|} Mit dem Bau der Bahnstrecke Gumbinnen–Goldap wurde 1907 begonnen,Kreis Gumbinnen: Die Eisenbahn, von Reichsbahnrat Walther ihre Fertigstellung erfolgte erst 1927.
Geschichte 1860 erhielt die Stadt Gumbinnen () Anschluss an das Schienennetz, als der letzte Bauabschnitt der Preußischen Ostbahn von Königsberg (Preußen) (Kaliningrad) nach Eydtkuhnen (1938 bis 1946: Eydtkau, ) fertiggestellt wurde. mini|links|Altes Stellwerkgebäude in Gussew (Gumbinnen) Schon bald reifte der Entschluss, von Gumbinnen aus eine Verbindung zur touristisch attraktiven Rominter Heide (, ) herzustellen. Erst 1904 wurden hierfür die Gelder bereitgestellt und 1907 wurde der erste Streckenabschnitt von Gumbinnen nach Tollmingkehmen (1938 bis 1946: Tollmingen, ) gebaut. In Tollmingkehmen kreuzte die Bahnlinie die bereits 1901 gebaute Bahnstrecke Goldap–Stallupönen.
Es sollte nur ein Jahr dauern, bis der zweite Streckenabschnitt von Tollmingkehmen nach Szittkehmen (1938 bis 1946: Wehrkirchen, ) in Betrieb ging und das Ziel der Anbindung der Rominter Heide erreicht werden konnte.
Im Süden der Rominter Heide ließ Kaiser Wilhelm II. das Jagdschloss Rominten errichten. Es lag in einer bevorzugten Gegend für kaiserliche und preußische Staatsjagden. Reichsjägermeister Hermann Göring suchte sich später die Rominter Heide als Ziel seiner Jagdunternehmungen.
Dies war Grund genug, eine Bahnstrecke anzulegen, die den Namen „Kaiserbahn“ erhielt.Dieter Zeigert: Verschwundene Gleise. Die „Kaiserbahn“ Goldap-Szittkehmen. Stade 2011, ISBN 978-3-00-034548-7. Sie führte von der Kreisstadt Goldap bis nach Szittkehmen, wo sie in die Bahnstrecke von Gumbinnen überging. Ihre Fertigstellung erfolgte in drei Teilabschnitten: 1923 von Goldap bis nach Dubeningken (1938 bis 1945: Dubeningen, ), 1926 von Dubeningken nach Blindgallen (1938 bis 1945: Schneegrund, ) und 1927 von Blindgallen nach Szittkehmen.
1941 wurde eine Güterstichbahn nach Bachanowo eröffnet, ein geplanter Weiterbau nach Sudauen unterblieb.
Die 90,1 Kilometer lange Gesamtstrecke unterstand vor 1945 der Reichsbahndirektion Königsberg (Preußen). Sie durchlief die Kreise Gumbinnen, Stallupönen (1938 bis 1945: Ebenrode) und Goldap.
Heutiger Zustand mini|Der Doppelviadukt von Stańczyki (Staatshausen) Die Bahnstrecke wurde nach Kriegszerstörungen nicht wieder in Betrieb genommen und ist sowohl auf russischem als auch auf polnischem Gebiet abgebaut. Zu beiden Seiten der Grenze erinnern noch Ruinen einstiger Viadukte über die Rominte an die einstige Bahnlinie bei Olchowatka (Großwaltersdorf/Walterkehmen) in Russland und in Polen bei Stańczyki (Staatshausen), Kiepojcie (Eszergallen), Barcie (Thewelkehmen) und Jurkiszki (Jörkischken); drei dieser Brücken sind Doppelviadukte und 1917/1918 gebaut. Erhalten sind beispielsweise eine Brücke über einen Bach bei Jemeljanowka (Schackummen/Eichkamp), über eine Straße bei Kalinino (Mehlkehmen/Birkenmühle) sowie mehrere Straßenbrücken über die Bahnstrecke.
Literatur Ryszard Stankiewicz und Marcin Stiasny: Atlas Linii Kolejowych Polski 2014. Eurosprinter, Rybnik 2014, ISBN 978-83-63652-12-8, S. A11–12 Siegfried Bufe (Hrsg.): Eisenbahnen in West- und Ostpreußen. Egglham 1986, ISBN 3-922138-24-1. Deutsches Kursbuch. Gesamtausgabe der Reichsbahn-Kursbücher; Ausgabe vom 21. Januar 1940 der Deutschen Reichsbahn, Oberbetriebsleitung Ost Berlin. Nachdruck 1. Auflage. 1988. Dieter Zeigert: Verschwundene Gleise. Die "Kaiserbahn" Goldap-Szittkehmen. Fragmente der ostpreußischen Eisenbahngeschichte. 2. Auflage, hrsg. von der Kreisgemeinschaft Goldap/Ostpreußen e. V., Stade 2011, ISBN 978-3-00-034548-7.
Weblinks
Einzelnachweise
Bahnstrecke GumbinnenGoldap Kategorie:Bahnstrecke in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Bahnstrecke in der Oblast Kaliningrad