Die Optische Superposition (von lateinisch super ‚über‘ und positio ‚Lage, Setzung, Stellung‘) ist eine von Jacobus Henricus van ’t Hoff im Jahr 1875 aufgestelltes stereochemisches Prinzip, das besagt, dass in optisch aktiven Verbindungen mit mehreren Chiralitätselementen jedes Element einen Beitrag zum Gesamtdrehwert liefert.J. H. Van’t Hoff: "Voorsteel tot uitbriding der tegen woordig in de scheikunde gebruikte struktur-formules in de ruimte etc. Utrecht 1874." In: Bull. Soc. chim. France (2) Band 23, 1875, S. 296–338. Im Idealfall ist die Gesamtdrehung gleich der algebraischen Summe der von den einzelnen Stereozentren gelieferten Beiträge.

Jacobus Henricus van ’t Hoff formulierte das Prinzip wie folgt:

Das Prinzip ist nur gültig, wenn der von einem Stereozentrum herrührende Drehwert unabhängig von der Konfiguration anderer stereochemischer Gruppen im Molekül ist. Bei gegenseitiger Beeinflussung der stereochemischen Zentren durch intramolekulare Wechselwirkungen, sogenannter „Vicinalwirkung“, gilt das Prinzip nicht mehr streng.Karl Freudenberg, Werner Kuhn: Regeln und Superposition bei der optischen Drehung. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series). 64, 1931, S. 703–734, doi:10.1002/cber.19310640402. Der Grad der intramolekularen Beeinflussung hängt von der räumlichen Nähe der Stereozentren ab und wird mit steigender Entfernung kleiner.

Einzelnachweise

Kategorie:Stereochemie