Der Prachtkehlelfe (Chaetocercus heliodor, Syn.: Acestrura heliodor), manchmal auch Heliodorelfe genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet in Venezuela, Kolumbien und Ecuador. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (least concern) eingeschätzt.
Merkmale Die Prachtkehlelfe erreicht eine Körperlänge von etwa 5,8 bis 6,4 cm, wobei der gerade Schnabel 1,3 cm lang ist. Die Oberseite des Männchens funkelt dunkelgrün. Die purpurfarbene Färbung der Kehle streckt sich bis zu den hervorstehenden Büscheln an der Seite des Nackens. Das Purpur wird durch ein breites weißes Brustband abgegrenzt, welches sich über die Nackenseite zu einer weißen Linie verengt, die sich bis hinter die Augen zieht. Die Brust ist gräulich, was seitlich und am Bauch ins Grün übergeht. Unter dem Flügel befindet sich ein deutlicher weißer Fleck, der insbesondere im Flug auffällt. Der relativ kurze gegabelte Schwanz ist schwarz. Das Weibchen ist auf der Oberseite dunkelgrün. Die Unterseite ist gelbbraun bis zimtfarben, welches im unteren Brustbereich und Bauch ins Rötlichbraun übergeht. Das Weibchen hat einen dunklen Ohrfleck. Leicht angedeutet zeichnet sich ein ähnliches Brustband wie beim Männchen ab, das aber gelbbraun gefärbt ist. Der Schwanz ist nicht gegabelt und zimtrot gefärbt mit einer dünnen schwarzen subterminalen Binde.Steven Leon Hilty u. a. (2002), S. 435.
Verhalten Prachtkehlelfen saugen bienengleich den Nektar von großen blühenden Bäumen. Gelegentlich sitzen sie auf hohen, frei liegenden Zweigen, zu denen sie nach ihren Nahrungsaufnahmerunden zurückkehren oder von denen sie zu Verfolgungsjagden auf potentielle Rivalen aufbrechen. Ihren Nektar holen sie an Pflanzen, die nur wenig Belohnung versprechen, oder sie dringen in das Revier größerer Kolibriarten ein und bedienen sich an den nektarreichen Blüten, die von diesen bewacht werden. So werden sie regelmäßig von größeren Kolibris verscheucht. Das Verhalten der Prachtkehlelfen ähnelt dem der Hummelelfen (haetocercus bombus , 1871), doch halten sie sich deutlich öfter im Wald auf.Robert Sterling Ridgely u. a. (2001b), S. 295.
Habitat Die Prachtkehlelfe bewegt sich vorzugsweise in den Baumkronen, die sich am Rand von Gebirgsausläufern oder in subtropischen Wäldern befinden. In Ecuador kommt sie hauptsächlich in Höhenlagen zwischen 1100 und 1800 Metern vor, selten auch bis 2200 Meter.Robert Sterling Ridgely u. a. (2001a), S. 389. Von Kolumbien gibt es Berichte von bis zu 2800 Meter,Steven Leon Hilty u. a. (1986), S. 300. in Venezuela sogar bis zu 3000 Meter.
Unterarten mini|Verbreitungsgebiet der Prachtkehlelfe Es sind zwei Unterarten bekannt:IOC World Bird List Hummingbirds Chaetocercus heliodor heliodor (, 1840)Jules Bourcier, S. 275. – Die Nominatform kommt im Westen Ecuadors bis in den Nordwesten Venezuelas vor. Chaetocercus heliodor cleavesi , 1934Robert Thomas Moore, S. 3. – Die Unterart ist im Nordosten Ecuadors verbreitet. Die Oberseite der Männchen ist etwas dunkler als in der Nominatform. Länge und Form der Steuerfedern sind etwas unterschiedlich. Die Unterseite der Weibchen wirkt etwas dunkler.Robert Thomas Moore, S. 3 f.
Die Unterart Chaetocercus heliodor meridae ( & , 1950)John Todd Zimmer, u. a., S. 1. gilt heute als Synonym zur Nominatform. Lange galt die Santa-Marta-Elfe (Chaetocercus astreans (, 1899)) als weitere Unterart. Erst 1986 bekam sie durch Gary Russell Graves den Status einer eigenen Art.Gary Russell Graves, S. 218–224.
Etymologie und Forschungsgeschichte Jules Bourcier beschrieb die Prachtkehlelfe unter dem Namen Ornismya heliodor. Sie war Bourciers Sohn Claude Joseph Héliodore Bourcier (1826–1869) gewidmet.Jules Bourcier (1842), S. 309. Das Typusexemplar stammte aus Santa Fe de Bogotá.Santa Fe de Bogotá muss nicht zwangsläufig der Sammelort sein, da in dieser Zeit viele Bälge von hier aus ihren Weg nach Europa machten. Siehe hierzu z. B. Hans von Berlepsch (1887). Später wurde die Art in die von George Robert Gray 1855 eingeführte Gattung Chaetocercus gestellt.George Robert Gray, S. 22. Dieser Name setzt sich aus den griechischen Wörtern für „langes fliegendes Haar“ und für „Schwanz“ zusammen.James A. Jobling, S. 98. Cleavesi ist Moores Tochter Marilynn Cleaves Moore (1925–) gewidmet.Walter Alois Weber, Die Tafel zur Erstbeschreibung besagt Marilynn Wood-Star. Meridae bezieht sich auf den venezolanischen Bundesstaat Mérida. Lange wurde die Art in der Gattung Acestrura geführt.
Literatur
Weblinks
Factsheet auf BirdLife International
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Kolibris