Italo Azzoni (* 23. Dezember 1853 in Parma; † 28. September 1935 ebenda) war ein italienischer Komponist, Pianist, Dirigent und Musikpädagoge.
Leben Nach erstem Musikunterricht bei Francesco Bucellati (1825–1884) trat Azzoni am 14. Oktober 1864 in die Regia Scuola di Musica in Parma ein. Bereits nach einem Jahr verließ er die Schule wieder und setzte seine Ausbildung in Harmonielehre, Kontrapunkt und Komposition als Privatschüler von Giulio Cesare Ferrarini fort. Seine erste größere Komposition war die Oper Consalvo auf ein Libretto von Attilio Catelli, die am 17. September 1878 im Teatro Dal Verme in Mailand uraufgeführt wurde. Über die Uraufführung berichtete im November 1878 auch die amerikanische ''New-York Tribune'', die von einer günstigen Aufnahme der Oper in Mailand sprach. Azzoni wirkte in dieser Zeit bei etwa zwanzig Konzerten der Società del Quartetto in Parma mit. 1879 wurde Azzoni für Ispirazioni ed affetti vom Circolo Bellini in Catania ausgezeichnet und für die Dauer eines Jahres zum direttore tecnico der Scuola corale di Parma ernannt.In der Quelle lautet die Amtsbezeichnung direttore tecnico. Da sich ihre genaue institutionelle Bedeutung bislang nicht eindeutig klären ließ, wird sie hier im italienischen Original wiedergegeben.
1883 ging er auf Einladung der Metropolitan Opera als Korrepetitor der Abbey Theaterkompanie nach New York.
Nach seiner Rückkehr nach Parma 1884 wurde er Nachfolger des im selben Jahr verstorbenen Bucellati als Klavierlehrer am Collegio delle Orsoline [Ursulinenkolleg]. Drei Jahre später leitete er die Orchesterkonzerte in den Gebäuden der Esposizione scientifica-industriale di Parma [wissenschaftlich-technischen Ausstellung in Parma]. Von 1887 bis 1892 unterrichtete er Solfège und Chorgesang an der Pia Casa di provvidenza in Parma. Ab 1889 wurde er als Dozent ans Konservatorium von Parma, dem heutigen Conservatorio di Musica Arrigo Boito berufen. Die Ernennung zum Professor erfolgte am 1. Juli 1895 in den Fachbereichen Theoretische und praktische Harmonielehre und Chorgesang.
Anfang des 20. Jahrhunderts war Azzoni mehrere Theaterspielzeiten lang Dirigent bei der Metropolitan Opera Company. 1908 kehrte er nach Parma zurück und wurde Professor für Komposition und bis zu seinem Ruhestand am 20. Dezember 1923 stellvertretender Direktor des Konservatoriums.
Sein Sohn Mario Azzoni (1877–1899) studierte zunächst Horn und anschließend Violine am Konservatorium von Parma, wo er 1897 sein Diplom erhielt. In der Spielzeit 1898/99 spielte er im Orchester des Teatro São Carlos in Lissabon unter der Leitung seines Onkels Cleofonte Campanini und starb dort an Typhus.
Werke (Auswahl) Musikalische Kompositionen Consalvo, Oper in vier Akten, 1878. Libretto: Attilio Catelli.Consalvo : dramma in quattro atti / di Attilio Catelli ; musica di Italo Azzoni bei www.internetculturale.it Das Werk wurde am 17. September 1878 im Teatro Dal Verme in Mailand uraufgeführt. Inspirazioni ed Affetti. Album musicale per Pianoforte, 1880 Dimmi io t'amo!, Melodia für Gesang und Klavier, Text: Edoardo Sonzogno (1836–1920), 1882. Publiziert in Ilustración Musical, Año I no. 5, um 1883 Le gioie della carità, Kinderoperette, Vaudeville. Sie wurde 1886 im Theater des Ursulinenkollegs aufgeführt. Eine Wiederaufführung erfolgte am Politeama Reinach di Parma am 16. Juni 1912 unter dem Titel Il cuore dei fanciulli. Serenata per oboe e pianoforte op. 5 Tantum Ergo per coro di Tenori e Bassi con accomp. d'Orchestra ed Organo. Riduzione per Canto e Pianoforte. Op. 14. Mailand 1882 Capriccio Studio per pianoforte, Op. 17, Ricordi, Mailand 1930 Andantino in Mi flat per due Violini, Viola e Violoncelle. Op. 18, Mailand, 1885 Scarabocchi Pianistici. Op. 20. I Preludio. II Tempo di Ballo. III Melodia. IV Studio-Scherzo., Mailand 1885 Fantasia Pastorale per tre oboi e pianoforte op. 21 1991 erschien eine moderne Ausgabe, von James Brown ediert, bei Phylloscopus Publications, Lancaster, Vereinigtes Königreich Scherzino per Pianoforte. Op. 23, F. Lucca, Mailand 1887 Presto e-moll für Streichquartett op. 24 Inno ginnastico für Kinderchor und Klavierbegleitung op. 31, publiziert bei Carisch in Mailand Alla pace op. 34, Text: Oreste Boni für Chor und Klavierbegleitung Melodia, Ausgabe für Salonorchester, bei Beltramo in Moncalieri, 1924 Rimembranze giovanili. Duettino für zwei Oboen und Klavier op. 48, Florenz 1927 Romanza senza parole, Beltramo, San Remo, 1928 Serenata mattinata, [Morgenständchen], Rahter, Leipzig, 1929 Ouverture in G für Orchester. Bearbeitung für Klavier zu vier Händen durch Azzoni, Florenz 1930 Nel regno delle favole, Aufführung in Genua 1933 Klavierauszüge der Opern Aida, Cavalleria rusticana und L’amico Fritz
Theoretische Lehrwerke Guida teorico-pratica per lo studio e l’insegnamento di canto corale, Ricordi Manuale teorico- pratico per lo studio dell’armonia complementare, Ricordi
Literatur
Einzelnachweise
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