Panambi ist eine Gemeinde (municipio) in Rio Grande do Sul, Brasilien, und liegt auf der Rio-Grandensischen Hochebene.
In Panambi kreuzen sich zwei große Autobahnen: die von Nord nach Süd verlaufende BR-158 und die von Ost nach West laufende BR-285.
Es ist wie viele andere Städte der Gegend geprägt von der Architektur europäischer Einwanderer. Die Bevölkerung ist mehrheitlich deutscher Abstammung.
In Panambi gibt es einen Campus der Universidade Regional do Noroeste do Estado do Rio Grande do Sul (Regionale Universität des Nordwestens von Rio Grande do Sul), deren Rektorat in Ijuí liegt. Im Jahr 2010 wurde das Instituto Federal Farroupilha errichtet mit vier freien und fünf technischen Studiengängen.
Ortsname Panambi ist ein Tupi-Wort und bedeutet „(Fluss-)Tal der Schmetterlinge“, eine Vereinigung aus Panama (Schmetterling, Tagfalter) und ’y (Fluss). Die Gemeinde ist wegen ihrer Metallindustrie auch unter dem Spitznamen „Stadt der Maschinen“ bekannt.
Geschichte Bis zur Ankunft der ersten europäischen Siedler im sechzehnten Jahrhundert, war die Region von Guaraní und Kaingang bewohnt.
Den Ursprung der heutigen Stadt bildete im Jahr 1899 die Gründung der Kolonie Neu-Württemberg. Der deutsche Verleger Hermann Meyer kaufte Land in Cruz Alta und siedelte dort deutsche Einwanderer an, die sich bereits in Rio Grande do Sul aufhielten. Als Verwalter der Siedlung setzte Meyer den ebenfalls deutschstämmigen Carlos Dhein ein,Theodor Koch-Grünberg: Die Xingu-Expedition (1898–1900). Ein Forschungstagebuch. Hrsg. Michael Kraus. Böhlau, Köln 2004, ISBN 3-412-08204-X, S. 427. (Online bei Google-Books). später auch ab 1909 Pastor Hermann Faulhaber, unter dem sich die Kolonie stark entwickelte.Karl Heinrich Oberacker: Der deutsche Beitrag zum Aufbau der brasilianischen Nation. 2. Auflage. São Leopoldo 1978, S. 408ff. 1919 lebten in der Region 178 württembergische Einwandererfamilien.
Im Jahr 1901 änderte Neu Württemberg seinen Namen in Elsenau, nach der Gattin Hermann Meyers. 1938 nannte es sich dann Pindorama, 1944 Tabapirã, und im selben Jahr nahm es seinen heutigen Namen Panambi an.
Am 15. Dezember 1954 wurde Panambi aus Cruz Alta und Palmeira das Missões als eigenständige Gemeinde ausgegliedert.
Söhne und Töchter der Gemeinde In Panambi wurden geboren: Raduan Nassar (* 1935), brasilianischer Schriftsteller libanesischer Herkunft Élio Eugênio Müller (1944–2016), brasilianischer Geistlicher und Soldat Detlef Löschmann (* 1958), deutscher Rundfunkjournalist Caroline Trentini (* 1987), brasilianisches Model
Literatur Ackerbaukolonien Neu-Württemberg und Xingu in Rio Grande do Sul (Südbrasilien). Prospekt des Kolonisationsunternehmens Dr. Hermann Meyer. Leipzig. 1906 Faulhaberstiftung (Hrsg.): Neu-Württemberg. Eine Siedlung Deutscher in Rio Grande do Sul/Brasilien. Ausland- und Heimat-Verlag. Stuttgart. 1933
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