Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Sülz führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Sülz auf.

Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.

Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.

Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Leonardo Aramesco (Weißhausstraße 25) Hier wohnteLeonardo Aramesco, gen. Funkaruso (Jahrgang 1898) Auftrittsverbot 1933 Flucht 1938 Holland USA Weißhausstr. 25() Der am 18. März 2019 verlegte Stolperstein erinnert an Leonardo Aramesco (genannt Funkaruso), geboren am 27. Januar 1898 in Temesvár.

Leonardo Aramesco wurde als Sohn eines jüdischen Kaufmanns im Königreich Ungarn geboren. Von 1920 bis 1923 studierte er bei Otto Iro und Käthe Naether-Osten Gesang in Wien. 1920 erhielt er sein erstes Engagement an der Wiener Staatsoper. 1923 wechselte er an die Staatsoper Unter den Linden, Berlin. Weitere Engagements folgten am Stadttheater Erfurt, am Stadttheater Bielefeld und am Opernhaus Essen.

Überregionale Bekanntheit erlangte er als erster lyrischer Tenor bei der Westdeutschen Rundfunk AG (WERAG). Hier produzierte er zahlreiche Rundfunkaufnahmen und Schallplatten. Neben Opernarien sang Aramesco auch Operettenpartien und populäre Lieder ein. In den späten 1920er Jahren bis Anfang der 1930er Jahre arbeitete Leonardo Aramesco auch für Rundfunkanstalten in München, Wien, Prag, Frankfurt am Main und Stuttgart. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er aufgrund seiner jüdischen Religionszugehörigkeit am 31. März 1933 vom Westdeutschen Rundfunk entlassen. In der Folge lebte er nur noch von gelegentlichen Auftritten und Gastspielen in Österreich und den Niederlanden. 1935 übersiedelte er in die Schweiz, wo er am Luzerner Theater ein Jahres-Engagement erhielt. Das Neue Stadttheater von Teplitz verpflichtete den Tenor im Sommer 1937. Kurz vor dem Münchner Abkommen emigrierte Aramesco im Sommer 1938 nach Amsterdam in die Niederlande.

1940 gelang ihm die Emigration in die Vereinigten Staaten von Amerika. In den USA trat er nur noch gelegentlich auf. Im Alter von 48 Jahren starb Leonardo Aramesco im Dezember 1946 auf einer Konzerttournee in New York an den Folgen eines Herzinfarktes. 120px|Stolperstein für Heinrich Arenz (Luxemburger Straße 222) Hier wohnteHeinrich Arenz Tot 1943 im Gefängnis Bonn Luxemburger Str. 222() Der Stolperstein erinnert an Heinrich Arenz, geboren am 3. September 1901 in Köln.

Der Straßenbahnfahrer Heinrich Arenz war verheiratet und hatte einen Sohn. Bei der Kommunalwahl vom 12. März 1933 wurde er für die KPD in die Stadtverordnetenversammlung von Köln gewählt.

Am 13. März 1933 erklärte die NSDAP die Mandate der KPD für ungültig. Arenz wurde entlassen und floh, um seiner Verhaftung zuvorzukommen, nach Brüssel. Dort betätigte er sich im Untergrund als politischer Leiter der Auslandsleitung der KPD.1943 wurde er verhaftet und im Bonner Gefängnis inhaftiert. Hier nimmt er sich am 4. September 1943 das Leben. 120px|Stolperstein Alice Bachmann Hier wohnteAlice Bachmann, geb. Wertheim (Jahrgang 1914) Flucht 1938 Frankreich interniert Drancy deportiert 1942 ermordet in Auschwitz Euskirchener Straße 21()Alice Bachmann war die Ehefrau von Kurt Bachmann. 120px|Stolperstein Kurt Bachmann Hier wohnteKurt Bachmann (Jahrgang 1909) im Widerstand/KPD Flucht 1938 Frankreich interniert Drancy deportiert 1942 Auschwitz befreit Euskirchener Straße 21()Der Stolperstein erinnert an Kurt Bachmann. Er war ein deutscher Politiker (KPD, DKP), Aktivist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Von 1969 bis 1973 war er Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP). 120px|Stolperstein für Tilly Baer (Sülzgürtel 66) Hier wohnteTilly Baer, geb. Steigerwald (Jahrgang 1896) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Ermordet 7. Mai 1942 Chelmno/Kulmhof Sülzgürtel 66() Der am 1. September 2014 verlegte Stolperstein erinnert an Tilly Baer (geb. Steigerwald), geboren am 12. Mai 1896 in Frankfurt am Main.

Die Hausfrau Tilly Baer war die Tochter von Moses und Adelheid Steigerwald (geb. Grünebaum). Verheiratet war Tilly mit Otto Baer. Tilly Baer musste ihre Wohnung am Sülzgürtel 66 verlassen und wurde in das „Ghettohaus“ in der Luxemburger Straße 38 eingewiesen. Am 22. Oktober 1941 wurde sie mit dem ersten Kölner Transport (Transport Nr. 8) in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Von dort aus wurde sie am 7. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof verbracht. Dort verliert sich ihre Spur.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Baer, Tilly ZillyNS-Dok: Gedenkbucheintrag für Tilly BaerYad Vashem: Gedenkblatt für Tilly BärDeportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Blatt 11, Eintrag 521Deportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941

Der Stolperstein wurde gestiftet durch die Kollektensammlung „Beatmesse“ der Kirchengemeinde der Johanneskirche (Köln-Sülz).beatmesse.de: Johanneskirche Köln - Stolpersteine, abgerufen am 20. Oktober 2018 120px|Stolperstein für Isaac Baruch (Lotharstraße 40) Hier wohnteIsaac Baruch (Jahrgang 1861) Deportiert 1943 Theresienstadt Ermordet 24. Juni 1943 Lotharstr. 40(Verlegestelle Ecke Berrenrather Straße)() Der am 12. April 2016 verlegte Stolperstein erinnert an Isaac Baruch, geboren am 25. September 1861 in Frechen.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Baruch, Isaak Isaac

Isaac Baruch war mit Henrietta Marx verheiratet.Yad Vashem: Gedenkblatt für Isaak baruch Isaac Baruch wurde am 26. Januar 1943 mit dem Alterstransport I/86 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. In der Transportliste wurde Isaac Baruch als „unverheiratet“ und „nicht arbeitsfähig“ mit der Adresse Horst Wesselplatz 14 (heute Rathenauplatz) eingetragen. Seine Kennkarten Nr. lautet 014115.Deportationsliste von Köln nach Theresienstadt am 26. Januar 1943, Blatt 1, Eintrag 23statistik-des-holocaust.de: Deportationen aus dem Rheinland nach Theresienstadt 1943–1945 Isaac Baruch starb am 23. Juni 1943 im Ghetto Theresienstadt. In der Todesfallanzeige des Ghettos wurde als Todesursache „Herzschwäche“ eingetragen.holocaust.cz Todesfallanzeige des Ghettos Theresienstadt für Baruch, Isack 120px|Stolperstein für Dore Baumgarten (Zülpicher Straße 189) Hier wohnteDore Baumgarten (Jahrgang 1894) Deportiert 1942 Verschollen Zülpicher Str. 189() 120px|Stolperstein für Carola Henriette Beermann (Remigiusstraße 45) Hier wohnteCarola Henriette Beermann (Jahrgang 1896) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Ermordet 10. Mai 1942 Chelmno/Kulmhof Remigiusstr. 45() Der am 1. September 2014 verlegte Stolperstein erinnert an Carola Henriette Beermann, geboren am 5. Oktober 1896 in Kassel.

Die Pianistin Carola Henriette Ottilie Beermann war die Tochter des jüdischen Eisenbahn-Bauingenieurs Fritz Beermann und seiner Frau Elise Rosalie (geb. Hirsch). Carola Henriette Ottilie Beermann war evangelisch, jüdischer Herkunft. Ihre Wohnung in der Remigiusstraße 45 musste sie verlassen und wurde in das „Ghettohaus“ Eifelstraße 6 eingewiesen. Am 22. Oktober 1941 wurde sie mit dem ersten Kölner Transport (Transport Nr. 8) in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Von dort aus wurde sie am 10. Mai 1942 in das Vernichtungslager Kulmhof verbracht, wo sie am selben Tag ermordet wurde.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Beermann, Carola Henriette OttilieNS-Dok: Gedenkbucheintrag für Carola Henriette Ottilie BeermannYad Vashem: Gedenkblatt für: Carola Henriette BeermannDeportationsliste Köln-Ghetto Litzmannstadt am 22. Oktober 1941, Blatt 11, Eintrag 522

Der Stolperstein wurde gestiftet durch die Kollektensammlung „Beatmesse“ der Kirchengemeinde der Johanneskirche (Köln-Sülz). 120px|Stolperstein für Flora Berger (Manscheider Platz 8) Hier wohnteFlora Berger, geb. Zimmt (Jahrgang 1896) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Ermordet 4. August 1942 Manderscheider Platz 8() Der Stolperstein erinnert an Flora Berger (geb. Zimmt), geboren am 25. Mai 1896 in Saarlouis.

Flora Zimmt heiratete den Krefelder Kaufmann Ignaz Iwan Berger, der in Sülz eine Woll- und Weißwarenhandlung führte, in der sie mitarbeitete. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, Rolf und Ingeborg. 1941, kurz vor der Deportation, musste die Familie ihre Wohnung verlassen und in ein „Ghettohaus“ umziehen. Von hier wurde sie am 30. Oktober 1941 mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter mit dem 16. Transport in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. In Litzmannstadt waren sie in der Franzstraße 123 untergebracht. Am 4. August 1942, 5 Tage nach ihrem Ehemann, starb Flora Berger im Ghetto.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Berger, FloraNS-Dok: Gedenkbucheintrag Flora BergerDeportationsliste Köln-Litzmannstadt am 30. Oktober 1941, Blatt 17; Eintrag 805Deportationsliste Köln-Litzmannstadt am 30. Oktober 1941 120px|Stolperstein für Ignatz Iwan Berger (Manscheider Platz 8) Hier wohnteIgnatz Iwan Berger (Jahrgang 1894) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Ermordet 30. Juli 1942 Manderscheider Platz 8() Der Stolperstein erinnert an Ignaz Iwan Berger, geboren am 6. Juni 1894 in Krefeld.

Der Sohn eines jüdischen Krefelder Kaufmanns ließ sich in Köln nieder und eröffnete auf der Berrenrather Straße 349 eine Woll- und Weißwarenhandlung. Seine drei Schwestern Christina (geb. 1891, verh. Salomon), Carola (geb. 1892, verh. Hirsch) und Sara Regina (geb. 1895) waren ebenfalls in Köln mit jüdischen Kaufleuten verheiratet, die sich alle wie Ignaz Berger als aktive Mitglieder des jüdischen Karnevalsvereins Kleiner Kölner Klub engagierten. Ignaz Berger heiratete die aus Saarlouis stammende Flora Zimmt. Das Ehepaar hatte zwei Kinder, Rolf und Ingeborg. Kurz vor der Deportation musste die Familie Berger 1941 ihre Wohnung am Manderscheider Platz verlassen und war gezwungen, zunächst in ein „Ghettohaus“ am Horst Wessel-Platz (heute Rathenauplatz) 14, später in das Ghettohaus Eupener Straße 24 zu ziehen. Am 30. Oktober 1941 wurde Ignaz Berger mit seiner Frau Flora und seiner Tochter Ingeborg mit dem 16. Transport in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Ignaz Berger starb hier am 30. Juli 1942.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Berger, Ignaz IwanNS-Dok: Gedenkbucheintrag Ignaz BergerDeportationsliste Köln-Litzmannstadt am 30. Oktober 1941, Blatt 17; Eintrag 804 120px|Stolperstein für Ingeborg Berger (Manscheider Platz 8) Hier wohnteIngeborg Berger (Jahrgang 1924) Deportiert 1941 Łódź/Litzmannstadt Ermordet Manderscheider Platz 8() Der Stolperstein erinnert an Ingeborg Berger, geboren am 25. Februar 1924 in Köln.

Ingeborg war die einzige Tochter von Flora und Ignaz Berger. Im Alter von 17 Jahren wurde sie am 30. Oktober 1941 mit ihren Eltern mit dem 16. Transport in das Ghetto Litzmannstadt deportiert. Hier war sie zunächst mit ihren Eltern in der Franzstraße 123, später in der Mühlgasse 79 untergebracht. Im Ghetto Litzmannstadt verliert sich ihre Spur.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Berger, Ingeborg Ingeburg Ingeborga ErnestineDeportationsliste Köln-Litzmannstadt am 30. Oktober 1941, Blatt 17; Eintrag 806 120px|Stolperstein für Karl Bernstein (Konradstraße 14) Hier wohnteKarl Bernstein (Jahrgang 1880) Deportiert Riga