mini|hochkant|Dominique Manotti, 2006 Dominique Manotti, Pseudonym von Marie-Noëlle Thibault, (* 23. Dezember 1942 in Paris) ist eine französische Romanautorin und Historikerin. Sie schrieb im Alter von 50 Jahren ihren ersten Roman. Ihr Krimi Noir Debüt Sombre Sentier wurde 1995 französischer Krimi des Jahres und 2004 erstmals mit dem Titel „Hartes Pflaster“ ins Deutsche übersetzt. Im britischen The Guardian hieß es zur englische Übersetzung Rough Trade: „Von jeder Seite dieses Romans steigt der Rauch der Gitanes-Zigaretten und der Pastis-Duft des echten Frankreichs auf.“ Weitere Romane folgten: A nos cheveaux!; Kop; Nos fantastiques années fric; Le corps noir; Bien connu des services de police.

Leben Die Autorin wurde als Historikerin durch den Algerienkrieg politisiert und war bis in die 1980er-Jahre u. a. gewerkschaftlich engagiert. Im Jahr 1968 war sie als Lehrerin an einem Gymnasium tätig, in der Zeit danach unterrichtete sie in Vincennes. Manotti ist eine promovierte Historikerin.

Von 1976 bis 1983 leitete sie als Generalsekretärin die Pariser Sektion der CFDT. Sie war Anfang der 80er Jahre am erfolgreichen Kampf der türkischen Sans papiers im Pariser Textilviertel Sentier beteiligt, die um ihre Legalisierung kämpften. Hartes Pflaster spielt vor dem Hintergrund der dortigen politischen Kämpfe der Sans-Papiers im Sentier. Politisch versteht sie sich als Rätekommunistin; Antonio Gramsci und Rosa Luxemburg spielen für ihre Analysen eine tragende Rolle; die Lektüre von James Ellroy hat nicht unwesentlich zur späten literarischen Arbeit beigetragen. Ihre Enttäuschung über die Regierung Mitterrand ließ sie vom politischen Engagement zur Literatur wechseln.

Manotti sieht Parallelen zwischen ihrer Arbeit als Historikerin und Romanautorin. In der deutschen Ausgabe ihres ersten Romans Hartes Pflaster sagte sie im Interview: „Für mich existieren ein Ereignis oder eine Person erst dann, wenn sie datiert und lokalisiert sind. Genau wie in der Geschichtsschreibung … Die Tatsache, dass meine Texte [die Kriminalromane] bis heute datiert sind und dass ich davon nicht abstrahieren kann, hängt mit meiner Denkform zusammen.“Zumindest Zeuge sein. Interview mit Dominique Manotti, geführt und übersetzt von Elfriede Müller, in: Dominique Manotti, Hartes Pflaster. Aus dem Französischen von Ana Rhukiz. Assoziation A. Hamburg/Berlin 2017, 5. Auflage, S. 311.

Werke (Auswahl)

Auszeichnungen 1995: Prix Sang d’encre für Sombre sentier (dt. Hartes Pflaster) 2002: Prix Mystère de la critique für Nos fantastiques années fric (dt. Roter Glamour) 2008: Duncan Lawrie International Dagger für Lorraine connection (dt. Letzte Schicht) 2011: Krimi des Jahres 2010 (Platz 3) in der KrimiWelt-Bestenliste für Letzte Schicht 2011: Deutscher Krimi Preis – International 3. Platz für Letzte Schicht 2011: Grand prix de littérature policière - Kategorie National für L’Honorable Société (gemeinsam mit DOA) 2012: Krimi des Jahres 2011 (Platz 1) in der KrimiZEIT-Bestenliste für Roter Glamour

Weblinks

Dokumentarfilm mit und über Dominique Manotti, zusammen mit Philip Kerr und Volker Kutscher: Krimis und das Dritte Reich, Regie: Christoph Rüter, * Inhaltsangabe bei Christoph Rüter Filmproduktion

Einzelnachweise

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