Heinrich Bihler (* 14. Oktober 1918 in Freiburg im Breisgau; † 17. Januar 2017 ebenda) war ein deutscher Romanist, Hispanist, Katalanist und Mediävist.

Leben und Werk Heinrich Bihler, Sohn von Elisabeth Bihler, geborener Maier, und Heinrich Bihler, studierte in München bei Gerhard Rohlfs und Hans Rheinfelder und wurde 1950 mit der Arbeit Die Stellung des Katalanischen zum Provenzalischen und Kastilischen. Statistische Analyse von katalanischen Texten aus Mittelalter und Neuzeit (Frankfurt am Main 2001) zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 1956 mit der Schrift Spanische Versdichtung des Mittelalters im Lichte der spanischen Kritik der Aufklärung und Vorromantik (Münster 1957) und begann seine Lehrtätigkeit als Privatdozent in München.

Von 1961 bis 1972 war er (trotz Verlust seiner Sehkraft nach einer misslungenen Augenoperation) ordentlicher Professor für Romanistik an der Georg-August-Universität Göttingen, zog sich dann wegen ständiger Anfeindungen aus den Reihen der 68er Studenten vom aktiven Dienst zurück und wurde 1972 emeritiert, blieb aber bis 1986 an der Universität präsent, indem er regelmäßig Lehrveranstaltungen abhielt und Prüfungen abnahm.

Bihler war Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift Iberoromania seit 1972. Er war ein Hispanist der ersten Stunde und erwarb sich große Verdienste insbesondere auch auf dem Gebiet der katalanischen Literatur- und Sprachwissenschaft. Eine tausendseitige Festschrift, die ihm Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt anlässlich seines achtzigsten Geburtstags widmeten, zeugt von der hohen Wertschätzung, die ihm seitens der Romanistik, Hispanistik und Katalanistik international entgegengebracht wurde. 1998 wurde er vom Präsidenten Kataloniens mit der Creu de Sant Jordi ausgezeichnet. Im Jahr 2015 wurde er zum Ehrenmitglied des Deutschen Hispanistenverbandes ernannt. Er war ab 1983 außerdem Ehrenpräsident der Deutsch-Katalanischen Gesellschaft bzw. des Deutschen Katalanistenverbandes auf Lebenszeit.

Heinrich Bihler war ab 1948 verheiratet mit Anneliese Bihler, geborener Linckh.

Weitere Veröffentlichungen (Auswahl) Französische Stillehre, Wiesbaden 1955 Frankreichkunde, Frankfurt am Main 1962 Die Französische Sprache. In: Handbuch der Frankreichkunde. 3.–4. Auflage. 1962/1963 als Hrsg. mit Alfred Noyer-Weidner: Medium aevum Romanicum. Festschrift für Hans Rheinfelder, Max Hueber Verlag, München 1963 als Hrsg.: Der Rosenroman von Guillaume de Lorris und Jean de Meun, Tübingen 1966 (Auswahl) Interpretation von Molières Don Juan und Le Misanthrope. In: Das französische Theater. 1968. Neuere Aufsätze zur spanischen und katalanischen Literatur, darunter Setmana Santa (1971) de Salvador Espriu, ejemplo de poesîa religiosa crîtica en la actualidad. In: IBEROROMANIA. Band 9, 1979, S. 98–121 Los Salmos de Ernesto Cardenal en su relación con los salmos biblicos. In: Lateinamerika Studien. Band 13, 1983, S. 77–104.

Literatur Bihler, Heinrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 99. Christine Bierbach, Zum 70. Geburtstag von Professor Dr. Heinrich Bihler, in: Zeitschrift für Katalanistik 2, 1989, S. 231–232 Ex nobili philologorum officio. Festschrift für Heinrich Bihler zu seinem 80. Geburtstag, hrsg. von Dietrich Briesemeister und Axel Schönberger, Berlin 1998 Winfried Floeck, Stationen eines Romanistenlebens, in: Romanistik als Passion. Sternstunden der neueren Fachgeschichte II, hrsg. von Klaus-Dieter Ertler, Münster 2011, S. 69–86 (hier: 74–75)

Weblinks

Redebeiträge von Heinrich Bihler im Badischen Landtag in den Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek

Einzelnachweise

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