mini|Turmkran Liebherr-710 HC-L 32/64 Litronic

Liebherr ist eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Bulle (Schweiz), die 1949 von Hans Liebherr in Kirchdorf an der Iller, Württemberg-Hohenzollern, gegründet wurde.Frank Brunecker (Hrsg.): Liebherr – Kräne + mehr. Biberacher Verlags-Druckerei, Biberach 2005, ISBN 3-933614-19-8, S. 17–26. Dachgesellschaft ist die Liebherr-International AG.

Die dezentral organisierte Unternehmensgruppe umfasst 13 Geschäftsfelder, deren operative Führung durch Spartenobergesellschaften erfolgt: Erdbewegung, Materialumschlag, Spezialtiefbau, Mining (Bergbau), Mobil- und Fahrzeugkrane, Turmdrehkrane, Betontechnik, Maritime Krane, Verzahntechnik und Automationssysteme, Aerospace und Verkehrstechnik, Komponenten, Kühl- und Gefriergeräte und Hotels.

Die Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit 54.728 (Vorjahr 53.659) Mitarbeiter in über 150 Gesellschaften und erwirtschaftete im Jahr 2024 einen Gesamtumsatz von 14,622 (Vorjahr 14,042) Milliarden Euro. 53 % des Umsatzes machte das Unternehmen in den Ländern Europas. Das Familienunternehmen wird von den Geschwistern Isolde und Willi Liebherr in zweiter sowie von Sophie Albrecht, Jan Liebherr, Patricia Rüf, Stéfanie Wohlfarth, Philipp Liebherr und Johanna Platt in dritter Generation geführt und gehört zu den 500 größten Familienunternehmen der Welt.

Geschichte Im Jahr 1938 übernahm Hans Liebherr in Kirchdorf an der Iller im Landkreis Biberach die Leitung des elterlichen Baugeschäfts. Nach Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg entwickelte er 1949 zur Arbeitserleichterung auf kleinen Baustellen einen mobilen Turmdrehkran (TK 10), der innerhalb weniger Stunden montiert werden konnte. Vorgestellt wurde er im selben Jahr auf der Frankfurter Herbstmesse.Rainer Frenkel: Die einfachen Rezepte des Hans Liebherr, Die Zeit vom 18. Oktober 1974. Die Nachfrage nach dieser Weltneuheit machte aus dem Bauunternehmen den Baumaschinenhersteller Liebherr, der bereits 1950 weitere Modelle in sein Produktprogramm aufnahm.Frank Brunecker: Liebherr – Kräne und mehr, Eröffnungsrede zur Ausstellung im Museum Biberach/Riß vom 12. Mai 2005 (PDF; 70 kB).

mini|Der 50.000 Mobilbagger der Fa. Liebherr, ein LH 904 in Sonderlackierung auf der Bauma 2007

Als ein 1953 gemieteter Seilbagger ein auffälliges Missverhältnis von Gewicht zu bewegtem Aushub aufwies, nahm Liebherr das zum Anlass, den ersten Hydraulikbagger auf dem Kontinent zu entwickeln. Der L300 wog nur 7,5 Tonnen und konnte durch die Hydraulikzylinder mit größerer Kraft ins Erdreich graben als konventionelle Modelle, die nur mit dem Eigengewicht der Schaufel arbeiteten.

Im selben Jahr wurde Liebherr vom Direktor seiner Hausbank gefragt, ob er an der Übernahme eines zahlungsunfähigen Kühlschrankwerks interessiert sei. Nachdem er sich über Produktionszeiten und Preise der Komponenten erkundigt hatte, baute er 1954 in Ochsenhausen eine eigene Fertigung für selbst entwickelte Kühlschränke auf.

Ebenfalls 1954 baute Liebherr ein zweites Kranwerk in Biberach an der Riß, 1958 hatte das Unternehmen bereits über 2000 Beschäftigte. Im gleichen Jahr wurde die erste Auslandsgesellschaft in Irland gegründet. 1960 begann man in Lindenberg im Allgäu mit der Reparatur von Flugzeugfahrwerken und hydraulischem Gerät für die Bundeswehr. Daraus entstand der Geschäftsbereich Liebherr Aerospace. Im selben Jahr wurde das Werk im österreichischen Bischofshofen für die Produktion von Radladern eröffnet.

mini|Liebherr-Muldenkipper

Im Jahr 1964 hatte das Unternehmen einen Anteil von etwa 60 Prozent an der deutschen Kranproduktion. 1969 begann in Ehingen (Donau) die Fertigung von Fahrzeugkranen, in den 1970er Jahren wurden Werke in den USA (Beginn der Produktion von Muldenkippern) und Brasilien eröffnet. Ebenfalls Anfang der 1970er Jahre wurden gemeinsam mit anderen Maschinenbauunternehmen in der Sowjetunion Getriebewerke zur Automobilproduktion aufgebaut. 1974 sorgten die Liebherr-Auslandsgesellschaften für 44 Prozent des Umsatzes und für 53 Prozent der Erlöse, der Konzern beschäftigte 8500 Mitarbeiter. 1982 wurde der Sitz in die Schweiz verlegt, um die Zahlung von Erbschaftsteuer in Deutschland zu vermeiden.Stefan Lüscher: Deutsche machen die Schweiz reich, bild.de, 3. Januar 2012.

Als Hans Liebherr 1993 starb, beschäftigte der Konzern allein in Deutschland über 9000 Mitarbeiter und hatte einen Umsatz von umgerechnet 2,5 Milliarden Euro. Die Unternehmensgruppe wird seitdem in der zweiten und dritten Generation von den Geschwistern Isolde und Willi Liebherr geleitet, die im Jahr 2013 im Verwaltungsrat saßen.

Produkte mini|Raupenkran Liebherr LTR 11200 mini|hochkant|Liebherr-Haushaltskühlschrank

Krane, z. B. Container-, Fahrzeugkräne (zum Beispiel der Mobilkran LTM 11200 und der Gittermastkran Liebherr LG 1750), Hafenkräne, Turmkräne (z. B. Liebherr 13 H), aber auch Offshorekräne für Bohrplattformen Lkw-Aufsätze für Fahrmischer (Betonmischer), sonstige Mischanlagen, Recyclinganlagen Bagger (z. B. A 904 C Litronic), Planierraupen, Radlader, Laderaupen, Teleskoplader, Bohrgeräte, Bergbauausrüstungen wie Muldenkipper (beispielsweise der Liebherr T282), Maritime Kräne usw. Dieselmotoren und andere Komponenten wie Getriebe, Großwälzlager, Hydraulikzylinder, Elektronik und Schaltanlagen Luftfahrtausrüstungen für militärische und zivile Luftfahrt (Liebherr-Aerospace)Liebherr Aerospace. Abgerufen am 12. November 2010. u. a. Fahrwerke für Airbus A350, Embraer 190, Comac C919 und Getriebe für die neuen Triebwerke von Rolls-Royce im Maschinen- und Anlagenbau Werkzeugmaschinen, Materialflusstechnik und Engineeringprojekte Kühl- und Gefriergeräte für den privaten Haushalt sowie den professionellen Einsatz

Im Besitz der Unternehmensgruppe befinden sich auch sechs Hotels in Österreich, Irland und Deutschland.

Zusammen mit dem Fahrzeugwerk Bernard Krone gründete Liebherr Anfang 2019 die Marke °Celsineo für die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von modularen Kältesystemen für die Kühllogistik.Liebherr und Krone erfinden die Transportkälte neu, Transport-online.de, 16. März 2019

Produktionsstandorte Das Unternehmen produzierte im Jahr 2018 an 43 Standorten in 50 Fabriken in 18 Ländern auf vier Kontinenten. In Deutschland sind die Standorte vor allem in Oberschwaben und im Allgäu angesiedelt.

Land Stadt Produktpalette Gründung Beschäftigte Ain Smara Erdbewegungsmaschinen 2012 Guaratinguetá (Werk 1) Bagger, Turmdrehkrane, Radlader und Fahrmischer 1974 1299 Guaratinguetá (Werk 2) Luftfahrtkomponenten 2005 300 Plowdiw (Werk 1) Kühl- und Gefriergeräte 1999 1940 Plowdiw (Werk 2) Ausrüstungen für Schienenfahrzeuge 2009 270 Dalian Radlader, Umschlagtechnik, Fahr- und Schwenkantriebe, Hydraulikbagger 2002 260 Zhuji Klimatechnik und Betätigungssysteme für Schienenfahrzeuge 2007 120 Changsha Fahrwerkssysteme für die Luftfahrtindustrie 2012 Xuzhou (Werk 1) Betonmischer 1996 10 Xuzhou (Werk 2) Misch- und Recyclinganlagen 2007 140 Bad Schussenried Betonmischanlagen, Recyclinganlagen, Fahrmisch-Aufbauten, Förderbänder für Fahrmischer, Steuerungen, Messtechnik, Lkw-Betonpumpen 1954 660 Biberach an der Riß (Werk 1) Liebherr-Werk Biberach – Turmdrehkrane und Mobilbaukrane 1954 1480 Biberach an der Riß (Werk 2) Liebherr-Components Biberach – Großwälzlager, Getriebe und Seilwinden, Steuerungstechnik, elektrische Maschinen 2012 1530 Deggendorf Einspritzsysteme 2015310 Ehingen Liebherr-Werk Ehingen – Fahrzeug- und Raupenkrane 1969 5000 Ettlingen (Werk 1) Verzahnwerkzeuge und CBN-Schleifwerkzeuge 2004 150 Ettlingen (Werk 2) ReMan-, ReBuilt- und Generalüberholungen von Antriebskomponenten 1993 90 Friedrichshafen Betätigungs- und Antriebssysteme für Hubschrauber und Flugzeuge 1999 350 Kempten (Allgäu) Liebherr-Verzahntechnik – Wälzfräsmaschinen, Wälzstoßmaschinen, Wälz- und Profilschleifmaschinen, Verzahnwerkzeuge, Materialfluss- und Handhabungstechnik 1969 1260 Kirchdorf an der Iller (Werk 1) Liebherr-Hydraulikbagger und Liebherr-Logistics – Mobil- und Hydraulikbagger 1949 1540 Kirchdorf an der Iller (Werk 2) Hydraulikzylinder, Gaszylinder und Dämpfer 2014 390 Lindau Baugruppen und Geräte aus dem Bereich elektronische Steuerungen und Gesamtsysteme 2000 580 Lindenberg im Allgäu Liebherr-Aerospace – Fahrwerke, Betätigungssysteme, Flugsteuerungen und Elektronik für Luftfahrzeuge 1960 2700 Neu-Ulm Betonpumpen 2013 100 Ochsenhausen Stand- und Einbaugeräte der Kühl- und Gefriertechnik 1954 1970 Rostock Liebherr-MCCtec Rostock – Hafenmobil-, Off-Shore- und Schiffskrane, Reach-Stacker 2002 1840 Colmar (Werk 1) Hydraulikbagger 1961 1360 Colmar (Werk 2) Mining- und Nassbagger 2011 560 Toulouse Klimatisierungssysteme für Luftfahrzeuge 1971 1330 Sunderland Schiffs-, Bohrinsel- und Sonderkrane 1989 200 Bengaluru Verzahnmaschinen 2003 40 Navi Mumbai Betonmischtechnik 2006 170 Pune Turmdrehkrane 2008 160 Aurangabad Kühl- und Gefriergeräte 2018 210 Killarney Containerverladebrücken, gummibereifte und schienengebundene Stapelkrane 1958 900 Collegno Verzahnwerkzeuge 2004 80 Kluang Kühl- und Gefriergeräte für gewerbliche Anwendungen 2007 470 García Komponenten der Antriebstechnik 2009 190 Bischofshofen Radlader 1960 1030 Telfs Planier- und Laderaupen, Rohrleger, Teleskoplader 1976 630 Nenzing Hydro-Seilbagger und Raupenkrane, Ramm- und Bohrgeräte 1976 1480 Lienz Standgeräte der Kühl- und Gefriertechnik, Gefriertruhen, Weinkühlschränke, Kühl- und Gefriergeräte für den gewerblichen Einsatz (Mit Ende 2020 sollte die Sparte Haushalts-Gefriertruhen nach Malaysia ausgelagert werden, jedoch gewerbliche Kühl- und Gefriergeräte ausgeweitet werden)Angst um Arbeitsplätze in Lienz orf.at, 1. März 2020, abgerufen am 1. März 2020. 1980 1320 Korneuburg Ausrüstungen für Schienenfahrzeuge 1997 230 Dserschinsk Stahlbaugruppen für Turmdrehkrane und Erdbewegungsmaschinen 2006 630 Nischni Nowgorod Flugsteuerungs- und Betätigungssysteme 2007 90 Bulle Liebherr Machines Bulle – Dieselmotoren für Bau-, Land- und Forstmaschinen, Blockheizkraftwerke, Biogasanlagen und Komponenten der Antriebstechnik (u. a. Axialkolbenmotoren) 1978 1160 Pamplona Turmdrehkrane 1990 250 Rayong Fahrmischer und Mischanlagen 1997 220 Newport News, Virginia Großmuldenkipper 1995 410 Saline, Michigan Verzahnmaschinen 1986 60

Liebherr-Logistics

Die 2011 gegründete Liebherr-Logistics GmbH ist als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Liebherr-Gruppe für die weltweite Ersatzteilversorgung von Erdbewegungsmaschinen zuständig. Auf einem 360.000 m² großen Areal in Oberopfingen, Kirchdorf an der Iller im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg befindet sich seit Juli 2013 ein Kontinentallager mit 170.000 m² überdachter Hallenfläche sowie einem 4.500 m² großen Verwaltungsgebäude.

In dem 36 Meter hohen Hochregallager befinden sich rund 60.000 Palettenstellplätze und 24 Kommissionierarbeitsplätze. Das Kleinteilelager mit 122.000 Behälterstellplätzen wird in Normalschicht mit acht Kommissionierarbeitsplätzen gefahren. Die Ein- und Auslagerung erfolgt nach dem FIFO-Verfahren. Alle Lieferpositionen werden chargenrein eingelagert, der Output beträgt 3500 Ersatzteilpositionen pro Stunde.Liebherr eröffnet neues Logistikzentrum in Oberopfingen aufgerufen 8. Mai 2016.

Liebherr-Hotels mini|Interalpen-Hotel Tyrol vor der Hohen Munde

Zur Gruppe gehören unter anderem auch sechs Hotels in Irland, Österreich und Deutschland mit einer Bettenkapazität von insgesamt 1450 Betten. Die Leitung der Sparte Dienstleistungen und somit auch der Hotels übernahm Mitte der 1970er Jahre Isolde Liebherr.

Land Stadt Name Fossa, Killarney The Europe Hotel & Resort Caragh Lake, Killorglin Ard na Sidhe Country House Beaufort, Killarney The Dunloe Hotel & Gardens Telfs-Buchen Interalpen-Hotel Tyrol Schruns Löwen Hotel Montafon Memmingen Hotel Falken

Steuer- und Subventionspolitik