mini|Jetzendorf: Schloss und Kirche mini|Panorama von Jetzendorf an der Ilm (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) – Ansicht von Nordwesten über Priel auf Jetzendorf mini|Volkersdorf Jetzendorf ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Pfaffenhofen an der Ilm im Regierungsbezirk Oberbayern.

Geografie Lage Der namengebende Hauptort Jetzendorf liegt im Tal der oberen Ilm an den beidseitigen Hängen und in der Flussaue, die Gemarkung erstreckt sich besonders im Norden weit über das umgebende Hügelland. Der Naturraum gehört zum südbayerischen Tertiärhügelland.

Gemeindeteile Es gibt 28 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):. Dort sind nur 27 Gemeindeteile angegeben, da die Einöde Unterstark fehlt.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung Jetzendorfs erfolgte im Jahre 893. Im Mittelalter war Jetzendorf eine Hofmark mit häufiger wechselnden Herren, mit der auch der Nachbarort Volkersdorf von 1345 bis 1848 verbunden war. Die Familie Zillenhart besaß die Hofmark von 1520 bis 1572. Das Epitaph des Seyfried von Zillnhart (gestorben 1572) hat sich in der Pfarrkirche erhalten. Seit 1812 stammen die Herren von Schloss Jetzendorf aus der Familie Keßling-Freyberg. Auch Hirschenhausen gelangte damals in den Besitz der Freyberg. Die Gebäude des heutigen Schlosses datieren auf mehrere Bauabschnitte im 16. bis 19. Jahrhundert.

Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Gemeinde Jetzendorf gegründet. Noch bis 1831 bestand ein Patrimonialgericht 1. Klasse der Freiherren von Freyberg in Jetzendorf, das dann in ein Patrimonialgericht II. Klasse umgewandelt wurde und schließlich im Zuge der Revolution 1848 aufgelöst wurde.

Das Denkmal zur Erinnerung an den Flugzeugabschuss über Jetzendorf erinnert an den Flugzeugabsturz der B-17G der US Air Forces am 14. April 1944.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1971 die Gemeinde Volkersdorf eingegliedert. Am 1. April 1971 kamen Kemmoden und Habertshausen aus der aufgelösten Gemeinde Triefing hinzu, deren weitere Gemeindeteile kamen zur Gemeinde Scheyern. Die Gemeinde Hirschenhausen folgte am 1. Januar 1975. Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Steinkirchen mit Lampertshausen und Frechmühle kamen am 1. April 1975 hinzu. 1979 wurde der Gemeindeteil Kaltenberg aus Gerolsbach nach Jetzendorf umgegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2293 auf 3106 um 813 Einwohner bzw. um 35,5 %.

Politik

Bürgermeister und Gemeinderat Berufsmäßiger Erster Bürgermeister ist Tobias Endres (Parteiunabhängige Wählergruppe). Er ist seit 11. Juni 2024 im Amt. Er wurde am 9. Juni 2024 mit 74,0 % gewählt.

Sein Vorgänger ab 2014 war Manfred Betzin (CSU), der 2024 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Dessen Vorgänger waren seit 1990 Richard Schnell und davor Josef Wallner (alle CSU).

+ Ergebnisse der Gemeinderatswahlen Partei / Liste Wahl 2020Ergebnis der Kommunalwahl 2020, abgerufen am 16. März 2020 % Sitze Parteiunabhängige 33,86 5 CSU 31,92 5 Grüne 13,67 2 SPD 10,51 2 Wählervereinigung Lampertshausen 10,04 2 Gesamt 100 16 Wahlbeteiligung 70,61 %

Durch den Anstieg der Einwohnerzahl auf über 3000 waren bei der Gemeinderatswahl 2020 16 statt bisher 14 Mitglieder zu wählen. SPD und Wählervereinigung Lampertshausen errangen jeweils einen Sitz dazu, die Grünen sind neu im Gemeinderat; die Liste Freie Bürger trat nicht mehr an. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,61 %.

Wappen

Baudenkmäler

Kirchen

Katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Jetzendorf Katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Hirschenhausen Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche in Kemmoden Katholische Filialkirche St. Lambertus in Lampertshausen Katholische Filialkirche St. Vitus in Volkersdorf

Sonstige Baudenkmäler

Schloss, seit 1812 Sitz der Freiherren von Freyberg in Jetzendorf Gasthaus zur Post in Jetzendorf Ehemaliges Pfarrhaus in Hirschenhausen Kleinhaus in Hirschenhausen

Bodendenkmäler

Wirtschaft Im Jahr 1923 wurde von Lorenz Wagner die Schuhfirma LOWA gegründet, die bis heute ihren Sitz in Jetzendorf hat.

Kultur alternativtext=Blau beleuchtete Festivalbühne vor Waldhintergrund. Auf der Bühne sieht man eine Band spielen, davor viele Hinterköpfe und Rücken von Zuschauern und in deren Mitte das schwarze Zelt der Festivaltechnik.|mini|Salò auf der Bühne des Puch Open Air 2024Seit 1991 findet das 1989 im nahen Puch gegründete Puch Open Air in Lueg statt. Das Independent-Festival ist vor allem für seine familiäre Atmosphäre bekannt. Es hat meist zwischen 1000 und 2000 Besucher, darunter zahlreiche Stammgäste. Die Organisatoren haben sich bewusst dafür entschieden, das Festival bei dieser Größe zu halten. Das Puch Open Air wird durch den Festivalfonds der Kulturstaatsministerin gefördert.

Söhne und Töchter der Gemeinde Heinrich von Mendel-Steinfels (1849–1902), preußischer Landesökonomierat und Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses Karl von Freyberg (1866–1940), erster bayerischer Landwirtschaftsminister nach der Münchner Räterepublik Michael Buchberger (1874–1961), von 1927 bis 1961 Bischof von Regensburg Heinrich Dannenbauer (1897–1961), Historiker Georg Schuster (1921–2011), Stadtpfarrer von Pasing und Initiator zur Wiedererrichtung der Pasinger Mariensäule

Literatur Bei der Gemeinde Jetzendorf ist eine anlässlich der 1100-Jahr-Feier im Jahr 1993 herausgegebene Chronik erhältlich. ISBN 3-929466-01-5 Josef Brückl: Eine Reise durch den Bezirk Pfaffenhofen, Verlags-Druckerei Udart, Pfaffenhofen 1950, S. 134–146 Hans-Michael Körner, Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten, Bayern I: Altbayern und Schwaben, 4. vollständig neu geschriebene Auflage, Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-32401-6, S. 359–360

Weblinks

Gemeinde Jetzendorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Kategorie:Ersterwähnung 893 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Ort an der Ilm (Abens)