mini|Beispiel einer Shino-Keramik, Teeschale (Musée des Beaux-Arts) mini|Wassergefäß im Shino-Stil, ausgegraben in der Jōkamachi der Burg Fushimi im Stadtbezirk Fushimi, Kyōto Shino-Keramik (jap. , Shino-yaki) bezeichnet neben der Oribe-Keramik eine Art der Mino-Keramik, die in der Präfektur Gifu (früher: Provinz Mino) seit der Azuchi-Momoyama-Zeit hergestellt wird. Charakteristisch für die Shino-Keramik ist eine weiße Feldspat-Glasur ungleicher Dicke und mit kleinen Nadellöchern und Rissen in der Glasur, die sogenannte „Zitronenhaut“ (, yuzuhada).Gabriele Fahr-Becker (Hrsg.): Ostasiatische Kunst, S. 594 Für Shino-Keramiken wird ein spezieller Moxa-Ton vom gairomenendo () Typ verwendet, der in Tunnelöfen (Anagama) bei niedrigen Temperaturen und langer Brenndauer verarbeitet wird.Anneliese und Wulf Crueger: Wege zur japanischen Keramik, 2012, S. 182–184 Die Shino-Keramik und die Technik der Herstellung sind in Japan als „Wichtiges immaterielles Kulturgut“ deklariert.
Überblick Die Bezeichnung der im 16. Jahrhundert, der Momoyama-Zeit, entstehende Shino-Keramik wird häufig auf den Teemeister und Weihrauchexperten Shino Sōshin (, ?–1480) zurückgeführt. Zu den wenigen heute noch erhaltenen Töpferwaren, die vor allem im Umkreis der Städte Kani und Toki gefertigt wurden, gehörten Teeschalen (tenmoku) wie sie in China zur Zeit der Song-Dynastie hergestellt wurden. Ziel der Töpfer war es, durch die opake und weiße Ascheglasur das Aussehen des chinesischen (Seladon)Porzellans nachzuahmen. Diese Keramiken waren noch weitgehend dekorlos. Im Laufe der Zeit entwickelte sich jedoch erstmals eine Form der Unterglasmalerei zu der Eisenoxid verwendet wurde. Feine rot-braune Linien verzierten die Keramiken mit ihrer mausgrau bis weißen Glasur.
Eine der heute raren alten Shino-Keramiken ist die Teeschale U no hanagaki (), die zum Nationalschatz erhoben wurde.
Die frühste Verwendung der Bezeichnung „Shino-Teeschale“ ist im Tsuda Sōgyū chatō nikki (, etwa „Tagebuch der Teezeremonien Tsuda Sōgyūs“) des Kaufmanns Tsuda Sōgyū zu finden. Dort wird die Bezeichnung zwischen 1553 und 1586 mehr als 200 Mal verwendet.
Arten der Shino-Keramik Dekorlose Shino-Keramik (, muji shino) ohne Bildmuster oder Verzierung, i. R. lediglich eine weiße dicke Glasur Mausgraue Shino-Keramik (, nezumi shino) mit durch die Glasur (Engobe) hindurch eingegratzten Verzierungen unter Verwendung verschiedener Metalle, die beim Brennen rötlich-braune oder graue Muster ergeben Rote Shino-Keramik (, aka shino) mit der gleichen Technik wie beim mausgrauen Shino erzeugte, rote Muster Pinkfarbene Shino-Keramik (, beni shino) durch Verwendung von Eisen(III)-oxid und gelblichem Ton in Kombination mit einer roten Glasur auf die Muster aufgetragen werden, entsteht eine pinkfarbene Keramik Shino-Keramik mit Bildmustern (, e-shino) erste Unterglasurbemalung mit Brauneisen- bzw. Limonithaltigen Werkstoffen (sog. oni-ita) Shino-Keramik aus Mischton (, neriage shino) Keramik, die durch Vermengen und Kneten von weißem und rotem Ton hergestellt wird Shino-Oribe-Keramik (, shino oribe) ursprünglich die Vorstufe der Shino-Keramik; heute eine Keramik, die im Unterschied zur alten Shino-Keramik in modernen Mehrkammer-Hangöfen gebrannt wird Indigoblaue Shino-Keramik (, ai-iro oribe) Neuentwicklung der 1990er Jahre mit indigofarbener Engobe und weißer Glasur
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Töpferei (Japan) Kategorie:Keramikprodukt Kategorie:Kultur (Präfektur Gifu) Kategorie:Kulturgut (Japan) Kategorie:Immaterielles Kulturgut