Die Pazifische Taifunsaison 2015 ist ein andauerndes Wetterereignis, unter dem die sich während des gesamten Kalenderjahres bildenden tropischen Wirbelstürme zusammengefasst sind. Die meisten tropischen Wirbelstürme bilden sich im Pazifischen Ozean westlich der Datumsgrenze und nördlich des Äquators jedoch zwischen Mai und November. Solche tropischen Wirbelstürme nennt man Taifune. Die sich östlich des 180. Längengrades bildenden Stürme sind Gegenstand der Pazifischen Hurrikansaison 2015.

Innerhalb des nordwestlichen Pazifiks gibt es zwei meteorologische Organisationen, die den Stürmen Namen vergeben. Dies führt dazu, dass derselbe Sturm häufig zwei verschiedene Namen erhält. Die offizielle internationale Bezeichnung durch die Japan Meteorological Agency (JMA) erhält ein tropischer Sturm, sobald er an einer beliebigen Stelle im nordwestlichen Pazifik andauernde 10-minütige Windgeschwindigkeiten von 35 Knoten (rund 65 km/h) erreicht. Die JMA vergibt einen Namen und einen vierstelligen Numerischen Code, der die Jahreszahl und die fortlaufende Nummerierung enthält. Die Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) hingegen weist tropischen Tiefdruckgebieten Namen zu, die sich innerhalb des nationalen Verantwortungsbereiches bilden oder dorthin ziehen; dieser Verantwortungsbereich liegt grob umgrenzt zwischen 115° und 135° östlicher Länge und zwischen 5° und 25° nördlicher Breite. PAGASA weist auch dann einen lokalen Namen zu, wenn das System bereits durch die Japan Meteorological Agency benannt wurde. Tropische Tiefdruckgebiete, die vom US-amerikanischen Joint Typhoon Warning Center beobachtet werden, erhalten eine Nummer mit dem Suffix W.

Überblick Der Begriff Taifunsaison im nordwestlichen Pazifik und dem südchinesischen Meer bezeichnet Wirbelstürme und tropische Sturmtiefs, die in einem Gebiet 45°Grad nördlicher Breite, zwischen 100° und 180°Grad östlicher Länge und dem Äquator im Süden entstehen und wirken. Die Taifunsaison 2015 war geprägt durch einen sich entwickelnden El Niño im östlichen Pazifischen Ozean, der für sehr günstige Bedingungen für die Entwicklung von tropischen Wirbelstürmen im nordwestlichen Pazifik ermöglichte.

Im Jahr 2015 entwickelten sich insgesamt 27 tropische Wirbelstürme im nordwestlichen Pazifik. Dieses waren weniger Taifune und tropische Stürme als im langjährigen Mittel der Refernzperiode 1961–2010 von 30 Wirbelstürmen, bzw. mehr als in der Refernzperiode 1980–2010 mit 25,6. Jedoch lang die Anzahl der Taifune mit 18, deutlich über dem Wert beider Referenzperioden von 15 Taifune. Ebenso lag die Anzahl der Super-Taifune mit 13 deutlich über dem Wert der Referenzperiode von 5 bis 8. Im Jahr 2015 wurde erstmals die Entstehung von tropischen Wirbelstürmen im nordwestlichen Pazifik in jeden Kalendermonat beobachtet, dies machte diese Taifunsaison zur viertaktivsten seit Beginn der satellitengebunden Beobachtungen im jahre 1961Royal Observatory Hong Kong: Tropical Cyclones in 2015 Royal Observatory Hong Kong vom 31. Dezember (englisch)(chinesisch)Records Fall in 2015 Cyclone Season NASA Science vom 5. Dezember 2015 (englisch)REVIEW OF THE 2015 TYPHOON SEASON ESCAP/WMO Typhoon Committee (PDF-Dokument)(englisch).

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Stürme

Schwerer Tropischer Sturm Mekkhala (Amang)

Am 9. Januar wurde ein sich organisierender Wolkencluster in der Nähe der Insel Pohnpei identifiziert, das JTWC vergab die Bezeichnung Invest 93W und gab am 11. Januar eine Meldung heraus, das für dieses sich entwickelnde Tiefdrucksystem eine mittlere Wahrscheinlichkeit besteht, für die zukünftige Entwicklung eines Tropensturms. Gegen Mitternacht des 12. Januars wurde ein Tropical Cyclon Formation Alert vom JTWC veröffentlicht, darauf wurde von der JMA, um 2 Uhr des 13. Januars, ebenfalls eine Warnung herausgegeben, um 6 Stunden später das tropische Sturmtief Mekkhala, ca. 200 km östlich der Insel Yap zu identifizieren. Am gleichen Tag verwendete das JTWC die Bezeichnung 01W Mekkhala verwendet. Am 15. Januar erreichte der Sturm das Zuständigkeitsgebiet der PAGASA und diese vergab den Namen Amang. Das sich entwickelnde tropische Sturmtief zog in Nord-nordwestliche Richtung mit 19 km/h, die PAGASA gab Sturmwarnungen für die Regionen von Leyte bis Cataduanes heraus.

In der Nacht vom 16. zum 17. Januar erreichte der Tropensturm seine maximale Intensität, das JTWC gab die maximalen Winde nahe des Zentrums mit 129 km/h an, die JMA gab jedoch die mittleren Winde mit 109 km/h an. Am 17. Januar um 8 Uhr machte Mekkhala (Amang) seinen ersten Landgang, etwa 97 km Nord-Nordwest von Borongan City und 50 km Ost-Südost von Catarman City, auf dem Gebiet der Gemeinde Dolores in der Provinz Eastern Samar. Die weitere Zugbahn des Tropensturms folgte dem Küstenverlauf der Insel Luzon. So zog das Zentrum des Sturms am selben Tage etwa 50 Kilometer nordöstlich an Sorsogon City vorbei.Mekkhala und Franziskus (deutsch) Mekkhala zog am 18. Januar auf einen nördlichen Kurs, über die gebirgige Bicolregion, schwächte sich dabei ab zu einem tropischen Tiefdruckgebiet und seine Ausläufer erreichten noch die Region um die Gemeinde Casiguran in der Provinz Aurora. Mekkhala zog nun mit 15 km/h auf einem nordöstlichen Kurs und wurde am 19. Januar zu einem Tiefdruckgebiet erklärt, das sich am 21. Januar bei den Koordinaten 17,3° nördliche Breite und 125,2 östliche Länge, östlich der Insel Luzon auflösteMonthly Summary of Tropical Cyclones that Entered the Philippine Area of Responsibility Publikation der PAGASA (PDF-Format) (englisch)2015年台風第1号 MEKKHALA (1501) meterologische Daten des schweren Tropensturms Mekkhala der JMA (PDF-Datei)(japanisch)Mekkhala NASA Global Percipitaion Measurement (englisch).

Am 17. Januar zwangen Ausläufer des Sturms den römisch-katholischen Papst Franziskus zur vorzeitigen Abreise bei einem Besuch mit öffentlichem Gottesdienst in Tacloban in den Philippinen. Nach dem Gottesdienst wurde eine Helferin von einem herabfallenden Lautsprecher erschlagen, vermutlich in Folge des Sturms. Außerdem wurde eine Maschine mit 17 philippinischen Regierungsbeamten beim Start von der Bahn geweht, es kam jedoch niemand zu Schaden. vom 17. Januar 2015

Der Name Mekkhala wurde von Thailand eingebracht und ist der Name einer Meeresgöttin, auch bekannt als Mani Mekhala, in der buddhistisch-thailändischen Mythologie. Er wurde bereits für Taifune im Jahr 2002 und 2008 angewendet.

Taifun Higos

Am 4. Februar begann das JTWC mit der Beobachtung einer tropischen Störung, die sich bei Kosrae gebildet hatte und sich in einem Gebiet mit äußerst ungünstigen Bedingungen für die weitere Entwicklung befand. Während der folgenden Tage entwickelte sich das System dennoch und wurde am 6. Februar von der JMA als tropische Depression klassifiziert. Am nächsten Tag meldete die JMA die Intensivierung in einen tropischen Sturm und gab dem System den Namen Higos. Auch das JTWC stufte zu dem Zeitpunkt 02W zu einem tropischen Sturm hoch. Dieser begann sich unter nun günstigen Bedingungen zu intensivieren, sodass Higos am 8. Februar zum ersten Taifun der Saison wurde. Am 9. Februar vertiefte sich der Taifun rapide und erreichte nach den Kriterien des JTWC die Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala, doch schon kurz darauf führten starke vertikale Windscherung und trockenere Luft zu einer Abschwächung Higos’ in eine tropische Depression.

In der Phase seine größten Intensität war Higos der stärkste Taifun in einem Februar seit 1970.

Tropischer Sturm Bavi (Betty)

Am 8. März begann das JTWC mit der Überwachung einer tropischen Störung, die sich in günstiger Umgebung südöstlich von Kwajalein auf Marshall Islands gebildet hatte. Während der nächsten paar Tage entwickelte sich das System stetig und wurde am 10. März von der JMA als tropische Depression klassifiziert.

Das JTWC wies dem System am 11. März die Bezeichnung 03W zu, und etwas später an diesem Tag stufte die JMA die Depression zu einem tropischen Sturm hoch und vergab den Namen Bavi, dessen bodennahes Zirkulationszentrum (LLCC) sich für eine kurze Zeit freistellte. Bavi zog in westlicher Richtung, bis der Sturm am 14. März als starker tropischer Sturm seinen Höhepunkt erreichte. Am nächsten gelangte der Sturm in eine ungünstige Umgebung mit mäßiger bis hoher vertikaler Windscherung. Am 17. März stellte PAGASA fest, dass Bavi deren Verantwortungsbereich erreicht hat und vergab den für die Philippinen geltenden Namen Betty. Im Tagesverlauf wurde der Sturm zu einer tropischen Depression zurückgestuft, weil sich Konvektion und Zirkulationszentrum getrennt hatten. Am 18. März gaben sowohl JMA als auch JTWC ihre letzten Warnungen aus, und PAGASA erklärte das System am 19. März zu einem nichttropischen Tiefdruckgebiet. Die JMA verfolgte dieses Resttief noch bis zum 23. März, bis es sich westlich von Manila völlig aufgelöst hatte.

Die von dem Sturm erzeugte Dünung wirkte sich auf Teile von Kiribati aus, die sich noch nicht von den zerstörerischen Sturmfluten erholt hatten, die Zyklon Pam erzeugt hatte.

Taifun Maysak (Chedeng)

Einen Tag nachdem sich Bavi ausgelöst hatte, bildete sich in der Nähe der Marshallinseln ein Tiefdruckgebiet, das langsam nordwestwärts zog und sich in den beiden folgenden Tage zunehmend organisierte. Am 26. März begann die JMA, das System als tropische Depression zu führen. Einen Tag später begann auch das JTWC damit, das System als tropische Depression zu führen und wies ihm die Bezeichnung 04W zu. Das Zentrum des Systems, das sich west-nordwestwärts bewegte, konsolidierte sich mit den einfließenden konvektiven Bändern. Das JTWC stufte 04W im Tagesverlauf zu einem tropischen Sturm hoch. Die JMA folgte diesem Schritt noch am selben Tag und vergab den internationalen Namen Maysak. Mikrowellensatellitenaufnahmen vom 28. März zeigten ein Auge, das von einem Central Dense Overcast (CDO) aus Cirruswolken weitgehend verdeckt wurde. Der Sturm zog nun an der Peripherie eines subtropischen Rückens westwärts, und die JMA stufte den Sturm weiter hoch zu einem schweren tropischen Sturm. In den südlichen Quadranten herrschte eine tiefe Konvektion vor, sodass sich das Auge besser definierte. Die Cirruswolkendecke konsolidierte sich weiter, und die JMA stuft Maysak am 28. März zu einem Taifun hoch. Aufgrund günstiger Wasseroberflächentemperaturen und geringer vertikaler Windscherung unterlief Maysak am 30. März 600 km östlich von Yap innerhalb von sechs Stunden eine rapide Intensivierung und erreichte andauernde einmütige Windgeschwindigkeiten von 230 km/h, was ihn äquivalent zur Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala zu einem Kategorie-4-Taifun machte. Am 31. März intensivierte sich Maysak weiter und wurde vom JTWC als Kategorie-5-Supertaifun eingestuft.

Taifun Maysak zog am 29. März direkt über den Bundesstaat Chuuk von Mikronesien hinweg und verursachte deutliche Schäden. Starkwind, der vom örtlichen Büro des National Weather Service mit 114 km/h gemessen wurde, riss zahlreiche Bäume und Stromversorgungsleitungen um und deckte Häuser ab. Nach Schätzungen wurden 80–90 % der Häuser in Chuuk beschädigt, die Stromversorgung auf der Insel brach weitgehend zusammen und die Kommunikation war beeinträchtigt. Der Präsident Micronesiens Manny Mori erklärte für die Bundesstaaten Chuuk und Yap den NotstandIOM Micronesia: TYPHOON MAYSAK Situation report erschienen 1. Mai 2015 [PDF-Datei] (englisch).