Die Liste der Stolpersteine im Kölner Stadtteil Zollstock führt die vom Künstler Gunter Demnig verlegten Stolpersteine im Kölner Stadtteil Zollstock auf.
Die Liste der Stolpersteine beruht auf den Daten und Recherchen des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln, zum Teil ergänzt um Informationen und Anmerkungen aus Wikipedia-Artikeln und externen Quellen. Ziel des Kunstprojektes ist es, biografische Details zu den Personen, die ihren (letzten) freiwillig gewählten Wohnsitz in Köln hatten, zu dokumentieren, um damit ihr Andenken zu bewahren.
Anmerkung: Vielfach ist es jedoch nicht mehr möglich, eine lückenlose Darstellung ihres Lebens und ihres Leidensweges nachzuvollziehen. Insbesondere die Umstände ihres Todes können vielfach nicht mehr recherchiert werden. Offizielle Todesfallanzeigen aus den Ghettos, Haft-, Krankenanstalten sowie den Konzentrationslagern können oft Angaben enthalten, die die wahren Umstände des Todes verschleiern, werden aber unter der Beachtung dieses Umstandes mitdokumentiert.
Bild Name sowie Details zur Inschrift Adresse Zusätzliche Informationen 120px|Stolperstein für Emma Herzberg (Vorgebirgsplatz 10) Hier wohnteEmma Herzberg, geb. Cleffmann (Jahrgang 1888) Deportiert 1942 Theresienstadt Auschwitz Ermordet Vorgebirgsplatz 10() 120px|Stolperstein für Ingeborg Franziska Herzberg (Vorgebirgsplatz 10) Hier wohnteIngeborg Franziska Herzberg (Jahrgang 1930) Deportiert 1942 Theresienstadt Auschwitz Ermordet Vorgebirgsplatz 10() 120px|Stolperstein für Leo Herzberg (Vorgebirgsplatz 10) Hier wohnteLeo Herzberg (Jahrgang 1890) Deportiert 1942 Theresienstadt Auschwitz Ermordet Vorgebirgsplatz 10() 120px|Stolperstein für Julius Kahn (Höninger Weg 109) Hier wohnteJulius Kahn (Jahrgang 1879) Deportiert 1942 Auschwitz Für tot erklärt Höninger Weg 109(Verlegestelle Höninger Weg 107–109)() Der Stolperstein erinnert an Julius Kahn, geboren am 7. August 1879 in Köln.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Kahn, Julius Julius K(C)ahn war der Sohn von Joseph Cahn und seiner Frau Emilie (geb. Rosenthal).Yad Vashem: Gedenkblatt für Julius Kahn Verheiratet war er mit Toni Albersheim.familienbuch-euregio.eu: Julius Cahn, Toni Albersheim Julius Kahn konnte in die Niederlande emigrieren. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen wurde er im Durchgangslager Westerbork interniert und von dort aus am 14. September 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Dort starb er am 17. September 1942. 120px|Stolperstein für Toni Kahn (Höninger Weg 109) Hier wohnteToni Kahn, geb. Albersheim (Jahrgang 1892) Deportiert 1942 Theresienstadt Auschwitz Für tot erklärt Höninger Weg 109(Verlegestelle Höninger Weg 107–109)() Der Stolperstein erinnert an Toni Kahn (geborene Albersheim), geboren am 28. November 1892 in Bocholt.bundesarchiv.de: Gedenkbucheintrag Kahn, Toni
Toni Kahn war die Tochter von Meyer Albersheim und seiner Frau Helene (geb. Gompertz). Verheiratet war sie mit Julius Kahn. Am 15. Januar 1943 wurde Toni Kahn zunächst nach Berlin und von dort aus, am 29. Januar 1943, mit dem 27. Osttransport nach Auschwitz deportiert. In der Transportliste wurde Toni Kahn als „unverheiratet“ und „arbeitsfähig“ mit der Adresse Utrechter Straße 6 eingetragen. Ihre Kennkarten-Nr. lautet J 06181.Deportationsliste des 27. Osttransportes vom 29. Januar 1943 von Berlin nach Auschwitz, Blatt 287, Eintrag 285Deportationen aus dem Rheinland nach Auschwitz 1943 Dort verliert sich ihre Spur... 120px|Stolperstein für Hermine Löb (Höninger Weg 184) Hier wohnteHermine Löb, geb. Brodenbach (Jahrgang 1890) Deportiert 1942 Minsk Für tot erklärt Höninger Weg 184() 120px|Stolperstein für Inge Siegrid Löb (Höninger Weg 184) Hier wohnteInge Siegrid Löb (Jahrgang 1927) Deportiert 1942 Minsk Für tot erklärt Höninger Weg 184() 120px|Stolperstein für Willy Löb (Höninger Weg 184) Hier wohnteWilly Löb (Jahrgang 1886) Deportiert 1942 Minsk Tod am 30. September 1942 Höninger Weg 184() 120px|Stolperstein für Friedericke Meyer (Vorgebirgsplatz 10) Hier wohnteFriedericke Meyer, geb. Hirsch (Jahrgang 1882) Deportiert 1941 Łódź Für tot erklärt Vorgebirgsplatz 10()Nach neueren Informationen, welche zum Zeitpunkt der Stolpersteinverlegung nicht bekannt waren, wurde Friedericke Meyer im Mai 1942 vom Ghetto Litzmannstadt (Łódź) ins Vernichtungslager Kulmhof deportiert und dort ermordet. 120px|Stolperstein für Ruth Meyer (Höninger Weg 170) Hier wohnteRuth Meyer (Jahrgang 1925) Deportiert 1942 Minsk Ermordet Höninger Weg 170() Hier wohnteAlbert Isaac Neugarten(Jahrgang 1855) Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 12.8.1942 Fischenicher Str. 58() Die Verlegung der Stolpersteine erfolgte am 11. Juni 2026. Pate ist der Allgemeine Bürgerverein Zollstock. Albert Isaac Neugarten stammte aus Witten und arbeitete als Metzger, seine Frau Wilhelmine kam aus Krefeld. Der gemeinsame Sohn Carl war Kaufmann von Beruf. Die Familie Neugarten lebte seit den 1930ern Jahren an dieser Adresse. Sie wurde gezwungen, ihre Wohnung zu verlassen und in ein Ghettohaus in der Eifelstraße zu ziehen. Im Juni 1942 wurden die Eltern in das KZ Theresienstadt deportiert, wo beide innerhalb eines Jahres starben. Carl Neugarten blieb zunächst von einer Deportation verschont, da er mit einer nicht-jüdischen Frau verheiratet war. Im Oktober 1944 wurde er auch nach Theresienstadt verschleppt, wo er im Dezember 1944 starb. Hier wohnteWilhelmine Neugarten, geb. Baum (Jahrgang 1861) Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 16.5.1943 Fischenicher Str. 58() Hier wohnteCarl Neugarten (Jahrgang 1885) Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 11.12.1944 Fischenicher Str. 58() Hier wohnteOtto Richter (Jahrgang 1898) Im Widerstand / KPD ‚Schutzhaft‘ 1933 Verurteilt 8.7.1936 ‚Vorbereitung Hochverrat‘ 1944 Gestapogefängnis Brauweiler Ermordet 20.12.1944 Kalscheurer Weg 29 () Die Verlegung des Stolpersteins erfolgte am 11. Juni 2026. Pate ist der Allgemeine Bürgerverein Zollstock. Der Stolperstein erinnert an Otto Richter, geboren am 22. Februar 1898 in Dubrau/Lorau.
Otto Richter war Mitglied der Kölner Gruppe des Nationalkomitees Freies Deutschland. Am 24. November 1944 wurden er und weitere 58 Mitglieder der Gruppe, die im Haus Sülzgürtel 8 in Köln-Lindenthal tagte, an diesem und den folgenden Tagen verhaftet und in Gebäuden der Abtei Brauweiler, die der Gestapo als Gefängnis dienten, gefangen gehalten und gefoltert. Ein Mitgefangener berichtete später, er habe Richter am 27. Dezember beerdigt. Dessen Körper sei von Schlägen schwarz und blau gewesen. Fünf weitere Mitglieder der Leitung wurden bei den Verhören zu Tode gefoltert und sind auf dem Friedhof der Abtei Brauweiler begraben. Fünf weitere starben in der Haft.
Quelle NS-Dokumentationszentrum - Stolpersteine | Erinnerungsmale für die Opfer des Nationalsozialismus (Stadtteilliste Zollstock)
Einzelnachweise
Weblinks
Gunter Demnigs Webseite zum Stolperstein-Projekt
Zollstock Kategorie:Zollstock (Köln)