Golubie () war ein Dorf im ostpreußischen Kreis Goldap. Seine nicht mehr bewohnte Ortsstelle liegt heute in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren innerhalb der Landgemeinde Dubeninki (Dubeningken, 1938 bis 1945 Dubeningen) im Kreis Gołdap (Goldap).
Geographie Die heutige Ortsstelle des kriegszerstörten Dorfes Golubie liegt auf 260 Meter Höhe am Südostrand der Rominter Heide (polnisch: Puszsca Romincka) im nordöstlichen Gebiet Masurens.
Geschichte Das Gründungsjahr des einst Sabrofken genannten Dorfes liegt vor 1599.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Unterfelde Das kleine Dorf, das vor 1730 noch Saborowken, danach Gallubien und fortan bis 1938 Gollubien hieß, wurde im Jahre 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk AdlersfeldeRolf Jehke, Amtsbezirk Grabowken/Adlersfelde/Unterfelde (der Ort heißt heute polnisch: Orliniec) eingegliedert. Er wurde 1939 in „Amtsbezirk Unterfelde“ umbenannt und gehörte bis 1945 zum Kreis Goldap im Regierungsbezirk Gumbinnen in der preußischen Provinz Ostpreußen.
Gollubien war 1910 von 314 Menschen bewohnt. Am 30. September 1928 vergrößerte sich die Gemeinde um den Gutsbezirk Adlersfelde (Orliniec), der eingemeindet wurde. Die Einwohnerzahl insgesamt betrug 1933 328 und belief sich 1939 nur noch auf 307.
Am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 erhielt Gollubien im Zuge der nationalsozialistischen Umbenennungsaktion den Namen „Unterfelde“ und wurde sodann namensgebend für den umbenannten Amtsbezirk Adlersfelde.
Der Vorstoß der Roten Armee im Oktober 1944 traf das kleine Dorf aufs Schwerste. Es wurde gänzlich zerstört. Seine Ortsstelle erhielt 1945 die polnische Bezeichnung „Golubie“. Von ihr künden heute nur noch Trümmerreste, ein Denkmal sowie eine Gedenktafel mit der Aufschrift: „Zum Gedenken der Einwohner von Unterfelde/Gollubien, 7.1996“.
Siedelten hier anfangs noch vereinzelt Menschen, so ist die Ortsstelle heute nicht mehr bewohnt und gilt als erloschene Siedlung (polnisch: nieeistniejąca już osada).
Amtsbezirk Unterfelden (1939–1945) Am 25. Juli 1939 wurde der seit 1874 bestehende Amtsbezirk Adlersfelde (polnisch: Orliniec) in „Amtsbezirk Unterfelde“ umbenannt und der Amtssitz nach hier verlegt. In der Zeit seines Bestehens bis 1945 waren dem Amtsbezirk acht Dörfer zugeordnet:
Ortsname Name bis 1938 Heutiger Name Hellerau Skaisgirren Skajzgiry Keckskeim Kögskehmen Kiekskiejmy Kühlberg Keppurdeggen Łysogóra Lengenfließ Lengkupchen Lenkupie Pabbeln Pabbeln Wobały Unterfelde Gollubien Golubie Zapfengrund Dagutschen Degucie Zollteich Pablindszen1936–38: Pablindschen Pobłędzie
Religionen Die weitaus größte Teil der Bevölkerung Gollubiens war vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Szittkehmen (der Ort heißt heute polnisch: Żytkiejmy) eingepfarrt,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 479 die zum Kirchenkreis Goldap in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Die wenigen römisch-katholischen Einwohner waren in die Pfarrei in Goldap im Bistum Ermland eingegliedert.
Verkehr Die Ortsstelle Golubie liegt 27 Kilometer östlich der Stadt Gołdap an einer Nebenstraße, die Żytkiejmy (Szittkehmen/Schittkehmen, 1938 bis 1945 Wehrkirchen) und Skajzgiry (Skaisgirren, 1938 bis 1945 Hellerau) mit Błąkały (Blindgallen, 1938 bis 1945 Schneegrund) verbindet. Innerorts zweigt eine Straße ab, die in die Woiwodschaft Podlachien nach Prawy Las führt und über die bis 1945 existierende Grenzübergangsstelle zwischen dem Deutschen Reich und Polen verläuft.
Im Jahre 1927 wurde Gollubien BahnstationDieter Zeigert, Verschwundene Gleise. Die „Kaiserbahn“ Goldap–Szittkehmen, Stade, 2011 an der seinerzeit auch „Kaiserbahn“ genannten Bahnstrecke Goldap–Szittkehmen, die nach 1945 nicht wieder in Betrieb genommen wurde.
Weblinks Aus der Geschichte Goldaps und des Kreises Goldap in Ostpreußen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Dubeninki Kategorie:Wüstung in Polen