mini|hochkant|Porträt Gustav Schmidt 1866 Gustav Friedrich Schmidt (* 1. September 1816 in Weimar;Kirchenbucheintrag HofkircheTaufangabe für September 1816 in Weimarisches Wochenblatt vom 5. November 1816, S. 394. † 11. Februar 1882 in Darmstadt) war ein deutscher Komponist und Kapellmeister. mini|hochkant|Altes Stadttheater Frankfurt von 1782, vor dem Abriss 1902
Leben Gustav Schmidt war der älteste Sohn des Weimarer Finanzbeamten Friedrich SchmidtKriegs-Kassierer zu Weimar und Ober-Steuereinnehmer im Amt Berka usw. (Großherzoglich Sachsen-Weimar-Eisenachisches Hof- und Staats-Handbuch, auf das Jahr 1816, S. 181).; seine Großmutter väterlicherseits entstammte der Allstedter Musikerfamilie Martini.Kirchenbuch Stadtkirche. Seinen ersten Musikunterricht erhielt Schmidt, der mit Goethes Enkeln befreundet war, in Weimar bei Johann Nepomuk Hummel, Franz Carl Adelbert Eberwein und Johann Christian Lobe, zwischendurch Jura-Studium in Jena von Herbst 1834 bis Ostern 1836Eingeschrieben als „Frid. Gust. Schmidt“ am 27. Oktober 1834 (Matrikel der Universität Jena 1801‒1854, S. 264); Verzeichniß der Studirenden Jena WS 1835/36, Nr. 331.; hier auch Unterricht beim Liederkomponisten J. Chr. C Töpfer.
Von 1840 bis 1841 lebte Schmidt als Schüler von Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig, ab 1841 war er Theaterkapellmeister in Brünn und fungierte im Jahre 1845 als Musikdirektor am Theater Würzburg. Nachdem er von 1846 an in Hechingen und Leipzig privatisiert hatte, brachte er in Frankfurt am Main seine erste Oper Prinz Eugen, der edle Ritter auf die Bühne, zu der er auch den Text selbst verfasst hatte. Nach einem Engagement in Wiesbaden als erster Kapellmeister und Operndirektor am Hoftheater ging er im Tausch gegen Ludwig (Louis) Alexander Balthasar Schindelmeisser 1851 als Kapellmeister an das Frankfurter Stadttheater, wo seine zweite Oper Die Weiber von WeinsbergIntelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, 1862, S. 288 zur Aufführung kam. 1864 wurde er Theaterkapellmeister in Leipzig, und in diese Zeit fällt die Entstehung der Opern La RéoleBremer Sonntagsblatt: Organ des Künstlervereins, Band 11, 1863, S. 47 und Süddeutsche Musik-Zeitung, Band 12, 1863, S. 30 und „Alibi“.
Schmidt galt als Förderer Berlioz und Wagners, dessen TannhäuserEdwin Lindner: Richard Wagner über „Tannhäuser“. Verlag Breitkopf und Härtel, Leipzig 1914, S. 50, Brief an G. Schmidt vor Tannhäuser Aufführung in Frankfurt, 11. Juli 1851 und Lohengrin er erstmals in Frankfurt aufführte.
1876 wurde er als Hofkapellmeister nach Darmstadt berufen, wo er bis 1880 tätig war und 1882 verstarb.
Familie Verheiratet war Schmidt mit der Schauspielerin Emilie Böttiger.Musikchronik der Stadt Trier: Das Musiktheater, 1983, S. 281. Ein jüngerer Bruder seines Vaters war der Schauspieler und Theaterdirektor Heinrich Schmidt.lt. Kirchenbuch Stadtkirche Die älteste Schwester Maria Henrietta Carolina (1775–1837), Witwe von Herders ältestem Sohn, dem Hofmedicus Gottfried (von) Herder (1774–1806), heiratete 1811 den Geheimen Regierungsrat Christian Gottlob von Voigt (1774–1813), der im Frühjahr 1813 in französische Gefangenschaft geriet, an deren Folgen er starb.Otto Jahn: Christian Gottlob v. Voigt. In: Goethes Briefe an Christian Gottlob von Voigt. Hrsg. Otto Jahn. Leipzig 1868, S. 1‒118; hier: S. 99‒104. mini|hochkant|Notendeckel zu Prinz Eugen der edle Ritter
Ehrungen und Auszeichnungen 1860 – Medaille für Kunst und Wissenschaft des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha 1864 Juni 8 – Goldene Verdienstmedaille für Wissenschaft, Kunst, Industrie und Landwirtschaft des Großherzogtums HessenHof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Hessen 1865, S. 146. 1876 August 11 – Ritterkreuz I. Kl. des Verdienstordens Philipps des GroßmütigenGroßherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1876, Beilage Nr. 13, S. 497. 1878 – Ritterkreuz I. Kl. des Sächsisch Ernestinischen Hausordens (hessische Tragegenehmigung vom 24. Mai 1878)Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1878, Beilage Nr. 18, S. 139.
Werke (Auswahl) Ausführliches Werkeverzeichnis über „RISM-OPAC:Suche, Gustav Schmidt“ (wegen Session ID nicht verlinkbar) Prinz Eugen, der edle Ritter (Text von Gustav Schmidt u. Alexander Rost„Alexander Rost (1816–1875), Sohn eines Weimarer Hofbeamten, Verfasser zahlreicher Bühnenwerke, von denen einige in Weimar aufgeführt wurden“. In: Wolfgang Rasch: Karl Gutzkow: Erinnerungen, Berichte und Urteile seiner Zeitgenossen: eine Dokumentation, in S. 501 nach einem Gedicht von Ferdinand Freiligrath), Oper in 3 Akten (27. Juli 1847 Frankfurt am Main) Die Weiber von Weinsberg (auch Weibertreue oder Kaiser Konrad von Weinsberg) (Text u. Musik Gustav Schmidt), komisch-romantische Oper in 3 Akten (16. Febr. 1858 Weimar, Hoftheater, unter der Leitung von Franz Liszt) La Réole (Charlotte Birch-Pfeiffer), Oper in 3 Akten (24. Jan. 1863 Breslau) Alibi oder Die Fahrt ins Philisterium (Gustav Schmidt), komische Operette in 3 Akten, op. 48 (1. Febr. 1880 Darmstadt, Hoftheater) Lieder und Gesänge, Orchesterwerke, z. B. Bravour-Variationen über ein Thema von Mozart: Ah! Vous dirai-je, maman für 1 Singstimme, Flöte und Orchester
Literatur Schlumberger, Thiersch: Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 9, S. 40 Esther Ferrier: Deutsche Übertragungen der Divina Commedia Dante Alighieris, 1960-1983: Ida und Walther von Wartburg, Benno Geiger, Christa Renate Köhler, Hans Werner Sokop: Vergleichende Analyse, Inferno XXXII, Purgatorio VIII, Paradiso XXXIII, Band 105. Verlag Walter de Gruyter, 1994, ISBN 978-3-11-014144-3, S. 859. Rudolf Roenneke: Franz Dingelstedts Wirksamkeit am Weimarer Hoftheater. Ein Beitrag zur Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts. Verlag H. Adler, Greifswald, 1912, bei Open Library und .
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Einzelnachweise
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