Ouroux-sur-Saône ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Ouroux-sur-Saône (deren Hauptort sie ist) und zum Gemeindeverband Terres de Bresse. Die Gemeinde hat Einwohnern (Stand: ), sie werden Ouriats bzw. Ouriates genannt.
Geografie links|mini|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Ouroux-sur-Saône liegt etwa in der Mitte auf der Westseite des Arrondissements Louhans. Es liegt 23,1 Kilometer westnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud. Ouroux-sur-Saône ist Hauptort des gleichnamigen Kantons Ouroux-sur-Saône. Als Besonderheit dieses Kantons gilt die Tatsache, dass von den 15 Gemeinden, die ihm angehören, sieben zum Arrondissement Louhans gehören, wie der Kantonshauptort, und acht zum Arrondissement Chalon-sur-Saône
Die Gemeinde ist die westlichste im Arrondissement Louhans und liegt mit ihrem westlichsten Punkt bereits in der Saône. Im Norden grenzt Ouroux-sur-Saône an Lans, das zwar zum Kanton Ouroux-sur-Saône gehört, jedoch im Arrondissement Chalon-sur-Saône liegt. Im Osten liegt Saint-Christophe-en-Bresse, im Süden Saint-Germain-du-Plain. Die Westgrenze bildet die Saône, gegenüber liegen die Gemeinden Marnay und nördlich davon Varennes-le-Grand. Im Nordwesten liegt schließlich noch Épervans, das zum Kanton Saint-Rémy gehört.
Die Gemeinde liegt teilweise in der Landschaft der Bresse. Die westlichen Gemeindegebiete liegen bereits in der Landschaft Vallée de la Saône.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft». Die Bevölkerung lebt knapp zur Hälfte im Bourg. Das Siedlungsgebiet ist zusammenhängend und zieht sich von Südosten nach Norden zum Bourg und weiter bis an die nördliche Gemeindegrenze. Es bestehen wenige eigenständige Weiler und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 444 Hektar bewaldete Flächen auf, was 19,6 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 94 % Laubwald und 3 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Nordosten der Gemeinde Bois Chaussier, Taillis Maréchaux, Les Chésaux und nordwestlich des Bourg Bizon und Argillière. Dazu bestehen im ganzen Gemeindegebiet kleinere Waldflächen und besonders viele Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 1108 Hektar (entsprechend 48,9 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 2,4 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 57 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 2 % wird Raps, auf 6 % wird Weichweizen und auf rund 22 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer In der Gemeinde befinden sich keine Étangs, hingegen eine Gruppe von stehenden Gewässern, die als Folge von Kiesabbau entstanden sind. Diese Gewässer befinden sich im westlichen Gemeindegebiet, also im Vallée de la Saône, nördlich der D6 und westlich der D978. Nachdem die Gebiete renaturiert worden waren, werden sie heute als Naherholungsgebiete und für die Freizeitfischerei genutzt. Nebst den größeren Wasserflächen bestehen kleinere Becken, die für die Zucht von Spirulinae genutzt werden.
Als wichtigstes fließendes Gewässer gilt La SaôneLa Sâone, Länge 473,33 km, Zufluss zur Rhone, Quelle bei in Vioménil auf ca. 405 m, Mündung bei in Lyon auf ca. 162 m, La Saône auf sandre.eaufrance.fr, die die ganze Westgrenze der Gemeinde bildet. Das Saônetal ist verhältnismäßig breit und kann bei Hochwasser große Mengen an Wasser aufnehmen. Die Flächen nahe der Saône sind deshalb unbesiedelt und gelten als Polderflächen.
Im Osten der Gemeinde streift La NoueLa Noue, Länge 17,33 km, Zufluss zu la Tenarre, Quelle bei in L’Abergement-Sainte-Colombe, Mündung bei in Baudrières, La Noue auf sandre.eaufrance.fr das Gemeindegebiet. Sie fließt von Saint-Christophe-en-Bresse, erreicht die Gemeinde bei Le Rouilly und bildet den Grenzfluss entlang der Ostgrenze für etwa 650 Meter, bis sie nach Saint-Germain-du-Plain weiterfließt. Die Noue trägt hier auch den Namen Bief du Moulin de Foichot.
Schließlich kommt von Saint-Christophe-en-Bresse der Bief du Creux BlancBief du Creux Blanc, Länge 7,13 km, Zufluss zu La Noue, Quelle bei in Saint-Christophe-en-Bresse, Mündung bei in Saint-Germain-du-Plain, Bief du Creux Blanc auf sandre.eaufrance.fr in den Ostteil der Gemeinde, durchfließt sie nach Süden, verlässt sie nach Saint-Germain-du-Plain und mündet kurz darauf in die Noue.
In der Ebene des Saônetals fließt der Bief des Petits PrésBief des Petits Prés, Länge 3,39 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ouroux-sur-Saône auf ca. 177,25 m, Mündung bei in Ouroux-sur-Saône auf ca. 172,25 m, Bief des Petits Prés auf sandre.eaufrance.fr von En Boisson parallel zur D978 nach Bas d'Ouroux und entlang der D6, um in die Saône zu münden. Zum Bief des Petits Prés besteht der Bief des Grands Prés, der als Entlastungskanal abzweigt und den südlichen Teil entwässert, um im Süden der Gemeinde in die Saône zu münden.
Ein weiterer Bief, der vor allem die Ebene des Saônetals entwässert, ist der Bief de la PrareBief de la Prare, Länge 13,73 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Lans auf ca. 190 m, Mündung bei in Ouroux-sur-Saône auf ca. 172,27 m, Bief de la Prare auf sandre.eaufrance.fr, der von Épervans in die Gemeinde kommt und kurz vor den Étangs in die Saône mündet.
Verkehrswege Von Nordwesten, aus der Gemeinde Épervans kommt die Départementsstraße D978 bei En Grand Mont in die Gemeinde. Sie verläuft in südöstlicher Richtung zum Bourg und zieht sich weiter, um die Gemeinde bei Les Maucrots nach Saint-Germain-du-Plain zu verlassen. Die Straße ist auf Gemeindegebiet 5,0 Kilometer lang. Diese Straße folgt teilweise dem Trassee der Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Lons-le-Saunier verband.
Im Bourg zweigt die Départementsstraße D6 aus der D978 nach Südwesten ab, überquert die Saône und führt nach Marnay. In der Gemeinde beträgt die Strecke 1,66 Kilometer.
Von Nordosten erreicht die Départementsstraße D38 den Bourg und mündet in die D978. Sie erreicht die Gemeinde in Petit Servigny, in der Gemeinde Saint-Christophe-en-Bresse, folgt der Gemeindegrenze und kurvt zum Bourg über eine Distanz in der Gemeinde von 3,87 Kilometer.
Ganz im Süden der Gemeinde zweigt die Départementsstrasse D933 aus der D978 nach Süden, verlässt die Gemeinde nach kurzer Distanz, um Simandre zu erreichen.
In der Gemeinde verläuft ein Teil des Radwanderweges V51a – Voie Verte. Der Radwanderweg verläuft auf dem ehemaligen Trassee der Eisenbahnstrecke Épervans – Saint-Germain-du-Plain. In der Gemeinde verläuft die Strecke von La Verne im Nordwesten bis zur Kreuzung mit der D38 mit glattem Straßenbelag, anschließend nach La Chaunée im Südosten mit rauem Straßenbelag über eine Distanz von 5,24 Kilometer. Im Radwandernetz ist die Verbindung über die D6 bis Marnay integriert und führt anschließend weiter entlang der Saône bis Mâcon. Erschließungen mini|Starkstrommast der Freileitung 63 kV Champ Fournier – NavillyDurch die Gemeinde verläuft eine Hochspannungsleitung mit der Bezeichnung Ligne aérienne 63 kV N° 1 Chalon – Louhans mit einer Spannung von 63 kV. Die Leitung verläuft von Le Curtil Neuf in nordwestlicher Richtung (307°) nach La Charrette. Auf Gemeindegebiet ist die Leitung 4,42 Kilometer lang und wird von 21 Starkstrommasten (Pylône électrique trois triangles - Dreiecks-Stahlgittermast) getragen.
Weiler und Fluren In der Gemeinde befinden sich folgende Weiler und Fluren: Ansesia, Bas-d’Ouroux, En Bavent, Bécaille, Boissin, Botey, Bourg-Neuf, Le Brouillat, Champ-de-Lay, La Chapelle, La Charme, La Chaunée, Colombey, Curtil-Brenot, En Foussot, Grancière, Les Justices, La Lochère, Le Mont, Moroges, Le Moulin-à-Vapeur, Le Moulin-à-Vent, Ouroux-Saint-Christophe, Pavembois, Le Piochy, Le Pont-Sarrasin, Le Port, Bief de la Prare, Le Pulimot, Le Rouilly, Les Ruettes-Ricquain, Velard, La Verne, La Vernotte. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt deutlich den Übergang aus dem Vallée de la Saône in die Bresse. Zu Beginn das Flussbett der Saône mit der Uferbefestigung, anschließend die Ebene des Flusstales mit den Étangs, die vom Kiesabbau stammen. Schon etwas über der Talsohle verläuft die Départementsstraße D978 und anschließend ist die ausgeprägte Terrassenkante der Bresse-Ebene erkennbar. Am Westhang liegt der Bourg und auf der Höhe kreuzt die Départementsstraße D38, die von Osten her in den Bourg verläuft. Später folgt der Bahndamm, auf dem die Voie Verte, der Radwanderweg nach Süden führt. In einer ersten Senke fließt der Bief du Creux-Blanc und in einer zweiten der Bief du Moulin de Foichot, der Grenzfluss ist und zur Noue wird.
Klima Das Klima in Ouroux-sur-Saône ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Ouroux wird erstmals erwähnt im Jahr 1004 in den Büchern des Klosters Saint-Marcel, wo es als Oratorium (Bethaus) erscheint. Es muss also bereits damals ein kirchliches Gebäude bestanden haben. Die eigentliche Kirche war im Gebiet von Saint-Christophe-en-Bresse, die auch den Gläubigen von Ouroux und dem Weiler Colombey als Gotteshaus diente. Der Ort wird in verschiedenen Formen genannt: Oreor (1075), Orous (1290), Orroul (1464), Ouroux outre la riviere de Sone (1503). Seit 1880 besteht der heutige Name Ouroux-sur-Saône.
Geschichte Eine vorgeschichtliche Siedlung wurde etwa 200 Meter flussabwärts vom heutigen Campingplatz gefunden. Durch das Gemeindegebiet führte die Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Louhans verband, die heutige Départementsstraße D978. Im Weiler Velard zweigte eine weitere Römerstraße nach Süden ab, sie führte nach Thorey und Ormes, wo sich Fähren befanden. Die beiden Saôneufer waren bis 1910 nur mit Fähren verbunden.
Noël Jeannin war der Architekt der ersten Brücke, die Ouroux-sur-Saône mit Mornay verband. Die Brücke wurde 1944 durch die Deutschen zerstört.
Der Ort zählte drei Kapellen, wovon eine später zur Pfarrkirche wurde. Das Joch unter dem Turm stammt vom 12. oder 13. Jahrhundert, der Chor aus dem 16. Jahrhundert, der Turm selbst wurde 1883 erbaut.
Der Weiler le Port entstand am Ende des 17. Jahrhunderts. Es sind noch langgezogene Gebäude erhalten, die als Holzlager und ein hohes Gebäude, das als Kornlager dienten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte die Gemeinde zwei Waschhäuser und eine Windmühle. 1911 waren in der Gemeinde zwei Dampfmühlen und eine Ziegelei auf einer Anhöhe, die um die letzte Jahrhundertwende abgerissen wurde. Im Ostteil des Bourg besteht eine ehemalige Tabaktrocknerei.
Die Pfarrkirche gehörte zur Baronie von Saint-Germain-du-Plain. Velard war im Besitz des Priors des Klosters Saint-Marcel und Colombey des Bischofs von Chalon-sur-Saône. Die Herren von Ouroux In der Gemeinde bestanden fünf Lehen: Nagu (befand sich im Bourg von Ouroux) ist benannt nach den Besitzern, de Nagu, die 1374 Ouroux verließen und sich in Quincié-en-Beaujolais niederließen. Verschiedene Familienangehörige hatten an den Kreuzzügen teilgenommen. Das Lehen wurde aufgeteilt und verkauft, Teile an einen Seigneur de Gorze und Teile an einen Notar De Bosco.