mini|hochkant=1.5|Der Sterkfontein-Stausee bei Harrismith Rand Water (SOC) ist ein staatliches südafrikanisches Unternehmen, das für die Wasserversorgung und Abwasseraufbereitung verantwortlich ist. Es versorgt einen Großteil von Gauteng sowie Teilbereiche der Provinzen Mpumalanga, Free State und North West. Rand Water untersteht dem nationalen Department of Water and Sanitation (deutsch etwa: Ministerium für Wasser und Hygiene). Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Glenvista, einem Stadtteil von Johannesburg. Die gegenwärtige Unternehmensgliederung von Rand Water ging aus einer Restrukturierung auf der Grundlage des Water Services Act (Act 108 / 1997, section 84) hervor.Rand Water: Rand Water's Terms and Conditions. auf www.randwater.co.za (englisch).Rand Water: Area Of Supply. auf www.randwater.co.za (englisch).. auf www.randwater.co.za (englisch).

Geschichte Historische Ausgangssituation Mit der Entdeckung der Goldlagerstätten am Witwatersrand im Jahre 1886 wuchs die Zahl der europäischen Einwanderer in dieser Region innerhalb eines kurzen Zeitraumes stark an. Die Bevölkerungszunahme erzeugte einen sprunghaft steigenden Wasserbedarf für deren Haushaltsführung, der zunächst in der durch natürliche Bedingungen eher wasserarmen Region nur schwierig zu befriedigen war.

Während dieser frühen Phase des städtischen Wachstums von Johannesburg wurde Wasser aus dem Tal des Fordsburgspruit gewonnen, wo die transvaalische Regierung Grundstücke von der Farm Braamfontein zum Zwecke der Wasserversorgung der nahen Bergarbeitersiedlungen erworben hatte. Eine Wasserentnahme erfolgte auch in der Nähe der heutigen End Street aus einem mit Natalspruit bezeichneten Areal. Hier, in den als Brickfields bezeichneten Vororten, entwickelten sich die ersten Ziegeleien, die das frühe Johannesburg mit Baumaterial versorgten. Eine weitere Wassergewinnungsstelle lag auf dem Gelände des heutigen Johannesburg Hospital im Stadtteil Parktown.

Der fortschreitende Erfolg des Goldbergbaus am Witwatersrand ließ den Wasserbedarf kontinuierlich und zusätzlich ansteigen.

Wasserversorgung durch private Unternehmen mini|Anfänge der Wasserversorgung im Donald-Mackay-Park, Berea (Braamfontein), Johannesburg Der hohe Wasserbedarf initiierte die Gründung privater Versorgungsunternehmen. Das waren 1893 die Braamfontein Water Company und das Vierfontein Syndicate. Die Braamfontein Water Company lieferte etwa 0,6 Millionen Liter pro Tag nach Parktown aus zwei Entnahmestellen in diesem Gebiet. Von Vierfontein Syndicate ist bekannt, dass Brauchwasser für den nahen Bergbau und eine bessere Qualität für die Trinkwasserversorgung bereitgestellt wurde.

Eine erste große Konzession für eine private Wasserversorgungseinrichtung (und Gaslichtinstallation) in Johannesburg erteilte der Transvaal Volksraad mit der Sivewright Concession im Jahre 1887. James Sivewright schuf auf dieser Grundlage im Juli desselben Jahres die Johannesburg Waterworks Estate and Exploration Company Ltd. Die Erlaubnis ermöglichte dem Unternehmen die Verlegung unterirdischer Leitungen zum Zwecke der Wasserversorgung in Johannesburg. Barney Barnato erwarb dieses Unternehmen wenige Monate nach dessen Gründung, im Jahre 1889. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erzeugten eine unkontrollierte Teuerung der Trinkwasserversorgung, so dass die Bevölkerung im privaten Haushalt auf Sodawasser auswich.Johannesburg Timeline 1800-1991. 1887. auf www.sahistory.org.za (englisch).

In den ersten Jahren erfolgte die Trinkwassergewinnung an Austrittsstellen der natürlichen Quellhorizonte am Fuße der Hügel im Stadtbereich. Als der Verbrauch anstieg veranlassten die Versorger Bohrungen auf dem Gebiet der Farm Zwartkoppjes. Die Abnehmer wurden mittels Eselswagentransporte für zwei Schillinge und sechs Pence pro Eimer beliefert. Doch der Wasserbedarf stieg weiter und 1899 ging deshalb die Zuurbekom-Pumpenstation in Betrieb. ehemals auf www.vaaltriangleinfo.co.za (englisch).

Errichtung der Rand-Wasserbehörde Diese unhaltbare Entwicklung kam erst unter öffentliche Kontrolle, nachdem am 31. Mai 1902 die britische Regierung den Friedensvertrag mit den Burenrepubliken geschlossen hatte. Man erkannte in diesem Zusammenhang, dass die Strukturen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aus der Sicht der öffentlichen Zuständigkeit dringend untersucht werden müssen.

Mit der Rand Water Board Incorporation Ordinance No. 32 of May 1903 entstand die rechtliche Basis zur Gründung der Johannesburger Wasserbehörde (The Rand Water Board). Sie nahm am 8. Mai 1903 ihren Betrieb auf. Am Verwaltungsrat waren Vertreter vom Johannesburger Stadtrat, der Chamber of Mines sowie anderen lokalen Behörden beteiligt.

Im Jahre 1904 wurde Rand Water beauftragt, die Wassergewinnungsanlagen von jenen damit befassten Unternehmen zu übernehmen, die damit kommunalwirtschaftlich relevante Wassermengen förderten. Die Behörde wurde auf diese Weise zum alleinigen Wassergroßversorger der Region.

Wasserwirtschaft seit 1905 Bereits 1905 erlangte Rand Water volle umfassende Betriebsfähigkeit. Im Jahr 1906 war der von Rand Water gesicherte tägliche Wasserbedarf bei 11 Millionen Litern angekommen und seit dieser Zeit stieg er stetig an. Weil Wasser stets eine knappe Ressource in dem wachsenden Ballungsraum von Johannesburg bildete, war die Wasserbehörde gezwungen, sowohl einige Beschränkungen zu verfügen als auch nach immer neuen Gewinnungsmöglichkeiten zu suchen.

Die erste Bevorratung von Wasser des Vaals erfolgte 1905 bei Vereeniging, als hier das Leslie-Wehr (Leslie’s weir) errichtet wurde. Obwohl es nur 5 Fuß hoch war, staute es das Flusswasser auf eine Länge von 8 Meilen. Dieses Wasserreservoir fand seine Nutzung zur landwirtschaftlichen Bewässerung in der Region um Maccauvlei (Vorort von Vereeniging). ehemals auf www.vaaltriangleinfo.co.za (englisch).

Folgende bedeutende Anlagen und Versorgungssysteme entstanden in Regie von Rand Water für die Region Johannesburg (in Klammer die Jahreszahl ihrer Errichtung bzw. Inbetriebnahme):

Vaal River scheme (deutsch etwa: Vaal-Wassersystem) einschließlich des Vaal Barrage Dam (1914–1924) lieferte 91 Millionen Liter pro Tag Vereeniging–Pumpenstation (1924) Zwartkopjes–Pumpenstation (etwa 1908)S2A3 Biographical Database of Southern African Science: Orr, Professor John (engineering). auf www.s2a3.org.za (englisch). (Kromvlei Avenue in Mondeor, Johannesburg South) Vaal-Stausee (1938), flussaufwärts vor dem Vaal Barrage Dam errichtet, liefert 354 Millionen Liter pro Tag In: The Water Wheel, Juli / August 2008, online auf www.ewisa.co.za, PDF-Dokument S. 1–2. (englisch). Zuikerbosch–Pumpenstation (1949) (östlich von Vereeniging)Rand Water: Zuikerbosch-Pumpstation, Kartenskizze. Download-Link (englisch). Sterkfontein-Stausee (1980–1986) Lesotho Highlands Water Project (1998)

Der Vaal River Development Scheme Act von 1934 legte die rechtliche Grundlage für den Bau der Anlagen entlang des Vaals. Bis Anfang der 1930er Jahre blieb die Klipspruit Sewage Farm die einzige Abwasserbehandlungsanlage Johannesburgs. Erst ab diesem Zeitabschnitt entwickelten sich auf Initiative des Stadttechnikers E. J. Hamlich weitere Klärwerke in den Taleinschnitten der in nördliche Richtung aus dem Stadtgebiet Johannesburgs abfließenden Wasserläufe. ehemals auf www.wisa.org.za (englisch).

Pretoria Die Gemeinde Pretoria wurde seit 1942 durch Rand Water Board mit Wasser versorgt. auf www.vaaltriangleinfo.co.za (englisch). Zuvor lag dieser Bereich in der Verantwortung eines privaten Unternehmens. Die Pretoria Water Works Companie, Ltd. entstand am 31. Dezember 1889 durch dessen Eigentümer L. G. Vorstmann, der sie am 10. Dezember formal gegründet hatte. Ihre Konzession zur wasserwirtschaftlichen Tätigkeit erhielt sie für einen Zeitraum von 50 Jahren.Report of the Transvaal Concessions Commission, Dated 19th April 1901: Report of the Transvaal Concession Commission. Pretoria Water Supply. In: Despatches from United States Consuls in Pretoria, I898-I906, Vol. 3 (2. Januar 1904 bis 4. August 1906), The National Archives, Washington 1962, S. 121–122. auf www.archive.org (englisch).

Staudammanlagen in der Verwaltung von Rand Water mini|Lageplan der Staudämme des Thukela-Vaal-Transfer-Systems (Thukela-Vaal Transfer Scheme) mini|Lageplan wichtiger Komponenten des Lesotho Highlands Water Project Folgende Staudämme sind Teil der Wassergewinnungssysteme von Rand Water:Rand Water: Dam Levels. auf www.randwater.co.za (englisch).Rand Water: auf www.randwater.co.za (englisch).

Bloemhof Dam Der Bloemhof-Stausee ist das am weitesten westlich gelegene Wasserreservoir von Rand Water. Es befindet sich bei der Kleinstadt Bloemhof auf den Territorien zweier Provinzen, von North West und Free State. Dieser Stausee besitzt eine Wasserfläche von 233 km2 und kann 1,26 Milliarden m3 Wasser aufstauen. Die durchschnittliche Wassertiefe beträgt 18 Meter. Weiter flussabwärts speist der Vaal im Umfeld der Stadt Christiana das Kanalnetz Vaalharts Water, das zu den umfassendsten Bewässerungssystemen weltweit gezählt wird. Der Bloemhof-Stausee reguliert die dafür erforderliche Wassermenge im Flusslauf.

Grootdraai Dam Der Grootdraai-Stausee liegt östlich der Stadt Standerton auf dem Gebiet von Mpumalanga und besitzt ein Stauvermögen von 350 Millionen m3. Er wird hauptsächlich vom Vaal gespeist und dehnt seine Wasserfläche auf 39 km2 aus. Die größte Wassertiefe beträgt 27 Meter.

Vaal Barrage Dam Reservoir (Staustufensystem) Das Staustufensystem am Vaal ist 64 Kilometer lang und verfügt über eine Gesamtstaukapazität von 63 Millionen Litern. Die Gesamtwasserfläche beträgt 168,35 km2 und dessen mittlere Wassertiefe liegt bei 3,5 Metern.

Vaal Dam Der Bau dieser Talsperre in den 1930er Jahren war ein gemeinsames Vorhaben von Rand Water und dem Department of Irrigation (Abteilung/Ministerium für Bewässerung). Der Vaal-Stausee sichert den Hauptwasserbedarf für Gauteng. Sein Einzugsgebiet beläuft sich auf 38.505 km2 und er kann 2575 m3 Wasser aufstauen. Seine Gesamtwasserfläche beträgt 321 km2 und die mittlere Wassertiefe 22,5 m. Der Stausee wird von Flüssen, wie Vaal, Waterval, Liebenbergsvlei, Klip, Nuwejaarspruit, Elands und Wilge direkt oder indirekt gespeist.

Sterkfontein Dam Der Sterkfontein-Stausee befindet sich bei Harrismith in Free State, nahe der Grenze zu KwaZulu-Natal und Lesotho. Er wurde in zwei zeitlichen Abschnitten, 1980 und 1986, fertiggestellt. Die Lage des Stausees hat sich aus wasserwirtschaftlicher Sicht als sehr vorteilhaft erwiesen, da die Umweltbedingungen seines Umfeldes sehr gut sind und die klimatische Situation an seinem Standort eine vergleichsweise niedrige Evaporationsrate verursacht (ca. 35 Millionen m3 pro Jahr). Der Damm wurde ursprünglich mit einer Höhe von 68 Metern errichtet und dessen Dammkrone 1980 auf 93 m angehoben. Der Stausee besitzt ein Fassungsvermögen von 2.617 Millionen Kubikmetern Wasser und befindet sich im Tal des Nuwejaarspruit, einem Zufluss des Wilge River. Im südlichen Abschnitt durchquert das Wehr des Driekloof-Stausee (Driekloof Dam) den Talsperrenraum, beide Wasserflächen liegen unmittelbar hintereinander und weisen nur einen geringen Niveauunterschied zueinander auf. Der Driekloof-Stausee erhält sein Wasser durch kleine natürliche Zuflüsse und über das Tunnel-Pipeline-System des Drakensberg Pumped Storage Scheme vom Jagersrust Balancing Dam aus dem benachbarten Tugela-Einzugsgebiet. ehemals auf www.ewisa.co.za (englisch). (englisch).

Woodstock Dam / Tugela-Vaal Transfer Scheme