mini|Manfred Schlapp, 2014 (Foto: Michael Kirchler)
Manfred Schlapp (geboren am 30. August 1943 in Innsbruck) ist ein österreichischer Philosoph, Publizist und Filmemacher.
Leben Für Manfred Schlapp war die Nachkriegszeit prägend: Sein Vater, der mit Zita Schlapp, geborener Steiner, verheiratete Lehrer Josef Schlapp, blieb in Russland verschollen und der Großvater Josef Schlapp ist bei Lemberg in Galizien umgekommen. Der andere Großvater Ludwig Steiner überlebte als politischer Häftlinghttps://portal.ehri-project.eu/units/gb-003348-wl1857 das KZ in Dachauhttp://archiveshub.ac.uk/data/gb1556-wl1857 nicht. Manfred Schlapp maturierte im Humanistischen Gymnasium Angerzellgasse in Innsbruck und studierte Philosophie, Psychologie und Altphilologie an der Universität Innsbruck. Er wurde 1966 zum Dr. phil. promoviert und kam nach dem Studiumsabschluss 1967 als Mag. lit. ans Collegium Marianum in Liechtenstein,Zukunft bilden. 75 Jahre Liechtensteinisches Gymnasium. 2012, Seite 215. wo er ab 1967 als auch in Vaduz lebender Professor für Philosophie bis 2005 Philosophie und Latein unterrichtete. Schlapp war verheiratet, seine Ehe, aus der die Tochter Michaela hervorging, wurde vor 1986 geschieden. Von 1994 bis 2012 lehrte er Philosophie und Ethik an der Hochschule Liechtensteinhttp://www.uni.li/tabid/264/id/5347.67/default.aspx und von 2000 bis 2003 Philosophie an der damaligen Universität für Humanwissenschaften in Triesen.
Seit seinem Studium ist Manfred Schlapp sowohl in den Printmedien als auch in Rundfunk und Fernsehen literarisch und publizistisch tätig. Mit 30 Jahren wurde er in den Internationalen PEN-Club aufgenommen und 1976 Generalsekretär des PEN-Club in Liechtenstein, und im April 1978 gründete er mit 20 Autoren und Verlegern den P.E.N.-Club Liechtenstein, dessen Ehrenpräsident er seit 2012 ist.P.E.N.-Club Liechtenstein Im Jahr 1971 wurde er freier Mitarbeiter des ORF. In seiner aktiven Zeit organisierte er unter anderem vier Symposien: Versuchskaninchen Mensch – Die ethischen Grenzen der medizinischen und biologischen Forschung (ORF Studio Dornbirn 1987), Das verratenen Gewissen – Unser Tun und Lassen wider besseres Wissen (ORF Studio Dornbirn 1989), Wege aus dem Hass – DIE europäische Aufgabe (Theater am Kirchplatz in Schaan 1994) und Österreich von aussen – Millennium Austriacum (Theater am Kirchplatz in Schaan 1996).Dorothee Bores, Sven Hanuschek (Hrsg.): Handbuch PEN. De Gruyter Oldenbourg, 2014, ISBN 978-3-11-026067-0, Seite 585. Seit 1978 redigiert er das ZIFFERBLATT, die literarische Schriftenreihe des P.E.N.-Clubs Liechtensteins. Für seine Publikationen und TV-Dokumentationen über seine Wahlheimat Liechtenstein ist Manfred Schlapp 1997 mit dem „Josef-Gabriel-von-Rheinberger-Kulturpreis“Lexikon Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gegenwart. https://lexikon.a-d-s.ch/Person/21209, aufgerufen am 19. Mai 2025 Lexikon Schweizer Schriftstellerinnen und Schriftsteller der Gegenwart. ausgezeichnet worden.http://www.uni.li/tabid/264/id/5347.67/default.aspx, aufgerufen am 11. Januar 2015 2018 erhielt er von der IG Wort die Ehrengabe „Das Murmeltier“.
Seit frühester Jugend beschäftigt sich Manfred Schlapp mit der arabischen Sprache und Kultur. Im Laufe der Jahre hat er alle arabischen Länder bereist. In den Jahren 2006 und 2007 studierte er in Paris und ein Jahr später in Berlin Koran-Arabisch. Im Anschluss daran hielt er an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung die sechs semestrige Vorlesungsreihe Eine peripatetische Ästhetik der muslimischen Welt.http://zkm.de/en/event/2011/01/manfred-schlapp-eine-peripatetische-asthetik-der-islamischen-welt Diese Vorlesungsreihe bildete das Fundament, auf dem sein 2015 erschienenes Buch Islam heisst nicht Salam gründet.
Manfred Schlapp gründete 2010 im Fürstentum Liechtenstein die International Association of Project Managers. Im gleichen Jahr wurde ihm dort die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Publikationen (Auswahl) Es lockt der Ruf des Muezzins. Europa am Kreuzweg. Münster Verlag, Basel 2018, ISBN 978-3-905896-90-9 Valentin Landmann und die Panzerknacker.Von einem, der auszog, das Nicht-Fürchten zu lernen. Offizin Verlag, Zürich 2017, ISBN 978-3-906276-55-7. Mea culpa, mea culpa. Wenn Zumutungen zur Last werden. Zeitgeschichtliche Reflexionen. Offizin Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-906276-50-2. Islam heisst nicht Salam – Streifzüge durch die muslimische Welt. Ein Lesebuch. Offizin Verlag, Zürich 2015, ISBN 978-3-906276-11-3. Notabene – Einfach zum Nachdenken. 3. Band, Bücher Verlag, Hohenems 2013, ISBN 978-3-99018-174-4. Notabene. Einfach zum Nachdenken. 2. Band, Privatdruck, Vaduz 2012, ISBN 978-3-033-03350-4. Notabene. 100 x einfach zum Nachdenken. Frank P. van Eck Verlagsanstalt, Vaduz 2007, ISBN 978-3-905501-96-4. Notabene. Gedanken und Reflexionen. Privatdruck, Vaduz 2007, ISBN 978-3-99018-174-4. Geiger Peter/Schlapp Manfred: Russen in Liechtenstein. Schalun Verlag Vaduz / Chronos Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-905311-73-9. Irren ist unmenschlich. Arcus Medien, Berlin 1987, ISBN 3-924720-06-1. als Hrsg. mit Gerhard Beck und H. P. Gassner: Liechtensteiner Almanach. Verlag H. P. Gassner, Vaduz 1987. Das ist Liechtenstein. Busse-Seewald Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-512-00599-3. Heute war gestern. In: ORF-Nachlese, Wien 1979/1980. Versuch und Irrtum. Braunmüller Verlag, Wien 1979, ISBN 3-7003-0228-2. Das Große Unbehagen. Delp Verlag, München 1973, ISBN 3-7689-0108-4. Steckbrief der Hinterwelt. Delp Verlag, München 1971, ISBN 3-7689-0078-9. Grenzen und Möglichkeiten der Sprachstatistik. Diplomarbeit Institut für Psychologie Universität Innsbruck, 1967. Die Rolle des Meeres in der römischen Liebeselegie. Dissertation Universität Innsbruck, 1966.
Aufsätze (Auswahl) A.E.I.O.U. Eine kulturpolitische Interpretation. In: Thomas Fischer, Michael Gehler (Hrsg.): Tür an Tür. Vergleichende Aspekte zu Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Deutschland. Böhlau Wien, Köln/Weimar 2014, ISBN 978-3-205-79464-6, S. 321–318. Der PEN-Club Liechtenstein. In: Dorothee Bores, Sven Hanuschek (Hrsg.): Handbuch PEN. De Gruyter Oldenbourg, 2014, ISBN 978-3-11-026067-0, S. 585ff. Eine peripatetische Ästhetik der muslimischen Welt. In: Bazon Brock und Peter Sloterdijk (Hrsg.): Der Profi-Bürger. Handreichungen für die Ausbildung von Diplom-Bürgern, Diplom-Patienten, Diplom-Konsumenten, Diplom-Rezipienten und Diplom-Gläubigen. Wilhelm Fink Verlag (= Schriftreihe der HfG Karlsruhe. Bd. 8), 2011, ISBN 978-3-7705-5160-6. Suche nach Letztbegründungen. In: Tumult 37. Kein Halten mehr? ISBN 978-3-88178-537-2. Die Assassinen lassen grüssen. In: Leo Mazakarini (Hrsg.): Vernunft und Aufklärung versus Vernunfts- und Aufklärungskritik. Festschrift für Helmut Reinalter. Grossloge von Österreich, Wien 2010, S. 158–165. Nekrolog auf das abgeklärte Europa. In: Bauer Christian (Hrsg.): Musealisierung als Zivilisationsstrategie. Arbeitsheft zum Symposium „Musealisierung als Zivilisationsstrategie“. 24. November 2009, ISBN 978-3-89739-674-6, S. 107–109. Was die Stammesgeschichte lehrt. In: Stephan Geberl, Siegfried Weinmann, Daniel Wiesner (Hrsg.): Impulse aus der Wirtschaftsinformatik. 5. Liechtensteinisches Wirtschaftsinformatik Symposion an der FH Liechtenstein. Physica Verlag Heidelberg, 2004, ISBN 3-7908-0195-X, S. 301–308. Im Kopf fängt alles an. In: Bernd Britzelmaier, Stephan Geberl, Hans-Rüdiger Kaufmann, Marco Menichetti (Hrsg.): Regulierung oder Deregulierung der Finanzmärkte. 2. Liechtensteinisches Finanzdienstleistungs-Symposion an der FH Liechtenstein. Physica Verlag, Heidelberg, 2002, ISBN 3-7908-1502-0, S. 1–8. Vom KLEINEN, das uns GROSS, und vom GROSSEN, das uns KLEIN macht. In: Bernd Britzelmaier, Stephan Geberl, Siegfried Weinmann (Hrsg.): Der Mensch im Netz – Ubiquitous Computing. 4.Liechtensteinisches Wirtschaftsinformatik Symposion an der FH Liechtenstein. Teubner Verlag, Stuttgart/Leipzig 2002, ISBN 3-519-00375-9, S. 9–16. Als Ausländer in Liechtenstein. In: Norbert Jansen (Hrsg.) Beiträge zur liechtensteinischen Identität. 50 Jahre Liechtensteinische Akademische Gesellschaft (= Liechtensteinische Politische Schriften. Band 34), Schaan, 2001, ISBN 3-7211-1051-X, S. 124–127. Europa: ideal und real. 2001. Virtuelle Geldnoten und reelle Geldnöte. In: Bernd Britzelmaier, Stephan Geberl (Hrsg.): Wandel im Finanzdienstleistungssektor. 1. Liechtensteinisches Finanzdienstleistungs-Symposion an der FH Liechtenstein, Physica Verlag, Heidelberg 2000, ISBN 3-7908-1342-7, S. 167–172. Sisyphos und Tantalos – Lob der menschlichen Mühsal. In: Bernd Britzelmaier, Stephan Geberl, Siegfried Weinmann (Hrsg.) Informationsmanagement – Herausforderungen und Perspektiven. 3. Liechtensteinisches Wirtschaftsinformatik Symposion an der FH Liechtenstein, Teubner Stuttgart / Leipzig, 2001, ISBN 3-519-00326-0, S. 9–14 Am Anfang war das Bit. In: Bernd Britzelmaier, Stephan Geberl (Hrsg.): Information als Erfolgsfaktor. 2. Liechtensteinisches Wirtschaftsinformatik Symposion an der FH Liechtenstein, Teubner, Stuttgart / Leipzig 2000, ISBN 3-519-00317-1, 11–16. Reelle und virtuelle Stiere. In: Bernd Britzelmaier, Stephan Geberl (Hrsg.): Wirtschaftsinformatik als Mittler zwischen Technik, Ökonomie und Gesellschaft. 1. Liechtensteinisches Wirtschaftsinformatik Symposion an der FH Liechtenstein, Teubner, Stuttgart / Leipzig 1999, ISBN 3-519-00285-X, 95–100. Stationen einer Freundschaft. In: Erich Schmid (Hrsg.): Abschied von Peter Surava. Eine Dokumentation. Wolfbach Verlag, Zürich 1995, ISBN 3-9520831-4-3, S. 27–37. Das verratene Gewissen. 1989. Aspekte des Todes. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Das Ende denken. Herderbücherei Initiative 75, München 1988, ISBN 3-451-09575-0, 33–41. Zwischen Aufklärung und Geheimniskrämerei. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Geheimgesellschaften. Der Mythos der Verschwörung. Herderbücherei Initiative 69, München 1987, ISBN 3-451-09569-6. Versuchskaninchen Mensch. 1985. Wider der Herrschaft von Begriffsdämonen. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Weltkrieg der Propagandisten. Verdummung durch Wort, Bild und Werbung. Herderbücherei Initiative 60, München 195(?), ISBN 3-451-09560-2, S. 138–145. Das Geschäft mit der Angst vor der Hässlichkeit. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Was aber schön ist. Rechtfertigung des Ästhetischen. Herderbücherei Initiative 55, München 1983, ISBN 3-451-09555-6, S. 80–88. Als wärs ein Stück von Oblomov oder Glück muss man haben. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Schluss der Debatte. Herderbücherei Initiative 54, München 1983, ISBN 3-451-09554-8, S. 180–183. Auch Museen schnorren. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Schmarotzer breiten sich aus. Herderbücherei Initiative 43, München 1981, ISBN 3-451-09543-2, S. 174–181. Ewige Wiederkehr des Gleichen oder bewusste Evolution? In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Unser Epigonen-Schicksal. Herderbücherei Initiative 35, München 1980, ISBN 3-451-09535-1, S. 163–171. Ohne drohende Gebärde. In: Gerd-Klaus Kaltenbrunner (Hrsg.): Lob des Kleinstaates. Herderbücherei Initiative 32, München 1979, ISBN 3-451-09532-7, S. 107–124.
Publizistische Tätigkeit 2003–2013 „Notabene“ kulturphilosophische Kolumnen im Liechtensteiner Vaterland 1976–2015 „ZIFFERBLATT“ Redaktion der Schriften-Reihe des P.E.N.-Club Liechtenstein 1973–1979 Leitartikel und Redaktion der „Horizont“, Kulturbeilage der Tiroler Tageszeitung
Radioreihen für den Bildungs- und Wissenschaftsfunk im ORF Ö1 Die Antizipation neuzeitlicher Weltbilder durch die frühgriechische Philosophie. 1979/1980 Der Mensch und sein Verhalten. 1978, 1979 Kritik der reinen und praktischen Unvernunft. 1977, 1978 Grundzüge abendländischen Denkens. 1974, 1975, 1976
Hörspiele und Theaterstücke Die heilige Wandlung. 1976 Der Baum. 1971 Das elfte Gebot. 1973 Der Alte und die Welt. 1977 Es waren einmal zwei Menschen. 1975 Was Ovid noch nicht wissen konnte. 2005
TV-Dokumentationen (Buch und Regie) Spice Bees in Space. Vaduz 2003