der Schweiz ausgetragen worden war, ging die WM vier Jahre später nach Schweden. In der Qualifikation traf die Schweiz auf Spanien und Schottland. Die Schweizer konnten lediglich im ersten Spiel in Spanien mit dem 2:2 einen Punkt gewinnen, verloren dann aber alle Spiele und wurden nur Gruppenletzter. Da Spanien und Schottland ihre Heimspiele gegeneinander gewannen, war dieses Remis aber letztlich für die misslungene Qualifikation der Spanier verantwortlich.

1962 in Chile Zur Qualifikation für die dritte WM in Südamerika wurde die Schweiz in eine Gruppe mit Vizeweltmeister Schweden und Belgien gelost. Schweden und die Schweiz gewannen beide Spiele gegen Belgien und die Heimspiele gegeneinander, so dass beide am Ende 6:2 Punkte hatten. Da das bessere Torverhältnis der Schweden nicht berücksichtigt wurde, gab es ein Entscheidungsspiel in West-Berlin, das die Schweiz mit 2:1 gewann.