mini|Schriftzug Marinestützpunkt Flensburg-Mürwik auf der Mauer zu Sonwik hin mini|Sonwik mit dem weißen Hauptgebäude der Torpedostation sowie dem Turm mit dem Mast der Strategischen Aufklärung mini|Das 1910 errichtete Rote Schloß am Meer der Marineschule Mürwik mini|Sachsenwald des 1. Minen­such­geschwaders auslaufend vom Flensburger Marinestützpunkt (Foto: 1980) Stützpunkt Flensburg-Mürwik (früher auch: Marinestützpunkt Flensburg-MürwikVgl. Robert Bohn: Geschichte Schleswig-Holsteins, München 2006, letzte Seite des Kapitels: Von der Weimarer Republik zum nationalsozialistischen Mustergau sowie: Graphisches Institut Eckmann (mediaprint): Stadtplan Flensburg mit Harrislee und Glücksburg (Zentrum) vom, Stand 2011 — Der Begriff Marinestützpunkt wurde manchmal früher auch nur auf den heutigen Bereich Sonwik, also den ehemaligen Marinehafen bezogen, wobei auch dieser Teil wiederum manchmal auch unpräzise als Marineschule Mürwik bezeichnet wurde.) ist ein Stadtbezirk des Flensburger Stadtteils Mürwik, der früher nahezu deckungsgleich mit dem dortigen Marinestützpunkt war und daher noch heute mit diesem synonym verwendet wird.Stadtarchiv Flensburg: Öffentliche, nicht städtische Gebäude Baubestandsplan des Landesbauamt Flensburg Energiezentrale Stützpunkt Flensburg-Mürwik. Abgerufen am 13. Januar 2015.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 126

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde der Marinestützpunkt aufgelöst und es verblieben nur zwei Schulen der Bundeswehr, so dass große Teile des Stadtbezirks heute zivil bewohnt sind. Von Seiten der Marine wird das Gebiet heutzutage daher offenbar nur noch selten als Stützpunkt bezeichnet.Ausnahme z. B. Schotten auf – Die Marine öffnet ihre Türen, vom: 25. August 2014; abgerufen am: 24. August 2015

Geschichte Entstehung des Stützpunktes Im Bereich des Stadtbezirks befindet sich die Keimzelle des Stadtteils Mürwik. Der heute namensgebende Stützpunkt ging aus der 1901/1902 entstandenen Torpedostation der Kaiserlichen Marine an der Mürwiker Bucht hervor, die sich in den folgenden Jahrzehnten bis in die 1930er Jahre baulich über die Fördehänge hinaus ausdehnte.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 544. Kurz nach der Einrichtung wurde noch im Jahr 1902 die Blücher, nachdem sie für Torpedo-Schießübungen die Flensburger Förde regelmäßig besucht hatte, dauerhaft stationiert.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, S. 196. Ihr Kessel explodierte jedoch im November 1907. 16 Menschen starben bei diesem Unglück.Blücherstraße. In: Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburger Straßennamen. Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1. Im Jahre 1910 entstand die Marineschule Mürwik. Rund 4000 Soldaten waren zu dieser Zeit in Mürwik stationiert.sh:z: 100 Jahre Marineschule: Geschichte der Schule, vom: 11. August 2010; abgerufen am: 27. August 2016

Nach dem Ersten Weltkrieg In den Jahren 1925 bis 1928Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Parkhof In: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg! Flensburg 2009. entstanden die Marinesiedlung (Flensburg-Mürwik) in der Kelmstraße sowie der Parkhof, als Wohnraum für Offiziere und Unteroffiziere.Flensburger Tageblatt: 100 Jahre Marineschule: Geschichte der Schule. 11. August 2010, abgerufen am 15. März 2015. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 war die Anzahl der Offiziersanwärter erheblich gestiegen. In der Folgezeit wurden drei Barackenlager als Provisorium zur Unterbringung der angewachsenen Zahl der Auszubildenden errichtet, unter ihnen das heute noch erhaltene Trampedachlager.Über die Marineschule Mürwik, Geschichte, Aufrüstung unter Hitler, abgerufen am: 25. Oktober 2015 Zwischen 1933 und 1939 entstanden zahlreiche weitere Gebäude für die Torpedo- und Nachrichtenschule.Flensburger Tageblatt: 1284 bis 2009: Die Stadtchronik. 1. Januar 2009, abgerufen am 12. Januar 2015. 1936/1937 entstanden die Schulgebäude der Marinesportschule, östlich der Marineschule. Zeitgleich im Jahr 1937 entstand die Marine-Reitschule bei Twedter Mark.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Am Sattelplatz 1939 waren zeitweise über 10.000 Soldaten auf dem Stützpunkt stationiert. Maßnahmen zur Kapazitätserhöhung und zur Verstärkung der Verteidigungsfähigkeit wurden ergriffen. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurden im Zuge des Rückzuges verschiedene Einheiten zum Stützpunkt verlegt, beispielsweise die Rüstungsinspektion I aus Königsberg sowie der Marinenachrichtendienst. Über den Stützpunkt hinaus reichte der Anfang Mai 1945 eingerichtete Sonderbereich Mürwik, in dem sich (bei der Marinesportschule) der provisorische Regierungssitz der letzten Reichsregierung unter Karl Dönitz befand.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Krieges Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude unterschiedlich genutzt, als Zollschule, als Flüchtlingsunterkünfte, als Kaserne für britische und norwegische Soldaten. Das Marinelazarett Flensburg-Mürwik, welches mit dem Bau der Marineschule zusammen entstanden war, wurde weiter als Krankenhaus genutzt. Am Rande der Marineschule befand sich das Freibad, das von der Flensburger Bevölkerung genutzt wurde. Es wurde irgendwann nach 1965 wegen Baufälligkeit abgerissen.Wulf Beeck: Mit Überschall durch den Kalten Krieg: Ein Leben für die Marine, 2013, S. 29 Zuvor, im Jahr 1963, war das städtische Hallenbad im Bahnhofsviertel in der Südstadt eröffnet worden.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Hallenbad In: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg! Flensburg 2009. Von 1950 bis 1956 befand sich in einem großen Teil der Marineschule die Zollschule Flensburg, die im Jahr 1938 in Flensburg eingerichtet worden war. 1956 benötigte die Marine das Gebäude wieder und die Zollschule verließ Flensburg. Die Innerdeutsche Grenze hatte an Bedeutung gewonnen und der Kalte Krieg hatte begonnen.

Mit der Aufstellung der Bundesmarine in den 1950er Jahren begann wieder die weitgehend militärische Nutzung der Gebäudeeinheiten. So wurde in dieser Zeit, in den oberhalb des Fördehangs an der Mürwiker Straße bestehenden Gebäuden der Nachrichtenschule, die Marinefernmeldeschule eingerichtet. Die Marineschule begann wieder ihren Lehrbetrieb. Auch die Hafenanlage am Wasser wurden wieder militärisch genutzt. Dieser untere Bereich (heute Sonwik) hatte keinen besonderen Namen und wurde deshalb nur als Marinestützpunkt Mürwik benannt, obwohl mit diesem Begriff eigentlich auch der gesamte Bereich gemeint war.Flensburger Tageblatt: Radeln in Flensburg: Abenteuertour mit Fördeblick. Tipp 1, 17. April 2014, abgerufen am 12. Januar 2015.

Seit dem Juni 1955 war der Marinefernmeldestab 70 auf einem Geländebereich bei Twedter Mark zu finden, der einen weiteren Standort bei Tremmerup hatte. Am 1. Oktober 1957 wurde das Kommando der Schnellboote (KdoS) auf dem Flensburger Stützpunkt dauerhaft aufgestellt. Der Sitz der Schnellbootflottille befand sich in der Mürwiker Straße 183–185. Geführt wurde der Großverband von einem Kapitän zur See. 1967 wurde das Kommando der Schnellboote in Schnellbootflottille umbenannt. Im Jahr 1994 wurde die Schnellbootflottille zum Marinestützpunkt Warnemünde verlegt und später aufgelöst. In Flensburg befand sich so zudem auch seit 1957 das 3. Schnellbootgeschwader, das nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er Jahren aufgelöst wurde. Daneben befand sich seit 1956 das 1. Minensuchgeschwader in Flensburg, welches der Flottille der Minenstreitkräfte im Marinestützpunkt Olpenitz unterstellt war. In den 1990er Jahren wurde aber auch dieses Geschwader verlegt und später aufgelöst. 1962 wurde zudem das Minenlegergeschwader (MLG) in Flensburg aufgestellt, aber schon 10 Jahre später wieder aufgelöst. Von der Zerstörerflottille, die Wilhelmshaven unterstellt war, befand sich von 1960 bis 1967 das 3. Zerstörergeschwader in Flensburg. Es wurde anschließend nach Kiel verlegt und 1981 aufgelöst. Ebenfalls zur Zerstörerflottille gehörend, befand sich seit 1968 das Flottendienstgeschwader auf dem Stützpunkt. Es wurde ebenfalls Anfang der 1990er Jahre aufgelöst.

1971 entstand das Offizierheim in der Swinemünder Str. 9. als eine Betreuungseinrichtung des Stützpunktes.Offizierheim Flensburg-Mürwik e. V., Offizierheim, abgerufen am: 26. August 2015 1980 bis 1983 wurde zudem unterhalb des Finisbergs am Rande des Volksparks bei Kielseng (nahe Sonwik) das „Soldatenheim Flensburg-Mürwik“, heute „OASE - Treffpunkt Mürwik“, zur Betreuung der Soldaten des Stützpunktes gebaut.Eiko Wenzel: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg nach 1945, S. 88 Die im Soldatenheim befindliche Gastwirtschaft wie auch das Offizierheim in der Swinemünder Straße existieren noch heute.Die Kulturdenkmalliste des Stadtteils sowie Lutz Wilde verzeichnen auf dem Gelände der Liegenschaft Mürwiker Straße 201–203 ein weiteres Gebäude als Offiziersheim. Ursprünglich soll besagtes Gebäude als Fähnrichsgebäude gedient haben. Vgl. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 544 1985 wurde die nach 1945 nur noch zivil genutzte Reitschule abgebrochen. Bald darauf begann die Konversion des Stützpunktes.Der Spiegel: „Dann stehen wir hier auf Null“, vom: 6. März 1990 1998 wurde der Marinehafen von der Bundeswehr aufgegeben.Eiko Wenzel, Henrik Gram: Zeitzeichen, Architektur in Flensburg, 2015, Seite 132 f.

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