Simard ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Simardins, resp. Simardines genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Simard liegt in der Landschaft Bresse, rund 6 Kilometer südwestlich von Saint-Germain-du-Bois und wird in Nord-Süd-Richtung von der Departementsstraße D678 (Abschnitt Thurey–Louhans) durchzogen. In Simard nimmt sie die Departementsstraße D996 von Mervans auf.

Ein kurzes Stück der westlichen Gemeindegrenze bildet der Ruisseau BriantRuisseau Briant, Länge 12,5 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei in Mervans, auf ca. 185 m Ruisseau Briant auf sandre.eaufrance.fr, er durchfließt anschließend das nördliche Gemeindegebiet und mündet letztlich bei Mervans in die GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr. Er nimmt etliche Biefs auf und entwässert das Gebiet nördlich des Bourg nach Norden. Bei Moure, südwestlich des Bourg, entspringt die ServonneLa Servonne, Länge 14,8 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Simard auf ca. 210 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 178 m, La Servonne auf sandre.eaufrance.fr, sie bildet kurz die südwestliche Gemeindegrenze und nimmt den Ruisseau des RothsRuisseau des Roths, Länge 2,9 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei in Juif auf ca. 187 m, Ruisseau des Roths auf sandre.eaufrance.fr, den Ruisseau de PrombyRuisseau de Promby, Länge 4,6 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei in Saint-Usuge auf ca. 186 m, Ruisseau de Promby auf sandre.eaufrance.fr und den Ruisseau de ChaintreRuisseau de Chaintre, Länge 7,2 km, Zufluss zur Servonne, Quelle bei in Simard auf ca. 204 m, Mündung bei in Vincelles (Saône-et-Loire) auf ca. 178 m, Ruisseau de Chaintre auf sandre.eaufrance.fr auf. Simard liegt auf der Wasserscheide zwischen DoubsLe Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr und SeilleLa Seille, Länge 100,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Ladoye-sur-Seille auf ca. 390 m, Mündung bei in La Truchère auf ca. 169 m, La Seille auf sandre.eaufrance.fr. Heute befinden sich knapp zehn Étangs auf dem Gemeindegebiet, ältere Quellen erwähnen jedoch 15 Etangs, was darauf schließen lässt, dass es sich bei den meisten Gewässern um Biefs handelt, künstlichen Wasserläufen für die Bewirtschaftung der Étangs, die heute verlandet und urbar gemacht worden sind. Das Gemeindegebiet ist praktisch waldlos, lediglich im Süden finden sich kleine zusammenhängende Waldgebiete.

Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: l’Agrillon, les Arcières, la Basse-Cour, le Bessandrey, Bessimont, le Bois-Brûlé, les Bons-Amis, Briant (Gewässer), les Bruyères, les Burdins, Champ-du-Quain, Champ-Guinet, Chandelux, les Commarets, la Communauté, Corbot, les Cornillons, les Duchamps, le Gallet, le Grand-Cerisier, la Grande-Chaux, Grange-Neuve, les Grigots, les Grosjean, les Grubis, les Gruères, les Guichards, les Hugonneaux, Marenoire, Mares-Boucaut, le Meix-à-Longlet, Meix-Chantereau, Meix-Pernot, le Meix-Vallant, Montfleury, la Motte, la Mourre, le Perroir, le Petit-Cerisier, la Petite-Chaux, les Peutots, Planche-Callot, le Pont-de-Briant, le Pont-Jallot, les Princes, Promby, les Putigny, les Roches, la Servonne (Gewässer), les Toines, les Toppes, la Tuilerie, le Venessereau, la Vernotte, la Villeveuve, la Voirie.

Klima Das Klima in Simard ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,2 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,4 °C, der kälteste der Januar mit 3,5 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Simard wird 1299 erstmals erwähnt, im Zusammenhang mit einem Stephanus de Simard. Allgemein wird angenommen, der Ortsname gehe zurück auf den germanischen Namen Sigmar. Die Familie Symard entstammte der Vogtei Baume in der Franche-Comté und starb erst während der Revolution aus.

Geschichte Die Gemeinde bestand im Mittelalter aus drei Lehen, Bessandrey, Chaux und Simard, das der Familie der Symard gehörte. Im 15. und 16. Jahrhundert war es im Besitz der Familie Rupt, im 17. Jahrhundert der Thésut, die aus dem Charolais stammten. Durch die Heirat mit Jeanne-Marie de Thezut ging die Herrschaft 1728 über an Philibert Bernard Gagne de Perrigny. In Bessandrey, das zum Lehen Mervans gehörte, bestand ein Schloss, das 1785 zerstört wurde. Kirche und Pfarrhaus wurden 1820 erbaut, die Kirche 1869 bis 1886 renoviert und umgebaut. 1883 wird der Bahnhof der Linie Dijon–Bourg-en-Bresse eröffnet, die Knabenschule und die Mairie wurden 1889 erbaut, 1892 die Mädchenschule und die Post 1903. In Bessandrey bestand eine Ziegelei und eine Mühle, 1988 waren 53 Landwirtschaftsbetriebe in der Gemeinde. Die Herren von Simard Im Gemeindegebiet bestanden mehrere Schlösser und Herrschaften. Die Gebiete la grande-Chaux und la petite-Chaux – also der südliche Teil der heutigen Gemeinde – gehörten zur Kastellanei von Sagy.

Bessandrey, ein Afterlehen von Mervans gehörte lange Zeit Herren de Bessandrey, von denen einige in der Kirche von Simard bestattet sind. Das Schloss war schon lange verfallen und wurde 1785 abgerissen.

Die de Rupt, Herren von Vauvril, besaßen ebenfalls Lehen in Simard. Jean de Rupt, Ritter und 1532 Berater am Parlement de Dole, wurde 1551 in der Kirche von Simard beigesetzt.

Durch Dekret übernahm am 25. Juni 1658 Charles Benigne de Thésut, Berater am Parlement de Bourgogne das Lehen Bessandrey. Am 9. August 1667 übernahm er von Louis de Lorraine (1641–1718) das Lehen Simard. Am 3. Februar 1702 gingen die beiden Lehen über an Jean de Thésut.

Eine Dame de Thésut de Simard war Wohltäterin der Kirche von Simard und spendete ein Bett im Spital von Louhans. Sie heiratete Philibert Bernard Gagne de Perrigny, Président à mortier am Parlement de Bourgogne. Die Herrschaft ging dann über an Antoine Jean Gagne, Ritter, Graf von Perrigny, der später von seiner Tante, der Witwe Chamillard, die Herrschaft Louhans erbte.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.

Heraldik mini|hochkant=0.5|links|Wappen de Perrigny

Die Gemeinde verwendet das Wappen, das auf Gagne de Perrigny zurückgeht. Antoine-Jean Gagne de Perrigny erbte 1774 von seiner Tante, der Comtesse de Chamillard die Herrschaften von Louhans, Bantanges, Saint-Germain-du-Plain, Ouroux, Saint-Etienne, Simandre, sowie die Kastellanei von Sagy. Er war Graf von Louhans, Marquis von Bantanges und trug den Titel Gouverneur von Louhans.

Das Wappen findet sich auf dem Gebäude des Cafés und im Saal des Jugendzentrums. Blasonierung: In Blau drei goldene Spornräder, angeordnet 2:1.

mini|hochkant=0.5|links|Wappen de ThésutDie Gemeinde verwendet aber auch noch ein zweites Wappen, dasjenige von Jeanne-Marie de Thésut. Sie hat 1764 im Hospital von Louhans ein Bett für die Armen der Gemeinde Simard gespendet und war Wohltäterin zugunsten der Kirche von Simard. Die de Thesut waren im 17. und 18. Jahrhundert Herren von Simard und Bessandrey. Jeanne-Marie de Thésut hatte Philibert-Bernard Gagne de Perrigny geheiratet, den Vater des Antoine-Jean de Perrigny. Die Thésut verwendeten ein Wappen, das wie folgt blasoniert ist: Auf Gold ein roter Balken mit drei goldenen Schrägkreuzen.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Pierre von Simard

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %1175604571131,1

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 45 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 14,9 % aus. Demgegenüber sind 32 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 31 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Bei der Gelegenheit ist darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde rund 22 Plätze in Alters- und Pflegeheimen anbietet. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 19996015483122+31,8 % = 145 WE davon Hauptwohnsitz503Zweit- oder Ferienwohnsitz58vakant40

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe13Baugewerbe17Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie17Information und Kommunikation2Finanz- und Versicherungsdienstleistungen2Grundstücks- und Wohnungswesen4Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen16Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen9Sonstige Dienstleistungen5Land- und Forstwirtschaftsbetriebe12

In der Gemeinde befinden sich eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Coiffeursalon und ein Möbelladen, ferner drei Autogaragen, zwei Generalunternehmen der Baubranche, fünf Bauhandwerksbetriebe, eine Schreinerei/Zimmerei, ein Maler/Gipser und drei Installateurbetriebe. Im Ort befinden sich ein Tennis-, ein Fußball- und ein Pétanqueplatz, eine Arztpraxis, ein Physiotherapeut, fünf Krankenschwestern, drei Pflegeheime, ein Seniorenheim, ein Hilfsdienst für Senioren, ein Mehrzwecksaal, sieben Restaurants, zwei Gîtes und eine Post. Mit den weiteren Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner mehrheitlich in Saint-Germain-du-Bois. In Simard befindet sich ein Schlachterei- und Verwertungsbetrieb für Geflügel, insbesondere Poulet de Bresse.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Simard Volaille de Bresse und Dinde de Bresse, ferner Crème et beurre de Bresse zugelassen.

Bildungseinrichtungen In der Gemeinde bestehen folgende Bildungseinrichtungen: eine École maternelle, die von 40 Schülern in zwei Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025), eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die von 51 Schülern in drei Klassen besucht wird (Schuljahr 2024–2025), und beide der Académie de Dijon unterstehen. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A.

Öffentlicher Verkehr In Simard befinden sich zwei Haltestelle, La Poste und Les Bons Amis, der Linie TAD752 (transport à la demande) der Linie Saint-Germain-du-Bois ↔ Louhans-Châteaurenaud.

Es erfolgt je eine Fahrt täglich in jeder Richtung. Die Fahrt muss am Vortag angemeldet werden.

Literatur

Weblinks

Siehe auch Geschichte der Bresse Römerstraßen in der Bresse Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté