Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der walisischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Wales nahm bisher zweimal an der Endrunde teil (1958, 2022), schied dabei aber 1958 im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Brasilien und 2022 bereits in der Vorrunde aus. In der ewigen Rangliste belegt Wales als viertbeste Mannschaft mit maximal zwei Teilnahmen den 54. Platz.
Übersicht
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisseDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF-Datei; 195 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938 Frankreich nicht teilgenommen 1950 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Schottland gescheitert. Die Qualifikation wurde auch als British Home Championship gewertet. 1954 Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Schottland gescheitert. Die Qualifikation wurde auch als British Home Championship gewertet. 1958 Schweden Viertelfinale Brasilien 6. Jimmy Murphy Wales war zunächst in der Qualifikation an der Tschechoslowakei gescheitert, wurde dann Israel zugelost und konnte sich nach zwei Siegen zum bisher einzigen Mal für die WM qualifizieren, wo auch zum bisher einzigen Mal alle vier britischen Verbände teilnahmen, von denen neben Wales nur Nordirland das Viertelfinale erreichte. Beide kamen nur durch Entscheidungsspiele um den 2. Platz ins Viertelfinale. 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert. 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Sowjetunion gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Europameister Italien gescheitert. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation zusammen mit England an Polen gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Sowjetunion und der Tschechoslowakei gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Schottland gescheitert 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und dem späteren Weltmeister Deutschland gescheitert 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Belgien gescheitert 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Belgien gescheitert 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen und der Ukraine gescheitert, die in den Play-offs an Deutschland scheiterte 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Polen gescheitert 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und Russland gescheitert, das in den Play-offs ebenfalls scheiterte. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Wales auf Belgien, Kroatien, Mazedonien, Schottland und Serbien. Nach zwei Siegen und fünf Niederlagen hatte Wales bei drei noch ausstehenden Spielen bereits am 6. September 2013 keine Chance mehr sich zu qualifizieren. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien und Irland gescheitert 2022 Katar Vorrunde Iran,USA,England 30. Rob Page Als Zweiter in der Qualifikation hinter Belgien wurden die Play-offs erreicht, wo Österreich und die Ukraine ausgeschaltet wurden. Wales sicherte sich so den letzten europäischen Platz für die Teilnahme an der WM. Wales spielte in einer Gruppe mit England (0:3), dem Iran (0:2) und den USA (1:1) und schied als Gruppenletzter in der Vorrunde aus. 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In den Play-offs im Elfmeterschießen an Bosnien-Herzegowina gescheitert. mini|Platzierung der walisischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) Teilnahmeverzicht: dreimal (13 %; 1930, 1934 und 1938) Sportliche Qualifikation: zweimal (8,7 % bzw. 10 % der Versuche) Vorrunde: einmal (4,3 %; 2022) Viertelfinale: einmal (4,3 %; 1958)
Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay bis 1938 in Frankreich In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg waren die britischen Fußballverbände noch nicht damit einverstanden, dass Profi-Spieler an Fußball-Weltmeisterschaften teilnahmen. Die walisische Nationalmannschaft nahm deshalb weder an der WM 1930 noch an den Qualifikationswettbewerben für die WM-Endrunden 1934 und 1938 teil.
1950 in Brasilien Für die erste WM nach dem Zweiten Weltkrieg wollten sich dann auch erstmals die britischen Verbände qualifizieren. Ihnen wurden zwei Startplätze zugestanden, die bei den British Home Championships ausgespielt wurden. England qualifizierte sich als Gruppensieger für die Endrunde in Brasilien. Die eigentlich als Zweiter qualifizierten Schotten, hatten aber zuvor schon mitgeteilt, nur als Gruppensieger teilnehmen zu wollen. Daran hielt der schottische Verband auch fest, als ihm ein Startplatz nach dem Rückzug anderer Mannschaften angeboten wurde. Wales und Irland wurden gemeinsam Dritte und schieden aus.
1954 in der Schweiz Wieder waren die British Home Championship 1953/54 gleichzeitig die Qualifikation für die WM-Endrunde und diesmal wurde Wales nur Vierter und konnte sich damit wieder nicht qualifizieren.
1958 in Schweden Erstmals trat Wales in der Qualifikation gegen andere europäische Mannschaften an und musste gegen die Tschechoslowakei und die DDR antreten. Wales gewann beide Heimspiele, verlor aber die Auswärtsspiele. Da die Tschechoslowaken in der DDR gewannen, reichte es für Wales nur zum zweiten Platz. Nachdem sich in der Afrika/Asien-Qualifikation nach und nach alle Mannschaften bis auf Israel zurückgezogen hatten, beschloss die FIFA, dass Israel gegen einen Gruppenzweiten der Europa- und Südamerikaqualifikationsgruppen antreten sollte. Wales hatte das Losglück und bekam gegen Israel eine zweite Chance. Diese nutzten die Waliser und qualifizierten sich mit zwei Siegen für die WM. Da sich auch die drei anderen britischen Mannschaften qualifiziert hatten, war es die erste und bis heute einzige WM, für die alle vier britischen Mannschaften qualifiziert waren. Bei der WM wurden sie in verschiedene Gruppen gelost.
In Schweden trafen die Waliser in ihrem ersten WM-Spiel auf Vizeweltmeister Ungarn und erkämpften ein 1:1, wobei Italien-Profi John Charles das erste WM-Tor für Wales erzielte. Auch das zweite Spiel gegen Mexiko endete 1:1 und nachdem die Waliser im letzten Gruppenspiel ein 0:0 gegen Gastgeber Schweden erkämpft hatten, waren Ungarn und Wales punktgleich. Da die bessere Tordifferenz der Ungarn nicht zählte, gab es ein Entscheidungsspiel. Dieses gewann Wales mit 2:1 und zog damit ins Viertelfinale ein. Dort trafen sie auf den späteren Weltmeister Brasilien, der zwei Tage mehr Pause hatte, und verloren durch das erste WM-Tor von Pelé mit 0:1. Damit verabschiedete sich Wales für 64 Jahre von der WM-Bühne.
1962 in Chile Für die dritte WM in Südamerika konnte sich Wales nicht qualifizieren. Wales musste zunächst gegen Spanien antreten und sollte dann gegen den Sieger der Afrika-Gruppe antreten. Wales verlor aber das Heimspiel gegen Spanien mit 1:2 und erreichte in Spanien nur ein 1:1, womit die Qualifikation vorzeitig beendet war. Spanien setzte sich dann gegen Marokko durch und fuhr zur WM, wo die Mannschaft bereits in der Vorrunde scheiterte.
1966 in England Die WM 1966 fand im Nachbarland England statt, für die Waliser ein besonderer Ansporn, sich zu qualifizieren. In einer Vierergruppe trafen die Waliser auf die UdSSR, Griechenland und Dänemark. Die heimstarken Waliser gewannen alle drei Heimspiele, verloren aber auswärts alle Spiele und belegten mit 6:6 Punkten nur den zweiten Platz hinter Vizeeuropameister UdSSR, der außer in Wales alle Spiele gewonnen hatte.
1970 in Mexiko Für die erste WM in Mittelamerika konnte sich Wales ebenfalls nicht qualifizieren. Europameister Italien und die DDR gewannen alle Spiele gegen Wales, Italien zudem gegen die DDR, sodass für Wales nur der letzte Platz hinter Italien und der DDR blieb.
1974 in Deutschland Erstmals seit 1954 traf Wales in der Qualifikation wieder auf England, zudem Olympiasieger Polen. Wales verlor das erste Spiel gegen England mit 0:1, erkämpfte dann aber in England ein 1:1, wodurch den Engländern am Ende ein Punkt für die Qualifikation fehlte. Denn England verlor in Polen und kam im Heimspiel nicht über ein 1:1 hinaus, sodass die Polen die 0:2-Niederlage in Wales verkraften konnten. Als Gruppendritter konnten sich aber auch die Waliser nicht qualifizieren.
1978 in Argentinien Auch für die vierte WM in Südamerika konnte sich Wales nicht qualifizieren. Diesmal war die andere britische Mannschaft Schottland sowie die Tschechoslowakei zu stark. Wales konnte nur das Heimspiel gegen die Tschechoslowakei gewinnen, verlor aber die drei anderen Spiele und schied wieder als Gruppenletzter aus.
Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM auf der iberischen Halbinsel konnte sich Wales wieder nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Island und der Türkei wurde punktgleich mit der Tschechoslowakei – aber der schlechteren Tordifferenz – hinter der Sowjetunion nur der dritte Platz belegt. Verspielt wurde die Qualifikation am vorletzten Spieltag durch ein 2:2 im Heimspiel gegen Island. Dadurch reichte der Tschechoslowakei im letzten Heimspiel ein 1:1 gegen die Sowjetunion, da die Waliser 11 Tage zuvor in der Sowjetunion ihr letztes Spiel mit 0:3 verloren hatten.
1986 in Mexiko Für die zweite WM in Mexiko qualifizierte sich Wales ebenfalls nicht. Die Waliser belegten hinter Spanien punktgleich mit den Schotten, aber mit der schlechteren Tordifferenz wieder nur den dritten Platz vor Island. Verspielt wurde die Qualifikation durch ein 1:1 am letzten Spieltag gegen Schottland. Die Waliser führten bis zur 81. Spielminute mit 1:0. Dann bekamen die Schotten einen Strafstoß zugesprochen. Davie Cooper, der in der 61. Minute eingewechselt worden war, traf zum 1:1-Ausgleich.eu-football.info: „Wales - Scotland 1:1“ In der allgemeinen Aufregung erlitt der schottische Trainer Jock Stein seinen zweiten Herzinfarkt, Wiederbelebungsversuche im Krankenzimmer des Stadions schlugen fehl, er verstarb noch am Ort. Sein Assistent Alex Ferguson übernahm anschließend den Cheftrainerposten der Schotten und führte sie durch Spiele gegen Australien in den Interkontinentalen Playoffs zur WM. Wales hätte sich mit einem Sieg dagegen direkt für die WM qualifiziert, da man dann die bessere Tordifferenz als Spanien gehabt hätte.
1990 in Italien Für die zweite WM in Italien konnten sich die Waliser ebenfalls nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit Europameister Niederlande, dem späteren Weltmeister Bundesrepublik Deutschland und Finnland belegten sie nur den letzten Platz. Sie spielten aber das Zünglein an der Waage zwischen Deutschland, England und Dänemark: Im letzten Spiel gegen Wales benötigte die deutsche Mannschaft noch einen Sieg um als einer der beiden besten Gruppenzweiten der Vierergruppen die Qualifikation zu schaffen. Die Waliser, die bis dahin nur zwei Remis erreicht hatten, gingen aber in Köln bereits in der 11. Minute durch Malcolm Allen in Führung. Rudi Völler konnte zwar in der 25. Minute ausgleichen, aber es dauerte bis zur 48. Minute, ehe „Lokalmatador“ Thomas Häßler den 2:1-Siegtreffer für den Vizeweltmeister erzielte. Wales wurde dadurch Gruppenletzter und Deutschland konnte zur WM fahren; da Dänemark am gleichen Tag mit 1:3 in Rumänien verlor, zudem auch die Engländer.
1994 in den Vereinigten Staaten