Five Nights at Freddy’s (deutsch etwa: Fünf Nächte bei Freddy’s; oft mit FNaF bzw. FNaF-1 abgekürzt) ist ein Point-and-Click-Computerspiel aus dem Themenfeld des Survival-Horrors. Es ist der erste Teil der gleichnamigen Spieleserie. Five Nights at Freddy’s basiert auf einer Idee des Independent-Spieleentwicklers Scott Cawthon, der das Spiel zudem selbst programmierte und über die Internet-Vertriebsplattform Desura am 8. August 2014 veröffentlichte. Das Spiel erschien ursprünglich für Geräte mit Windows, iOS, Android und Windows Phone und später auch für diverse Spielkonsolen.

Schauplatz der Spielehandlung ist eine stillgelegte Pizzeria, in der sich des Nachts vier bewegliche Bühnenfiguren, sogenannte Animatronics, verselbstständigen. Sie waren einst die Hauptattraktion der Pizzeria, die eine lange und ereignisreiche Geschichte hinter sich hat. Das Lokal wurde aufgrund vermisster Kinder und mangelnder Hygienezustände geschlossen. Die Animatronics versuchen jede Nacht, in das Sicherheitsbüro einzudringen, um den dort für sechs Stunden arbeitenden Nachtwächter zu töten. Er kann die Figuren nur abwehren, indem er sie per Überwachungskameras im Auge behält und zu geeigneter Zeit seine Bürotüren schließt.

Überwiegend positiv bewertet – in den USA ist Five Nights at Freddy’s sehr bekannt und beliebt – mehrten sich jedoch auch kritische Stimmen. Allen voran besorgte Eltern und Lehrer unterstellen dem Spiel einen negativen Einfluss, insbesondere auf das Kindeswohl. Trotzdem genießt das Spiel eine große Popularität, wie unter anderem Parodien in Indie-Open-World-Spielen, wie etwa Minecraft, sowie mehrere ebenfalls erfolgreiche Nachfolgespiele zeigen.Patrizia Hernandez: Five Nights At Freddy's 4: The Final Chapter Announced auf kotaku.com (englisch), zuletzt aufgerufen am 6. November 2016.

Handlung Der Spieler schlüpft in die Rolle des Nachtwächters Mike Schmidt. Über eine Zeitungsannonce erfährt dieser, dass die heruntergekommene Pizzeria „Freddy Fazbear's Pizza“ einen Nachtwächter sucht. Mike nimmt an, da er sich mit den fünf Nachtschichten die versprochenen 120 $ (nach der 6. Nacht noch einmal 0,50 $ extra) dazuverdienen will. In der ersten Nacht erhält er einen Telefonanruf, beim Abnehmen des Hörers ertönt jedoch eine auf Band gesprochene Nachricht. Sie stammt vermutlich von einem der Vorgänger von Mike, welcher bislang namenlos blieb und im englischen Original nur Phone Guy genannt wird.

Der Anrufer liest zunächst die offizielle, für neue Mitarbeiter bestimmte Begrüßung vor, dann warnt er Mike vor den Animatronics, bewegliche Bühnenfiguren, für die das Lokal einst berühmt war. Sie sollen sich nachts verselbstständigen, durch die Pizzeria laufen und das Büro des Nachtwächters aufsuchen. Phone Guy erklärt dies damit, dass der Servo-Antrieb der Figuren anfange, zu klemmen, wenn er zu lange stillstehe. Um dies zu vermeiden, sei in die Animatronics eine Art „Freigang-Modus“ programmiert worden. Da Nachtwächter kein Animatronic-Kostüm tragen, sei es laut dem Anrufer denkbar, dass die echten Animatronics den Spieler für ein unkostümiertes Endoskelett halten könnten. Dies verstoße jedoch „gegen die Regeln“ (welche „Regeln“ das sein sollen, erklärt Phone Guy nicht). Deshalb würden die Animatronics unter Umständen versuchen, ihr Opfer gewaltsam in eines der leeren Ersatzkostüme zu zwängen. Dies führe zum Tod des Opfers, weil die Kostüme innenseitig mit spitzen Ösen und Schrauben bespickt seien. Der Anrufer beschwichtigt widersprüchlicherweise noch, dass alles halb so wild sei, dann legt er auf.

In den darauffolgenden Nächten klingelt das Telefon jeweils erneut, jedes Mal ertönt eine Bandansage. Mit jedem Anruf drängt Phone Guy mehr und mehr zur Vorsicht und ermahnt Mike, sich bloß nicht erwischen zu lassen. In der vierten Nacht schließlich wird Schmidt akustisch Zeuge, wie der Anrufer in seinem Büro überrascht und augenscheinlich von den Animatronics getötet wird. In der fünften Nacht klingelt das Telefon erneut, diesmal dringt aus dem Hörer unverständliches, stark verzerrtes und sehr tiefes Brabbeln, das nicht von einem Menschen zu stammen scheint.

Während des Spielverlaufs besteht die Möglichkeit, dank zufällig auftauchender Flugzettel mit Zeitungsausschnitten die Hintergrundgeschichte und Vergangenheit von Freddy Fazbear's Pizza zu rekonstruieren: Einst war Freddy Fazbear’s Pizza ein beliebtes Speise- und Partylokal mit hohen Besucherzahlen und Umsätzen. Ihren Erfolg verdankte die Pizzeria ihren vier Animatronics, die sich nicht nur frei bewegen, sondern auch singen und musizieren konnten. Irgendwann jedoch verschwanden mindestens fünf Kinder in dem Lokal. Es stellte sich heraus, dass einer der Angestellten sich als Animatronic verkleidet und die Kinder in einen Hinterraum gelockt hatte. Der Angestellte wurde verhaftet, aber die Leichen der Kinder wurden nie gefunden.

Nach diesen Vorfällen ließ die Besucherzahl sehr bald nach. Im Laufe der Zeit häuften sich Beschwerden seitens der Eltern, die noch mit ihren Kindern das Lokal aufsuchten. Laut Polizeiakten hatten Eltern einen fürchterlichen Gestank wahrgenommen, der aus den Animatronics strömte. Außerdem war ihnen aufgefallen, dass Blut und Gewebe aus den Augen- und Mundhöhlen der Puppen quoll. Einer der Zeugen bezeichnete die Animatronics sogar als „animierte Leichname“. Schließlich schaltete sich auch das Gesundheitsamt ein, das dem Betreiber von Freddy Fazbear’s Pizza drohte, das Lokal zu schließen, sollten sich die Hygienezustände nicht bessern. Aufgrund der Ereignisse blieben immer mehr Besucher dem Lokal fern und der Betreiber kündigte schließlich an, gegen Ende des Jahres zu schließen.

Phone Guy erwähnt außerdem einen Vorfall aus dem Jahr 1987, der nur als „Biss von 1987“ bekannt ist. Dabei soll das Opfer seinen frontalen Stirnlappen verloren und trotzdem überlebt haben. Da auch die Verunreinigungen und der Gestank weiterhin nicht nachließen, blieben die Besucher dem Lokal schließlich ganz fern. Schon bald darauf wurde der Betrieb der Pizzeria endgültig eingestellt.

Charaktere Protagonisten In Five Nights at Freddy’s gibt es drei Protagonisten: Mike Schmidt, dessen Rolle der Spieler übernimmt, Phone Guy, der hin und wieder Tipps gibt, und das leitende Unternehmen, Freddy Fazbear Entertainment, dessen Rolle zweifelhaft ist.

Mike Schmidt: Über Mike Schmidt ist wenig bekannt. Sein Aussehen wird dem Spieler vorenthalten, es liegt keine Personenbeschreibung vor. Anhand der sichtbaren Augen der Leiche im Game-over-Bildschirm ist nur bekannt, dass er blaue Augen hat. Phone Guy: „Phone Guy“ (deutsch „Telefon-Typ“) ist die ursprünglich inoffizielle Bezeichnung für den ominösen Anrufer, der dem Nachtwächter jede Nacht eine auf Band gesprochene Nachricht hinterlässt. Seit Ultimate Custom Night wird sein Pseudonym auch offiziell verwendet. Er tritt niemals persönlich in Erscheinung und bislang wurde ihm auch kein bürgerlicher Name zugewiesen. Sein Verhalten hat in der Community zu lebhaften Debatten geführt, da Phone Guy sich oftmals widerspricht und die von den Animatronics ausgehende Bedrohung herunterspielt, anstatt dem Spieler beispielsweise dazu zu raten, das Lokal sofort zu verlassen. Aufgrund dieser Unehrlichkeit wird oft vermutet, dass Phone Guy dem Spieler gar nicht wirklich helfen will. Allerdings sind manche seiner Hinweise unabdingbar für ein erfolgreiches Weiterspielen, was ihn zum einzigen Verbündeten macht, den der Spieler hat. Er ist zum Zeitpunkt der Handlung vermutlich bereits verstorben. Während einer seiner aufgenommenen Nachrichten wird Phone Guy anscheinend von den Animatronics ermordet. Freddy Fazbear Entertainment: Das Unternehmen „Freddy Fazbear Entertainment“ ist der Auftraggeber von Mike Schmidt und Phone Guy. Die Firma scheint um die beängstigenden Vorkommnisse um die Animatronics zu wissen und ist offenbar sehr um Vertuschung bemüht. In dem Begrüßungsschreiben, das Phone Guy zu Spielbeginn verliest, wird ausdrücklich erwähnt, dass jegliches Verschwinden oder Sterben von Mitarbeitern erst nach Ablauf von drei Monaten zu Protokoll gebracht und gemeldet wird. In der Zwischenzeit würden Fund- oder Tatorte grundgereinigt und eventuell verschmutzte Teppichböden durch neue ersetzt. Trotz allem scheint das Unternehmen seinen Verpflichtungen gegenüber den Angestellten zuverlässig nachzukommen, wie die wöchentlich ausgestellten Lohnschecks belegen.

Animatronics (Antagonisten) In Five Nights at Freddy’s gibt es vier anthropomorphe Animatronics sowie einen Zusatzcharakter. Die Animatronics verlassen ihre Showbühne normalerweise in alphabetischer Reihenfolge. Aus diesem Grund ist „Bonnie“ meistens der Erste, der entschwindet.James Egan: 500 Facts About Video Games, Vol. 1. Seite 24–27. Über die Nächte hinweg werden die Animatronics aggressiver und bewegen sich immer schneller und öfter zum Spieler hin.

Freddy Fazbear: Er ist das namensgebende Maskottchen. Ein dicklicher, brauner Teddybär mit kleiner, schwarzer Fliege und kleinem, schwarzen Zylinderhut. In seiner rechten Hand hält er ein silbern verchromtes Mikrofon. Geht dem Spieler der Strom aus, wird es im Gebäude dunkel und Freddy erscheint mit leuchtenden Augen in der linken Tür. Gleichzeitig ertönt eine Polyphon-Version des Liedes Auf in den Kampf, Torero aus der französischen Oper Carmen mit zufällig variierender Länge. Nach Ende der Musik tötet Freddy den Spielercharakter. Ab der dritten Nacht kann auch Freddy jederzeit in das Büro eindringen, ohne dass der Strom ausfällt. In diesem Falle bewegt er sich immer auf dem gleichen Pfad durch die Räume der Pizzeria und lacht jedes Mal, wenn er einen neuen Raum betritt, wobei Beobachtung durch die Kamera ihn verlangsamt. Hat er den Raum neben der rechten Tür erreicht, kann er, solange sie geöffnet ist, das Büro betreten und den Spieler überraschen, ohne im Türrahmen zu erscheinen. Bonnie the Bunny: Ein lavendelblauer Hase mit roter Fliege, der auf der Showbühne eine rot-weiße E-Gitarre mit schwarzem Griff in den Händen hält. Diese verschwindet, sobald er die Bühne verlässt. Bonnie gilt als besonders aggressiv und aufmüpfig: er kehrt sehr oft zum Büro zurück, bleibt aber in der Regel nicht lange. Er erscheint stets in der linken Tür. Ist die Tür geschlossen, kann seine An- oder Abwesenheit nur durch seinen Schatten nachverfolgt werden, der durch das Bürofenster fällt. Chica the Chicken: Der einzige „weibliche“ Charakter in der Gruppe. Chica ist ein senfgelbes Huhn, das ein weißes Lätzchen mit der Aufschrift „Let’s eat!“ (deutsch: „Lass uns essen!“) um den Hals trägt. Auf der Bühne trägt sie einen Teller mit einem pinkfarbenen Modell-Cupcake. Sobald sie die Bühne verlassen hat, sind Teller und Cupcake verschwunden. Chica gilt als besonders hartnäckig, sie verweilt oft lange an der Tür und zehrt somit am stärksten am Stromvorrat. Dafür kehrt sie aber seltener zurück als Bonnie. Sie erscheint im großen Bürofenster auf der rechten Seite. Sie ist außerdem bekannt dafür, Krach zu machen, wenn sie die Küche betritt (was der einzige Weg ist, ihren Aufenthalt in dem Raum sicher festzustellen, da ihre Kamera nicht funktioniert), weshalb Spielefans Witze darüber verbreiten, Chica sei verfressen.