mini|William Thompson Walters (Henry Walters): Historische Darstellung des Tachanun, Walters Art Museum. TachanunIsraelitische Cultusgemeinde Zürich Hrsg.: Siddur schma kolenu. (Übersetzung von Joseph Scheuer, Textbearbeitung Albert Richter, Redaktion und Konzept Edouard Selig) Verlag Morascha, Basel 2011, , S. 71: Lemma nach Siddur. (; dt.: Bitte um ErbarmenLangenscheidt Achiasaf Handwörterbuch Hebräisch-Deutsch. Langenscheidt, Berlin 2004, , S. 600. (תַּחֲנוּניִם Bitte um Erbarmen תְּחִנָּה Flehen; Gebet um Erbarmen).) ist ein jüdisches Gebet.
Beschreibung Tachanun ist Bestandteil von Schacharit und von Mincha. Das Gebet wird nach der Amidah rezitiert. Am Schabbat sowie an jüdischen Festtagen wird dieser Teil der Gebete nicht gesprochen.
Handlung Bei diesem Gebet ist es aschkenasische Tradition, sich zu verbeugen, niederzuknien und mit der Stirn den Boden zu berühren. Oder man beugt sich sitzend nach vorn und legt den Kopf auf den rechten Arm.Israelitische Cultusgemeinde Zürich Hrsg.: Siddur schma kolenu. (Übersetzung von Joseph Scheuer, Textbearbeitung Albert Richter, Redaktion und Konzept Edouard Selig) Verlag Morascha, Basel 2011, , S. 74. Daher wird dieses Gebet auch nefilat apajim (; dt.: „auf das Gesicht fallen“) genannt. Dies ist der Historie geschuldet, weil Josuas Gesicht vor der Bundeslade den Boden berührte. Im Gegensatz zur aschkenasischen Tradition legen Sephardim den Kopf nicht auf die Hand.
Abschnitte Tachanun besteht aus den folgenden Abschnitten:
1. Abschnitt In den meisten aschkenasischen Synagogen beginnt Tachanun mit den einleitenden Versen aus dem 2. Buch Samuel (24:14), anschließend folgt der Psalm 6:2-11, den Köng David komponiert hat. David tat dies, während er krank war und in Schmerzen lag.
2. Abschnitt Der zweite Abschnitt ist das Gebet „Schomer Israel“.
Nach den Worten waʾanachnu lo neda (; Wir wissen nicht, was wir thun sollten) ist es in vielen Gemeinden üblich, sich zu erheben und den Rest des letzten Absatzes im Stehen vorzutragen.
Gebetstexte Dem Tachanun folgen bei Schacharit immer das „Halbe Kaddisch“ und zu Mincha das „Volle Kaddisch“. Am Montag und Donnerstag wird vor Tachanun ein längeres Gebet im Stehen vorgetragen, beginnend mit Psalm 78:38. Die Länge des Gebets vor Tachanun ist je nach Gemeinde sehr unterschiedlich. Aschkenasische Gemeinden haben den längsten Text; sephardische (chassidische und jemenitische, in Nachahmung der sephardischen) Gemeinden haben einen etwas kürzeren, aber ähnlichen Text; italienische Gemeinden haben den kürzesten Text von allen. Der italienische Text beginnt nicht mit Psalm 78:38, sondern mit Daniel 9.15.
Der Talmud (Baba Kamma) meint, dass die Werktage Montag und Donnerstag die Eht Ratzon (; dt.: Zeit der göttlichen Güte) seien, bei dem ein Flehen auch angenommen werde.
Nach dem sephardischen Ritus beginnt Tachanun mit dem Widdui (; dt.: „Beichte, Sündenbekenntnis, Geständnis“Langenscheidt Achiasaf Handwörterbuch Hebräisch-Deutsch. Langenscheidt, Berlin 2004, , S. 156.). Im Sündenbekenntnis werden die Sünden aufgezählt: Bei jeder Sünde, die der Beter nennt, schlägt er mit der rechten Faust symbolisch auf das Herz gemäß Gottes dreizehn Eigenschaften der Barmherzigkeit.
Siehe auch Mea culpa
Weblinks Forms of Adoration auf jewishencyclopedia.com Tachanun auf jewishencyclopedia.com Tachanun auf jewishvirtuallibrary.org Nafillath Apayim Studies auf chayas.com The Tachanun prayer auf ravkooktorah.org
Einzelnachweise
Kategorie:Gebet (Judentum)