Das Typ 92 7-cm-Infanteriegeschütz () war ein leichtes Infanteriegeschütz im Kaliber 70 mm, das von 1932 (Kōki 2592, daher die Typbezeichnung) bis 1945 vom Kaiserlich Japanischen Heer eingesetzt wurde.

Geschichte Normalerweise wurden Waffen mit Schraubenverschluss, sprich Geschütze, beim Kaiserlich Japanischen Heer nicht auf Bataillonsebene zugeteilt, doch bildete das Typ 92 Bataillonsgeschütz die Ausnahme. Den meisten Divisionen wurden jeweils zwei Typ 92 der Feuerunterstützungskompanie in einem Bataillon zugewiesen. Manche Bataillone erhielten sogar vier Typ 92 pro Feuerunterstützungskompanie. Dabei spielte das relativ geringe Gewicht der Waffe, seine Kompaktheit und seine Zerlegbarkeit eine entscheidende Rolle. Das Geschütz konnte, in sechs Teile zerlegt, von Soldaten oder Packtieren transportiert werden.Rottman: Japanese Army in World War II 1941–42. S. 48. Auf eine maximale Reichweite von 2800 Metern konnten Spreng-, Hohlladungs-, Rauch- und Beleuchtungs-Granaten verschossen werden. Die Ziele konnten entweder direkt, mit niedriger Rohrausrichtung, oder indirekt, mit erhöhter Rohrausrichtung im Steilfeuer, wie bei Haubitzen üblich, bekämpft werden.Rottman: Japanese Army in World War II 1941–42. S. 47.

Das Typ 92 Bataillonsgeschütz war bei der Truppe wegen seiner Zuverlässigkeit und Robustheit sehr beliebt und blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Einsatz. mini|Experimentelle Fallschirmjägerversion des Typ 92 Battalionsgeschützes in niedrigstmöglicher Position zum Direktbeschuss Für die Luftlandetruppen wurde ab 1942 eine spezielle, leichtere Version unter der Bezeichnung Raku-Go 7-cm-Batallionsgeschütz entwickelt. Diese nutzte weitestgehend die Baugruppen des Typ 92 Geschützes, konnte jedoch in mehrere Abwurfbehälter verladen werden. Dazu wurden an die Holme Scharniere montiert, um diese zusammenklappen zu können. Zudem verwendete man die speziellen, zerlegbaren Räder der Raku-Go 37-mm-Kanone. Zu einer Einführung kam es aber nicht mehr.

Technische Daten Kaliber: 70 mm Rohrlänge: 0,79 m Höhenrichtbereich: −11° bis +70 Seitenrichtbereich: 45° Geschützgewicht: 213 kg Geschossgewicht: 3,8 kg Mündungsgeschwindigkeit V0 = 198 m/s Maximale Reichweite: 2800 m

Stückzahl Herstellungszahlen des Typ 92 7-cm-Infanteriegeschütz Jahr 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 Insgesamt Stückzahl 171 384 4 – 37 96 248 363 624 259 250 236 87 17 2.776

Internationaler Vergleich Dem Typ 92 vergleichbare Waffen wurden auch in zahlreichen anderen Staaten erprobt. Zur Einführung gelangte in Deutschland das 7,5-cm-leichtes Infanteriegeschütz 18, von dem jedes Infanterieregiment sechs Stück erhielt. Auch in der Sowjetunion entwickelte man die vergleichbare 76-mm-Feldkanone 27 (76-мм полковая пушка обр. 1927 год), die indessen mit 6,7 km erheblich weiter schoss, aber mit ca. 600 kg Gewicht in Feuerstellung auch erheblich schwerer war. Alle anderen Staaten führten vergleichbare Waffen nicht ein, sondern stattdessen Granatwerfer mit Kalibern zwischen 50 und 160 mm.

Literatur

Gordon L. Rottman: Japanese Army in World War II 1941–42. Osprey Publishing, Oxford 2005, ISBN 1-84176-789-1.

TM–E 30–480 

Weblinks

Einzelnachweise Leland Ness: Rikugun: Guide to Japanese Ground Forces 1937–1945. S. 110. Leland Ness: Rikugun: Guide to Japanese Ground Forces 1937–1945. S. 113.

Kategorie:Geschütz Kaliber 50 mm bis 100 mm Kategorie:Feldgeschütz (Kaiserlich Japanische Armee)