Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der südafrikanischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Südafrika nahm erstmals an der Qualifikation für die WM 1994 teil und konnte sich bisher dreimal für die WM qualifizieren sowie einmal als Gastgeber der ersten WM in Afrika teilnehmen, bei der die Mannschaft als erster Gastgeber bereits in der Gruppenphase ausschied. In der ewigen Rangliste belegt Südafrika den 49. Platz und hat nie die K.-o.-Runde erreicht.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht teilgenommen 1938Frankreich nicht teilgenommen 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht teilgenommen 1958Schweden nicht teilgenommen 1962 Chile nicht teilgenommen 1966 England nicht teilgenommen nach Beginn der Qualifikation von der FIFA suspendiert 1970 Mexiko nicht teilgenommen von der FIFA suspendiert 1974 Deutschland nicht teilgenommen von der FIFA suspendiert 1978 Argentinien nicht teilgenommen von der FIFA suspendiert 1982 Spanien nicht teilgenommen von der FIFA suspendiert 1986 Mexikonicht teilgenommen von der FIFA suspendiert 1990 Italien nicht teilgenommen von der FIFA suspendiert 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Nigeria gescheitert. 1998 FrankreichVorrunde Frankreich, Dänemark, Saudi-Arabien 24. Nach einer Niederlage gegen den späteren Weltmeister Frankreich und zwei Remis gegen Dänemark und Saudi-Arabien als Gruppendritter ausgeschieden. 2002 Südkorea/JapanVorrunde Paraguay, Slowenien, Spanien 17. Nach einem Remis gegen Paraguay, einem Sieg gegen Slowenien und einer Niederlage gegen Spanien auf Grund der weniger erzielten Tore als Gruppendritter ausgeschieden. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Ghana gescheitert. 2010 Südafrika Vorrunde Mexiko, Uruguay, Frankreich 20. Nach einem Remis im Eröffnungsspiel gegen Mexiko, einer Niederlage gegen Uruguay und einem Sieg gegen Frankreich belegte Südafrika auf Grund der schlechteren Tordifferenz Platz 3 in der Gruppe und schied damit als erster Gastgeber in der Vorrunde bei einer WM aus. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Äthiopien gescheitert, das in den Playoffs der Gruppensieger ebenfalls scheiterte. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation am Senegal gescheitert 2022 Katar nicht qualifiziert In der 2. Qualifikationsrunde aufgrund eines weniger geschossenen Tores an Ghana gescheitert 2026 Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale Kanada 25. In der Qualifikation in der 1. Runde gegen Nigeria, Benin, Lesotho, Ruanda und Simbabwe durchgesetzt. Gegner bei der Endrunde waren in der Gruppenphase Mexiko, Südkorea und eine Mannschaft, die sich im März 2026 noch qualifizieren musste: Tschechien

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der südafrikanischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen: 7× (30,4 %; 1930 bis 1962) Nicht zugelassen: 7× (30,4 %; 1966 bis 1990) Nicht qualifiziert: 5× (21,7 %; 1994, 2006, 2014, 2018 und 2022) Sportliche Qualifikation: 3× (13,0 % bzw. bei 33,3 % der Versuche) Teilnahme ohne Qualifikation als Gastgeber: 1× (4,3 %; 2010) Vorrunde: 3× (13,0 %; 1998, 2002 und 2010) Sechtszehntelfinale: 1× (4,3 %; 2026)

WM-Turniere Turniere mit maximal 24 Teilnehmern 1930 bis 1990 Zwar war bereits 1882 ein südafrikanischer Fußballverband gegründet worden und 1924 wurden erste inoffizielle Länderspiele in Europa ausgetragen, an den ersten Weltmeisterschaften nahm Südafrika aber nicht teil. Erst zur WM 1966 wollte sich Südafrika erstmals qualifizieren, wurde aber wegen der Apartheidpolitik ausgeschlossen. Auch zu den folgenden WM-Qualifikationen war Südafrika, nachdem der Verband in den 1970er Jahren ausgeschlossen worden war, nicht zugelassen.

1994 in den USA Die Qualifikation zur WM in den USA, für die die Afrikaner drei Startplätze erhielten, war die erste, an der Südafrika nach dem Ende der Apartheid teilnehmen durfte. Südafrika sollte in einer Gruppe gegen Nigeria, die Republik Kongo und Libyen antreten. Libyen verzichtete aber. Am 10. Oktober 1992 bestritten die Südafrikaner ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und verloren gegen Nigeria mit 0:4. Am 24. Oktober gewannen sie dann durch ein Tor von Phil Masinga mit 1:0 gegen die Republik Kongo. Nach einem 0:0 im Heimspiel gegen Nigeria war dann der zweite Sieg gegen die Republik Kongo unbedeutend, denn da Nigeria beide Spiele gegen die Republik Kongo gewann, hatten die Südafrikaner das Nachsehen und Nigeria konnte sich im weiteren Verlauf der Qualifikation erstmals für die WM-Endrunde qualifizieren.

Turniere mit maximal 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich, für die den Afrikanern nun sogar fünf Startplätze zustanden, verlief dann erfolgreich. In der ersten Qualifikationsrunde setzte sich Südafrika mit 1:0 und 3:0 gegen Malawi durch. In der zweiten Runde wurden die Republik Kongo, Sambia und Zaire ausgeschaltet, wobei nur das Spiel in der Republik Kongo verloren wurde. Aber mit dem 1:0 im Rückspiel wurde am letzten Spieltag die Qualifikation perfekt gemacht.

In Frankreich wurde das erste WM-Spiel gegen Gastgeber Frankreich mit 0:3 verloren. Gegen Dänemark gelang anschließend ein 1:1, wobei Benni McCarthy das erste WM-Tor für Südafrika erzielte. Im abschließenden Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien konnte Shaun Bartlett durch sein zweites Tor in der Schlussminute zwar zum 2:2 ausgleichen, da Dänemark aber gegen Saudi-Arabien gewonnen hatte, reichte es nur zum dritten Platz. Mit dem Vorrundenaus endete die Amtszeit von Philippe Troussier, der die Mannschaft erst im Mai 1998 übernommen hatte.

2002 in Japan und Südkorea

In der Qualifikation für die erste WM in Asien, die die Südafrikaner unter Trott Moloto begannen, setzten sich die Südafrikaner in der ersten Runde mit 2:0 und 1:0 gegen Lesotho durch. In der zweiten Runde waren dann Simbabwe, Burkina Faso, Malawi und Guinea die Gegner. Guinea wurde aber nach drei Spielen gegen die drei anderen Gegner disqualifiziert, da sich die Regierung in die Belange des Fußballverbands eingemischt hatte. Zu einer Tragödie kam es dabei im ersten Gruppenspiel am 8. Juli 2000 in Simbabwe, als in der 83. Minute nach dem 0:2 die Polizei gegen aufgebrachte Zuschauer vorging und es durch den Einsatz von Tränengas zu einer Panik kam, bei der 13 Menschen starben. Das Spiel wurde mit 2:0 für Südafrika, dem Stand nach 83 Minuten gewertet. Mit vier weiteren Siegen und einem Remis qualifizierte sich Südafrika souverän zum zweiten Mal für die WM-Endrunde, hatte aber im Oktober 2000 den Trainer gewechselt. Der Portugiese Carlos Queiroz coachte die Mannschaft zunächst, trat aber vor dem Turnier aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Sportdirektor Jomo Sono zurück. Sono führte die Mannschaft anschließend zur WM.

Für die Endrunde wurde Nigeria in eine Gruppe mit Paraguay, WM-Neuling Slowenien und Spanien gelost. Nach einem 2:2 gegen Paraguay folgte mit dem 1:0 gegen Slowenien der erste Sieg in einem WM-Spiel. Da Spanien gegen Slowenien und Paraguay jeweils mit 3:1 gewonnen hatte, waren die Spanier bereits Gruppensieger und der letzte Spieltag musste entscheiden, wer als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde einziehen konnte. Bis zur 56. Minute stand es zwischen Südafrika und Spanien 2:2, während Paraguay gegen Slowenien mit 0:1 zurücklag und seit der 22. Minute nach der Gelb-Roten Karte für Carlos Humberto Paredes nur noch mit 10 Spielern spielte. Damit wäre Südafrika Gruppenzweiter und Paraguay als Letzter ausgeschieden. Dann erzielte Raúl das 3:2 für Spanien, aber auch damit wäre Südafrika noch weiter und da die Südafrikaner davon ausgingen, dass es reichen würde, machten sie keine Anstalten, das Spiel noch einmal zu drehen. In der 65. Minute gelang dann Nelson Cuevas der Ausgleich für Paraguay und in der 73. Minute dem eingewechselten Jorge Luis Campos der 2:1-Führungstreffer. Damit hatten Paraguay und Südafrika jeweils vier Punkte, Südafrika aber 5:5 und Paraguay 5:6 Tore, womit immer noch Südafrika besser war. In der 84. Minute erzielte dann Cuevas das 3:1, wodurch Paraguay mit 6:6 Toren vor Südafrika stand. Da die Südafrikaner nicht über den Spielstand im Parallelspiel informiert waren, gingen sie weiterhin davon aus, dass es nicht notwendig sei, noch ein Tor zu erzielen, und mussten dann akzeptieren, dass nicht sie, sondern Paraguay Gruppenzweiter war. Sono blieb noch für ein weiteres Spiel nach der WM im Amt und wurde dann von Ephraim Mashaba abgelöst, der bereits 1992 für ein Spiel die Mannschaft betreut hatte.

2006 in Deutschland Nachdem Südafrika bei der Abstimmung über das Austragungsland der WM gegen Deutschland verloren hatte, konnte sich die Mannschaft auch sportlich nicht für die WM 2006 in Deutschland qualifizieren. Nach einem Freilos in der ersten Runde traf die vom Schotten Stuart Baxter gecoachte Mannschaft in der zweiten Runde in einer Gruppe auf Ghana, DR Kongo, Burkina Faso, Kap Verde und Uganda. Die Südafrikaner belegten punktgleich mit der Demokratischen Republik Kongo aber der schlechteren Tordifferenz nur den dritten Platz. Gruppensieger Ghana, gegen das beide Spiele verloren wurden, konnte sich erstmals für die WM qualifizieren.

2010 in Südafrika mini|links|Südafrikanischer Fan mit Vuvuzela mini|Szene aus dem Eröffnungsspiel gegen Mexiko

Vier Jahre später musste sich Südafrika dann nicht qualifizieren, da sich Südafrika bei der Abstimmung über das Austragungsland mit 14:10:0 Stimmen gegen Marokko und Ägypten durchgesetzt hatte. Dennoch nahm die Mannschaft an den Qualifikationsspielen teil, da diese gleichzeitig als Qualifikation für die Fußball-Afrikameisterschaft 2010 dienten. Betreut wurden die Südafrikaner vom Brasilianer Carlos Alberto Parreira, der 1994 mit Brasilien den Titel gewonnen hatte.

Bei der Endrunde wurde der Mannschaft als Gegner des Eröffnungsspiels Mexiko zugelost, das damit zum fünften Mal das erste bzw. Eröffnungsspiel bestritt. Zwar gelang Siphiwe Tshabalala das erste Tor der WM-Endrunde, Rafael Márquez konnte aber 24 Minuten später ausgleichen und dabei blieb es, so dass es erstmals seit 1986 wieder keinen Sieger im Eröffnungsspiel gab. Im zweiten Spiel gegen den späteren Vierten Uruguay verlor Südafrika dann mit 0:3. Ein 2:1 gegen Vizeweltmeister Frankreich reichte dann nicht, um das Achtelfinale zu erreichen, da Mexiko bei gleicher Punktzahl die bessere Tordifferenz hatte. Damit schied erstmals der Gastgeber in der Vorrunde trotz lautstarker Unterstützung der Fans aus. Mit dem Vorrundenaus endete auch die Amtszeit von Parreira als Nationaltrainer.

2014 in Brasilien Die Qualifikation für die zweite WM in Brasilien verlief dann wieder schlecht. In der Gruppenphase waren Äthiopien, Botswana und die Zentralafrikanische Republik die Gegner. Zwar wurde der ursprüngliche 2:1-Sieg von Äthiopien gegen Botswana von der FIFA in einen 3:0-Sieg für Botswana umgewandelt, da Äthiopien mit Minyahil Teshome einen Spieler eingesetzt hatte, der nach zwei Gelben Karten gesperrt war, diese Niederlage am grünen Tisch war aber die einzige Niederlage der Äthiopier, so dass sie am Ende vor Südafrika lagen. In den anschließenden Playoffspielen der Gruppensieger verloren die Äthiopier aber beide Spiele gegen Nigeria.

2018 in Russland