Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der kanadischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Kanada nahm bisher erst dreimal (1986, 2022 und 2026) an einer Weltmeisterschafts-Endrunde teil. Bei den ersten beiden Teilnahmen schied Kanada stets in der Vorrunde aus. Bei der ersten Teilnahme 1986 konnte kein Tor erzielt werden. In der ewigen Tabelle der WM-Endrundenteilnehmer belegte Kanada vor der WM 2026 den 77. Platz und verbesserte sich dann um 20 Plätze. Zusammen mit Mexiko und den USA richtet Kanada die WM 2026 aus; die Mannschaft erzielte ihr bestes Ergebnis aller Zeiten bei diesem Turnier und erreichte das Achtelfinale.

Übersicht

mini|Platzierung der kanadischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938Frankreich nicht teilgenommen 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht teilgenommen 1958Schweden nicht qualifiziert 1962 Chile zurückgezogen 1966 England nicht teilgenommen 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an den USA gescheitert, die sich ebenfalls nicht qualifizieren konnten. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an den Mexiko gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde wieder an Mexiko gescheitert. 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation im Finalturnier als Gruppendritter an El Salvador und Honduras gescheitert. 1986 MexikoVorrunde Frankreich, Ungarn, UdSSR 24. Tony Waiters Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Vorausscheidungsrunde an Guatemala gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der interkontinentalen Qualifikation in der ersten Runde an Australien nach Elfmeterschießen gescheitert. Australien verlor dann in der 2. Runde gegen Argentinien. 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Finalrunde als Gruppenletzter von sechs Teilnehmern gescheitert. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Zwischenrunde an Trinidad und Tobago und Mexiko gescheitert, von denen sich Trinidad und Tobago ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Costa Rica und Guatemala gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Honduras und Mexiko gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation scheiterte Kanada in der 3. Runde an Honduras und Panama. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation traf die Mannschaft in der zweiten Runde im Juni 2015 auf Dominica und setzte sich durch. In der dritten Runde schaltete Kanada Belize aus. In der vierten Runde scheiterte Kanada an Mexiko und Honduras. 2022 Katar Vorrunde Belgien, Kroatien, Marokko 31. John HerdmanIn der Qualifikation traf Kanada in der ersten Runde auf Aruba, Bermuda, die Cayman Islands und Suriname und erreichte mit vier Siegen die zweite Runde, in der Haiti zweimal besiegt wurde. In der dritten Runde konnte sich die Mannschaft gegen die USA, Mexiko, Costa Rica, Panama, El Salvador, Jamaika und Honduras durchsetzen. In der WM-Vorrunde schied die Mannschaft als Gruppenletzter mit drei Niederlagen aus. 2026 Kanada/Mexiko/USA Achtelfinale Marokko 14. Als Co-Gastgeber automatisch qualifiziert. Bei der Endrunde trafen die Kanadier in der Vorrunde auf Katar, die Schweiz sowie Bosnien-Herzegowina. Im Sechzehntelfinale schlugen die Kanadier Südafrika.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)

Teilnahmeverzicht: 6× (26,1 %; 1930, 1934, 1938, 1950, 1954 und 1966) Zurückgezogen: 1× (4,3 %; 1962) Nicht qualifiziert: 13× (56,5 %; 1958, 1970, 1974, 1978, 1982, 1990, 1994, 1998, 2002, 2006, 2010, 2014 und 2018) Sportliche Qualifikation: 2× (8,7 % bzw. bei 12,5 % der Versuche) Als Co-Gastgeber qualifiziert: 1× (4,3 %; 2026) Vorrunde: 2× (8,7 %; 1986 und 2022) Achtelfinale: 1× (4,3 %; 2026)

Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1954 Obwohl die Canadian Soccer Association bereits 1912 gegründet wurde und seit 1913 FIFA-Mitglied ist, nahm die Mannschaft an den ersten fünf Weltmeisterschaften nicht teil.

1958 in Schweden Die Qualifikation für die WM in Schweden war dann die erste, an der Kanada teilnahm. Am 22. Juni 1957 bestritten die Kanadier in Toronto ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und gewannen gegen den Nachbarn USA mit 5:1. Acht Tage später verloren sie in Mexiko-Stadt gegen Mexiko mit 0:3 und auch das Rückspiel vier Tage später ebenda verloren sie mit 0:2. Danach gewannen sie zwar noch in St. Louis gegen die USA mit 3:2, da aber Mexiko auch beide Spiele gegen die USA gewonnen hatten, fuhren die Mexikaner zur WM, nachdem sie sich auch gegen Costa Rica durchgesetzt hatten.

1962 in Chile Für die WM in Chile wollten sich schon acht Mannschaften aus Nord- und Mittelamerika qualifizieren, darunter Kanada. Dennoch wurde den Nord- und Mittelamerikaner kein direkter Startplatz zugestanden, sondern der Sieger der Nord- und Mittelamerika-Qualifikation musste noch gegen eine südamerikanische Mannschaft antreten. Kanada sollte wieder gegen Mexiko und die USA antreten, zog aber vor Beginn der Qualifikation zurück. CONCACAF-Sieger Mexiko gewann die interkontinentale Relegation gegen Paraguay und qualifizierte sich für die WM 1962 in Chile und schied dort in der Vorrunde aus.

1966 in England An der Qualifikation für die WM im Mutterland des Fußballs nahm Kanada dann auch nicht teil. Aus der CONCACAF-Zone qualifizierte sich Mexiko für die WM und schied dort in der Vorrunde aus.

1970 in Mexiko Da Mexiko als Gastgeber der ersten WM in Mittelamerika automatisch qualifiziert war, fiel dieser Stolperstein weg. Um den zweiten Startplatz bewarben sich nun 12 Mannschaften. Kanada musste in der ersten Runde gegen die USA und die Bermudas antreten. Kanada und die USA gewannen ihre Heimspiele, während aber die USA auch in Bermuda gewannen, erreichten die Kanadier dort nur ein torloses Remis. Damit hatten die USA einen Punkt mehr und erreichten das Halbfinale. Dort scheiterten sie an Haiti, das im Finale dann gegen El Salvador in drei Spielen unterlag.

1974 in der Bundesrepublik Deutschland Für die erste WM in Deutschland konnte sich Kanada erneut nicht qualifizieren, da in der ersten Qualifikations-Runde wieder Mexiko, das alle Spiele gewann, zu stark war und nur gegen den Nachbarn USA nicht verloren wurde (ein Sieg und ein Remis). Zur allgemeinen Überraschung gelang aber auch den Mexikanern nicht die Qualifikation und Haiti kam zu seiner ersten WM-Teilnahme und überraschte dabei insbesondere die Italiener.

1978 in Argentinien Für die vierte WM in Südamerika musste sich Kanada in der 1. Runde wieder mit Mexiko und den USA auseinandersetzen. Da jede Mannschaft je einmal gewann, verlor und remis spielte, hatten am Ende alle 4:4 Punkte. Die Mexikaner hatten aber die bessere Tordifferenz und waren direkt für die zweite Runde qualifiziert. Zwischen Kanada und den USA gab es ein Entscheidungsspiel in Port-au-Prince, das Kanada mit 3:0 gewann und damit in die zweite Runde einzog. Diese fand als CONCACAF-Nations-Cup 1977 in Mexiko statt und Mexiko nutzte den Heimvorteil, um sich mit fünf Siegen zu qualifizieren, während Kanada nur den vierten Platz belegte und lediglich gegen Suriname und Guatemala gewinnen konnte.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Vier Jahre später standen den CONCACAF-Mannschaften wieder zwei Startplätze zu. In der Qualifikation für die WM in Spanien waren wieder Mexiko und die USA in der ersten Runde die Gegner. Kanada konnte erstmals den ersten Platz vor Mexiko belegen und damit zusammen mit Mexiko das Finalturnier erreichen. Dieses wurde als CONCACAF-Nations-Cup 1981 in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa ausgetragen. Überraschend scheiterten dann aber beide punktgleich an Honduras, das den Heimvorteil nutzte und sich erstmals qualifizierte, sowie El Salvador.

1986 in Mexiko

Obwohl die Mexikanische Fußballnationalmannschaft als Gastgeber der zweiten WM in Mexiko wieder automatisch qualifiziert war und damit wie 1970 der größte Stolperstein für die Konkurrenz wegfiel, wurde es für die restlichen Mannschaften schwerer, sich für die WM zu qualifizieren als 1982. Denn die FIFA gestand der CONCACAF-Zone neben Gastgeber Mexiko nur einen einzigen Endrundenplatz zu. In der ersten Runde sollte Kanada gegen Jamaika antreten. Da Jamaika zurückzog, kam Kanada kampflos in die zweite Runde. In der zweiten Runde waren dann Guatemala und Haiti die Gegner. Kanada setzte sich mit drei Siegen und einem Remis durch und erreichte die CONCACAF-Endrunde gegen Costa Rica und Honduras. Kanada gewann beide Spiele gegen Honduras und spielte zweimal remis gegen Costa Rica. Damit war Kanada zum ersten Mal für die WM-Endrunde qualifiziert.

In Mexiko trafen die Kanadier in ihrem ersten WM-Spiel auf Europameister Frankreich und hielten 78 Minuten lang das 0:0. Dann traf Jean-Pierre Papin zum 1:0 für den Favoriten. Dabei blieb es. Im zweiten Spiel gegen Ungarn gerieten sie bereits in der zweiten Minute in Rückstand, in der 75. Minute gelang den Ungarn dann der 2:0-Endstand. Mit diesem Ergebnis endete dann auch das letzte Spiel gegen die UdSSR. Damit verabschiedete sich Kanada für 36 Jahre von der WM-Bühne. Kanada hatte zwar kein Spiel gewonnen, aber im Vergleich mit anderen WM-Neulingen achtbare Ergebnisse gegen renommierte Mannschaften erzielt. Dabei standen in der Mannschaft sieben vereinslose Spieler und neun Spieler, die in der Major Indoor Soccer League in den Vereinigten Staaten spielten. Nur drei Spieler spielten bei kleineren europäischen Vereinen.

1990 in Italien Diesmal standen den Qualifikationsteilnehmern der CONCACAF-Zone wie 1982 wieder zwei Endrundenplätze zu. Und weil Mexiko bei einem Junioren-Turnier, das als Qualifikation für die Olympischen Spiele 1988 fungierte, ältere Spieler eingesetzt hatte, von der Qualifikation zur WM 1990 in Italien ausgeschlossen wurde, war die Chance sich zu qualifizieren enorm gestiegen. In der Qualifikation für die zweite WM in Italien scheiterte Kanada dann bereits in der Vorausscheidungsrunde an Guatemala. Nach einem 0:1 in Guatemala reichte ein 3:2 im Heimspiel nicht, da die Auswärtstorregel für Guatemala sprach. Guatemala belegte dann bei der CONCACAF-Endrunde nur den vierten Platz hinter den USA, die sich damit nach 40 Jahren Abstinenz von der WM-Bühne wieder qualifizierten, Costa Rica, das sich erstmals qualifizierte, und Trinidad und Tobago.

1994 in den Vereinigten Staaten Für die WM im Nachbarland konnte sich Kanada nicht qualifizieren. In der zweiten Runde wurde zunächst hinter El Salvador der zweite Platz vor Jamaika und Bermuda belegt, wodurch die dritte Runde erreicht wurde. In dieser wurde wieder der zweite Platz belegt, diesmal hinter Mexiko vor El Salvador und Honduras. Damit musste Kanada in die interkontinentalen Playoffs. Nach einem 2:1 im Heimspiel gegen Australien wurde das Rückspiel in Australien mit 1:2 verloren. Damit musste das Elfmeterschießen entscheiden. Hier hatten die Australier die besseren Schützen und gewannen es mit 4:1. Australien scheiterte dann aber im Interkontinental-Finale an Argentinien.

Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich