Siegfried Garibaldi Kallenberg (* 3. November 1867 in Bad Schachen; † 9. Februar 1944 in München) war ein deutscher Komponist.
Leben Siegfried Kallenberg wurde 1867 in Schachen als Urenkel des Schriftstellers Jean Paul, Enkel des Malers Ernst Förster und Sohn des Turners und Jahn-Mitstreiters Karl Kallenberg geboren. Sein Taufpate war der italienische Nationalheld Giuseppe Garibaldi.
Nachdem Kallenberg das Abitur abgelegt hatte, studierte er am Königlichen Konservatorium für Musik in Stuttgart unter Immanuel Faißt, und daraufhin an der Königlichen Akademie der Tonkunst in München unter Josef Gabriel Rheinberger, wobei er sich auf die Kompositionslehre spezialisierte.
Kallenberg unterrichtete an Konservatorien in Stettin, Königsberg und Hannover und stand diesen Einrichtungen auch als Rektor vor. Im Jahre 1910 zog er sich vom aktiven Dienst zurück und ließ sich in München nieder, um fortan als freischaffender Künstler zu leben. In dieser Zeit bis zu seinem Tod schuf er ein umfangreiches Werk an Kompositionen zu allen Gattungen.
Bemerkenswert war vor allem seine Zusammenarbeit mit Ödön von Horváth, den Kallenberg zu seiner ersten literarischen Veröffentlichung ermutigte. Die beiden Männer begegneten sich 1920, und Kallenberg erfragte bei Horváth einen Text für eine musikalische Pantomime. Horváth schrieb daraufhin sieben „Tänze“, die im Buch der Tänze als sein Erstlingswerk veröffentlicht wurden. Die Uraufführung der Pantomime mit Kallenbergs Musik fand 1922 in der Klavierfassung in München statt. Die Orchesterfassung erfuhr ihre Premiere 1926 in Osnabrück. Die Kritiken fielen sehr schlecht aus, sodass Horváth von seinem Werk nicht mehr überzeugt war und mithilfe des Geldes seines Vaters alle verfügbaren Exemplare des Buchs der Tänze aufkaufte und vernichtete. Die Musik Kallenbergs zum Buch der Tänze blieb aber vom Komponisten unangetastet bestehen.
Kallenberg veröffentlichte in der NS-Zeitschrift Musik im Kriege.
Siegfried Kallenberg starb am 9. Februar 1944 in München.
Musikalische Werke (Auswahl) Pantomime Buch der Tänze, 1921 Fantasie für Klavier nach einer Dichtung von Horváth, 1923 Vier altdeutsche Liebeslieder für eine Singstimme und Klavier, 1912 Lieder: für 1 Singstimme mit Klavier, 1920 Der Spielmann: heitere Volksoper in drei Akten, 1935
Publikationen Musikalische Kompositionsformen, 1912 Richard Strauß, Leben und Werk, 1926 Max Reger, 1929 Franz Mikorey 70 Jahre alt. In: Musik im Kriege, Heft 5/6, August/September 1943 Der faustische Gedanke in der deutschen Musik. In: Musik im Kriege, Heft 9/10, Dezember/Januar 1943/44
Literatur Hermann Abert: Illustriertes Musiklexikon, Stuttgart 1927. Hanns Maria Braun: "Der Spielmann" – Zu Siegfried Kallenbergs Opernschaffen. In: Jugend, Nr. 48, 1938. Friedrich Herzfeld: Lexikon der Musik. 8. Auflage. Ullstein, 1976, ISBN 3-550-06012-2. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 3770 f. online
Weblinks
Siegfried Kallenberg in Bosls bayerische Biographie
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Absolvent der Hochschule für Musik und Theater München Kategorie:Geboren 1867 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher