mini | rechts | Streckenverlauf der Rally Dakar 2015Die Rallye Dakar 2015 (Argentina-Bolivia-Chile)Teilnehmerlisten Dakar 1979-2008 war die 37. Austragung der Rallye Dakar und die 36., die tatsächlich ausgefahren wurde. Sie fand zum siebten Mal in Folge in Südamerika statt. Die Rallye begann am 4. Januar 2015 in Buenos Aires, Argentinien und endete nach 13 Etappen am 17. Januar ebendort. In dieser Zeit wurden, je nach Fahrzeugklasse, ca. 8100 bis 9300 Kilometer, davon ca. 3700 bis 4700 Rennkilometer, durch Argentinien, Bolivien und Chile zurückgelegt.
Teilnehmer Insgesamt gingen 406 Fahrzeuge an den Start, davon 161 Motorräder, 45 Quads, 137 Autos und 63 Trucks.
Motorräder Ein Großteil der Motorradfahrer trat mit Modellen von KTM an. Zu den Fahrern zählten u. a. Sam Sunderland, David Casteu und Ruben Faria. Auch der Vorjahreszweite Jordi Viladoms und -sieger Marc Coma nahmen erneut mit einer KTM teil.
Mit Yamaha und Honda waren auch zwei japanische Hersteller vertreten. Toppilot unter den Hondafahrern war der Spanier Joan Barreda Bort. Auch die Portugiesen Hélder Rodrigues und Paulo Gonçalves gingen ein weiteres Mal an den Start. Unter den Yamahapiloten war vor allem der Vorjahresdritte Olivier Pain zu nennen.
Quads Bei den Quads waren, wie im Vorjahr, hauptsächlich Yamahas vertreten. Zu den Favoriten zählten u. a. Rafał Sonik, Sergio Lafuente und der Vorjahressieger Ignacio Casale.
Autos Vorjahressieger Nani Roma ging erneut für X-Raid an den Start. Er und seine Teamkollegen (u. a. Orlando Terranova und Krzysztof Hołowczyc) bestritten das Rennen wie im Vorjahr mit einem MINI All4 Racing. Nasser Al-Attiyah, zuletzt Drittplatzierter, trat in einem baugleichen Mini an.
Dakar-Rekordsieger Stéphane Peterhansel wechselte von X-Raid zu Peugeot, die erstmals seit 1990 wieder mit einem Werksteam vertreten waren. Als Fahrer trat neben Peterhansel und Carlos Sainz senior auch der fünfmalige Motorradsieger Cyril Despres an, der sein Auto-Debüt bestritt. Das eingesetzte Fahrzeug, ein Peugeot 2008 DRK, war ein heckgetriebener Buggy mit Dieselmotor, der aufgrund des Reglements einen längeren Federweg haben durfte.
Der Dakar-Sieger von 2009, Giniel de Villiers aus Südafrika mit dem schleswig-holsteinischen Beifahrer Dirk von Zitzewitz, trat erneut mit einem Toyota Hilux an. Dieser wurde stark überarbeitet und besaß nun u. a. mehr Leistung und eine neue Gewichtsverteilung.
Der US-Amerikaner Robby Gordon nahm mit seinem im Vorjahr erstmals eingesetzten „Gordini“, einem umgebauten Hummer H3 teil.
Mit dem Acciona 100% EcoPowered ging zum ersten Mal ein Elektroauto an den Start. Gesteuert wurde das Auto von dem spanischen Dakar-Veteran Albert Bosch Riera und seinem Copiloten Agustín Payá.
Trucks Bei den Trucks wurde erneut ein Duell zwischen KAMAZ und Iveco erwartet. Für den russischen Hersteller starteten u. a. der Vorjahressieger Andrei Karginow und der zuletzt drittplatzierte Eduard Nikolajew.
Iveco wurde u. a. von den Niederländern Gerard de Rooy, der Zweitplatzierte von 2014, und Hans Stacey vertreten. Als Fahrzeuge kamen stark modifizierte Strators zum Einsatz. Auch der Spanier Pep Vila Roca nahm mit einem Iveco-Truck teil. Dieser war, anders als die Strators, als Frontlenker gebaut.
Aleš Loprais, 2014 Sechstplatzierter, stieg von Tatra auf MAN um. Das Deutsche Trio Udo Kühn, Philipp Rettig und Philipp Beier trat ebenfalls mit einem MAN an.
Etappen Nachdem 2014 bereits die Motorräder und Quads erstmals ein Etappenziel in Bolivien ansteuerten, fuhren diesmal während der 7. Etappe auch die Autos nach Bolivien. Die Trucks fuhren während dieser Etappe in ein Biwak in der Atacamawüste.
Der Ruhetag fand, nach Fahrzeugklassen getrennt, in Iquique statt. Für die Motorräder und Quads war er am 10., für die Autos und Trucks am 12. Januar. EtappeDatumVonNachMotorräder / QuadsAutosTrucksVerbindung Wertung GesamtVerbindung Wertung GesamtVerbindung Wertung Gesamt1 4. Januar Buenos Aires Villa Carlos Paz 663 175 838 663 170 833 663 175 8382 5. Januar Villa Carlos Paz San Juan 107 518 625 107 518 625 315 331 6463 6. Januar San Juan Chilecito 437 220 657 258 284 542 258 284 5424 7. Januar Chilecito Copiapó 594 315 909 594 315 909 594 174 7685 8. Januar Copiapó Antofagasta 239 458 697 239 458 697 239 458 6976 9. Januar Antofagasta Iquique 369 319 685 392 255 647 370 255 6257 10. Januar Iquique Uyuni Ruhetag 396 321 717 101 335 4367/8 11. Januar Iquique / Uyuni Uyuni / Iquique 396 321 717 24 781 805 0 271 2718 12. Januar Uyuni Iquique 24 781 805 Ruhetag9 13. Januar Iquique Calama 88 451 539 88 451 539 88 451 53910 14. Januar Calama Salta 520 371 891 501 359 860 501 359 86011 15. Januar Salta Termas de Río Hondo 161 351 512 326 194 520 326 194 52012 16. Januar Termas de Río Hondo Rosario 726 298 1024 726 298 1024 726 298 102413 17. Januar Rosario Buenos Aires 219 174 393 219 174 393 219 174 393Gesamtstrecke 4543 4752 9295 4533 4578 9111 4400 3759 8159 Alle Angaben in Kilometer, Quelle:
Etappenergebnisse 1. Etappe Nani Roma, der Vorjahressieger in der Autowertung, musste seinen Mini wegen Problemen mit der Ölpumpe mehrmals abstellen und sich letztlich sogar abschleppen lassen. Die Rennleitung sanktionierte Roma zudem mit einer Strafzeit von einer Stunde, sodass er schon am ersten Tag über sieben Stunden Rückstand auf den führenden Orlando Terranova hatte.
Nasser Al-Attiyah lag in der Autowertung zunächst auf dem ersten Platz. Er erhielt jedoch nachträglich eine Zeitstrafe von zwei Minuten wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in einem Checkpoint und fiel auf Rang sieben zurück. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Sam Sunderland KTM 1:18:57 – Ignacio Casale Yamaha 1:37:08 – Orlando Terranova Bernado Graue Mini 1:13:12 – Hans Stacey Serge Bruynkens Bernard der Kinderen Iveco 1:30:43 –2 Paulo Gonçalves Honda 1:19:02 + 0:05 Rafał Sonik Yamaha 1:38:15 + 1:07 Robby Gordon Johnny Campbell Hummer 1:13:54 + 0:42 Marcel van Vliet Marcel Pronk Artur Klein MAN 1:31:18 + 0:353 Marc Coma KTM 1:20:09 + 1:12 Sergio Lafuente Yamaha 1:38:31 + 1:23 Giniel de Villiers Dirk von Zitzewitz Toyota 1:14:02 + 0:50 Aleš Loprais Ferran Marco Alcayna Jan van der Vaet MAN 1:31:30 + 0:47
2. Etappe Wegen überhitzten Bremsen musste Robby Gordon mehrere Male anhalten und verlor vier Stunden auf den Spitzenreiter.
Carlos Sainz senior kollidierte mit dem französischen Motorradfahrer Laurent Moulin. Moulin erlitt dabei einen Beinbruch und schied aus dem Rennen aus. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Joan Barreda Bort Honda 5:46:06 – Rafał Sonik Yamaha 6:49:24 – Nasser Al-Attiyah Matthieu Baumel Mini 5:04:50 – Eduard Nikolajew Jewgeni Jakowlew Ruslan Achmadejew KAMAZ 3:34:01 –2 Paulo Gonçalves Honda 5:52:19 + 6:13 Ignacio Casale Yamaha 6:52:57 + 3:33 Giniel de Villiers Dirk von Zitzewitz Toyota 5:13:20 + 8:30 Siarhei Viazovich Pavel Haranin Andrei Zhyhulin MAZ 3:34:47 + 0:463 Ruben Faria KTM 5:55:22 + 9:16 Sergio Lafuente Yamaha 6:53:28 + 4:14 Bernhard ten Brinke Tom Colsoul Toyota 5:14:54 + 10:04 Airat Mardejew Aidar Beljajew Dmitri Swistunow KAMAZ 3:47:50 + 0:49
3. Etappe Ignacio Casale, der Vorjahressieger in der Quadwertung, stieß während der Verbindungsetappe mit einem Auto zusammen, wobei die Radaufhängung an seinem Quad beschädigt wurde. Der Schaden konnte repariert werden, allerdings erhielt Casale wegen zu spätem Eintreffen zur Wertungsprüfung eine Strafzeit von 20 Minuten.
Der polnische Motorradfahrer Michał Hernik kam bei dieser Etappe ums Leben. Als Todesursache wurde eine Dehydration festgestellt. Hernik ist der 66. Todesfall in der Geschichte der Rallye Dakar. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Matthias Walkner KTM 2:34:28 – Lucas Bonetto Honda 3:08:27 – Orlando Terranova Bernando Graue Mini 2:57:28 – Airat Mardejew Aidar Beljajew Dmitri Swistunow KAMAZ 3:19:06 –2 Marc Coma KTM 2:35:08 + 0:40 Sebastián Halpern Yamaha 3:09:25 + 0:58 Giniel de Villiers Dirk von Zitzewitz Toyota 2:59:22 + 1:54 Andrei Karginow Andrei Mokejew Igor Leonow KAMAZ 3:20:57 + 1:513 Joan Barreda Bort Honda 2:36:21 + 1:53 Rafał Sonik Yamaha 3:10:41 + 2:14 Yazeed Al-Rajhi Timo Gottschalk Toyota 3:00:20 + 2:52 Gerard de Rooy Darek Rodewald Jurgen Damen Iveco 3:23:36 + 4:30
4. Etappe Sam Sunderland, Sieger der ersten Etappe in der Motorradwertung, verletzte sich bei einem Sturz und musste aufgeben.
Wegen Problemen mit dem Sperrdifferential war Gerard de Rooy, 2014 Zweitplatzierter in der Truckwertung, gezwungen seinen Truck anzuhalten. Durch die aufwendige Reparatur verlor er über fünf Stunden. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Joan Barreda Bort Honda 3:27:28 – Rafał Sonik Yamaha 4:11:35 – Nasser Al-Attiyah Matthieu Baumel Mini 3:09:18 – Eduard Nikolajew Jewgeni Jakowlew Ruslan Achmadejew KAMAZ 2:06:54 –2 Marc Coma KTM 3:29:27 + 1:59 Ignacio Casale Yamaha 4:15:01 + 3:26 Nani Roma Michel Périn Mini 3:11:58 + 2:40 Andrei Karginow Andrei Mokejew Igor Leonow KAMAZ 2:07:51 + 0:573 Pablo Quintanilla KTM 3:30:17 + 2:49 Mohammed Abu-Issa Honda 4:24:49 + 13:14 Giniel de Villiers Dirk von Zitzewitz Toyota 3:12:15 + 2:57 Airat Mardejew Aidar Beljajewv Dmitri Swistunow KAMAZ 2:13:04 + 6:10
5. Etappe Mohammed Abu-Issa, der Viertplatzierte in der Quadwertung, erlitt einen Motorschaden und schied aus dem Rennen aus.
Carlos Sainz senior überschlug sich kurz vor dem Ende der Wertungsetappe mehrfach. Er und sein Beifahrer Lucas Cruz blieben unverletzt, allerdings wurde ihr Auto so schwer beschädigt, dass auch sie die Rallye beenden mussten.
Der italienische Motorradfahrer Matteo Casuccio und der niederländische Quadfahrer Kees Koolen wurden nach der Etappe von der chilenischen Polizei vorläufig festgenommen. Sie waren während der Etappe vom Weg abgekommen und hatten irrtümlich ein unter archäologischem Schutz stehendes Gebiet durchquert. Beide Fahrer wurden nach dem Verhör wieder frei gelassen und können die Rallye fortsetzen. RangMotorräderQuadsAutosTrucks Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand Fahrer Marke Zeit Abstand1 Marc Coma KTM 4:38:16 – Rafał Sonik Yamaha 5:47:46 – Konstantin Schilzow Mini 4:19:18 – Eduard Nikolajew Jewgeni Jakowlew Ruslan Achmadejew KAMAZ 4:34:55 –2 Joan Barreda Bort Honda 4:40:32 + 2:16 Ignacio Casale Yamaha 5:58:37 + 10:51 Yazeed Al-Rajhi Timo Gottschalk Toyota 4:19:38 + 0:20 Airat Mardejew Aidar Beljajew Dmitri Swistunow KAMAZ 4:44:53 + 9:583 Pablo Quintanilla KTM 4:40:56 + 2:40 Jeremías González Ferioli Yamaha 6:09:27 + 21:41 Robby Gordon Johnny Campbell Hummer 4:20:43 + 1:25 Siarhei Viazovich Pavel Haranin Andrei Zhyhulin MAZ 4:50:41 + 15:46
6. Etappe Matthias Walkner musste wegen Problemen mit seinem Tank und der Benzinpumpe mehrmals stehen bleiben. Durch die Reparaturen verlor er viel Zeit und fiel in der Gesamtwertung auf Rang 38 zurück.
Rekordsieger Stéphane Peterhansel lag während der Etappe zunächst auf dem zweiten Platz, verlor jedoch wegen einer gebrochenen Spurstange rund 20 Minuten. Er erreichte das Ziel auf Platz 20.