Der Bahnhof Ehrang ist nach dem Trierer Hauptbahnhof der zweitwichtigste Bahnhof der rheinland-pfälzischen Stadt Trier. Der Bahnhof bildet einen Eisenbahnknotenpunkt mit ehemaligem Rangierbahnhof, der aber noch als Güterbahnhof genutzt wird. In ihm trennt sich die Eifelstrecke in Richtung Köln von der Moselstrecke in Richtung Koblenz. Der Ehranger Bahnhof ist darüber hinaus Ausgangspunkt der Trierer Weststrecke nach Igel und weiter nach Wasserbillig/Luxemburg. Sein Personenverkehr wurde jedoch am 3. März 2025 zum Bahnhofsteil Trier Hafenstraße verlegt.

Geschichte mini|links|Der Bahnhof Ehrang im Jahr 1929 Der Ehranger Bahnhof wurde 1870 als ein Bahnhof der Rheinischen Eisenbahngesellschaft eröffnet. Gemeinsam mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke von Trier bis Gerolstein begann hier am 25. März 1871 der allgemeine Verkehr und die seit 1860 erbaute Trierer Weststrecke wurde mit diesem Streckenabschnitt vollendet. Das Bahnhofsgebäude von Ehrang glich jenen entlang dieser Strecke: jedes ein kleines Schlösschen. Dies geschah, da Frankreich nach dem Krieg von 1870/1871 eine hohe Summe Kriegsschulden an Deutschland zahlen musste. Man hatte erwartet, es brauche viele Jahre, um diese Schuld zu begleichen. Doch in einer einmaligen Zahlung wurde die ganze Schuld abgetragen. Nun konnte das Kaiserreich es sich leisten, diese (Bahnhofs-)Schlösschen zu erbauen.Pater Josef Böffgen: Brunnenstadt Gerolstein alte und neue Bilder. Europäische Bibliothek, 1978 Der Entwurf zur Planung des Gebäudes in Ehrang stammt von dem Baumeister Julius Carl Raschdorff, der u. a. auch die Bahnhöfe Kyllburg und Speicher entworfen hat.Manfred Stoos, Bitburg-Erdorf, 2010

Als Teil der strategischen „Kanonenbahn“ von Berlin nach Metz im heutigen Frankreich entstand von 1874 bis 1879 die Bahnstrecke von Koblenz entlang der Mosel nach Trier, wodurch der Bahnhof Ehrang ein Knotenpunkt wurde.

Das Empfangsgebäude ist noch weitgehend im Ursprungszustand vorhanden, wenn auch nicht mehr im Besitz der Deutschen Bahn.

Der Reiseverkehr wurde am 3. März 2025 zum neuen Haltepunkt Trier Hafenstraße verlegt, der etwa 400 Meter südlich liegt. Damit halten im Ehranger Bahnhof planmäßig keine Reisezüge mehr.Stadt Trier: Reaktivierung der Trierer Weststrecke, abgerufen am 28. August 2024

Empfangsgebäude Das Empfangsgebäude einschließlich der Nebengebäude und des Wasserturms sind laut rheinland-pfälzischem Denkmalschutzgesetz (DSchG) als Kulturdenkmal ausgewiesen.Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Trier (PDF; 4,9 MB). Koblenz 2010

Der Wasserturm ist ein auf kegelförmigem Unterbau aus Gusseisenplatten genieteter, kugelförmiger Wasserbehälter, der zwischen 1907 und 1913 erbaut wurde. Heute ist der Wasserturm ein relativ seltener Vertreter der um 1900 häufig gebauten Wassertürme nach dem System Intze. Er ist Teil der berühmten Fotoserie „Wassertürme“ der Schweizer Fotokünstler Bernd und Hilla Becher.

Das Ensemble aus Empfangsgebäude, Schuppen und Bedienstetenwohnhaus ist ein malerischer Gruppenbau mit Rotsandsteinfassaden.Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz, 2010

Das gesamte Ensemble besitzt die Adresse Ehranger Straße 2, 3, 4, 5, 7 und 8.

Verkehr Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Ehrang gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT) sowie auf den Schienenstrecken auch der Tarif der Deutschen Bahn AG (DB).

Busverkehr

Literatur Denkmalliste der Generaldirektion Kulturelles Erbe, Rheinland-Pfalz, 2010 Pater Josef Böffgen: Brunnenstadt Gerolstein alte und neue Bilder. Europäische Bibliothek, 1978 Martin Kreckler / Wolfgang Kreckler: Eisenbahn in Ehrang – Nahtstelle von Saar-, Eifel- und Moselbahn. Freiburg: Eisenbahn Kurier, 2008 Manfred Stoos, Bitburg-Erdorf, 2010

Weblinks

Einzelnachweise

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