Karl Gerhardt (* 21. November 1869 als Karl Lorenz Maximilian Gerhard in Langenloislaut Filmarchiv Kay Weniger; Taufbuch Langenlois, tom. XVI, fol. 38 (Faksimile); † 17. Juli 1931 in BerlinLandesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin XIIa, Nr. 1138/1931) war ein österreichischer Schauspieler und Regisseur beim deutschen Theater und Film.

Leben Gerhardt war zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Schauspieler und Regisseur an Bühnen in der k.u.k.-Provinz tätig, so etwa im ersten Jahrzehnt in Bielitz, in Pressburg und in der Spielzeit 1905/1906 in Baden bei Wien, wo er unter anderem den Danilo in der Lustigen Witwe gab. Nach einem Jahr in Wien (von September 1908 bis Oktober 1909) meldete sich Gerhardt nach Berlin ab, wo er Theater spielte und kurz vor dem Ersten Weltkrieg als Regisseur und Schauspieler am Friedrich-Wilhelmstädtischen Schauspielhaus nachzuweisen ist. Dort arbeitete er u. a. mit den Regiekollegen Viktor Janson und Wolfgang Neff zusammen. Unmittelbar darauf, noch vor Ausbruch des Krieges, debütierte Karl Gerhardt als Filmregisseur. Er blieb bis zum Jahresende 1916 für die Berliner Filmwirtschaft aktiv, dann kehrte er im Dezember 1916 nach Wien zurück. 1917 von der Fabrikationsabteilung der Zentralstelle der Feldkinos Österreich-Ungarns dienstverpflichtet, inszenierte Gerhardt in diesem Jahr mit Der Treubruch, der Lebensgeschichte zweier Brüder, in Hinterbrühl, seinen ersten österreichischen Film. Es folgten 1919 für die kleine Wiener Produktionsfirma Astoria-Film zwei weitere Arbeiten, „Die Aushilfsgattin“ und „Der Mord in der Kohlmessergasse“, jeweils mit Richard Waldemar in der Hauptrolle.

Ende Oktober 1919 folgte Karl Gerhardt einem Ruf seines Landsmannes Joe May, der 1916 zu mindestens zwei von Gerhardts Arbeiten, darunter einem Joe Deebs-Krimi das Drehbuch beigesteuert hatte, und kehrte nach Berlin zurück, um dort im darauf folgenden Monat den siebten Teil des monumentalen Abenteuerachtteilers Die Herrin der Welt, „Die Wohltäterin der Menschheit“, zu inszenieren. Gerhardt blieb auch weiterhin, bis 1926, für Mays Produktionsfirma tätig und drehte für sie u. a. alle vier Teile des Sensationsabenteuers Die Jagd nach dem Tode. In Mays ebenfalls vierteiligem Melodram Tragödie der Liebe (1923) wirkte Gerhardt als Nebendarsteller mit. Zu den Stars, mit denen Gerhardt bis zu diesem Zeitpunkt arbeiten sollte, zählen, neben May-Gattin Mia May, auch Lil Dagover, Werner Krauß, Emil Jannings und die beiden italienischen Sensationsfilmdarsteller Carlo Aldini und Luciano Albertini. Kurz vor Ende der Stummfilmzeit erhielt Karl Gerhardt keine Aufträge mehr; er musste sich mit kleinen Rollen in einigen frühen Tonfilmen begnügen.

Filmografie als Regisseur, wenn nicht anders angegeben 1914: Des Türmers treuer Freund 1916: Ein einsam Grab 1916: Das rätselhafte Inserat 1917: Der Treubruch 1919: Die Aushilfsgattin 1919: Der Mord in der Kohlmessergasse 1920: Die Herrin der Welt, 7. Teil: Die Wohltäterin der Menschheit 1920: Johannes Goth 1920: Das Blut der Ahnen 1920: Die Augen der Maske 1920/21: Die Jagd nach dem Tode (4 Teile) 1922: Die geheimnisvollen Piraten 1922: Jussuf el Fanit, der Wüstenräuber (auch Schauspieler) 1922: Die Flibustier 1923: Tragödie der Liebe (4 Teile, Schauspieler) 1923: Die Gräfin von Paris (Schauspieler) 1924: Gentleman auf Zeit 1924: Dreiklang der Nacht 1926: Menschenleben in Gefahr 1926: Staatsanwalt Jordan 1927: Der fröhliche Weinberg (Schauspieler) 1930: Der unsterbliche Lump (Schauspieler) 1930: 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand (Schauspieler) 1931: Ihre Majestät die Liebe (Schauspieler)

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Einzelnachweise

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