mini|thumbtime=35.3|Chrysomela populi beim Klettern und Fressen mini|Eiablage an Schwarz-Pappel mini|Eigelege mini|Larven

Der Pappelblattkäfer (Chrysomela populi) oder Weidenblattkäfer ist ein Käfer aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Er kommt in Eurasien an Wald- und Wegrändern vor, sofern dort seine Futterpflanzen, Pappeln (besonders begehrt sind Espen) und Weiden wachsen.

Merkmale Pappelblattkäfer werden zehn bis zwölf Millimeter lang. Der Halsschild ist bronzegrün oder schwarz gefärbt, während die Flügeldecken orange bis rot sind. An den Spitzen sind dunkle Flecken zu erkennen. Der Körper ist oval geformt, gedrungen gebaut und nach oben stark gewölbt. Beine und Fühler sind schwarz.

Die Larven haben eine Grundfarbe, die zwischen weiß und graugrün sowie sogar hellgrün variiert. Sie haben jedoch ein schwarzes Halsschild, schwarze Abdominalränder und sind mit vielen schwarzen punktartigen Auswüchsen gespickt, was sie auf den ersten Blick schwarz erscheinen lässt. Sie haben außerdem reihig angeordnete dreckig weiße Fleischzapfen, welche sie ein- und ausfahren können.

Ähnliche Arten In Mitteleuropa sind zwei nah verwandte Arten ähnlich gefärbt: Chrysomela saliceti , 1851 und Chrysomela tremulae , 1787. Beiden fehlen aber im Nahtwinkel der Flügeldeckenenden die kleinflächige schwarze Färbung. An den Seitenrändern ihrer Flügeldecken verläuft außerdem eine verdoppelte statt nur einfache Punktreihe und mit einer Körperlänge von 8 bis 10 mm sind die Exemplare meist kleiner. Beide Arten sind deutlich seltener als Chrysomela populi und weisen gewöhnlich eine abweichende Färbung auf.

Synonyme Melasoma populi (, 1758)

Lebensweise Fressfeinde, Parasitoide und Schutzverhalten Zu den Parasitoiden der Käferlarven zählen mehrere Arten der Raupenfliegen (Tachinidae) und der Schlupfwespen (Ichneumonidae).

Bei Gefahr geben Pappelblattkäfer ein streng nach Phenol riechendes Sekret ab, um den Feind zu vertreiben. Dieses Sekret stellen sie aus Salicylsäure aus ihren Nahrungspflanzen her.

Ein Parasit von Chrysomela populi ist Linobia coccinellae, eine Milbe aus der Familie Hemisarcoptidae. Diese lebt unter den Elytren ihres Wirtes und ernährt sich von dessen Hämolymphen. Erste Untersuchungen ergaben, dass die Milben keinen Einfluss auf die Lebensdauer oder das Fortplanzungsvermögen ihrer Wirte hatten.

Fortpflanzung mini|Die Jungkäfer setzen den Fraß zunächst fort Das befruchtete Weibchen legt seine Eier an der Blattunterseite der Wirtspflanzen ab, was in der ersten Generation im Frühjahr direkt nach dem Blattaustrieb passiert. Die Larven schlüpfen nach ungefähr 12 Tagen, fressen sich erst an der Blattunterseite entlang und skelettieren anschließend das Blatt.

Nach drei Wochen verpuppen sich die Larven. Kopfüber an den Blättern ihrer Futterpflanze verbringen sie 10 Tage als Puppe. Nachdem die Jungkäfer zunächst nach Larvenart den Fraß fortgesetzt haben, kümmern sie sich um eine zweite Generation. Die Art bildet pro Jahr zwei bis drei Generationen, sodass die Käfer von Mai bis August angetroffen werden.Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1. Die zweite Generation ist jedoch erst im September adult, sodass eine dritte Generation nur unter günstigen Bedingungen heranwachsen kann.Adolf Brauns: Taschenbuch der Waldinsekten Band 1. 3. Auflage, bearbeitet. Gustav Fischer Verlag Stuttgart 1976, ISBN 3-437-30228-0. Bei Massenvermehrungen können die Tiere erhebliche Schäden an Weiden anrichten. An Pappeln, insbesondere Espen, bleibt der Schaden jedoch gering.

Quellen Einzelnachweise

Literatur Jiři Zahradnik, Irmgard Jung, Dieter Jung et al.: Käfer Mittel- und Nordwesteuropas. Parey, Berlin 1985, ISBN 3-490-27118-1. Heiko Bellmann: Welches Insekt ist das? Franckh-Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09874-5. Adolf Brauns: Taschenbuch der Waldinsekten. Band 1. 3. Auflage, bearbeitet. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1976, ISBN 3-437-30228-0.

Weblinks

Der Pappelblattkäfer bei insektenbox.de

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