mini|Gemeindeteile und Gemarkungen von Mömbris mini|Gemeindegebiet von Mömbris mini|Rathaus des Marktes Mömbris mini|Pfarrkirche St. Cyriakus in Mömbris mini|Katholisches Pfarramt St. Cyriakus mini|Mömbris und Mensengesäß
Mömbris [] ist seit dem 31. Januar 1964 ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg in der Metropolregion FrankfurtRheinMain. Mömbris ist die fünftgrößte Gemeinde des Landkreises auf einer Fläche von 35,87 km². Der größte Teil (32,81 km²) sind Wälder, Wiesen und Ackerland. Der Ort liegt zwischen 165 m und .
Geographie Lage Der Markt Mömbris liegt in der Region Bayerischer Untermain im mittleren Kahlgrund auf halber Strecke von Schöllkrippen nach Alzenau am Fuße des Vorspessarts mit seiner höchsten Erhebung, dem Hahnenkamm (). Im nördlichen Gemeindegebiet verläuft am Teufelsgrund die Landesgrenze zu Hessen. Der Fluss Kahl fließt durch die Marktgemeinde. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich an einem Nebengipfel der Stempelhöhe nordwestlich von Angelsberg mit , der niedrigste liegt an der Kahl in der Nähe der Kläranlage auf .
Das Dorf Mömbris liegt zentral im Gemeindegebiet zwischen Schimborn und Niedersteinbach an der Staatsstraße 2305 auf . Es ist mit Fronhofen, Rappach und Mensengesäß baulich zusammengewachsen. Südwestlich von Mömbris befindet sich die Ortschaft Heimbach. Höchster und niedrigster Punkt der Dorfgemarkung entsprechen denen der gesamten Gemeinde.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 23 Gemeindeteile: Gemeindeteil Ortstyp EW Gemarkung Höhe (m ü. NHN) Angelsberg Dorf 52 Mömbris 305 Brücken Dorf 595 Mömbris 156 Daxberg Dorf 742 Daxberg 313 Dörnsteinbach Kirchdorf 641 Dörnsteinbach 294 Flederichsmühle Weiler Königshofen a.d.Kahl 185 Fronhofen Dorf Mömbris 170 Gunzenbach Pfarrdorf 580 Mömbris 257 Hauhof Weiler Schimborn 185 Heimbach Dorf 145 Mömbris 240 Hemsbach Kirchdorf 249 Hemsbach 296 Hohl Kirchdorf 433 Hohl / Mömbris 286 Kaltenberg Dorf Schimborn 190 Königshofen a.d.Kahl Kirchdorf 756 Königshofen a.d.Kahl 189 Mensengesäß Dorf 1.157 Mensengesäß 170 Molkenberg Dorf 66 Mömbris 340 Mömbris Hauptort 2.293 Mömbris 180 Niedersteinbach Pfarrdorf 882 Niedersteinbach 159 Rappach Dorf 282 Mömbris 207 Reichenbach Kirchdorf 380 Reichenbach 225 Rothengrund Dorf 233 Mömbris 226 Schimborn Pfarrdorf 1.647 Schimborn 185 Strötzbach Dorf 623 Mömbris 170 Markt Mömbris 11.756
Die abgegangenen Ortschaften Wohnstadt, Hüttenberg und Karlesberg befanden sich auf dem heutigen Gebiet des Marktes Mömbris.
Die früheren Dörfer Niedersteinbach, Mittelsteinbach und Obersteinbach bilden heute gemeinsam den Gemeindeteil Niedersteinbach.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Daxberg, Dörnsteinbach, Hemsbach, Hohl, Königshofen a.d.Kahl, Mensengesäß, Mömbris, Niedersteinbach, Reichenbach und Schimborn. Die Gemarkung Mömbris hat eine Fläche von 13,047 km². Sie ist in 8310 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1570,02 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Angelsberg, Brücken, Fronhofen, Gunzenbach, Heimbach, Molkenberg, Mömbris, Rappach, Rothengrund und Strötzbach.
Gemarkung Fläche(ha) Daxberg 271 Dörnsteinbach 206 Hemsbach 165 Hohl / Mömbris 99 Königshofen a.d.Kahl 200 Mensengesäß 252 Mömbris 1305 Niedersteinbach 218 Reichenbach 329 Schimborn 539 Markt Mömbris ca. 3585
Bayerisch-hessische Grenze Hessen ragte mit einer Landzunge in den Markt. 2007 wurde deshalb ein Flächentausch von ca. 10 Hektar zwischen Bayern und Hessen vereinbart, der am 1. Juli 2011 in geänderter Form in Kraft trat, wobei das Territorium Bayerns um 1,77 Hektar verkleinert wurde. Bis dahin verlief die Landesgrenze quer durch das Sportlerheim des FV Viktoria 1930 e. V. Brücken. Des Weiteren teilte die Grenze ein kleines Teilstück der Staatsstraße 2305 im Gemeindeteil Niedersteinbach ab und verlief kurz auf hessischer Seite weiter (Hessenkurve).Artikel der Süddeutschen Zeitung Kuriose Flurbereinigung 4. Januar 2007
Nachbargemeinden
Name Etymologie Der Name übertrug sich von der Burg Mömbris auf den Ort. Im Kahlgründer Dialekt wird der Ort heute Memersch (Aussprache: []) genannt. Wovon sich der Name Mömbris tatsächlich ableitet, ist nicht genau bekannt. Es bestehen zwei mögliche Theorien:
Der Name Mömbris geht auf das mittelhochdeutsche Wort Hemelris zurück, das so viel wie Sumpfrodung bedeutet, die vor dieser Zeit in der Umgebung von Mömbris stattfand.
Der ursprüngliche Name Hemmilriz besteht aus dem Personennamen Hemilio und dem mittelhochdeutschen Wort riz, das Spalte oder Furche bedeutet. Der wechselnde Anfangsbuchstabe von H auf M kann von einer möglichen Agglutination des Präpositionsauslautes kommen: (a)m Hemmilriz oder (zu)m Hemmilriz.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1340 Hemmelrisz 1346 Memmilriz 1361 Memmelris 1386 Memelris 1389 Memelrisz 1468 Membris 1481 Meymelryß 1592 Membreß 1625 Memers 1805 Membris 1832 Mömbris
Geschichte Mittelalter Im Mittelalter gehörte Mömbris zum gleichnamigen Gericht Mömbris, dessen Hauptort es war. Das Gericht Mömbris wiederum war Teil des Freigerichts Alzenau. Das Freigericht war zwar reichsunmittelbar, aber das Reich verpfändete oder vergab das Gebiet immer wieder. So wechselten die Landesherren, zu denen die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Randenburg und die Herren von Eppstein zählten.
Die Burg Mömbris stand um 1300 dort, wo sich heute der alte Friedhof befindet. Sie wird fälschlicherweise als Womburg bezeichnet, weil sie im 19. Jahrhundert noch nicht zu lokalisieren war.
Neuzeit 1500 belehnte der römisch-deutsche König Maximilian I. den Erzbischof von Mainz und den Grafen von Hanau-Münzenberg gemeinsamen mit dem Freigericht, das sie nun als Kondominat verwalteten. Da im Freigericht auch zur Zeit des Kondominats die kirchliche Jurisdiktion bei den Erzbischöfen von Mainz verblieb, konnte sich die Reformation – im Gegensatz zur Grafschaft Hanau-Münzenberg – hier nicht durchsetzen. Mömbris blieb römisch-katholisch. 1603 fiel Mömbris komplett an Kurmainz. Mömbris wurde laut Reichsdeputationshauptschluss 1803 ein Teil des neugebildeten Fürstentums Aschaffenburg des Fürstprimas von Dalberg, mit welchem er 1814 (damals ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) schließlich an Bayern fiel.
Widerstand im Nationalsozialismus Die Verhaftung des Pfarrers August Wörner am 28. Dezember 1936 löste bei der katholischen Bevölkerung Mömbris Wut und Empörung aus. Der Pfarrer, der selbst Kriegsveteran des Ersten Weltkrieges war und Inhaber des Eisernen Kreuzes I. Klasse, hatte sich gegen das Anbringen eines „Stürmer“-Kastens in seiner Gemeinde ausgesprochen. Im Sonntagsgottesdienst am 20. Dezember 1936 hatte der Geistliche eine Unterschriftenaktion gegen die Anbringung des Stürmer-Kastens befürwortet und ein Ultimatum gestellt, keine Messe mehr zu halten. Dieser Aufruf veranlasste viele katholische Gemeindemitglieder, zum Bürgermeister und gleichzeitigen NSDAP-Ortsgruppenleiter Gottfried van Treek zu gehen und sich in die Unterschriftenliste einzutragen. Daraufhin wurde der Pfarrer Wörner am 28. Dezember 1936 von der Gestapo verhaftet und ins Gefängnis nach Aschaffenburg gebracht. Der Kaplan der Gemeinde Mömbris Hermann Dümig setzte den Widerstand gegen das NS-Regime fort. Pfarrer August Wörner wurde am 2. August 1937 aus der sogenannten Schutzhaft entlassen.Schmittner, Monika: … befindet sich hier eine Anzahl staatsfeindlicher Elemente. Verfolgung und Widerstand 1933–1945 in Stadt und Land Aschaffenburg. Frankfurt, 1985. S. 134–143 Hermann Dümig wurde im Januar 1941 verhaftet, wegen „Beunruhigung des Volkes“ verurteilt und schließlich ins KZ Dachau gebracht, wo er fast vier Jahre lang inhaftiert war.Grafe, Roman und Schneider, Maximilian: Sie können mich einsperren, ich bin bereit. Wie zwei fränkische Pfarrer mit ihrer Gemeinde den Nazis trotzten. Hörgeschichte, Eigenverlag 2020 / HR 2021
Nachkriegszeit Die Gemeinde Mömbris gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Mömbris am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.
Eingemeindungen Zu Mömbris gehören seit 1818 die Gemeindeteile Angelsberg, Brücken Gunzenbach, Heimbach, Karlesberg (heute Wüstung), Molkenberg, Rappach, Rothengrund und Strötzbach. Als erste Gemeinden wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1972 Daxberg, Hemsbach und Mensengesäß in den Markt Mömbris eingegliedert. Am 1. Juli 1972 folgte die Gemeinde Niedersteinbach. Am 1. Januar 1974 wurden Dörnsteinbach und Hohl eingemeindet. Die Gemeinde Reichenbach gab am 1. Januar 1976 ihre Selbständigkeit auf. Schimborn, das schon am 1. Januar 1972 mit Königshofen an der Kahl fusionierte und zusammen mit diesem Ort die Gemeinde Schimborn bildete, kam am 1. Mai 1978 zu Mömbris.
Hochwasser Anhaltender extremer Starkregen mit 130,6 l/m² Niederschlag in Oberwestern war der Auslöser eines schweren Kahlhochwassers am 20. Februar 1937 zwischen Mömbris und Michelbach. Ein Jahrhunderthochwasser hatte der Kahlgrund am 10. und 11. August 1981 zu verzeichnen. Die Ortschaft Mömbris glich einer Insel im mittleren Kahlgrund. Am 4. Mai 2017 wurde der Kahlgrund von einem Unwetter heimgesucht, bei dem die Kahl und ihre Nebenbäche starkes Hochwasser hatten. Besonders heftig traf es dabei die Ortsteile des Marktes Mömbris.Sat1 Nachrichten:Unwetter in Unterfranken Siehe dazu Hochwasser der Kahl 2017.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1987 bis 2011 stieg die Einwohnerzahl von 10.830 auf 11.933 um 1103 Einwohner. Im Jahr 2022 betrug die Einwohnerzahl 11.269 was einen Rückgang um −5,6 % zu 2011 darstellt. In den Folgejahren stieg die Einwohnerzahl wieder an und zum Stichtag 31. Dezember 2025 hat der Markt Mömbris 11.756 Einwohner, wovon 1.491 Bürger Einwohner (ca. 12,67 %) anderer Nationalität sind.
+ Einwohnerentwicklung Markt Mömrbis Jahr Einwohner 1840 4.160 1900 4.333 1950 8.524 1970 10.309 1987 10.830 2011 11.933 2014 11.714 2015 11.576 2016 11.525 2017 11.511 2018 11.480 2019 11.487 2020 11.560 2022 11.686 2023 11.718 2024 11.714 2025 11.756
+ Bevölkerungsstruktur im Markt Mömbris (Stand 2025) Gruppe Anteil Grafik Deutsche Staatsangehörige 87,3 % Unionsbürger 5,8 % Drittstaatsangehörige 6,9 %
Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat besteht aus 24 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl von 10.001 bis 20.000., abgerufen am 11. Juli 2014 Der Marktgemeinderat wird für sechs Jahre gewählt.
Stimmberechtigt im Marktgemeinderat ist außerdem der erste Bürgermeister. Dies ist der parteilose Felix Wissel.
Die letzten Kommunalwahlen vom 3. März 2002, 2. März 2008, 16. März 2014, abgerufen am 11. Juli 2014, vom 15. März 2020Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2020 - Markt Mömbris, abgerufen am 8. September 2020 und vom 08. März 2026 brachten die folgenden Ergebnisse: Partei 2026 2020 2014 2008 2002 Sitze Veränderung Sitze Veränderung Sitze Veränderung Sitze Veränderung Sitze Veränderung CSU9– 2 11 + 1 10 + 1 9 − 3 12 ± 0 SPD2– 1 3 − 4 7 – 1 8 + 3 5 ± 0 Wählergemeinschaft Markt Mömbris4 + 1 3 − 1 4 ± 0 4 − 1 5 ± 0 Unabhängige Bürger3± 0 3 ± 0 3 ± 0 3 + 1 2 ± 0 Grüne3± 0 3 + 3 – – – Die Linke1 + 1 – – – – AfD2 + 1 1 + 1 – – –
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2008 der parteilose Felix Wissel. Dieser wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. März 2014 mit 96,49 % der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,08 %., abgerufen am 12. Juli 2014 Am 15. März 2020 wurde er, nominiert vom Wahlvorschlag Aller guten Dinge sind Drei, mit 85,9 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt; die Beteiligung lag bei 67,5 %.
Liste der Bürgermeister in Mömbris Georg Grünewald (1876–1910) August Grünewald (1911–1938) Gottfried van Treek (1939–1945) Anton Volk (1945) Leopold Wissel (1945–1951) Anton Reising (CSU) (1951–1986) Michael Schneemeier (SPD) (1986–1998)