Das Salzbergwerk Khewra liegt im Nordosten Pakistans in der Provinz Punjab bei Khewra, der zweitgrößten Stadt im Distrikt Jhelam. Dieses Salzbergwerk ist das größte und älteste in Pakistan und nach den Vorräten das zweitgrößte der Welt.Masudul Hasan: Short Encyclopaedia of Pakistan. S. 118 Die jährliche Produktion dieses Bergwerks beträgt 350.000 Tonnen Halit von hoher Reinheit. Die Vorräte werden auf 82 bis 600 Millionen Tonnen geschätzt.Pakistan Bureau of Statistics Die Legende legt die Kenntnis des Salzvorkommens auf die Entdeckung durch die Truppen von Alexander dem Großen im Jahr 326 v. Chr. Die Nutzung der Vorräte im Salzgebirge ist wohl schon länger bekannt. Die kommerzielle Ausbeutung und der Handel begann in der Zeit des Mogulreichs (1524 bis 1752). Der heutige Hauptstollen wurde 1872 während der britischen Zeit durch den englischen Bergbauingenieur H. Warth erschlossen. Nach 1947 mit der Unabhängigkeit Pakistans übernahm der Staat von den Briten zunehmend die Produktion am größten Salzfundort des Landes. Das Bergwerk ist seit 2000 eine Touristenattraktion mit jährlich etwa 250.000 Besuchern.
Geographie der pakistanischen Lagerstätten Die pakistanischen Salzlagerstätten befinden sich alle im Punjab. Davon liegen drei im Salzgebirge mit weißem und durch Eisenionen gefärbtem roten Halit in kambrischen Gestein. Eine westlich vom Indus liegende Lagerstätte mit zwei Abbaustellen ist tertiären Ursprungs und liefert ein weißes bis graues Produkt.Ein historischer Abriss findet sich unter: Georg Watt: A Dictionary of the Economic Products of India, Teil 2, S. 406 ff.
Khewra mini|links|hochkant=1.5|Eingang zum Bergwerk Das Salzbergwerk Khewra befindet sich im Norden des pakistanischen Punjab, der Zugang liegt zehn Kilometer am Abhang des Salzgebirges zum Fluss Jhelam. Khewra ist etwa 160 Kilometer von Islamabad nach Süden und 260 Kilometer von Lahore nach NordenOm Gupta: Encyclopaedia of India, Pakistan and Bangladesh. S. 1250 entfernt.
Neben den Salzvorkommen wird Kalkstein, Steinkohle und Gips aus anderen Bergwerken in diesem Mittelgebirge abgebaut. Das Steinsalz und andere Mineralien gehören zum Evaporit eines vor 800 Millionen Jahren verdunsteten Oberflächengewässers deren aktuelle Überschiebung sich im Untergrund zwischen Indischer und Eurasischer Platte befindet. Diese führt entlang der nur wenig ansteigenden duktilen salzhaltigen Evaporitschicht aus der Billianwala-Subformation. Die lokalen Bedingungen im Bergwerk haben die Ursache in der Verbreiterung der Überschiebungsfront und der so entstandenen Länge des Gebirges. Dies führt innerhalb eines schmalen Streifens zu den (teilweise durch Tonschichten getrennten) Salzlagerstätten von ungewöhnlich großer Mächtigkeit.Angaben zu KhewraSaltMines durch PMDC
Die Entstehungszeit wurde bei den Untersuchungen zu einem „Geologischen Überblick für Indien“ belegt. Dieser Bericht wurde von Paläobiologen und Geologen in den 1930er und 1940er Jahren erstellt. Birbal Sahni fand dabei im Inneren des Bergwerks Samen von Bedeckt- und Nacktsamern sowie Insekteneinschlüsse aus dem Kambrium.
Der Eingang zum Khewrabergwerk liegt 288 Meter über Meeresniveau. Der Lagerstock bedeckt eine Fläche von 110 Quadratkilometern und besitzt eine Gesamtmächtigkeit von 150 Metern in sieben Flözen. An der Südflanke des Salzgebirges ist der gesamte Lagerbestand mehrere hundert Meter mächtig. Von der Höhe des Eingangs gehen die Stollen bis 730 Meter Tiefe in das Gebirge hinein. Der Abbau erfolgt nach der Hohlraum-Pfeiler-Methode (KammerbauBei dieser Abbauform werden die Salzvorräte abgetragen und um die Stabilität zu erhalten, bleiben tragende Strukturen für das überliegende Gebirge belassen.). Der Vorrat für die Abbaustelle wird vom Unternehmen mit 6687 Milliarden Tonnen angegeben. Die Pachtfläche unter der sich die Anlage befindet beträgt 3398.53 Acres, entsprechend 1375 Hektar. Das Khewra-Salz ist weiß, rötlich und rot und besitzt im Mittel eine Reinheit von 96 %.
Neben den Steinsalzvorkommen, die im Untertageabbau gewonnen werden, finden sich in der Nähe von Khewra bei Dharyala auch „offene Vorkommen“ von Salzlaken.
mini|Schnellstraße zum Bergwerk
Khewra ist über die Autobahn M2 Lahore–Islamabad erreichbar. Von der Abfahrt Pind Dadan Khan (Kreuz Lilla) führt die „Lillafernstraße“ 30 Kilometer im Tal des Jhelam am Gebirgsabhang entlang. Durch die Stadt Pind Dadan Khanh führt eine Straße am Abhang in die Berge der Salzgebirgskette (dem mineralreichen Gebirgssystem) nach Khewra und zum Bergwerkseingang, der weitere Straßenverlauf nach Norden über das Salzgebirge führt zum Industal.
Warcha Die zweitbekannteste Salzabbaustätte in Pakistan ist das südwestlicher auf den Hängen des Salzgebirgeszehn Meilen nordwestlich der Gunjital Bahnstation.Lage der Salz- und Kohlebergwerke der PMDC gelegene Warcha-Salzbergwerk (Ortslage auf .fallingrain.com). Für die Jahresproduktionpmdc.gov: WarchaSaltMines nennt das Unternehmen für 2013/2014 als Abbaumenge 696.979 Tonnen und als Verkaufsmenge 665.577 Tonnen.Investmentpotentiale der Pakistan Mineral Development Corporation In diesem Bergwerk wurde der Abbau gegenüber dem in Khewra in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Das Vorkommen steht in einem unregelmäßigen und gebrochenen Salzdom an. Die fünf Flöze der Grube haben eine maximale Dicke von 15 Metern. Der Warcha-Anlage wird das in Reinheit und Farbe beste Steinsalz der Welt zugeschrieben. Das Salz ist weiß bis schwach rötlich mit einer durchschnittlichen Reinheit von 98 %. Das weiße Salz wird direkt als Speisesalz vertrieben, es ist transparent und kristallin.Pakistan Mineral Development Corporation: Warcha Salt Mines Die Abbaustätte liegt im Khushab District und bedeckt eine Pachtfläche von 3601 acres (etwa 1500 Hektar). Der Abbau erfolgt hier ebenfalls in Salzkammern nach der Hohlraum-Pfeiler-Methode. Es bleiben Pfeiler des Steinsalzes stehen, die das Gewicht des überstehenden Berges abstützen. Der Vorrat der Abbaustelle wird vom Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Tonnen angegeben.
Kalabagh Eine dritte und derzeit nach der Abbaumenge zweitgrößte Abbaustätte Pakistans liegt am Westabhang des Salzgebirges bei Kalabagh am rechten Ufer der „Luni Wahan nullah“. Das Bergwerk befindet sich 296 Kilometer von Islamabad oder 50 Kilometer von Mianwali entfernt. Der Zugang liegt am Abhang des Industals () in . Das Salz in Kalabagh liegt in irregulären und verdrehten Flözen und wird größtenteils noch manuell im Kammerbau nach der Hohlraum-Pfeiler-Methode gewonnen. Die höchste Kammer ist 80 Meter (260 feet) hoch. Im Kalabagh-Bergwerk wird Salz in 13 Sorten in verschiedenen Farbtönen zwischen Weiß und Rosa manuell getrennt abgebaut. Die Abbaumenge hat eine mittlere Reinheit von 96 %. Die jährliche Abbaumenge ist (2001/2002) mit 33.462 Tonnen bei einem Vorrat von knapp einer Milliarde Tonnen angegeben. Für 2013/2014 lag die Abbaumenge bei 106.271 Tonnen und wurde auch in dieser Menge verkauft.Pakistan Mineral Development Corporation: Kalabagh Salt Mines Für die Grubenfläche sind 3837,81 Acres (1550 Hektar) genannt und befinden sich zum Indusabhang bei Wanda Kukran Wala.
Die historische Salt Mine of Kalabagh mit einigen älteren Abbaustellen liegt in der Nähe der Ortschaft Wanda Kukran Wala am Indus entlang. Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde. 1836
Jatta Eine weitere Salzabbaustätte in Pakistan (Distrikt Karak) ist die Jatta Salt Mines (in Jatta und Bahadurkheil). Diese beiden Abbaustellen befinden sich 217 Kilometer von Islamabad und Kohat am Westhang des Industals außerhalb des Punjab. Sie besitzen in einem geologischen Horizont von Kalkstein einige Milliarden Tonnen Salzvorrat. Dieser Teil der pakistanischen Salzvorkommen ist das jüngste und geht auf den Zeitraum des Tertiär vor 26 bis 66 Millionen Jahren zurück. Auf zwei Pachtflächen von zusammen 8449,92 Acres liegt diese Grube. Im Mittel des Ertrags habt diese Grube eine Reinheit von 92 % Natriumchlorid. Die Reinheit ist innerhalb des Vorkommens sehr unterschiedlich, so gibt es bemerkenswerte Salzkammern mit einer Reinheit von mehr als 99 % Natriumchlorid, ohne Spuren von fremden Salzen. Die Farbe der hier lagernden tertiären Salzfunde ist weiß, aber entsprechend dem Fundort durch Einschlüsse von Tonen auch hell- bis dunkelgrau oder petrolfarben. Zudem unterscheiden sich die Abbauorte durch unterschiedliche Texturen von kristallinen Salzfunden bis zu salz-erdigen Salzstätten. Aus Salzblöcken dieser Grube werden Salzlampen gefertigt, da die Dichte der Salblöcke eine gute Lichtausbeute in Nuancen von Blau und Grün bis Gelb und Weiß bietet. Gleichfalls im Kammerbau (Hohlraum-Pfeiler) wurden 1999/2000 4472 Jahrestonnen und im Zeitraum 2013/2014 72.539 Jahrestonnen an Rohsalz gewonnen.PMDC: JattaSaltMines
Die zweite zugehörige Anlage der PMDC ist die „Bahadur Khel/Karak Salt Mines“, die sich 265 Kilometer von Islamabad und 112 Kilometer von Kohat entfernt befindet. Hier wird hell- bis dunkelgraues toniges Salz jedoch mit einer mittleren Reinheit von 98 % gewonnen.PMDC: BahadurKhel-KarakSaltMines Die Dicke der Steinsalzflöze im Bahadurkhel-Areal erreicht bis zu 100 Meter und im Areal von Jatta und Karak sind es bis zu 30 Meter.
Geschichte mini|Salzabbaustätte aus der Mogulzeit mini|Stollenausbau der alten (vorbritischen) Zeit
Die Lagerstätte des Bergwerks von Khewra ist Teil des Salzgebirges, das als Evaporit durch Verdunstung eines vormaligen Oberflächengewässers entstand. Das Mittelgebirge liegt auf einer Breite von 30 Kilometern bei einer Länge von nahezu 300 Kilometern südwestlich vom Himalaya vor den Bergzügen des Karakorum zwischen Afghanistan und Pakistan. Diese Plateaus und Hochgebirge folgen dem Druck der Indischen gegen die Eurasische Platte. In einer historischen Quelle heißt es: Reise nach und in Bokhara, von Indien aus durch Cabool, die Tartarey …, Band 2 von Alexander Burnes, S. 247
Die Legende schreibt die Entdeckung des Salzvorrats in Khewra dem Indienfeldzug von Alexander dem Großen im Jahre 326 v. Chr. zu. Die Armee wartete am Jehlam-Fluss etwa 35–40 Kilometer vor Khewra auf den Kampf mit Radscha Porus. Dabei leckten die Armeepferde des Heeres an den Felsen des Salzgebirges, um ihren Bedarf zu decken. Die Kämpfer bemerkten, dass sich kränkelnde und matte Pferde sich danach erholten. Die Kenntnisse von Salzvorkommen dürfte jedoch älter sein, archäologische Hinweise deuten auf einen Abbau bereits seit Jahrhunderten vorchristlicher Zeit hin. Im Salzgebirge gibt es einige Tempel, die auf das 6. vorchristliche Jahrhundert zurückgehen. Die oberflächlichen Salzausspülungen wurden zur Gewinnung von lebensnotwendigem (Stein-)Salz sicher schon seit Jahrhunderten genutzt.