Pryluky () ist eine Stadt im Süden der ukrainischen Oblast Tschernihiw mit 51.350 Einwohnern (01.01.2025). Die Stadt liegt am Ufer des Flusses Udaj und ist das administrative Zentrum des gleichnamigen Rajons. mini|links|Bahnhof in Pryluky mini|links|Stadtplan
Geschichte Pryluky wurde erstmals 1092 als Festung erwähnt, die dem Schutz der Kiewer Rus gegen die Nomaden aus südlichen Steppen (Petschenegen, Polowzer) diente. 1239 wurde die Stadt von Mongolen zerstört. 1459 wurde Pryluky als große Stadt unter litauischer Hoheit erwähnt. 1648 wurde hier ein kosakisches Regiment organisiert, was einen Anstoß zur raschen Entwicklung der Stadt gab.Ortsgeschichte Pryluky in der Geschichte der Städte und Dörfer der Ukrainischen SSR; abgerufen am 6. April 2019 (ukrainisch) 1897 hatte die Stadt 19.055 Einwohner, zwei Gymnasien, eine Stadtbank und mehrere Tabakfabriken, die den in der Umgebung angebauten Tabak verarbeitetenMeyers Konversationslexikon, 6. Auflage Leipzig - Wien 1908, Band 16, Stichwort „Priluki“.
Die Stadt ist ein Eisenbahnknotenpunkt und bedeutendes touristisches und industrielles Zentrum der Oblast (Maschinenbau, Ölförderung, Bauindustrie, Tabakfabrik).
Bis 1991 befand sich bei Pryluky eine Basis der sowjetischen Luftstreitkräfte, auf der 19 strategische kernwaffentragende Langstreckenbomber vom Typ Tu-160 stationiert waren.
Verwaltungsgliederung Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Pryluky (Прилуцька міська громада/Pryluzka miska hromada). Zu dieser zählen auch die 3 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten DörferКабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 730-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Чернігівської області", bis dahin bildete sie die gleichnamige Stadtratsgemeinde Pryluky (Прилуцька міська рада/Pryluzka miska rada) unter Oblastverwaltung im Zentrum des ihn umgebenden Rajons Pryluky.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon PrylukyВерховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів.
Bevölkerungsentwicklung Demographie 1859 1897 1923 1926 1939 1959 1970 1979 1989 2001 2010 2017 10.261 18.532 25.599 28.624 36.881 43.719 57.474 65.303 71.954 64.681 59.180 56.270 Nachweis: 1897–2017:Städte in der Ukraine auf pop-stat.mashke.org; abgerufen am 28. April 2018
Söhne und Töchter der Stadt Pawlo Bilezkyj-Nossenko (1774–1856), ukrainischer Schriftsteller, Lehrer und Lexikograf Olha Petljura (1884–1959), Lehrerin Dmitri Arkadjewitsch Schmidt (1896–1937), Divisionskommandeur der Roten Armee Irving Chernev (1900–1981), US-amerikanischer Autor von Schachbüchern Ljubow Sabaschta (1918–1990), sowjetische Schriftstellerin Taissija Tschentschik (1936–2013), sowjetische Leichtathletin Nafissa Jussupowa (1953–2023), sowjetische bzw. russische Kybernetikerin und Hochschullehrerin Wjatscheslaw Derkatsch (* 1976), Biathlet Alexander Shafranovich (* 1983), israelischer Volleyballspieler Oleksij Posdnjakow (* 1995), Sprinter Bohdan Tschornomas (* 1996), Hürdenläufer Jehor Nasaryna (* 1997), Fußballspieler
Literatur Priluki, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 612f.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Tschernihiw Kategorie:Ersterwähnung 1092 Kategorie:Rajon Pryluky