mini|Lamsfelder Dorfstraße

Lamsfeld (,) ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Lamsfeld-Groß Liebitz der Gemeinde Schwielochsee (Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg). Die Gemeinde Schwielochsee wird vom Amt Lieberose/Oberspreewald verwaltet. In der frühen Neuzeit war Lamsfeld Namengeber und Hauptort der sog. Lamsfeldschen Güter, einem nicht zusammenhängenden Besitzkomplex von vier Dörfern (Lamsfeld, Jessern, Jamlitz und Staakow), die heute nicht nur auf drei Gemeinden, sondern sogar auf zwei Landkreise, den Landkreis Dahme-Spreewald und den Landkreis Spree-Neiße verteilt sind. Lamsfeld war bis zum Zusammenschluss 1974 mit Groß Liebitz eine eigenständige Gemeinde.

Geographie Lamsfeld liegt rund 5,5 km westlich von Lieberose, knapp 14 km südwestlich von Friedland und etwa 23 km ostnordöstlich von Lübben (Spreewald). Die Gemarkung von Lamsfeld grenzt im Norden an Jessern (Ortsteil der Gemeinde Schwielochsee), im Nordosten an Doberburg (Ortsteil der Stadt Lieberose), im Osten an die Gemarkung der Kernstadt Lieberose, im Süden an die Gemarkung von Groß Liebitz und im Westen an Mochow (beide genannten Orte sind Ortsteile der Gemeinde Schwielochsee). mini|Baroldfließ bei Lamsfeld Höchster Punkt ist ein Berg im nordöstlichen Teil der Gemarkung mit 97,7 m, tiefster Punkt der Mochowsee mit 44,9 m. Nordwestlich vom Ortskern von Lamsfeld erreichen die Kesselberge eine Höhe von knapp 70 m. Einziges nennenswertes Fließgewässer ist das von der Gemarkung Groß Liebitz (bzw. der ehemaligen Gemarkung von Klein Liebitz) kommende Barolder Mühlenfließ, das sich nördlich von Lamsfeld mit einem aus dem Großen Mochowsee kommenden Fließ vereinigt und bei Doberburg in das Lieberoser (oder Doberburger) Mühlenfließ mündet. Zur Gemarkung Lamsfeld gehört der Große und der Kleine Mochowsee.

Geschichte Lamsfeld taucht 1449 erstmals als Lamßfeldt in einer Urkunde auf. Der Name ist wahrscheinlich von einem Personennamen *Lamm abgeleitet, einer Koseform zu Namen wie Lambert, Lambhart und Lambrecht. Eine Ableitung von Lamm = Schaf ist weniger wahrscheinlich. Es war Rittersitz und ab Mitte des 16. Jahrhunderts Hauptort einer kleinen, nicht zusammenhängenden Herrschaft bestehend aus vier Dörfern: Lamsfeld, Jamlitz, Jessern und Staakow. Meist wurde dieser Besitzkomplex als die Lamsfeldschen Güter oder die Zaucheschen Güter tituliert, nur sehr selten ist von einer Herrschaft die Rede. Sie hatte nie einen Sitz in der Herrenkurie der Niederlausitzer Ständeversammlung und erfüllt auch sonst nicht die Kriterien einer Herrschaft.

Nach Rudolf Lehmann soll Lamsfeld seiner Struktur nach ein Sackgassendorf gewesen sein. Dies ist nicht richtig. Durch Lamsfeld hindurch führte die (auch) im Mittelalter wichtige Straße (heutige B 320) von Lübben nach Lieberose. Es war somit ein Straßendorf. mini|Lamsfeld auf dem Urmesstischblatt 4051 Lieberose von 1846; mit Ziegelei, Schäferei beim Ort, Lamsfelder Mühle und Schäferei am Barolder Mühlenfließ 1708 lebten elf Kossäten und ein Büdner in Lamsfeld, zehn Jahre später sind es zehn Kossäten und ein Büdner. Das Dorf hatte eine Schatzung von 1100 Gulden, ein hoher Wert im Vergleich zu benachbarten Dörfern. 1723 werden elf Untertanen (und ihre Familien) genannt.

Im Siebenjährigen Krieg schlug der österreichische General Hadick am 30. August 1759 sein Lager bei Lamsfeld auf. Nur wenige Kilometer westlich davon in Waldow hatte Friedrich II. sein Hauptquartier. Es kam in dieser Zeit zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen.

Das Schmettausche Kartenwerk von 1767/87 verzeichnet etwa mittig zwischen Lamsfeld und Groß Liebitz, aber noch auf Lamsfelder Gemarkung die Alte Ziegel Scheune. Die Wassermühle nahe dem Ort am Baroldfließ ist bereits vermerkt, ebenso die Schäferei am Baroldfließ, aber einige hundert Meter nördlich des Ortskerns; es fehlt aber (noch) die Schäferei östlich des Ortskerns. 1795 wohnten auch drei Freihäusler im Dorf. 1803 lebten elf Ganzkossäten und fünf Häusler oder Büdner im Ort. Nach der Topographisch-statistischen Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. von 1820 (Angaben von 1818) bestand Lamsfeld aus 16 Häusern, in denen 144 Menschen lebten. Die Wassermühle ist nicht erwähnt. Schumann beschreibt dagegen für 1830 eine kleine Mahl- und Sägemühle und die Schäferei mit 800 Tieren, die mit der Schäferei in Klein Liebitz kombiniert war. Beide zusammen waren für 1400 Taler verpachtet. Auch in der Topographisch-statistischen Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. 1844 ist die Wassermühle wieder nicht erwähnt. Das Dorf hatte 24 Häuser, in denen 225 Einwohner lebten. Dagegen ist im Urmesstischblatt von 1846 die Wassermühle eingezeichnet. Ihr gegenüber auf der anderen Seite des Baroldfließes gab es eine Ziegelei. Östlich des Ortskerns und des Baroldfließes, bereits wieder auf der Höhe wurde eine Schäferei eingerichtet. Immer noch vorhanden ist die Schäferei einige hundert Meter nördlich des Ortskerns am Baroldfließ. mini|Ehemalige Wassermühle am Baroldfließ Besitzer der Wassermühle war 1860 ein gewisser Kohl. 1864 wird Lamsfeld als Dorf mit einem ausgebauten Gehöft, einer Wassermühle, einer Ziegelei und einer Schäferei beschrieben. In 29 Häusern lebten 268 Menschen.

Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 1971 Jahr 1818 1846 1871 1890 1910 1925 1939 1946 1950 1964 1971 Einwohner 144 220 282 272 198 200 199 298 267 173 159

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Lamsfeld neun Neubauernstellen geschaffen. 1960 wurde in Lamsfeld die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Typ I „Möllengrund“ gegründet. 1951 wurde das Schulkombinat Goyatz-Zaue-Lamsfeld eingerichtet. auf leichhardt-oberschule.de

Frühe Besitzgeschichte 1449 wird in einer Liste der Erbarmannschaft in der Lausitz Erhart Morring zcu Lamßfelt als Besitzer des Dorfes genannt. Danach muss es an die Familie von Beuden verkauft worden sein, denn am 4. Dezember 1484 verkauften Hans von Chlum und seine Söhne Hans, Georg und Siegmund auf Neu Zauche das Dorf Gawentz (Goyatz) an die Brüder Bernt, Hans und Erasmus Bewdin zcu Lamesfelt. Damals gehörte das Dorf Jessern wahrscheinlich noch nicht zum Gut Lamsfeld, denn es war 1470 (bereits) im Besitz eines Hans von der Zauche, der dort seinen Rittersitz hatte.

Die Lamsfeldschen Güter kommen an die Familie von der Zauche Nach dem Tod von König Vladislav II. belehnte der Landvogt Heinrich Tunkel von Bernitzko am 30. März 1517 die drei Brüder Christoph, Friedrich und Georg von der Zauche mit ihren Lehngütern, nämlich Da es sich um eine Belehnung nach einem Wechsel in manu dominante handelte, also keine Neubelehnung nach Erwerb, dürften die drei Brüder von der Zauche schon einige Jahre vorher im Besitz der beschriebenen Güter gewesen sein. 1504/06 saß auf Jamlitz Heinrich von der Zauche, der damals beschuldigt wurde, den adligen Straßenräuber Andreas von Bomsdorf und Genossen beherbergt zu haben. Dieser hatte 1505 am Weinberg von Leibchel in einem spektakulären Überfall auf Georg Kune, den Sohn des Niclas Kune, Bürgermeisters von Frankfurt (Oder) 141 Gulden geraubt. 20 Gulden hatte er bei Friedrich von der Zauche hinterlegt. In welchem Verwandtschaftsverhältnis dieser Heinrich, Friedrich und der 1470 genannte Hans zu den drei oben genannten Brüder standen, ist nicht bekannt. Zu dem Lamsfeldschen Gut war also erst vor kurzem auch das Dorf Groß Leine hinzugekommen, das Georg von der Zauche von Hans Luckawen (Hans von Luckowin) gekauft hatte. Nach dem Tod des böhmisch-ungarischen Königs Ludwig II. in der Schlacht bei Mohács 1526 erhielten Friedrich und Georg einen neuen Lehnbrief über die oben genannten Güter. Christoph war in der Zwischenzeit wohl verstorben. Gegenüber dem Lehnbrief von 1517 waren lediglich noch Haferzinsen im Dorf Skuhlen (Schuhlen) hinzugekommen, die Georg von der Zauche von Hans von Luckowin gekauft hatte. Nach dem Tod des Friedrich erbte Georg schließlich auch noch dessen Teil und vereinigte den Zaucheschen Besitz wieder in einer Hand. Er kaufte von seinen Schwägern, den Brüdern Jacob und Dietrich von Köckeritz, ein Calauer Freihaus mit Weinberg vor der Stadt, das Dorf Göritz (heute Ortsteil der Stadt Vetschau/Spreewald) und das halbe Dorf Bolschwitz (heute ein Ortsteil der Stadt Calau), die er jedoch bald darauf (1542/43) wieder veräußern musste. Auch das Dorf Groß Leine verkaufte er nur wenig später an Friedrich d. Ä. von Streumen. Der Sohn Friedrich d. J. von Streumen beerbte den Vater, der anscheinend bald nach dem Verkauf gestorben war und erhielt am 14. Juli 1538 den Lehnbrief über Groß Leine. Am 6. November 1543 erwarb Georg dafür die Dörfer Plattkow (Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide) und Wiese (Gemeindeteil im Ortsteil Schuhlen-Wiese der Gemeinde Märkische Heide). Letztere Orte wurden aber nicht an das Gut Lamsfeld angeschlossen, sondern durch einen eigenen Vogt verwaltet. Auch in etwa um dieselbe Zeit muss Georg von der Zauche die Orte Leeskow und Syckadel (= Siegadel) erworben haben. Zur Musterung der Ritterpferde und Männer der Niederlausitz am 19. April 1520 in Guben erschienen die von der Zauche mit einem Pferd und einem Fußknecht ohne Harnisch. Bei der Musterung von 1528 boten Friedrich und Georg von der Zauche ein Schützenpferd und zwei Fußknechte „mit handroren“ auf. Möglicherweise besaßen sie auch einen Anteil am Gut Leibchel, denn Georg von der Zauche schickte zusammen mit Valten Streumen und Arnt Robell zusammen ein Schützenpferd und einen Fußknechte mit „handrur“ zur Musterung von 1528. Valten Streumen und Arnt Robell schickten wegen des Gutes Leibchel noch einen weiteren Fußknecht, der aber nur mit einem Seitenmesser bewaffnet war. 1538 kaufte er von den Brüdern Jakob und Dietrich von Kötteritz das halbe Dorf Bolschwitz und erhielt am 14. Juli 1538 den Lehnbrief darüber. Vor 1543 verkaufte er allerdings das halbe Dorf Bolschwitz weiter an Heinrich von Zabeltitz auf Reuden. Georg von der Zauche war mit einer von Kötteritz verheiratet, deren Vorname nicht bekannt ist. Mit ihr hatte er sieben Töchter und einen Sohn Christoph, der den väterlichen Besitz erbte.