Die folgende Übersicht enthält Kameraobjektive des japanischen Herstellers Nikon mit F-Bajonett.
mini|Das kompakte AI-Nikkor 85 mm/2,0 kam 1977 auf den Markt und wurde bis 1995 gebaut. Der abgebildete AIs-Typ lässt sich u. a. anhand der kleinen orange eingefärbten Blendenzahl 22 vorne am Blendenring erkennen. Der Hersteller bezeichnet seine Objektive mit „Nikkor“ und verwendet diverse Abkürzungen in seinen Produkten, wie z. B. für das Objektiv AF-S 18-70 mm f/3.5-4.5G DX ED IF. Diese sollen dem Käufer helfen, die verschiedenen individuellen Merkmale aus der Produktbezeichnung herauszulesen. Einige dieser Abkürzungen sind hier im Folgenden mit einer kurzen Erklärung aufgeführt.
Manuelle Objektive Die manuell zu fokussierenden Nikkore werden in zwei Generationen eingeteilt: Ohne Ai vor 1977 und mit Ai ab 1977.
Ohne Ai Es wird zwischen drei Generationen der Objektive ohne Ai unterschieden:
A – (Auto) Chrom-Filterring mit einfacher Vergütung. Frühe Versionen tragen die Bezeichnung Nippon Kogaku Japan und eine Angabe der Brennweite in cm, später wechselte man zu Nikon und einer Brennweitenangabe in mm. Zudem tragen sie eine Codierung der Anzahl ihrer optischen Elemente (s. u.). C – schwarzer Filterring mit Mehrfachvergütung (Multi Coating). Diese tragen ein zusätzliches „·C“ in der Bezeichnung, bspw. Nikkor-H·C. K – Fokussierring mit Gummiarmierung und schwarzes Finish der Schärfentiefenanzeige.
Die Blendeninformation bei den Nicht-Ai-Typen wird mittels eines Metallaufsatzes am Blendenring, der so genannten Nikon-Gabel („Hasenohren“), auf einen Schieber an der Kamera übertragen. Die Profikameras aus dieser Zeit waren die Nikon F und Nikon F2 mit den ersten Photomic-Suchern. In der günstigeren Preisklasse waren die Nikkormat-Modelle angesiedelt.
Diese Objektive werden oft auch Pre-Ai oder Non-Ai genannt, dieses sind aber keine von Nikon verwendeten Bezeichnungen.
Nicht-Ai-Objektive müssen zur Verwendung an den meisten neueren Nikon-Kameras umgebaut werden, bleiben dann aber rückwärtskompatibel. Im Gegenzug besitzen Objektive vom Typ Ai und Ai-S noch die Nikon-Gabel, obwohl diese nicht mehr gebraucht wurde, so dass sie mit den älteren Kameras der Vor-Ai-Zeit voll kompatibel bleiben.
Ai mini|Nikon F2SB mit Objektiv GN Auto Nikkor 2,8 f=45mm Ai Ai – Automatic Maximum Aperture Indexing (oder N-Typ) ab 1977. Die Ai-Steuerung übermittelt die Lichtstärke des Objektivs an den Belichtungsmesser der Kamera. Die Übertragung der Blendeninformation erfolgt über eine Nocke hinten am Blendenring des Objektivs, die einen Schieber an der Kamera bewegen kann. Ai-S – Aperture Indexing Shutter System (für Blendenautomatik). Die Blende des Objektivs kann von der Belichtungsautomatik der Kamera gesteuert werden. Dies wurde 1982 mit den Modellen Nikon F-301 und Nikon FA eingeführt. Fast alle Ai-Objektive wurden in der Folge als Ai-S-Objektive gebaut, was gleichzeitig die letzte Generation der manuellen Objektivpalette von Nikon darstellte (Produktionsende 2006). Alle AF-Objektive bis zur Einführung der „G“-Charakteristik (siehe unten) sind ebenfalls vom Typ Ai-S. Die Objektive der ZF-Serie von Carl Zeiss sind Ai-S-Typen. Ai-P – Wie Ai-S-Nikkore, aber Steuerung über eine im Objektiv verbaute CPU (wie bei den AF-Objektiven). Von diesem Typ gab es nur wenige Objektive (45mm f/2.8 P, 500mm f/4 P und 1200-1700mm f/5.6-8 P). Die ab 2006 von Cosina unter dem Markennamen Voigtländer angebotenen SLII-Objektive sowie die ZF.2-Objektive von Carl Zeiss entsprechen ebenfalls diesem Typ. (1988) Series E – Preiswerte manuelle Objektive, mit denen die Verwendung von Kunststoff Einzug in die Produktion fand. Sie entsprechen technisch dem Ai-S-Typ, haben aber keine „Nikon-Gabel“ für die älteren Nikkormat-Modelle und Photomic-Sucher mehr. (1979)
Autofokus-Objektive mini|Nikkor AF Zoom-Nikkor 80-200mm f-2.8D ED (Schiebezoom) mini|AF-S DX Nikkor 18-105mm f/3.5-5.6G ED VR F3AF – Erstes Autofokus-System von Nikon, eingeführt mit der Nikon F3 AF (1983–1986). Es gab zwei Objektive des Typs F3AF, das AF-Nikkor 80 mm f2.8 und das AF-Nikkor 200 mm f3.5. Zudem gab es den Telekonverter TC-16, der es ermöglichte, manuell fokussierte Objektive mit einem begrenzten Autofokus auszustatten. Sie besitzen einen in das Objektiv eingebauten Fokussiermotor und können somit als Vorläufer der AF-I und AF-S-Objektive gelten. Ansonsten entsprechen sie weitestgehend dem Ai-S-Typ. Abgesehen von der F3AF, der Nikon F-501 und der F4 sind sie mit modernen AF-Kameras nicht kompatibel. AF – Autofocus. Die AF-Nikkore wurden 1986 mit der Nikon F-501 eingeführt (1986-heute). Der Fokussiermechanismus wird durch einen Elektromotor im Gehäuse der Kamera angetrieben, der über eine mechanische Kupplung, ähnlich einem Schlitzschraubendreher, mit dem Objektiv verbunden ist. Die Profikamera dieser Generation war die F4. Bis 1988 hatten die AF-Objektive einen recht schmalen Fokussierring. Die Modelle danach tragen zur Unterscheidung die Zusatzbezeichnung N. Bei digitalen Kameragehäusen, die am F-Bajonett über keinen mechanischen Antrieb für die Autofokus-Steuerung verfügen, können die AF-Objektive nur manuell scharfgestellt werden., nikoneurope-de.custhelp.com, abgerufen am 17. Oktober 2016 Das betrifft zum Beispiel einige preiswerte Kameras (D40, D40X, D60, D3000-Reihe und D5000-Reihe), die für die AF-Funktion auf Objektive mit Fokusmotor (AF-I oder AF-S) angewiesen sind. AF-I – Autofocus Integrated coreless motor, integrierter „kernloser“ Motor (1992–1996). Um schnelles Fokussieren bei den Superteleobjektiven mit ihren schweren Linsengruppen zu ermöglichen, wurde der Fokussiermotor wieder im Objektiv platziert. AF-I wurde nur bei wenigen Superteleobjektiven eingesetzt (300 mm f/2.8, 400 mm f/2.8, 500 mm f/4 und 600 mm f/4). Alle AF-I-Objektive besitzen die Distanz-Funktion, sind also vom Typ D (s. u.). AF-S – Autofocus „Silent Wave“-Motor (SWM). Verwendet einen Ultraschallmotor, um leiser und schneller zu fokussieren; ähnlich dem Canon USM, (UltraSonic Motor). Alle AF-S-Objektive besitzen die Distanz-Funktion, sind also mindestens vom Typ D (s. u.). AF-S wurde 1996 eingeführt und ist heute die gängige AF-Technologie aller neueren Objektive. Bezüglich ihrer Steuerung und Kompatibilität sind AF-I- und AF-S-Objektive identisch. AF-P – Autofocus „Pulse“-Motor. Verwendet einen Schrittmotor, der schnell und nahezu lautlos fokussiert, was Vorteile beim Filmen bringt und für sanftere Übergänge sorgt. AF-P wurde 2016 eingeführt. Einfache AF-P-Objektive haben keinen Schalter mehr für AF/M-Umschaltung oder VR, die Umschaltung erfolgt im Kameramenü. Das hat zur Folge, dass AF und VR bei älteren Kameras ohne diesen Menüpunkt nicht ausgeschaltet werden können. AF-P-Objektive haben keine mechanischen Fokussierelemente mehr, weshalb das Objektiv an Kameras, die AF-P nicht unterstützt, nicht mehr manuell fokussiert werden kann.
DX-Aufnahmeformat (DSLR) DX – Objektive, die speziell für die digitalen Sensoren im Nikon-DX-Format entworfen werden (2003). Der Bildkreis wird reduziert, was kompaktere und günstigere Objektive ermöglicht. Die Diagonale des DX-Formats ist um den Faktor 1,5 kleiner als beim Kleinbildformat, das bei Nikon auch als FX-Format bezeichnet wird. Bei Verwendung von DX-Objektiven an 35-mm(bzw. FX)-Kameras kann es zu starken Vignettierungen kommen, die Ecken werden nicht ausgeleuchtet und bleiben dunkel. Digitale FX-Kameras (ab Nikon D3 / D700) erkennen Nikon-DX-Objektive. Es kann dann automatisch auf ein verkleinertes Aufnahmeformat umgeschaltet werden, wobei allerdings nur ein Teil des Bildsensors genutzt wird und sich die Auflösung der Bilder auf knapp die Hälfte der Pixelanzahl verringert. Die Automatik ist abschaltbar.
IX-Nikkore (APS) IX-Nikkore wurden speziell für die Verwendung an den Spiegelreflexkameras Pronea 600i und Pronea S des Advanced Photo System entworfen (1996). Dieses Filmformat ist mit 30,2 mm × 16,7 mm deutlich kleiner als das Kleinbildformat. Die IX-Nikkore sind auf dieses kleinere Format ausgelegt. Zudem nutzen sie die Möglichkeiten des kleineren Spiegels und ragen weiter in die Kamera hinein als Nikkore für Kleinbild. Dies führt dazu, dass sie an allen anderen Kameras mit F-Bajonett nicht verwendet werden können, da es zu Beschädigungen am Spiegel kommen kann. Dies gilt auch für die digitalen Spiegelreflexkameras des DX-Formats, obwohl diese auf ein noch kleineres Format ausgelegt sind. Hingegen können an den Pronea-Kameras auch Nikkore für das Kleinbildformat verwendet werden.
Optik und Mechanik ASP, Aspherical – Das Objektiv enthält mindestens eine Asphärische Linse. Auto – Bezeichnung für Pre-AI-Objektive mit automatischer Springblende, was zur damaligen Zeit ein enormer technischer Fortschritt war. Die Bezeichnung wurde mit Einführung der K-Nikkore abgesetzt. C – Multi-Coating. Mehrfachvergütung, erscheint bei Pre-Ai-Objektiven als „·C“ in der Bezeichnung. CPU – Das Objektiv enthält eine CPU für digitale Kommunikation mit der Kamera. Sämtliche AF- sowie die Ai-P-Objektive enthalten eine CPU. Viele Nikon-Kameras, vor allem im Amateurbereich, benötigen die CPU zur Belichtungsmessung. Erscheint nur in Spezifikationen, nicht in Objektivbezeichnungen. CRC – Close Range Correction. Verbesserte optische Leistung bei nahen Fokuseinstellungen. Erscheint nur in Spezifikationen, nicht in Objektivbezeichnungen. D – Distance, Entfernung. Das Objektiv überträgt die Entfernungsdaten zwischen Kamera und Objekt an den in der Kamera befindlichen Belichtungsmesser, um eine bessere Belichtungs- und Blitzbelichtungsmessung zu ermöglichen. Funktioniert nur mit neueren Kameras, die über 3D-Matrixmessung und/oder die RGB-Messung verfügen. Eingeführt wurden die D-Nikkore 1992 mit der Nikon F90. Die meisten der Nikkore vom Typ D waren AF-Objektive. Auch AF-I-Objektive und einige der frühen AF-S-Objektive gehören dem Typ D an. Es existieren aber auch manuelle D-Nikkore wie das PC 85 mm 1:2,8D. (G- und E-Nikkore übertragen ebenfalls die Distanz-Informationen an die Kamera, ohne dass diese explizit mit 'D' gekennzeichnet sein müssen.) Für AF-Objektive mit D hat sich umgangssprachlich auch die Bezeichnung AF-D etabliert; das ist aber seit Einführung von AF-I, AF-S und AF-P irreführend, weil man nun glauben könnte, der Buchstabe D hätte etwas mit dem AF-Antrieb zu tun. Daher sollte das Kürzel AF-D in dieser Form nicht mehr verwendet werden (es wurde übrigens nie offiziell von Nikon benutzt). E – Electronic Diaphragm, elektromagnetische Blende. Die Blende wird nicht mehr wie bisher mechanisch von der Kamera geschlossen, sondern elektronisch von dieser gesteuert. Vorteile sind konsistent belichtete Serienaufnahmen, der Wegfall aufwändiger Mechanik in Superteles und Offenblendarbeit mit PC-(Tilt-/Shift-) Objektiven, bei denen eine mechanische Ansteuerung der Blende baulich nicht möglich ist. Beim Anschluss aktueller Tilt-und-Shift-Objektive ist mit Kameras ab der D300 also eine Benutzung von Programm-, Blenden- und Zeitautomatik und eine elektronische Blendensteuerung möglich. Dabei haben PC-E xxx D-Objektive noch einen Blendenring und Abblendknopf, um sie mit Einschränkungen an älteren Kameras benutzen zu können. Neuere PC xxx E-Objektive haben diese beiden Ausstattungen nicht mehr. Die E-Charakteristik von Objektiven ist nicht mit der E-Series zu verwechseln. ED – Extra-low-Dispersion-Glas. Reduziert die chromatische Aberration. In manchen Objektiven wird auch sogenanntes „Super-ED“-Glas verwendet. FL – Fluoritlinsen. Ermöglichen eine gewichtsreduzierte Bauweise großer Glaselemente bei gleichzeitig sehr guten optischen Eigenschaften. Fluorine Coating – Eine Fluorvergütung sorgt für eine besonders schmutz-, staub- und wasserabweisende Oberfläche der Linsen. Erscheint nur in Spezifikationen, nicht in Objektivbezeichnungen.