Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Neustadt-Nord führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Neustadt-Nord auf.
Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.
Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.
Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px Hier lernteDr. Alfred Apfel (Jahrgang 1882) 'Schutzhaft' 1933 Gefängnis Spandau Flucht 1933 Frankreich tot 14.2.1941 Marseille Vogelsanger Straße 1(Verlegestelle vor dem Gymnasium Kreuzgasse)()100px 120px|Stolperstein für Alfred Arnade (Weißenburgstr. 53) Hier wohnteAlfred Arnade (Jahrgang 1873) Berufsverbot 1934 Deportiert 1944 Ermordet in Auschwitz Weißenburgstr. 53()100px|Wohnhaus Weißenburgstraße 53 Der am 22. Oktober 2015 verlegte Stolperstein erinnert an Alfred Arnade, geboren 21. März 1873. Nach Informationen, welche zum Zeitpunkt der Verlegung noch nicht vorlagen, wurde Alfred Arnade nicht in Auschwitz ermordet, sondern am 4. November 1944 in Theresienstadt. 120px|Stolperstein für Olga Fanny Auerbach (Antwerpener Straße 32) Olga Fanny Auerbach, geb. Rosenwald (Jahrgang 1877) Deportiert 1941 Łódź / Litzmannstadt Ermordet 14. März 1942 Antwerpener Str. 32(VerlegestelleAntwerpener Straße 28–32)()100px|Verlegestelle Antwerpener Straße 32 Der am 19. April 2018 verlegte Stolperstein erinnert an Olga Fanny Auerbach (geb. Rosenwald), geboren am 30. Oktober 1877 in Köln.
Olga Fanny Auerbach war die Tochter von Joseph und Adele Rosenwald (geb. Löb) und die Schwester von Carl Rosenwald. Olga Fanny Auerbach war die Witwe von Hugo Auerbach. Am 22. Oktober 1941 wurde sie mit dem 8. Kölner Transport in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Dort starb sie am 14. März 1942.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Auerbach, Olga FannyNS-Dok: Gedenkbucheintran für Olga Fanny AuerbachYad Vashem: Gedenkblatt für Olga Fanny AuerbachDeportationsliste von Köln nach Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Blatt 1, Eintrag 21 120px|Stolperstein für Anna Louise Ballin (Maastrichter Straße 3) Hier wohnteAnna Louise Ballin, geb. Ganz (Jahrgang 1881) Deportiert 1941 Łódź Tod am 29. August 1942 Maastrichter Str. 3()100px|Verlegestelle Maastrichter Straße 3 Der Stolperstein erinnert an Anna Louise Ballin (geb. Ganz), geboren am 21. Mai 1881 in Köln.
Anna Louise Ballin war die Tochter von Alexander und Clara Ganz (geb. Herzbach). Anna Louise Ballin war die Ehefrau des Arztes Martin Ballin (1874–1920). Am 30. Oktober 1941 wurde sie mit dem 16. Transport in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert, dort starb sie am 29. August 1942.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Ballin, Anna LouiseYad Vashem: Gedenkblatt für Anna Ballin – Die dortige Angabe über den Ehemann ist unzutreffend. Vgl. Brigitte Bilz / Fritz Bilz, Diesen Menschen hat man mir totgeschlagen. Briefe aus Gestapohaft und KZ, Köln 1999.Deportationsliste 16. Transport von Köln nach Litzmannstadt am 30. Oktober 1941 Blatt 1; Eintrag Nr. 48Deportationszug 16. Transport von Köln nach Litzmannstadt am 30. Oktober 1941 120px|Stolperstein für Gottfried Ballin (Vogelsanger Straße 1) Hier lernteGottfried Ballin (Jahrgang 1914) Verhaftet 1934 Vorbereitung zum Hochverrat Gefängnis Herford/Dortmund/Oranienburg Deportiert Auschwitz Ermordet 4. März 1943 Vogelsanger Str. 1(Verlegestelle vor dem Gymnasium Kreuzgasse)()100px|Verlegestelle am Gymnasium Kreuzgasse (Vogelsanger Straße 1) Der am 31. März 2014 verlegte Stolperstein erinnert an Gottfried Rudolf Johannes Ballin, geboren am 9. April 1914 in Berlin.
Gottfried Ballin war ein Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er war der Sohn des jüdischen Arztes Martin Ballin und dessen Ehefrau Anna Louise (geb. Ganz). Nach seinem Abitur am Gymnasium Kreuzgasse machte er eine Ausbildung als Buchhändler bei seinem Großvater Alexander Ganz in der Lengfeld’schen Buchhandlung. 1931 wurde er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und begann mit der Widerstandsarbeit gegen Hitler. 1934 wurde Ballin wegen Vorbereitung zum Hochverrat verhaftet und saß bis 1935 in Köln und Dortmund in Untersuchungshaft. 1935 wurde er zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Zu seinem Haftende hatte seine Ehefrau Helene Ballin alles für eine Ausreise nach Südamerika vorbereitet, dennoch wurde Gottfried Ballin am 2. November 1939 ins KZ Sachsenhausen deportiert. Später wurde er in das Vernichtungslager Auschwitz verlegt, wo er am 4. März 1943 nach einem Fluchtversuch ermordet wurde.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Ballin, Gottfried Rudolf JohannesBrigitte Bilz / Fritz Bilz, Diesen Menschen hat man mir totgeschlagen. Briefe aus Gestapohaft und KZ, Köln 1999.
Im Kölner Stadtwaldviertel (der ehemaligen Haelen Kaserne) wurde 2004 ein Gebäude nach Gottfried Ballin benannt und im Haus Gedenktafeln ihm zu Ehren angebracht.ksta.de - Mutig gegen die Nazis gekämpft, abgerufen am 7. März 2015.Für Gottfried Ballin wurde an seiner ehemaligen Wohnadress Steinfelder Gasse 8 ein weiterer Stolperstein verlegt. 120px|Stolperstein für Siegbert Baum (Vogelsanger Straße 1) Hier lernteSiegbert Baum (Jahrgang 1923) Deportiert 1941 Łódź / Litzmannstadt Mehrere Lager KZ Bergen-Belsen BefreitVogelsanger Str. 1 (Gymnasium Kreuzgasse)() Die Verlegung des Stolpersteins erfolgte am 12. Juni 2025. Er erinnert an den ehemaligen Schüler Siegbert Baum. Siegbert Baum war bis 1938 Schüler der Kreuzgasse, musste dann aber die Schule verlassen, weil staatliche Schulen keine jüdischen Deutschen mehr unterrichten durften. Eine Lehrstelle zu finden, war für ihn in NS-Deutschland auch nicht möglich: er durfte als Jude nicht in einer von Nichtjuden geleiteten Firma eine Lehre machen. Seine Eltern entschlossen sich, ihn nach Luxemburg zu schicken, wo er eine Lehre als Elektriker begann. Mit Beginn des 2. Weltkrieges musste er nach NS-Deutschland zurückkehren. Er wurde – zusammen mit seinen Eltern, Jakob und Sylvia Baum und der zwei Jahren jüngeren Schwester Anneliese – in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Dort wurde die Familie getrennt: Anneliese und die Eltern kamen dort um, Siegbert muss Zwangsarbeit leisten. Er durchlebte eine wahre Odyssee durch mehrere Konzentrationslager und NS-Nebenlager: Litzmannstadt, Fürstengrube, Auschwitz, Mittelbau Dora und Bergen-Belsen, wo er schließlich befreit wurde.
Zwar gelang es Siegbert Baum zu überleben, durch die Zwangsarbeit war sein Körper aber so belastet, dass er bis zum Lebensende ein Stahlkorsett tragen mussten. Da seine gesamte Familie ermordet worden war, ging er nach Luxemburg zurück, wo er offenbar noch Kontakte hatte, und wurde Sprecher bei Radio Luxemburg. Später wanderte er in die USA aus, wo er 1997 starb. 120px|Stolperstein für Franz Baumann (Vogelsanger Straße 1) Hier lernteFranz Baumann (Jahrgang 1897) Flucht 1935 Holland Interniert Westerbork Deportiert 1943 Theresienstadt Ermordet 28. Februar 1945 Auschwitz Vogelsanger Str. 1(Verlegestelle vor dem Gymnasium Kreuzgasse)()100px|Verlegestelle am Gymnasium Kreuzgasse (Vogelsanger Straße 1) 120px|Stolperstein für Bernhard Barmé (Werderstraße 5) Hier wohnteBernhard Barmé (Jahrgang 1874) Deportiert 1941 Łódź Ermordet am 5. März 1942 Werderstr. 5()100px|Verlegestelle Werderstraße 5 120px|Stolperstein für Bertha Barmé (Werderstraße 5) Hier wohnteBertha Barmé, geb. Leiser (Jahrgang 1879) Deportiert 1941 Łódź Für tot erklärt Werderstr. 5()100px|Verlegestelle Werderstraße 5 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Berta Barmé im September 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein für Carl Benjamin (Vogelsanger Straße 1) Hier lernteCarl Benjamin (Jahrgang 1918) Flucht Holland Interniert Westerbork Deportiert Theresienstadt 1944 Auschwitz Ermordet Vogelsanger Str. 1(Verlegestelle vor dem Gymnasium Kreuzgasse)()100px|Verlegestelle am Gymnasium Kreuzgasse (Vogelsanger Straße 1) Der am 20. März 2013 verlegte Stolperstein erinnert an Carl Benjamin, geboren am 4. August 1918 in Köln.
Carl Benjamin war der Sohn von Max und Irma Benjamin (geb. Kohen). Als Schüler besuchte er das Gymnasium Kreuzgasse. Er war mit Hanna Bloch verheiratet. Carl Benjamin emigrierte am 19. November 1937 in die Niederlande. Am 17. September 1942 wurde er erstmals im Durchgangslager Westerbork inhaftiert. Am 20. Juni 1943 wurde er dort erneut interniert und am 4. September 1944 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und von dort aus am 29. September 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht. Dort starb Carl Benjamin am 28. Februar 1945.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Benjamin, Karl CarlYad Vashem: Gedenkblatt für Carl BenjaminHanna Kohner, Walter Kohner und Frederick Kohner: Hanna und Walter. Eine Liebesgeschichte. Droemer Knaur Verlag, 1990, ISBN 3-426-01254-5. 120px|Stolperstein für Albert Bergen (Genter Straße 25) Hier wohnteAlbert Bergen (Jahrgang 1867) Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 19. August 1942 Genter Str. 25()100px|Wohnhaus Genter Straße 25 Der Stolperstein erinnert an Albert Bergen, geboren am 15. Januar 1867 in Frankfurt am Main.
Albert Hirsch Anschel Bergen wurde in Frankfurt-Bockenheim geboren und war mit Maria Lilienfeld verheiratet. Gemeinsam wurden sie mit dem 1. Kölner Transport III/1 am 15. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, dort starb er am 19. August 1942.Deportationsliste Transport III/1 von Köln nach Theresienstadt am 15. Juni 1942; Blatt 27, Eintrag 525bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag für Bergen, Albert Hirsch AnschelNS-Dok: Gedenkbucheintrag für Albert Bergen 120px|Stolperstein für Maria Bergen (Genter Straße 25) Hier wohnteMaria Bergen, geb. Lilienfeld (Jahrgang 1872) Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 5. April 1943 Genter Str. 25()100px|Verlegestelle Genter Straße 25 Der Stolperstein erinnert an Maria Bergen (geb. Lilienfeld), geboren am 26. Mai 1872 in Essen.
Die Hausfrau Marie Bergen war die Tochter von Moritz und Beata Lilienfeld (geb. Issenberg). Verheiratet war sie mit Albert Bergen. Gemeinsam wurden sie mit dem 1. Kölner Transport III/1 am 15. Juni 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, dort starb sie am 5. April 1943.Deportationsliste Transport III/1 von Köln nach Theresienstadt am 15. Juni 1942; Blatt 27, Eintrag 526NS-Dok: Gedenkbucheintrag für Marie Bergen 120px|Stolperstein für Rosa Berndt (Gladbacher Straße 46) Hier wohnteRosa Berndt, geb. Hirsch (Jahrgang 1874) Deportiert 1941 Łódź Verschollen Gladbacher Str. 46()100px|Verlegestelle Gladbacher Straße 46 Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Rosa Berndt im Mai 1942 von Litzmannstadt (Łódź) nach Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|der Stolperstein für Berta Bier Hier wohnteBerta Bier, geb. Lewin (Jahrgang 1890) Flucht 1933 Holland interniert Westerbork deportiert 1944 ermordet in Auschwitz Maastrichter Straße 40-44() 120px|der Stolperstein für David Gotthold Bier Hier wohnteDavid Gotthold Bier (Jahrgang 1923) Flucht 1933 Holland versteckt gelebt befreit Maastrichter Straße 40-44() 120px|der Stolperstein für Friedrich Josef Bier Hier wohnteFriedrich Josef Bier (Jahrgang 1927) Flucht 1933 Holland versteckt gelebt