mini|Blick auf Mainz mit dem Dom vom gegenüberliegenden Rheinufer mini|Die Mainzer Altstadt mit Teilen des Doms im Hintergrund

Mainz () () ist die Landeshauptstadt des Landes Rheinland-Pfalz und mit Einwohnern zugleich dessen größte Stadt. Mainz ist kreisfrei, eines der fünf rheinland-pfälzischen Oberzentren und Teil des Rhein-Main-Gebiets. Mit der angrenzenden hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden bildet sie ein länderübergreifendes Doppelzentrum mit rund 500.000 Einwohnern auf 301,67 Quadratkilometern. Mainz und Wiesbaden sind neben Berlin und Potsdam die einzigen beiden Landeshauptstädte deutscher Bundesländer mit einer gemeinsamen Stadtgrenze. Die Stadt ist Sitz der Johannes Gutenberg-Universität, des römisch-katholischen Bistums Mainz sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten, wie des Südwestrundfunks (SWR) und des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Große international agierende Firmen wie die Schott AG, Werner & Mertz oder Biontech haben ihren Hauptsitz in Mainz.

Mainz wurde bereits 13/12. v. Chr. als militärischer Standort mit Zivilsiedlungen gegründet und gehört damit zu den ältesten Stadtgründungen auf deutschem Boden. Spätestens ab dem Frühmittelalter war Mainz Bischofssitz und später Haupt- und Residenzstadt von Kurmainz. Als Magenza wies Mainz eine große jüdische Gemeinde auf und war eines der religiösen Zentren des aschkenasischen Judentums in Europa. Als Bundesfestung spielte die Stadt im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle, stagnierte dadurch aber auch in ihrer Entwicklung. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, erholte sich die Stadt erst langsam wieder ab den 1960er Jahren.

Aufgrund der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg und der starken Medienpräsenz gilt Mainz als Medienstadt. Seit dem frühen 19. Jahrhundert ist Mainz eine Hochburg der rheinischen Fastnacht. Im Verbund mit den jüdischen Gemeinden der oberrheinischen Städte Speyer und Worms wurden Mainz als eine der SchUM-Städte am 27. Juli 2021 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Name der Stadt Entwicklung des Stadtnamens Im Laufe der Geschichte veränderte sich der Name der Stadt mehrmals, von einer verbindlichen Schreibweise kann erst seit dem 18. Jahrhundert gesprochen werden. Der römische Name „Mogontiacum“ lässt sich von der keltischen Gottheit Mogon ableiten (Mogont-i-acum = „Mogons Land“). Mogontiacum wurde in der Historiographie erstmals von dem römischen Historiker Tacitus in seinem Anfang des 2. Jahrhunderts entstandenen Werk Historien im Zusammenhang mit dem Bataveraufstand schriftlich erwähnt.Tacitus, historiae, 4, 15. Auch abweichende Schreibweisen und Abkürzungen waren zu Zeiten der römischen Herrschaft bereits geläufig: „Moguntiacum“ oder verkürzt als „Moguntiaco“ in der Tabula Peutingeriana.

Im Mittellateinischen wurde der Name ab dem 6. Jahrhundert verkürzt und fortan „Moguntia“ bzw. „Magantia|“ geschrieben und ausgesprochen. Im 7. Jahrhundert änderte sich der Stadtname zu „Mogancia“, „Magancia urbis“ bzw. „Maguntia“, im 8. Jahrhundert zu „Magontia“. Im 11. Jahrhundert war der Name wieder bei „Moguntiacum“ bzw. „Moguntie“ angekommen. Überhaupt wurde der Stadtname häufig nicht von wirklicher Sprachentwicklung, sondern von der jeweils herrschenden „Mode“ der Aussprache beeinflusst. Das 12. Jahrhundert bezeichnete die Stadt als „Magonta“, „Maguntia“, „Magontie“ und „Maguntiam“. Eine arabische Weltkarte aus gleicher Zeit nennt sie „maiansa“. Von 13./14. bis zum 15. Jahrhundert wandelte sich der Name von „Meginze“ zu „Menze“, wobei das die Namensentwicklung in lateinischen Quellen ist. Deutschsprachige Quellen sprechen 1315 von „Meynce“, 1320 von „Meintz“, 1322 von „Maentze“, 1342 von „Meintze“, 1357 wieder von „Meintz“ und 1365 von „Mayntz“. Der damals entstandene Familienname „Mayntz“ ist heute noch in dieser Schreibweise gebräuchlich. Später nannte man sich auch Mainzer. In der jüdischen Literatur des Mittelalters taucht auch die Bezeichnung Magenza auf.schumstaedte.de schumstaedte.de - Bis heute lautet der Name im Italienischen „Magonza“.

Im 15. Jahrhundert taucht zum ersten Mal die Schreibweise „Maintz“ auf. Geläufiger sind zu dieser Zeit aber noch die Schreibweisen „Menze“, „Mentz(e)“, „Meintz“ oder „Meyntz“. Die Namensformen mit ai oder ay setzten sich seit dem 16. Jahrhundert und endgültig in der Barockzeit durch. Seit dem 18. Jahrhundert gibt es dann auch kaum noch Änderungen des Stadtnamens. Eine Ausnahme bildet die französische Namensform Mayence während der französischen Besetzung 1792/93 und während der Zugehörigkeit zu Frankreich von 1798 bis 1814.Rita Heuser: Die Schreibung des Stadtnamens von der Antike bis zur Neuzeit. In: Dombauverein Mainz e. V.: Domblätter. Forum des Dombauvereins Mainz e. V. Ausgabe 6/2004. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2004. S. 43–45.

Im rheinhessischen Dialekt gibt es zwei Varianten des Stadtnamens, Meenz und Määnz, über deren Korrektheit in der Bevölkerung unterschiedliche Ansichten bestehen. Untersuchungen haben herausgefunden, dass die Schreib- und Ausspracheform Meenz (mit geschlossenem e-Laut ausgesprochen) in der Altstadt bevorzugt, die andere Variante Määnz (mit offenem e-Laut) eher in der Neustadt, den Vororten und dem rheinhessischen Umland verwendet wird.

Geographie Überblick mini|hochkant|50. Breitengrad auf dem Gutenbergplatz mini|Mainmündung in den Rhein – Blick von der Mainzer Zitadelle auf Gustavsburger Kirchtürme mini|Luftbild von Mainz (linke Rheinseite) und Mainz-Kostheim mit Mainz-Kastel (rechte Rheinseite)

Mainz befindet sich auf einer Höhe von am Rhein bis im Ortsbezirk Ebersheim. Die Stadt liegt am westlichen (linken) Ufer des Rheins, der die östliche Stadtgrenze bildet, mit Rheinkilometer 500 ungefähr auf halbem Wege zwischen Bodensee und Nordsee. Im Süden und Westen wird die Stadt im Mainzer Becken vom Rande der rheinhessischen Hochfläche begrenzt und im Norden dehnt sich ein vom Rhein zurückgewichenes Ufervorland aus. Durch Mainz hindurch läuft der 50. Breitengrad nördlicher Breite.

Lage Die Stadt Mainz liegt gegenüber der Mündung des Mains am Oberrhein. Im näheren Umkreis liegen – außer dem unmittelbar benachbarten Wiesbaden – die Großstädte Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Darmstadt, Ludwigshafen am Rhein und Mannheim.

Eine politische Besonderheit bilden die sechs ehemaligen rechtsrheinischen Stadtteile Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim („AKK“) sowie Mainz-Bischofsheim, Mainz-Ginsheim und Mainz-Gustavsburg („BGG“). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden aufgrund der Grenzziehung zwischen der amerikanischen und der französischen Besatzungszone die AKK-Stadtteile der treuhänderischen Verwaltung der Stadt Wiesbaden übergeben bzw. wurden als Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg selbständige Kommunen im hessischen Landkreis Groß-Gerau. Die AKK-Stadtteile gehören bis heute nach dem Lebensgefühl vieler Einwohner noch immer zu Mainz, was sich unter anderem in der auf Mainz ausgerichteten Infrastruktur äußert. Die Stadt Mainz bezeichnet sie als „de facto zu Mainz“ gehörig.Mainz in Zahlen, Landeshauptstadt Mainz, abgerufen am 29. Mai 2015. Aufgrund der rechtlich nie ganz abgeschlossenen Gebietsübertragung nach Wiesbaden tragen sie in ihrem amtlichen Namen noch immer das Präfix „Mainz-“ (siehe auch AKK-Konflikt und rechtsrheinische Stadtteile von Mainz).

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mainz. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

rechtsrheinisch (Hessen):Landeshauptstadt Wiesbaden (kreisfreie Stadt, einschließlich Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim) sowie Ginsheim-Gustavsburg (Landkreis Groß-Gerau). linksrheinisch die zum Landkreis Mainz-Bingen gehörigen Gemeinden:Bodenheim, Gau-Bischofsheim und Harxheim (alle Verbandsgemeinde Bodenheim),Zornheim, Nieder-Olm, Ober-Olm, Klein-Winternheim und Essenheim (alle Verbandsgemeinde Nieder-Olm),Ingelheim am Rhein mit den Stadtteilen Wackernheim und Heidesheim am Rheinsowie Budenheim (verbandsfreie Gemeinde).

Stadtgliederung Prinzipien mini|Mainzer Ortsbezirke

Das Stadtgebiet von Mainz ist in 11 Gemarkungen und 15 Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen aus jeweils 13 direkt gewählten Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat und einen ebenfalls direkt gewählten Ortsvorsteher, der Vorsitzender des Ortsbeirats ist.

Der Ortsbeirat ist zu allen wichtigen Fragen, die den Ortsbezirk betreffen, zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Stadt Mainz. Zudem bestehen sieben Planungsbereiche, 65 Stadtbezirke sowie 183 statistische Bezirke, die gleichzeitig den Stimmbezirken entsprechen.

Die Ortsbezirke Altstadt, Hartenberg-Münchfeld, Neustadt und Oberstadt entsprechen (ohne das vorher zu Gonsenheim gehörende Münchfeld) dem ehemaligen Ortsbezirk Mainz-Innenstadt, der 1989 aufgelöst worden war.

Ortsbezirke + Bevölkerung mit Haupt- und Nebenwohnsitz in den Ortsbezirken gemäß Melderegister per 31. Dezember 2025Flächen laut Auskunft des Amtes für Stadtentwicklung, Statistik und Wahlen. Landeshauptstadt Mainz. Vom 8. Mai 2013. Nr. Ortsbezirk Wappen Flächein km² Einwohner(Haupt-wohnsitz) Einwohner(Neben-wohnsitz) Einwohner(SummeH. + N.) Einwohnerpro km² Ausländer(Haupt-wohnsitz) Ausländer-anteilin % AnmerkungGemeindeteileWohnplätze usw. 15 Altstadt 20px|zentriert 2,414 17.569 482 18.051 7.278 3.471 19,8 16 Neustadt 20px|zentriert 3,661 30.185 439 30.624 8.245 6.854 22,7 24 Oberstadt 20px|zentriert 5,868 23.135 371 23.506 3.943 5.316 23,0 25 Hartenberg-Münchfeld 20px|zentriert 3,427 18.802 468 19.270 5.486 4.392 23,3 31 Mombach 20px|zentriert 6,316 13.734 90 13.824 2.174 3.905 28,4 41 Gonsenheim 20px|zentriert 9,127 24.958 277 25.235 2.734 4.504 18,0 DraisberghofKriegersmühleWendelinusheim 42 Finthen 20px|zentriert 11,061 14.519 97 14.616 1.313 2.454 16,9 Am GeiersköpfelLayenhof 51 Bretzenheim 20px|zentriert 10,651 19.522 289 19.811 1.833 3.130 16,0 Alte ZiegeleiHeilig Geist GewannZahlbach 52 Marienborn 20px|zentriert 3,015 4.480 52 4.532 1.486 1.032 23,0 ChausseehausHinter dem Chausseehaus 53 Lerchenberg 20px|zentriert 2,411 6.652 109 6.761 2.759 1.445 21,7 54 Drais 20px|zentriert 3,078 3.049 45 3.094 991 247 8,1 61 Hechtsheim 20px|zentriert 14,043 15.425 149 15.574 1.098 2.371 15,4 Baumschule im Speß 62 Ebersheim 20px|zentriert 9,833 6.015 51 6.076 612 916 15,2 71 Weisenau 20px|zentriert 4,056 16.107 154 16.261 3.971 4.350 27,0 Am GroßbergLothary-Aue 72 Laubenheim 20px|zentriert 8,789 9.063 105 9.168 1.031 1.277 14,1 Gutshof Laubenheimer Höhe Kilianshof in der Striet Landeshauptstadt Mainz 20px|zentriert 97,750 223.215 3.178 226.393 2.284 45.664 20,5 Anmerkung: Die Kennzahlen beziehen sich auf die Einwohner mit Hauptwohnsitz im jeweiligen Gebietsteil.

Eingemeindungen mini|Ausschnitt aus der Merian’schen Stadtansicht von 1655. Vilzbach wird hier noch innerhalb der Befestigungen gezeigt und betitelt (3): Filtzbach so ietz gebrochen

Die Tabelle unter diesem Abschnitt listet ehemals selbständige Gemeinden und Gemarkungen auf, die im Rahmen der Eingemeindungen in die Stadt Mainz eingegliedert wurden. Die Abtrennung der rechtsrheinischen Stadtteile nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch weitere Eingemeindungen von 1969 wieder ausgeglichen. Ab 1962 entstand mit dem Lerchenberg sogar ein völlig neuer Stadtteil. Jahr Orte Zuwachsin Hektar 13. Jahrhundert Selenhofenca. 5 1294 Vilzbach ? 23. Mai 1805 Zahlbach 120 1. April 1907 Mombach 608 1. April 1908 Kastel mit Amöneburg 1.332 1. Januar 1913 Kostheim 953 1. Januar 1930 Bretzenheim, Weisenau 1.733 1. Januar 1930 Bischofsheim, Ginsheim-Gustavsburg 2.407 1. April 1938 Gonsenheim 1.058 16. April 1964 Lerchenberg 241 7. Juni 1969 Drais, Ebersheim, Finthen, Hechtsheim, Laubenheim, Marienborn 4.778

Klima mini|Schwankungen der Niederschläge in Mainz Überblick