mini|Appletons’ Cyclopædia of American Biography (1900, volume 5) Appletons’ Cyclopædia of American Biography ist ein biographisches Nachschlagewerk mit Artikeln zu bedeutenden Persönlichkeiten der Neuen Welt in 6 Bänden. Sie erschienen zwischen 1887 und 1889 im Verlag von Daniel Appleton. Ihre ohne Autorenangabe veröffentlichten Beiträge wurden über mehrere Jahrzehnte als autoritativ angesehen. Später wurde die Enzyklopädie berüchtigt für dutzende Biographien von Menschen, die nie existiert hatten.

Überblick Die Cyclopædia erfasst die Namen von mehr als 20.000 Bürgern der Vereinigten Staaten, inklusive damals lebender Personen. Darüber hinaus umfasst sie mehrere tausend Personen aller anderen Nord- und Südamerikanischen Länder. Ziel war es, alle bedeutenden Personen der Neuen Welt zu erfassen. Darüber hinaus enthielt das Werk auch die Namen von über 1000 Personen aus aller Welt, die eng mit der amerikanischen Geschichte verbunden waren. Illustriert ist die Cyclopædia mit 60 ganzseitigen Porträts und ca. 1500 kleineren Vignetten-Porträts, sowie einigen Faksimile-Autographen und mehreren hundert Ansichten von Geburtsorten, Wohnorten, Denkmalen und Grabmalen.Appletons’ Cyclopædia of American Biography. Band 1. Preface

Keiner der Artikel ist signiert, was eine Herleitung der Artikel sehr erschwert und für manche Artikel sind keinerlei Autorenangaben vorhanden.Beispielsweise für die Biografie von Präsident Grover Cleveland. Our Men of Note. In: The New York Times. 3. April 1887, S. 4.

Erfundene Biographien Appletons’ Cyclopædia wurde berüchtigt für ca. 200 Biographien von erfundenen Personen.Museum of Hoaxes Zuerst entdeckt wurden diese fingierten Einträge 1919 von John Hendley BarnhartBarnhart: Some fictitious botanists. In: Journal of the New York Botanical Garden. Band 20, 1919, S. 171–181. Diese Entdeckung war amüsant und wichtig genug, um noch in seinem Nachruf erwähnt zu werden: Obituary Notices of Fellows of the Royal Society. 7(19. November 1950:35–61) S. 52. Barnhart identifizierte 14 Biographien von Botanikern, die von Europa nach Amerika gekommen sein sollten, die er kommentierte und neu herausgab. 1939 waren dann schon 47 erfundene Biographien entdeckt, obwohl nur die Lemmata von H und V systematisch bearbeitet worden waren.Editorial note by “G.S.” in Dobell (1939). The 47 are listed in Schindler (1937) which is cited on p. 272 of the note by “G.S.” Dr. Uplavici was another fictitious person similar to the Cyclopædia’s fictitious entries. Dobell’s article revealed the spectral “Dr. O. Uplavici” to have his origin in non-Czech-literate writers’ mistaking an article on amoebic dysentery by Dr. Jaroslav Hlava, which was titled “O úplavici” (“On dysentery”). Die Art der Erfindungen wurde 1937 durch Margaret Castle Schindler (Goucher College) dargestellt.Schindler: Fictitious biography. In: American Historical Review. Band 42, 1937, S. 680–690, Laut ihren Forschungen hatten

George Zorn identifiziert den Autor der „phantom Jesuit articles“ als William Christian Tenner und entdeckte 42 erfundene Einträge. Suchbegriffe: “Appleton’s” oder “phantom Jesuit”. Dobson hält Hermann Ritter für die Quelle der Fälschungen, der Artikel über Süd- und Mittelamerikaner ab Band 3 verfasst hat. Dobson argumentiert, dass die ersten beiden Bände, in denen Juan G. Puron diese Artikel verfasst hat, beinahe frei von „Problem-Artikeln“ sind, auch wenn er den Artikel über „Dávila, Nepomuceno“ als verdächtig, aber nicht zweifelsfrei erfunden klassifiziert.

Autoren der Appletons’ Cyclopædia durften neue Artikel vorschlagen und wurden nach deren Länge bezahlt. Die Artikel wurden von der Redaktion nur auf formale Kriterien überprüft.Schindler: Fictitious biography. In: American Historical Review. Band 42, 1937, S. 687, . Appletons’ Cyclopædia gilt aber trotzdem als ein „wertvolles und autoritatives Werk“ (valuable and authoritative work), allerdings müssen die Artikel zu lateinamerikanischen Personen mit Vorbehalt betrachtet und nur nach Prüfung weiterer Quellen verwendet werden.Schindler: Fictitious biography. In: American Historical Review. Band 42, 1937, S. 689, .

Quellen Appletons’ Cyclopædia basiert auf einem älteren Werk von Francis Samuel Drake (1828–1885), dem sogenannten Dictionary of American Biography. (Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, jedoch späteren Dictionary of American Biography). Dieses Werk wurde ursprünglich 1872 veröffentlicht. Die zweite Auflage ging mit den Korrekturen und vielen zusätzlichen Materialien in der Cyclopædia auf.Appletons’ Cyclopædia of American Biography. 1900. Das Original umfasste 10.000 Biographien.Drake, Francis Samuel. In: The New International Encyclopædia. 1905.

Ausgaben Die erste Ausgabe der Cyclopædia wurde 1887 bis 1889 durch D. Appleton and Company in New York veröffentlicht. Als Herausgeber zeichneten James Grant Wilson und John Fiske; der Redakteur war Rossiter Johnson (1840–1931) von 1886 bis 1888.Herausgebernotiz von „G.S.“ (i. e. George Sarton) in: Clifford Dobell: Dr O. Uplavici (1887–1938). In: Isis. Band 30, 2. Mai 1939, S. 268–272, .Johnson, Rossiter. In: The New International Encyclopædia. 1905. Ein siebter Band mit Anhang und ergänzenden Listen, sowie einem thematischen Index wurde 1901 nachgeliefert.

Die Cyclopædia wurde 1968 unkorrigiert durch die Gale Research Company neu aufgelegt.Appleton’s cyclopaedia of American biography. Ausgabe 1968.

Literatur Frank M. O’Brien: The Wayward Encyclopedias. In: New Yorker. XII (2. Mai 1936), S. 71–74. (Zusammenfassung des Artikels von Barnhart.) John Blythe Dobson: The Spurious Articles in Appleton’s Cyclopaedia of American Biography – Some New Discoveries and Considerations. In: Biography. 16(4), 1993, S. 388–408. Wilson, Fiske:

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