Kurt Michael Kuch (* 10. August. Abgerufen am 6. Jänner 2015. 1972 in Oberwart, Burgenland; † 3. Jänner 2015 in GrazDie Presse, Print-Ausgabe vom 4. Jänner 2015, siehe Literatur.) war ein österreichischer Journalist und Buchautor.

Leben Kurt Kuch stammt aus Oberwart und besuchte das Gymnasium Oberschützen sowie die BHAK/BHAS Oberwart. Kurt Kuch war ab 1996 für das Nachrichtenmagazin News tätig. 2005 wurde er Chefreporter, ab 2009 hatte er zusätzlich die Position des Ressortleiters Innenpolitik inne.perlentaucher.de – Kurt Kuch. Abgerufen am 3. Jänner 2015. Im Jahre 2011 wurde er stellvertretender Chefredakteur.. Artikel vom 13. Oktober 2011, abgerufen am 3. Jänner 2015.

Aufdeckerjournalist Kuch galt als Investigativjournalist und Aufdecker. Unter anderem brachte er Details und Hintergründe zur Causa Hypo Alpe Adria, zur Telekom-Affäre, BUWOG-Affäre und Eurofighter-Affäre ans Tageslicht. 2013 veröffentlichte Kuch in News aus den Offshore-Leaks-Datensätzen Informationen über Briefkastenfirmen von Herbert Stepic, der bald darauf von seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International zurücktrat.ICIJ: Offshore Leaks Revelations Force Resignation of Top European Banker Artikel vom 24. Mai 2013, abgerufen am 3. Jänner 2015.derStandard.at – "News"-Aufdecker Kurt Kuch ist an Lungenkrebs gestorben. Artikel vom 3. Jänner 2015, abgerufen am 3. Jänner 2015. Alfred Worm, bis zu seinem Tod 2007 Herausgeber von News, lobte ihn als einen der besten Enthüllungsjournalisten der jüngeren Generation. Chefredakteur Peter Pelinka äußerte über Kuch, dass er insbesondere bei der Aufdeckung der Telekom-Affäre Bahnbrechendes geleistet habe. Für das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) des Center for Public Integrity (CPI) war Kuch als einer von rund 110 Journalisten weltweit tätig.ICIJ – About This Project: Secrecy For Sale. Artikel vom 3. April 2013, abgerufen am 3. Jänner 2015.

Kuchs Veröffentlichungen wurden auch in internationalen Magazinen und Zeitungen zitiert, unter anderem in der Washington Post, im Philadelphia Inquirer, USA Today, in der Zeit, der Süddeutschen Zeitung und der Welt.

Erkrankung und Tod Mitte Februar 2014Kurt Kuch auf Twitter: . Eintrag vom 14. Februar 2014. hörte Kuch, bis dahin Kettenraucher mit einem Konsum von drei Schachteln pro Tag,Anm.: Vielfach in den österreichischen Medien rezipiert. mit dem Rauchen auf. Anfang April 2014 begab sich Kuch wegen starken Stechens im Rücken mit ärztlich vermutetem Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus. Dort wurde nach eingehender Untersuchung ein Lungentumor mit einem Durchmesser von 11 cm und Metastasen in den Knochen diagnostiziert: NEWS-Aufdecker: Ich kämpfe gegen den Krebs. Kurt Kuch: "Wenn ich mich fallen lasse, hat der Krebs in der Sekunde gewonnen". In: News, 6. November 2014. Abgerufen am 3. Jänner 2015. Nach Absprache mit seiner Familie und Beratung mit dem ebenfalls an Krebs erkrankten Grünen-Politiker Karl Öllinger ging er kurz danach über die sozialen Medien an die Öffentlichkeit, wo er seinen Kampf gegen den Krebs protokollierte. Auf Nachfrage in einem Interview im Falter begründete er dies damit, er könne nicht von anderen Transparenz einfordern, sich selber aber ins Schneckenhaus zurückziehen.Falter, Ausgabe 35/2014, S. 21, siehe Literatur.orf.at – Krebs: Kurt Kuch setzt auf Internet. Artikel vom 7. Juli 2014, abgerufen am 3. Jänner 2015. In Folge unterstützte er die Anti-Rauch-Initiative Don’t smoke,orf.at – Kurt Kuch unterstützt Anti-Raucher Kampagne. Artikel vom 27. Oktober 2014, abgerufen am 3. Jänner 2015. und setzte sich offensiv gegen Rauchen und für Nichtraucherschutz ein.

Wenige Tage vor dem Jahreswechsel wurde Kurt Kuch in das ihn behandelnde Krankenhaus in Graz eingeliefert. Am 3. Jänner 2015 erlag er dort im Beisein seiner Familie seiner Krebserkrankung im Alter von 42 Jahren. Seinen letzten Facebook-Eintrag machte er am Silvestertag. Er postete ein Foto aus dem Krankenbett mit einer Champagnerflasche in der Hand und vermerkte noch zuversichtlich: Zitiert nach: Michael Huber: sowie: KURIER-Kollegen nehmen Abschied. Politik- & Sonntag-KURIER-Chef Josef Votzi und Redakteurin Ida Metzger erinnern sich. In: Kurier, 3. Jänner 2015. Abgerufen am 4. Jänner 2015.

Schlüsselzitate zu seiner Erkrankung In einem ausführlichen Interview in der Zeitschrift News im November 2014 nahm Kuch eingehend zu den Hintergründen seiner Krebserkrankung sowie zu seiner gesellschaftspolitischen Sicht gegen das Rauchen und Nichtraucherschutz Stellung.

Auf die Frage, was seine ersten Gedanken nach der Diagnose Lungenkrebs waren:

Wann Kuch zu rauchen begann:

Auf die Frage, wie viel dabei über die Jahre zusammengekommen ist:

Privat Kuch war 13 Jahre verheiratet, aus der Ehe stammt eine Tochter (* 2002). Die Familie lebt in Bad Tatzmannsdorf. Er hatte einen BruderEintrag vom 26. November 2014 auf Kurt Kuchs Twitter-Account. Abgerufen am 3. Jänner 2015. und eine jüngere Schwester, die ihn als Oberärztin medizinisch mit betreut hat. Sein Vater, der ihn politisch sozialisiert und hat,Falter, Ausgabe 52/2014, S. 29f, siehe Literatur. war sozialdemokratischer Vizebürgermeister in Oberwart.

Literarisches Fortwirken Am 3. Jänner 2025 – also zu seinem zehnten Todestag – bringt das Offene Haus Oberwart (OHO) das Stück Aufdecken – das Vermächtnis des Kurt Kuch von Clemens Berger auf die Bühne. Darin wird eine fiktive Botschaft zum Gegenstand, die er zehn Jahre lang nach seinem Tod geheim gehalten wissen wollte.

Auszeichnungen 2011: Journalist des Jahres des Branchenmagazins Der Österreichische Journalist (Kategorie Investigation)Die Journalisten des Jahres 2011. Der Österreichische Journalist, Ausgabe 12/2011 und 01/2012, abgerufen am 17. Jänner 2015.Journalistenpreis - Ehrung für Kurt Kuch. Artikel vom 16. Dezember 2011, abgerufen am 17. Jänner 2015. 2012: Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis (Kategorie Print)Julia Ortner (ZIB 2), Johannes Kaup (Ö 1) und Kurt Kuch (News) mit Rennerpreis ausgezeichnet. APA-Meldung vom 19. Dezember 2012, abgerufen am 3. Jänner 2015. 2014: Journalist des Jahres des Branchenmagazins Der Österreichische Journalist (Kategorie Investigation; außerdem Sonderpreis für Engagement)derStandard.at - ORF-Korrespondent Wehrschütz ist Journalist des Jahres. Artikel vom 16. Dezember 2014, abgerufen am 3. Jänner 2015. 2014: Journalist des Jahres der Wochenzeitung Falter

Publikationen Land der Diebe. Ecowin Verlag, Salzburg 2011, ISBN 978-3-7110-0009-5. Bei Hitlers: Zimmermädchen Annas Erinnerungen (gemeinsam mit Anna Plaim). Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2005, ISBN 3-426-77758-4. Haider: Schatten über Europa (gemeinsam mit Hans-Henning Scharsach). Kiepenheuer und Witsch, Köln 2000. ISBN 3-462-02963-0.

Literatur Nina Bayer: Kampf ums Leben. (Portrait); „Ich entscheide, wann die Glatze kommt.“ (Interview). In: Statement, Heft Juni 2014, S. 16–18 (PDF online). Ingrid Brodnig: „Ich lass mir von der Krankheit nicht den Tag verscheißen.“ […] Ein Gespräch über Krankheit als Tabu und Unterstützung via Social Media. In: Falter, 28. August 2014, Ausgabe 35/2014, S. 21 (Online auf falter.at). Florian Klenk: Der Unerschrockene. News-Aufdecker Kurt Kuch ist unser Journalist des Jahres. Er versöhnt Boulevard und Qualitätsjournalismus. In: Falter, Ausgabe 52/2014, 23. Dezember 2014, S. 29f (Online auf falter.at). Anna-Maria Wallner: Journalist Kurt Kuch gestorben. Ausführlicher Nachruf in: Die Presse, Print-Ausgabe vom 4. Jänner 2015 (Online auf diePresse.com).

Weblinks

Kurt Kuch auf Twitter

Einzelnachweise

Kategorie:Investigativjournalist Kategorie:Journalist (Österreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann